Das Bild zeigt einen Ellenbogen mit einem Pflaster.
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Wundversorgung: Was tun bei Blutungen?

Kenntnisse in der Wundversorgung sind sehr nützlich: Es kann jederzeit zu Unfällen mit kleineren oder größeren Verletzungen kommen – ob im Haushalt, beim Sport, Spielen oder im Straßenverkehr. Dann stellt sich die Frage: Was tun bei Blutungen?

Allgemeines

Die Erstversorgung von größeren offenen Wunden (sog. primäre Wundversorgung) verhindert größere Blutverluste. Außerdem hat die schnelle und richtige Wundbehandlung großen Einfluss darauf, wie die Wundheilung verläuft. Um zu Hause offene Wunden angemessen behandeln zu können, ist es daher empfehlenswert, die Hausapotheke mit Folgendem auszustatten:

  • Pflaster
  • sterile Wundauflagen
  • Mullbinde
  • Hautantiseptikum
  • Brandwundauflage
  • Dreieckstuch
  • Verbandsschere

Welche Maßnahmen zur Wundversorgung zum Einsatz kommen, richtet sich im Wesentlichen nach Art und Schweregrad der Verletzung. Bei sehr starken Blutungen ist in jedem Fall auch ärztliche Hilfe ratsam. Wer bei einem Unfall mit Verletzungsfolge zur Wundversorgung Erste Hilfe leistet, sollte wie folgt vorgehen:

  • Verletzte auffordern, sich zu setzen oder hinzulegen: Dies schont den Kreislauf.
  • Jeden Verletzten immer im Blick behalten, um eingreifen zu können, falls es zur Übelkeit oder zum Bewusstseinsverlust kommt.
  • Bei der Wundversorgung Einmalhandschuhe tragen, um sich und die Verletzten vor Infektionen zu schützen. Für die Versorgung der Wunde selbst gilt:
    • Jede Wunde so, wie sie ist, mit einem möglichst keimfreien Verband abdecken. Die Wunde nicht mit der Hand berühren, damit keine Keime in die Wunde gelangen.
    • Bei der Ersten Hilfe bei Blutungen ist zu beachten: Die Wunde nicht auswaschen oder reinigen (außer bei Bisswunden, Verätzungen oder Verbrennungen).
    • Keine Hausmittel oder Medikamente in die Wunde einbringen.
    • Keine Fremdkörper entfernen (aufgrund der Infektionsgefahr und der Möglichkeit, dass sich die Blutung verstärkt).

Zur weiteren Wundversorgung ist es ratsam, innerhalb von sechs Stunden zu einem Arzt oder in ein Krankenhaus zu gehen und die Wunde endgültig beurteilen und behandeln zu lassen. Dabei ist es wichtig, auch an den Tetanusimpfschutz zu denken und die Schutzimpfung gegebenenfalls auffrischen zu lassen.

Ursachen

Im Wesentlichen gibt es fünf Hauptursachen von Wunden:

  • Mechanische Wunden sind häufig offene Verletzungen. Hierzu zählen Schnittwunden, Stichwunden, Platzwunden, Schürfwunden, Bisswunden, Schusswunden oder Risswunden. Bei den geschlossenen Wunden unterscheidet man Prellungen oder Quetschungen.
  • Thermische Wunden kommen durch Verbrennungen oder Erfrierungen zustande.
  • Säuren oder Laugen können chemische Wunden herbeiführen.
  • Aktinische Wunden werden durch ionisierende Strahlung verursacht, beispielsweise Rötgenstrahlung oder radioaktive Strahlung. Im weitesten Sinne gehört auch ein intensiver Sonnenbrand zu thermischen Wunden, wenn es zu einer Blasenbildung und Hautablösung kommt.
  • Nekrose nennt man das Absterben von Gewebe aufgrund mangelhafter Durchblutung.

