Eine Illustration zum Verdauungstrakt einer Frau: Farblich hervorgehoben sind Speiseröhre, Magen und Dünndarm
© iStock

Dünndarmtumor

Ein Dünndarmtumor kann zwar bösartig sein (sog. Dünndarmkrebs) – die meisten der ohnehin seltenen Dünndarmtumoren sind jedoch gutartige Geschwulste (sog. Dünndarmpolypen).

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Überblick

Der Dünndarm ist etwa vier bis sieben Meter lang. Grundsätzlich kann in jedem seiner drei Abschnitte – Zwölffingerdarm, Leerdarm und Krummdarm – ein Tumor entstehen. Ein gutartiger Dünndarmtumor liegt allerdings meistens im Krummdarm, während sich ein bösartiger Tumor eher im Zwölffingerdarm bildet. Worin Dünndarmtumoren ihre Ursache haben, ist bislang nicht vollständig geklärt.

Es ist jedoch bekannt, dass einige Erkrankungen mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von Tumoren im Dünndarm verbunden sind: zum Beispiel Morbus Crohn (eine chronisch entzündliche Darmerkrankung) oder bestimmte Erbkrankheiten (familiäre Polyposis-Syndrome, Peutz-Jeghers-Syndrom). Auch bei Menschen mit einer geschwächten Immunabwehr – etwa durch eine HIV-Infektion oder nach einer Organtransplantation – kommt ein Dünndarmtumor häufiger vor.

Wenn sich im Dünndarm ein Tumor bildet, läuft dies zunächst ohne typische Beschwerden ab. In der Regel verursacht ein Dünndarmtumor erst mit zunehmender Größe Symptome wie Blutungen, Bauchschmerzen und Übelkeit. Daher bleibt der Tumor im Darm zunächst oft lange unentdeckt.

Allerdings kann jeder Dünndarmtumor – egal ob Dünndarmpolyp oder Dünndarmkrebs – im Extremfall lebensbedrohliche Symptome in Form von einem Darmverschluss (Ileus) auslösen, der eine sofortige Operation nötig macht. Typische Anzeichen für einen Darmverschluss durch einen Tumor im Dünndarm sind:

  1. Erbrechen
  2. kolikartige Bauchschmerzen im Bereich des Bauchnabels
  3. vermehrte Gasansammlung im Darm (kann bei höher gelegenem Dünndarmverschluss fehlen)
  4. Blähungen (kann bei höher gelegenem Dünndarmverschluss fehlen)
  5. fehlender Stuhlgang (kann bei höher gelegenem Dünndarmverschluss fehlen)

Die Behandlung besteht vorrangig darin, den Tumor operativ zu entfernen. Dies gilt auch für gutartige Dünndarmtumoren, denn: Dünndarmpolypen können im Dünndarm Blutungen verursachen oder den Darm einengen. Außerdem besteht auch bei einem gutartigen Dünndarmtumor die Möglichkeit, dass er zu einer bösartigen Geschwulst entartet. Wenn sich ein bösartiger Tumor im Dünndarm schon zu stark ausgebreitet hat, um ihn operativ zu entfernen, besteht die Möglichkeit, ihn zunächst durch eine kombinierte Strahlenchemotherapie zu verkleinern. Bei einer bestimmten Form von Dünndarmkrebs, dem Dünndarmlymphom, beschränkt sich die Behandlung auf eine Strahlenchemotherapie.

Definition

Ein Dünndarmtumor ist eine Geschwulst, die dadurch entsteht, dass sich körpereigene Zellen im Dünndarm selbstständig vermehren (sog. Neoplasie). Ein Tumor im Darm kann sowohl gutartig als auch bösartig sein. Entsprechend gibt es folgende Arten von Dünndarmtumoren:

Häufigkeit

Wenn sich ein Tumor im Darm entwickelt, passiert dies relativ selten im Dünndarm: Die meisten Darmtumoren treten im Dickdarm sowie im Enddarm auf – der Dünndarmtumor macht weniger als 4 Prozent aller Darmtumoren aus. Zudem ist die Häufigkeit gutartiger Dünndarmtumoren deutlich größer als die von bösartigen Tumoren im Dünndarm: Insgesamt entfallen nur etwa 1 bis 2 Prozent aller bösartigen Tumoren des gesamten Magen-Darm-Trakts auf den Dünndarm.

