Ein Mann liegt mit starken Bauchschmerzen im Bett und hat eine Schonhaltung mit angezogenen Beinen eingenommen.
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Erste Hilfe bei Kolik

Wenn starke Schmerzen im Bauchraum krampfartig sind und wellenförmig an Stärke zu- und abnehmen, spricht man von einer Kolik. Erfahren Sie, wann Magenkolik oder Darmkolik ein Fall für den Notarzt sind.

Kolik: Definition

Unter einer Kolik versteht man sehr starke, krampfartige Schmerzen im Bauchraum, die plötzlich auftreten und wellenförmig beziehungsweise wehenartig an Stärke zu- und abnehmen können.

Menschen mit Kolik nehmen aufgrund der starken Schmerzen oft eine Schonhaltung ein: Sie liegen zum Beispiel auf der Seite oder auf dem Rücken mit angezogenen Beinen, um die Bauchdecke zu entspannen und die Schmerzen zu lindern.

Woran erkennt man eine Kolik?

Bei einer Kolik – egal ob Magenkolik oder Darmkolik – treten neben den Schmerzen häufig gleichzeitig weitere Symptome auf, wie zum Beispiel:

Schmerzen im Bauchraum können durch diverse Erkrankungen innerer Organe wie Magen, Gallenblase, Nieren, Leber oder Darm ausgelöst werden. Starke Bauchschmerzen oder Bauchkrämpfe wie bei einer Kolik können entsprechend viele Ursachen haben – von einer akuten Blinddarmentzündung über ein Magengeschwür bis hin zu Gallensteinen.

Erste-Hilfe-Maßnahmen: Was tun bei Kolik?

Je nach Ursache bessern sich starke Schmerzen bei einer Magenkolik oder Darmkolik möglicherweise durch Maßnahmen wie Wärme oder Magen-Darm-Tees. Hilft das jedoch nicht oder nehmen die Beschwerden sogar zu, ist es ratsam, zeitnah einen Arzt oder einen Ärztin aufsuchen. Generell sollte man starke, kolikartige Schmerzen immer ärztlich abklären lassen.

Sind die kolikartigen Schmerzen so stark, dass sie kaum auszuhalten sind oder ist das Bewusstsein getrübt? Dann zögern Sie nicht, Hilfe wegen der Kolik zu rufen:

  • Alarmieren Sie den Notruf (112).
  • Wenn Sie zu zweit sind: Beruhigen Sie die Person mit der Kolik und lassen Sie sie nicht allein.
  • Halten Sie den Betroffenen warm, zum Beispiel mit einer Decke.
  • Lagern Sie den Betroffenen so, wie er selbst es möchte. Sie können versuchen, die gewählte Position so bequem wie möglich zu machen. Bei Rückenlage mit angewinkelten Beinen etwa können Sie eine zusammengerollte Decke oder Ähnliches unter die Knie des Betroffenen legen.
  • Hat der Betroffene Probleme beim Atmen? Dann stützen Sie seinen Oberkörper ab, sodass dieser erhöht ist. Lockern Sie beengende Kleidung.
  • Verabreichen Sie keine Medikamente und lassen Sie die Person nicht essen, trinken oder rauchen bis der Rettungswagen da ist, da möglicherweise eine Operation notwendig wird.
  • Bei ersten Anzeichen eines Schocks bringen Sie den Betroffenen in die Schocklage: Legen Sie die Person flach auf den Boden und lagern Sie die Beine hoch. Legen Sie (sofern möglich) polsternde Materialien unter die Knie, zum Beispiel eine Decke.
  • Falls der Betroffene bewusstlos wird, aber noch atmet, bringen Sie ihn in die stabile Seitenlage. Überprüfen Sie weiterhin regelmäßig die Atmung. Beginnen Sie mit lebensrettenden Sofortmaßnahmen, wenn die Atmung aussetzt.