Wundversorgung bei geringer Blutung

Die Wundversorgung kleiner Verletzungen, bei denen höchstens eine geringe Blutung besteht, ist einfach: Um solche Wunden zu versorgen, reicht ein Pflaster. Gehen Sie dabei am besten wie folgt vor:

  • Achten Sie bei der Auswahl des Pflasters darauf, dass die Wundauflagefläche größer ist als die Wunde.
  • Schneiden Sie das Pflaster auf Ihre Bedürfnisse zu. Möchten Sie ein Pflaster auf eine Fingerkuppe, zwischen zwei Finger oder auf ein Gelenk kleben, schneiden Sie auf beiden Pflasterseiten keilförmige Stücke heraus.
  • Berühren Sie beim Abziehen der Schutzfolie auf keinen Fall die Wundauflagefläche.
  • Versuchen Sie, das Pflaster faltenfrei aufzubringen.

Auch zur Wundversorgung bei größeren, aber oberflächlichen Wunden mit geringer Blutung ist ein einfacher Schutzverband durch ein größeres Pflaster oder eine Wundauflage ausreichend. Es ist ratsam, steriles Verbandsmaterial zu verwenden, um die Wunde zu versorgen. Fusselndes, nicht steriles Material (wie Papiertaschentücher) ist für den Wundverband nicht geeignet. Auch Wundsalben, Pasten, Gelees, Puder oder Ähnliches darf man bei der Erstversorgung niemals auf eine Wunde auftragen.

Um eine sterile Wundauflage zu fixieren, ist bei einer Wunde am Arm oder Bein eine Mullbinde geeignet. Befindet sich die Verletzung an Kopf, Hals, Bauch oder Rücken, können Sie die Wundauflage mit ausreichend langen, parallel aufgebrachten Heftpflasterstreifen fixieren. Achten Sie in jedem Fall darauf, dass der Verband möglichst fest sitzt, damit sich die Wundauflage auf der Wunde nicht verschiebt. Außerdem ist es ratsam, dass ein zur ersten Wundversorgung angelegter Verband an Ort und Stelle bleibt, bis sich medizinisches Personal um die weitere Versorgung der Wunde kümmert.

Wundversorgung bei starker Blutung

Die Wundversorgung tieferer Verletzungen, bei denen eine starke Blutung vorliegt, ist aufwendiger als die von kleinen Wunden: Eine offene Wunde, die durch mechanische Einwirkung entstanden ist (Schnittwunde, Stichwunde oder Platzwunde), blutet meist mehr oder weniger stark. In dem Fall ist es zur Wundversorgung als Erste Hilfe nötig, die starke Blutung zu stoppen, denn: Anhaltende heftige Blutungen können durch den entstehenden Blutverlust ein Kreislaufversagen mit unter Umständen lebensbedrohlichem Ausmaß zur Folge haben.

Zur Wundversorgung bei starker Blutung ist ein geeigneter Notverband anzulegen, der die Blutung möglichst zum Stillstand bringt und eine weitere Wundverschmutzung durch eindringende Krankheitserreger verhindert. Die Art des Verbands ist dabei abhängig von der Stärke der Blutung. Es ist ratsam, den Notfallverband angelegt zu lassen, bis entsprechendes Personal – etwa im Krankenhaus – ihn zur weiteren medizinischen Versorgung öffnet.

Bei stärkeren Blutungen kann ein Hochlagern der betroffenen Gliedmaße zusätzlich zum Wundverband helfen, das Ausmaß der Blutung zu verringern. Reicht ein einfacher Wundverband jedoch zur Wundversorgung bei starker Blutung nicht aus, da er bereits während des Anlegens oder kurze Zeit danach durchgeblutet ist, ist es notwendig, einen Druckverband anzulegen – das geht so:

  1. Die Wunde mit sterilem Verbandsmaterial abdecken und dieses mit einer Mullbinde zweimal umwickeln, damit es nicht wegrutscht.
  2. Ein Druckpolster auflegen und mit der restlichen Mullbinde unter Druck fest anwickeln (als Druckpolster sind z.B. Verbandspäckchen oder mehrere zusammengefaltete saubere Taschentücher geeignet).
  3. Blutet die Wunde trotzdem weiter, auf den ersten einen zweiten, stärker angezogenen Druckverband aufwickeln.