Anatomie

Ein Dünndarmtumor kann sich grundsätzlich in jedem Abschnitt des Dünndarms entwickeln. Der Dünndarm beginnt am Magenausgang und endet an einer Schleimhautfalte (Ileozäkalklappe) auf Höhe des Blinddarms. Anatomisch lässt sich der Dünndarm in drei Abschnitte unterteilen:

  1. Zwölffingerdarm (Duodenum)
  2. Leerdarm (Jejunum)
  3. Krummdarm (Ileum)

Der erste Dünndarmabschnitt, der Zwölffingerdarm, schließt sich unmittelbar an den Magen an. Er ist etwa 30 Zentimeter lang. Ein bösartiger Dünndarmtumor (bzw. Dünndarmkrebs) tritt in seiner häufigsten Form überwiegend im Zwölffingerdarm auf.

Leerdarm und Krummdarm sind bei Erwachsenen zusammen etwa 4 bis 7 Meter lang, wobei etwa zwei Fünftel zum Leerdarm und drei Fünftel zum Krummdarm zählen. Dort, wo der Krummdarm in den Dickdarm übergeht, befindet sich eine Klappe, die den Rückstrom von Dickdarminhalt in den Dünndarm verhindert. Die gesamte Dünndarmschleimhaut ist mit mikroskopisch kleinen, fingerförmigen Ausstülpungen, den Zotten, besetzt, wodurch eine große Oberfläche entsteht. Dadurch gelangen verdaute Stoffe aus der Nahrung leichter ins Blut). Ein gutartiger Dünndarmtumor (bzw. Dünndarmpolyp) entwickelt sich meist im Krummdarm.

Gutartiger Dünndarmtumor

Ein Dünndarmtumor gilt dann als gutartig (benigne), wenn er weder in benachbartes Gewebe einwächst und dieses zerstört noch Tochtergeschwulste (Metastasen) in anderen Organen bildet.

Dennoch kann ein gutartiger Dünndarmtumor (bzw. Dünndarmpolyp) durch sein Wachstum gesundheitliche Probleme verursachen, wenn er benachbarte Organe einengt oder Hohlorgane wie den Darm durch seine Größe verstopft. Zudem besteht die Möglichkeit, dass sich zunächst gutartige Schleimhautwucherungen, wie Polypen im Dünndarm, im weiteren Verlauf bösartig entwickeln.

Dünndarmpolypen können sowohl einzeln als auch in großer Zahl vorkommen. Die Dünndarmwand besteht aus unterschiedlichen Gewebeschichten. Ein gutartiger Dünndarmtumor kann aus jeder dieser Schichten hervorgehen und trägt dann eine entsprechende medizinische Bezeichnung:

Ursprungsgewebe gutartiger Dünndarmtumor
Schleimhaut Adenom
Muskelgewebe Leiomyom
Bindegewebe Fibrom
Fettgewebe Lipom
Gefäße Angiom
Nerven Neurogener Tumor
Mischtumor Hamartom

Bösartiger Dünndarmrumor (Dünndarmkrebs)

Ein Dünndarmtumor ist nur sehr selten bösartig (maligne). Je nach seinem Ursprung gilt ein solcher bösartiger Dünndarmtumor (bzw. Dünndarmkrebs) als primär oder sekundär:

  • Ein primärer bösartiger Dünndarmtumor entsteht direkt im Dünndarm selbst.
  • Ein sekundärer bösartiger Dünndarmtumor siedelt sich als Tochtergeschwulst (Metastase) anderer Arten von Krebs in den Dünndarm ab; besonders häufig führen schwarzer Hautkrebs (Melanom), Magenkrebs oder Bauchspeicheldrüsenkrebs zu solchen Dünndarmmetastasen.