Vor allem wenn eine größere Arterie an einer Gliedmaße stark blutet, können Sie die Blutung auch vorübergehend stoppen, indem Sie das betroffene Blutgefäß direkt abdrücken: Das Gefäß ist oberhalb der blutenden Wunde, also in Richtung des Herzens, mit den Händen abzudrücken. Bei starken Blutungen am Arm liegt der Druckpunkt an der Innenseite des Oberarms zwischen den Muskeln, am Bein in der Leistenbeuge.

Zu erkennen sind arterielle Blutungen daran, dass das Blut pulsierend oder im Strahl spritzend mit großer Intensität aus der Wunde schießt. Da arterielle Blutungen in kürzester Zeit zu einem hohen Blutverlust führen, bedeuten stark blutende Arterien ein hohes Risiko zu verbluten. Durch das Abdrücken lässt sich die Zeit bis zur Wundversorgung mit einem wirksamen Druckverband überbrücken. Auch wenn starke arterielle Blutungen aus einer Wunde an einem Arm oder Bein durch einen Druckverband kaum zu stillen sind, kann diese Technik hilfreich sein.

Aber Achtung: Das Abdrücken von Blutgefäßen ist für medizinische Laien ungewohnt. Ohne entsprechendes Wissen ist es ratsam, von dieser Technik zur Wundversorgung keinen Gebrauch zu machen, da dabei schnell etwas falsch laufen kann. Dasselbe gilt für die Möglichkeit, extrem starke arterielle Blutungen an Gliedmaßen durch Abbinden zu stoppen: Diese Maßnahme kommt nur in extremen Notfallsituationen, in denen eine lebensgefährliche Blutung nicht anders zu stoppen ist, infrage!

In den meisten Fällen empfiehlt es sich für medizinische Laien, zur ersten Wundversorgung bei starker Blutung direkten Druck auf die Blutungsstelle auszuüben, zum Beispiel wie beschrieben durch das Anlegen eines Druckverbands oder unter Umständen durch direktes Drücken der Finger auf den Wundbereich. Bei sehr starken Blutungen ist es in jedem Fall ratsam, ärztliche Hilfe zu holen.

Moderne Wundversorgung: feuchte Wundbehandlung

Bei der Wundversorgung zielt die Erste Hilfe darauf ab, Blutungen möglichst rasch zu stillen und Infektionen der Wunde mit Krankheitserregern zu verhindern. Die moderne Wundversorgung durch eine feuchte Wundbehandlung soll zusätzlich die natürlichen Wundheilungsprozesse unterstützen, damit die Wunden schneller heilen und die Bildung von Narben möglichst günstig verläuft.

Die moderne Wundversorgung kann die Wundheilung erheblich beschleunigen. Darüber hinaus sorgt die feuchte Wundbehandlung dafür, dass sich deutlich weniger überschießendes Narbengewebe bildet.

Die moderne Wundversorgung durch feuchte Wundbehandlung besteht darin, dass man sogenannte hydroaktive Verbände oder Pflaster auf die Wunde aufträgt, die mit einer speziellen Wundauflage ausgestattet sind. Diese Auflage verhindert, dass die Wundflüssigkeit austrocknet. Auf diese Weise können Substanzen, die für die Wundheilung wesentlich sind (wie Enzyme, Hormone und Wachstumsfaktoren), in der Wunde wirken und die Neubildung von Zellen anregen.

Außerdem sorgt die moderne Wundversorgung durch das feuchte Wundmilieu für ein deutlich verringertes Infektionsrisiko. Die Bildung von Wundschorf, der wie eine mechanische Barriere die Einwanderung neu gebildeter Zellen stört, ist durch die feuchte Wundbehandlung unterbunden. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Auflage des feuchten Verbands oder Pflasters nicht mit dem Wundbereich verklebt – es besteht also keine Gefahr, dass man beim Abnehmen des Verbands oder Pflasters bereits neu gebildetes Gewebe wieder zerstört.