Ebenso wie ein gutartiger Dünndarmtumor kann auch eine primäre bösartige Dünndarmgeschwulst aus den verschiedenen Schichten der Darmwand entstehen und trägt dann die entsprechende Fachbezeichnung:

Ursprungsgewebe Bösartiger Dünndarmtumor
Schleimhaut Karzinom
Muskel-, Bindegewebe Sarkom / gastrointestinaler Stromatumor (GIST)
Lymphgewebe malignes Lymphom
bestimmte hormonbildende Zellen (DNES) Karzinoid / neuroendokriner Tumor

Ursachen

Die Ursachen für einen Dünndarmtumor sind nicht vollständig bekannt. Dass Tumoren im Dünndarm wesentlich seltener sind als im Dickdarm, obwohl der Dünndarm länger ist und seine Schleimhaut eine große Oberfläche aufweist, liegt an der kürzeren Passagezeit: Die mit der Nahrung aufgenommenen unverdaulichen Stoffe bleiben nicht so lange im Dünndarm wie im Dickdarm. Dadurch kommen mögliche schädigende Substanzen, wie beispielsweise Konservierungsstoffe, Farbstoffe oder andere Chemikalien, nur kurzfristig mit der Dünndarmschleimhaut in Kontakt und richten so weniger Schaden an.

Es sind allerdings verschiedene Faktoren bekannt, die das Auftreten von Dünndarmtumoren begünstigen können. So steigern etwa bestimmte Erkrankungen des Dünndarms das Risiko für Dünndarmkrebs. Hierzu gehören Morbus Crohn (eine chronisch entzündliche Darmerkrankung) sowie das Peutz-Jeghers-Syndrom. Beim erblich bedingten Peutz-Jeghers-Syndrom treten in Dünndarm und Dickdarm vielfach Tumoren auf, die zunächst gutartig sind (sog. Darmpolypen), sich aber zu bösartigen Tumoren entwickeln können. Zusätzlich entstehen im Bereich der Lippen und der Mundschleimhaut auffällige Pigmentflecken.

Auch bei einigen anderen Erbkrankheiten kommt es gehäuft zu Dünndarmpolypen, die entarten können (familiäre Polyposis-Syndrome). Außerdem kommen für einen Dünndarmtumor als Ursachen Faktoren infrage, die das Immunsystem schwächen: So haben Menschen mit einer HIV-Infektion oder nach einer Organtransplantation ein höheres Risiko, im Dünndarm einen Tumor zu entwickeln.

Symptome

Bis ein Dünndarmtumor Symptome verursacht, vergeht oft einige Zeit: Beschwerden lösen Dünndarmtumoren in der Regel erst – wenn überhaupt – mit fortschreitendem Wachstum aus. Die Symptome sind meist uncharakteristisch:

  • Dünndarmpolypen:
    Bei diesen gutartigen Dünndarmtumoren sind Beschwerden selten. Es können jedoch gelegentlich Blutungen auftreten. Erst mit zunehmender Größe kann ein gutartiger Dünndarmtumor den Dünndarm einengen und so deutliche Symptome in Form von kolikartigen Schmerzen auslösen.
  • Dünndarmkrebs:
    Ein bösartiger Dünndarmtumor löst zunächst oft allgemeine, unspezifische Symptome wie Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Verstopfung aus. Mit zunehmender Krankheitsdauer ruft der Dünndarmkrebs als weitere Symptome Blutungen oder kolikartige (krampfartige) Schmerzen hervor.