Für die moderne Wundversorgung stehen verschiedene Substanzen zur Verfügung – damit die feuchte Wundbehandlung optimal wirkt, ist es möglich, die verschiedenen Substanzen miteinander zu kombinieren. Feuchte Wundverbände können folgende Mittel enthalten:

  • Alginate: Diese aus Braunalgen gewonnenen Mittel finden auf Wundkompressen oder Wundtamponaden Verwendung. Alginate können Wundsekret aufnehmen und bilden dabei ein zähflüssiges Gel, das die Wunde feucht hält. Vor allem bei stark nässenden oder tiefen Wunden eignen sich Alginate zur Wundversorgung. Neuere Alginate enthalten zusätzlich Zink- oder Mangan-Ionen, welche die Zellaktivität und somit die Neubildung von Gewebe anregen.
  • Hydrokolloide: Auch Hydrokolloide bilden durch die Aufnahme von Wundsekret ein Gel, das die Wunde feucht hält. Sie sind bei allen Wunden zur Wundversorgung geeignet.
  • Hydrogele: Hydrogele stehen als Fertigverbände oder als Gele zur Verfügung. Sie sind vor allem zum Aufweichen und Ablösen abgestorbener, trockener Gewebeteile oder Beläge geeignet.
  • Silber-Aktivkohle-Wundauflagen: Da Silber bakterienabtötend wirkt, eignen sich Silber-Aktivkohle-Wundauflagen vor allem zur Vorbeugung von Wundinfektionen und können auch zur Reinigung von bereits infizierten Wunden zum Einsatz kommen.

Schnittwunden

Kleinere Schnittwunden können Sie mit einem Pflaster verarzten. Um den Blutverlust bei stärkeren Blutungen so gering wie möglich zu halten, ist die sofortige Hochlagerung des verletzten Körperteils besonders wichtig. Als nächste Maßnahme erfolgt darauf die Abdeckung der Wunde mit sterilem Verbandsmaterial. Sollte die Blutung durch diese Maßnahmen nicht zum Stehen kommen, muss auf die Wunde, und damit auf die Arterien im Wundbereich, Druck ausgeübt werden. Durch festes Aufdrücken des Verbandsmaterials mit der Hand reduzieren Sie im Notfall eine Blutung am einfachsten und am sichersten.

Der nächste Schritt der fachgerechten Wundversorgung ist das Anlegen eines Druckverbands. Mit einem richtig angelegten Druckverband ist es möglich, über einen längeren Zeitraum einen kontinuierlich wirkenden Druck auf die Wunde einwirken zu lassen. Durch diese äußerst einfachen Maßnahmen können auch vom Ersthelfer die meisten Blutungen gestoppt werden. Allerdings ist ein Druckverband nicht bei allen Schnittwunden möglich. Bei Verletzungen im Bereich des Halses muss das Verbandsmaterial durch einen Helfer so lange direkt auf die Wunde gedrückt werden, bis die Blutung steht. Die weitere Versorgung muss dann aber innerhalb kürzester Zeit durch einen Arzt erfolgen.

Bei extrem starken Blutungen mit Verletzungen großer Arterien kann es gut möglich sein, dass weder das Aufpressen des Verbandsmaterials mit der Hand noch ein Druckverband die Blutung zum Stehen bringen. Um den Verletzten zu retten bis ärztliche Hilfe eintrifft, bleibt in diesen Fällen nur die Unterbrechung der Blutzufuhr zur verletzten Stelle. Dabei wird der Puls der zuführenden Schlagader aufgesucht und die Arterie gegen den darunter liegenden Knochen gedrückt. Die geeignete Stelle beispielsweise für den Oberarm befindet sich an der Innenseite des Oberarms. Bei großen Blutungen des Beins ist die Mitte der Leistenbeuge zum Abdrücken besonders gut geeignet.

Wegen schwerster Folgeschäden, die nicht selten zum Verlust von Gliedmaßen führen können, ist vom Abbinden eines Arms oder Beins jedoch abzuraten. Sollten aber keinerlei Zweifel bestehen, dass der Verletzte zum Beispiel auf Grund von abgetrennten Gliedmaßen verbluten wird und das Abdrücken der betroffenen Arterie keine ausreichende Wirkung zeigt, dann soll die betreffende Gliedmaße abgebunden werden. Dabei ist zu beachten: Verwenden Sie mehrere Zentimeter breite Tücher (wie Dreieckstuch oder Krawatte) und auf keinen Fall Schnüre oder Drähte. Lockern Sie die einmal angelegte Abbindung nicht, sondern warten Sie auf den Rettungsdienst, der über weitere Maßnahmen entscheiden wird.

Schürfwunden

Schürfwunden sind oberflächliche Verletzungen der Haut, verursacht durch das Einwirken rauer Gegenstände oder Flächen. Schürfwunden schmerzen häufig sehr, bluten aber nur wenig.

Es ist ausreichend, die Schürfwunde mit Wasser von grobem Schmutz zu befreien. Fremdkörper, die in der Verletzung festsitzen, müssen durch einen Arzt entfernt werden. Sind keine Fremdkörper mehr in der Wunde, tragen Sie Desinfektionsmittel auf (in der Apotheke erhältlich) und lassen die Wunde vor Anlegen eines Verbands oder Pflasters trocknen. Die Wunde wird mit keimfreiem (sterilen) Verbandsmaterial verbunden. Dabei ist darauf zu achten, dass die Wunde nicht mit den Fingern berührt wird, um weitere Verunreinigungen zu vermeiden.

Stellen Sie unbedingt sicher, dass der Verletzte gegen Tetanus geimpft ist!

Verbrennungen

Verbrühungen und Verbrennungen entstehen durch Einwirkung von Hitze auf das Gewebe. Dabei steigt die Temperatur soweit an, dass es zu einer Zellschädigung beziehungsweise zum Zelltod kommt. Die Eiweißpartikel im Gewebe gerinnen oder verkohlen in schlimmen Fällen sogar. Das Ausmaß und die Tiefe der Schädigung hängen von der Höhe der Temperatur und der Dauer der Hitzeeinwirkung ab, der das Gewebe ausgesetzt war.

Zunächst sollten Sie die Verbrennungsquelle ausschalten oder beseitigen. Anschließend sind die Verbrennungswunden möglichst sofort zu kühlen, da das Gewebe auch nach Ausschalten der Verbrennungsquelle durch anhaltend hohe Temperaturen in der Haut weiter geschädigt werden kann. Aus diesem Grund gilt das Motto: "Sofort unter den Wasserhahn!". Dabei sollte möglichst normales kaltes Leitungswasser (zwischen 15 bis 25°C) auf die verbrannte Körperstelle laufen. Damit keine Unterkühlung oder Erfrierung des Gewebes auftritt, tauchen Sie die betroffene Region nicht direkt in kaltes Wasser ein. Auch die Verwendung von Eiswasser ist nicht zu empfehlen. Die Verbrennungswunden können so lange gekühlt werden, bis die Schmerzen gelindert sind. Im Regelfall sollten Sie jedoch nicht länger als 20 Minuten kühlen. Da bei kleineren Kindern die Gefahr einer raschen Auskühlung besteht, ist die Kühlung mit kaltem Wasser vorsichtiger durchzuführen. Darüber hinaus zeigt bei Kindern auch eine verspätete Kaltwasserbehandlung häufig noch positive Effekte.