Im Extremfall kann jeder Dünndarmtumor lebensbedrohliche Symptome verursachen: Sowohl durch gutartige Darmpolypen als auch durch einen bösartigen Tumor im Darm kann es zu einem Darmverschluss (Ileus) kommen. Ein Darmverschluss ist ein medizinischer Notfall, der eine sofortige Behandlung erfordert. Typische Anzeichen für einen Darmverschluss durch einen Dünndarmtumor sind:

  1. Erbrechen
  2. kolikartige Bauchschmerzen im Bereich des Bauchnabels
  3. vermehrte Gasansammlung im Darm
  4. Blähungen
  5. fehlender Stuhlgang

Verursacht ein Dünndarmtumor einen Darmverschluss in einem höher gelegenen Abschnitt des Dünndarms, können die letzten drei Symptome fehlen.

Diagnose

Bei einem Dünndarmtumor erfolgt die Diagnose oft spät, da die Darmgeschwulst oft lange keine typischen Beschwerden verursacht. Um einen Dünndarmtumor nachzuweisen, eignen sich folgende Untersuchungen:

Bei schlanken Menschen ist es manchmal möglich, einen großen Dünndarmtumor durch die Bauchdecke zu ertasten. Zur Diagnose von Dünndarmtumoren eignet sich besonders eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel: Hierbei erhält der Patient zunächst über den Mund ein Kontrastmittel, das für Röntgenstrahlen undurchlässig ist. Wenn das Mittel den Magen verlässt, gelangt es in den ersten Dünndarmabschnitt – den Zwölffingerdarm. Während das Kontrastmittel den Dünndarm passiert, werden mehrere Röntgenaufnahmen angefertigt. Im Röntgenbild ist ein Tumor im Zwölffingerdarm dann meist zu erkennen.

Zur Diagnose eines Dünndarmtumors können auch weitere Untersuchungen beitragen: Manchmal gelingt es, einen Dünndarmtumor bei einer Ultraschalluntersuchung (Sonographie) zu entdecken. Eine Darmspiegelung mit dem Endoskop kann ebenfalls hilfreich sein, um einen Tumor im Dünndarm zu diagnostizieren.

Mit der herkömmlichen Endoskopie kann der Arzt hierbei jedoch nur den Dünndarmanfang (den Anfangsteil des Zwölffingerdarms) vom Magen aus und das Dünndarmende (der Endabschnitt des Krummdarms) vom Dickdarm aus einsehen. Um den dazwischen liegenden Dünndarmabschnitt auf einen möglichen Dünndarmtumor hin zu untersuchen, eignet sich die Videokapselendoskopie (geschluckte Minikamera) oder die sogenannte Push-and-Pull-Enteroskopie in Doppelballontechnik (DBE): Hierbei verwendet der Arzt ein spezielles Endoskop, das zwei Ballons aufweist – einen an der Schlauchspitze, einen an der Spitze des eigentlichen Endoskops, das sich teleskopartig aus dem Schlauch herausschieben und wieder zurückziehen lässt. Indem der Arzt diese Ballons abwechselnd füllt und wieder entleert, kann er das Endoskop nach und nach in den Dünndarm vorschieben.

Wenn ein starker Verdacht auf einen Dünndarmtumor besteht und dennoch mit all diesen Untersuchungen keine klare Diagnose gelingt, kommt in manchen Fällen die sogenannte explorative Laparatomie zum Einsatz. Dabei öffnet der Operateur die Bauchdecke, um die Organe in der Bauchhöhle mit der Hand und durch direkte Sichtkontrolle zu beurteilen.

Wenn möglich bevorzugen Ärzte allerdings eine sogenannte Laparoskopie (Bauchspiegelung). Sie ist für den Patienten schonender, da hier nur zwei kleine Schnitte in der Bauchdecke erforderlich sind.