Decken Sienach erfolgter Kühlung die Verbrennungswunden mit sterilem Verbandsmaterial ab. Wundauflagen aus Mull, Metallintüchern oder speziellen Burn-Pac-Tüchern sind – soweit vorhanden – zu empfehlen. Fusselndes, nicht steriles Material (z.B. Papiertaschentücher) ist nicht geeignet. Auf keinen Fall dürfen Sie Salben, Puder, Öl, Zahnpasta oder ähnliches auf die Verbrennungswunde auftragen. Öffnen Sie den Wundverband nicht vor einer Behandlung durch medizinisches Personal, beispielsweise im Krankenhaus. Da Gewebeverbrennungen häufig zu einem Anschwellen der betroffenen Körperregion (Ödeme) führen, legen Sie einengende Kleidungs- oder Schmuckstücke unbedingt ab.

Platzwunden

Platzwunden sind Riss-Quetsch-Wunden. Sie treten nach Einwirkung stumpfer Gewalt dort auf, wo direkt unter der Haut ein Knochen liegt. Die Wundränder sind leicht unregelmäßig. Die Schmerzen sind vor allem dann stark, wenn der Knochen verletzt wurde.

Um die Blutung möglichst zum Stillstand zu bringen und eine weitere Wundverschmutzung durch eindringende Krankheitserreger zu verhindern, sollten Sie unbedingt einen geeigneten Notverband anlegen lassen. Die Art des Verbands hängt dabei von der Stärke der Blutung ab.

Risswunden

Durch die Einwirkung spitzer Gegenstände und eine gleichzeitige Überdehnung der betreffenden Hautpartie kommt es zum Einreißen der Haut. Die Wundränder sind sehr unregelmäßig und die Wunde schmerzt stark.

Um die Blutung möglichst zum Stillstand zu bringen und eine weitere Wundverschmutzung durch eindringende Krankheitserreger zu verhindern, sollten Sie unbedingt einen geeigneten Verband angelegen. Die Art des Verbands hängt dabei von der Stärke der Blutung ab. Große Risswunden sollten Sie ärztlich versorgen lassen, entweder mit einem Zugpflaster oder einer Naht mit mehreren Stichen.

Stichwunden

Stichwunden entstehen durch das Einwirken spitzer Gegenstände, wie zum Beispiel Messer oder Spieße. Die Wundränder sind glatt, und häufig bluten Stichwunden nur wenig. Doch Stichwunden sind meist tief und bluten nach innen. Die Schmerzen sind kein Indiz für die Schwere der Verletzung!

Handelt es sich um eine Stichwunde, bei der sich der die Verletzung verursachende Gegenstand (wie Messer, Nagel, Pfeil) noch in der Wunde befindet, sollten Sie diesen nicht selbsttätig entfernen, da hierdurch starke Blutungen ausgelöst werden könnten. Lassen Sie sich stattdessen umgehend im Krankenhaus ärztlich behandeln.

Um die Blutung möglichst zum Stillstand zu bringen und eine weitere Wundverschmutzung durch eindringende Krankheitserreger (z.B. Bakterien) zu verhindern, sollte Sie unbedingt einen geeigneten Notverband anlegen. Die Art des Verbands hängt dabei von der Stärke der Blutung ab.

Bisswunden

Bisswunden betreffen oft nur die Oberhaut, es können aber auch ganze Gewebeteile herausgerissen werden. Durch einen Biss können Krankheitserreger direkt in die Wunde gedrückt werden, wodurch Krankheiten wie zum Beispiel Tollwut übertragen werden können. Die durch den Biss entstandene Quetschung der Haut ist oft mit starken Schmerzen verbunden.

Was tun bei Bisswunden?

Wenn Sie oder eine andere Person gebissen wurden:

  • Reinigen Sie die Wunde gründlich: Waschen Sie sie mit Seife, Spülmittel oder einer Wunddesinfektion aus.
  • Legen Sie einen keimfreien Verband an.
  • Suchen Sie umgehend einen Arzt auf, da in jedem Fall eine professionelle Wundversorgung nötig ist.

Wann ist professionelle Hilfe notwendig?

Bei Bisswunden besteht eine hohe Infektionsgefahr. Suchen Sie deshalb bei Bisswunden in jedem Fall einen Arzt auf.

Blasen

Blasen entstehen durch Hitzeeinwirkung, entweder durch eine Verbrühung beziehungsweise Verbrennung, oder aber durch falsches Schuhwerk und die beim Laufen auftretende Reibung. Blasen sind immer flüssigkeitsgefüllt.

Stechen Sie Blasen keinesfalls auf, denn so können Keime in die Wunde gelangen. Wechseln Sie, falls es sich um Blasen an den Füßen handelt, stattdessen für einige Tage Ihr Schuhwerk und verwenden Sie spezielle Blasenpflaster, um den Druckschmerz zu lindern.

Erfrierungen

Eine Erfrierung ist ein lokaler Kälteschaden des Gewebes, zum Beispiel an den Händen, den Füßen oder den Ohren, der durch ein einmaliges, intensives Kältetrauma zustande kommt. Die Folge ist ein Sauerstoffmangel in der entsprechenden Körperregion. Dieser Mangel bewirkt einen Gewebeschaden, der bis zum Absterben der Zellen führen kann.

Liegen Erfrierungswunden vor, sollten Sie die betroffenen Stellen mit einem trockenen, sterilen Verband (wie Mullauflagen) abdecken und möglichst druckfrei hochlagern. Wichtig ist, den erfrorenen Körperteil vor weiterer Kälteeinwirkung zu schützen und nasse Kleidung durch trockene zu ersetzen. Wärmen Sie das erfrorene Körperteil am eigenen Körper (z.B. die Hand in die Achselhöhle legen) oder am Körper des Helfers. Suchen Sie geheizte Räumlichkeiten auf.

Unbedingt vermeiden sollten Sie:

  • Einreiben mit Schnee, massieren; dies führt zu schwersten Gewebeschäden.
  • Erwärmung durch Atemhauch: Dabei entsteht Verdunstungskälte, welche die Erfrierung nur noch fördert.
  • Rauchen, denn dies verengt die Blutgefäße und verschlimmert dadurch die Mangeldurchblutung.
  • Auftauen mittels trockener Hitze (wie Feuer), da die unterkühlten Körperteile gefühllos sind und es daher zu schweren Verbrennungen kommen kann.

Eine Weiterbehandlung im Krankenhaus ist bei fortgeschrittenen Erfrierungen absolut notwendig, um bleibende Schäden zu vermeiden.

Verätzungen

Verätzungen entstehen durch Säureeinwirkungen auf Haut oder Schleimhaut. Die betroffenen Stellen röten sich, bilden eventuell Schorf oder Blasen aus, außerdem treten Schmerzen auf.

Bei Verätzungen der Haut oder Schleimhaut mit Säuren oder Laugen ist es notwendig, möglichst sofort die ätzende Substanz an der betroffenen Körperregion zu verdünnen. Hierfür sind intensive und anhaltende Spülungen der Verätzungswunde mit Leitungswasser nötig. Anschließend sollte Sie die Wunde, ähnlich wie bei Verbrennungswunden, mit einem sterilen Verband abdecken. Verwenden Sie hier keinerlei Salben, Puder, Gele oder ähnliches. Die weitere Behandlung der Verletzungen sollte von medizinischem Personal durchgeführt werden.

Schusswunden

Bei einer Schusswunde, ist an der Eintrittsstelle des Geschosses eine eher kleine Wunde zu finden, an der Austrittsstelle ein größeres unregelmäßiges Wundgebiet mit Quetschungen und Hautrissen. Das Geschoss kann sich aber auch noch im Körper befinden. In den meisten Fällen gehen Schussverletzungen mit großen Blutverlusten einher.

Decken Sie die Wunde steril ab, legen Sie gegebenenfalls einen Druckverband an. Rufen Sie unbedingt sofort den Rettungsdienst, es besteht die Gefahr innerer Blutungen!