Da der Dünndarm in zahlreichen Schlingen auf kleinstem Raum in der Bauchhöhle aufgeknäuelt liegt, sind die Computertomographie (CT) und die Magnetresonanztomographie (MRT) bei einem Dünndarmtumor zur Diagnose weniger geeignet. Sie kommen erst zum Einsatz, wenn der Arzt überprüfen möchte, ob ein bösartiger Dünndarmtumor Tochtergeschwulste in anderen Organen gebildet hat.

Therapie

Bei einem Dünndarmtumor zielt die Therapie darauf ab, den Tumor zu beseitigen – unabhängig davon, ob es sich um eine gutartige Geschwulst (bzw. Dünndarmpolyp) oder einen bösartigen Tumor (bzw. Dünndarmkrebs) handelt. Je nach Form des Tumors können sich die Behandlungsmethoden aber unterscheiden:

Dünndarmpolypen

Auch ein gutartiger Dünndarmtumor kann eine Therapie erforderlich machen: Dünndarmpolypen können Blutungen verursachen oder den Darm einengen. Zudem besteht ein gewisses Risiko, dass sich ein gutartiger Dünndarmpolyp zu einer bösartigen Geschwulst umwandelt. Daher ist es ratsam, Dünndarmpolypen operativ zu entfernen.

Neben der offenen Operation (über einen Bauchschnitt) kann ein gutartiger Dünndarmtumor auch durch eine minimal-invasive Therapie mithilfe der sogenannten Push-and-Pull-Enteroskopie in Doppelballontechnik (DBE) entfernt werden: Über ein spezielles Endoskop kann der Arzt zum Beispiel Blutungen stillen, die der Dünndarmpolyp verursacht hat. Zudem kann er die Lage eines Dünndarmtumors genau bestimmen, sie für eine nachfolgende Operation markieren oder die Geschwulst direkt entfernen. Wenn der Verdacht besteht, dass sich ein zunächst gutartiger Dünndarmtumor bösartig entwickelt (sog. Entartung), kann der Arzt darüber hinaus mit dem Endoskop Gewebeproben (Biopsien) von dem verdächtigen Bereich entnehmen.

Dünndarmkrebs

Bei einem bösartigen Dünndarmtumor besteht die Therapie meist in einer Operation. Daneben kommen bei Dünndarmkrebs auch eine Strahlentherapie und Chemotherapie in Betracht. Sofern es möglich ist, entfernt der Operateur den gesamten tumortragenden Darmabschnitt mit einem Sicherheitsabstand von mehreren Zentimetern.

Ist der Dünndarmkrebs bereits fortgeschritten, ist in manchen Fällen keine unmittelbare Operation möglich. In dem Fall bietet sich eine kombinierte Strahlenchemotherapie an, um den Dünndarmtumor so weit zu verkleinern, dass eine Operation möglich ist (sog. neoadjuvante Therapie).

Gegen ein Dünndarmlymphom (= aus Lymphgewebe entstandener Dünndarmkrebs) kommt oft eine alleinige Strahlenchemotherapie zum Einsatz. Die Operation ist bei dieser Form von bösartigem Dünndarmtumor für die Therapie von untergeordneter Bedeutung.

Eine alleinige Strahlentherapie kann ein Dünndarmkarzinom (aus der Schleimhaut entstandener Dünndarmkrebs), ein Sarkom (aus Muskel- und Bindegewebe entstandener Dünndarmkrebs) und ein Dünndarmkarzinoid (aus bestimmten hormonbildenden Zellen entstandener Dünndarmkrebs) nicht heilen, denn: Die Strahlendosis, die notwendig wäre, um diese bösartigen Formen von Dünndarmtumor zu zerstören, ist so hoch, dass sie auch das umliegende, gesunde Dünndarmgewebe zerstören würde.

Verlauf

Prognose

Ein Dünndarmtumor nimmt in seinem Verlauf ständig an Größe zu – egal, ob er gutartig oder bösartig ist. Die Prognose hängt bei einem Tumor im Dünndarm daher entscheidend vom Zeitpunkt der Diagnose ab.

Ein gutartiger Dünndarmtumor (bzw. Dünndarmpolyp) verläuft trotz häufig später Diagnose recht günstig; bei einem bösartigen Dünndarmtumor (bzw. Dünndarmkrebs) ist die Prognose ungünstiger. Die Heilungschancen hängen vor allem von der Tumorart und dem Diagnosezeitpunkt ab. Wird ein bösartiger Dünndarmtumor früh entdeckt und lässt er sich vollständig entfernen, verbessert dies die Heilungsaussichten. Hier liegt die 5-Jahres-Überlebensrate bei etwa 70 Prozent.

Die 5-Jahres-Überlebensrate aller Menschen mit bösartigen Dünndarmtumoren liegt bei etwa 50 Prozent.

Nachsorge

Auch ein erfolgreich behandelter bösartiger Dünndarmtumor erfordert im weiteren Verlauf eine gründliche Nachsorge: Nur durch regelmäßige Nachuntersuchungen gelingt es, ein erneutes Auftreten des Tumors (Rezidiv) rechtzeitig zu entdecken.

Zusätzlich kann bei einem Dünndarmtumor nach der Behandlung im Krankenhaus ein Aufenthalt in einem spezialisierten Rehabilitationszentrum sinnvoll sein. Das Ziel der Rehabilitation besteht darin, die Lebensqualität der Betroffenen zu sichern und zu verbessern. Ob ein Reha-Aufenthalt nach der Entfernung eines Dünndarmtumors notwendig ist, ist jeweils im Einzelfall zu entscheiden und hängt von der Art und dem Ausmaß der Operation ab.

Komplikationen

Ein Dünndarmtumor fällt häufig erst dann auf, wenn es im Verlauf seines Wachstums zu Komplikationen kommt. Sämtliche dieser Komplikationen sind Notfälle, die eine Behandlung im Krankenhaus und eine sofortige Operation notwendig machen. Zu den möglichen Komplikationen bei einem Dünndarmtumor gehören:

  • ein Darmverschluss (Ileus)
  • Blutungen
  • ein Durchbruch des Tumors durch die Darmwand (Perforation) mit nachfolgender Bauchfellentzündung (Peritonitis)


Anders als gutartige Dünndarmtumoren (bzw. Dünndarmpolypen) bleibt ein bösartiger Dünndarmtumor (bzw. Dünndarmkrebs) häufig nicht auf die einzelne Darmwand beschränkt, sondern wächst im weiteren Verlauf in die unmittelbar benachbarten Dünndarmschlingen ein. Dabei bilden sich Verwachsungen, sogenannte Konglomerattumoren.

Außerdem siedeln sich von einem bösartigen Dünndarmtumor häufig Krebszellen in den Lymphknoten der Umgebung an (sog. Metastasierung). Auch in anderen Organen, besonders in der Lunge und in den Knochen, können im Verlauf von Dünndarmkrebs Tochtergeschwulste (Metastasen) auftreten und dort Schmerzen bereiten. Des Weiteren ist es möglich, dass sich der Dünndarmkrebs innerhalb des Bauchfells ausbreitet (Peritonealkarzinose). Als Folge kann es zu teilweise erheblichen Wasseransammlungen im Bauchraum kommen (Aszites).

Vorbeugen

Es sind keine Maßnahmen bekannt, mit denen Sie einem Dünndarmtumor vorbeugen könnten. Den gesamten Dünndarm prophylaktisch zu entfernen, wenn Sie eine Erkrankung mit erhöhtem Risiko für bösartige Dünndarmtumoren ( Dünndarmkrebs) haben (z.B. Morbus Crohn oder Peutz-Jeghers-Syndrom), ist nicht möglich, denn: Der Dünndarm ist für die Aufnahme der Nährstoffe aus dem Darm (Resorption) unverzichtbar.