Domperidon

Allgemeines

Domperidon wird bei Übelkeit und Erbrechen eingesetzt. Es sollte mit der niedrigsten wirksamen Dosis und über den kürzest möglichen Zeitraum (höchstens eine Woche) eingenommen werden.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Brechreiz und Übelkeit mindern
  • Transportbewegungen in Magen und Dünndarm fördern
  • Erbrechen vorbeugen.

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Domperidon im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Domperidon nicht verwendet werden?

Domperidon darf nicht eingesetzt werden bei
  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
  • Patienten mit Prolactin produzierenden Tumoren (so genanntem Prolactinom)
  • mäßigen oder schweren Leberfunktionsstörungen
  • Patienten mit vorbestehenden Herzerkrankungen und bei Mangel an Kalium oder Magnesium im Blut, weil es vermehrt zu Herzrhythmusstörungen kommen kann
  • Herzrhythmusstörungen mit QT-Verlängerung
  • gleichzeitiger Behandlung mit Wirkstoffen, die die QT-Zeit verlängern und solchen, die den Abbau von Domperidon im Körper behindern
  • Patienten, wenn die Förderung der Magen-Darm-Bewegungen zu einer Verschlimmerung der ursächlichen Erkrankung führen könnte. Dies wäre der Fall bei Magen-Darm-Blutungen, anderen Verletzungen der Schleimhaut in diesem Bereich oder bei Darmverschluss.
Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf Domperidon bei Nierenfunktionsstörungen angewendet werden. Hier sind regelmäßige ärtzliche Kontrollen und eventuell eine Dosisanpassung notwendig. Auch Patienten über 60 Jahre sind nur mit Vorsicht mit dem Wirkstoff zu behandeln.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Die Einnahme von Domperidon während der Schwangerschaft ist eventuell möglich. In Untersuchungen wurden keine Schädigungen des Ungeborenen festgestellt. Dennoch sollte die Anwendung nur nach umfassender Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.

Domperidon tritt in die Muttermilch über. Eine Einnahme in der Stillzeit wird deshalb nicht empfohlen. Gegebenenfalls muss abgestillt werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Für Kinder unter zwölf Jahren oder weniger als 35 Kilogramm Körpergewicht ist Domperidon nicht geeignet, da es in dieser Altersgruppe nur eine unzureichende Wirksamkeit zeigt.

Welche Nebenwirkungen kann Domperidon haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Domperidon. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Seltene Nebenwirkungen:
Magen-Darm-Beschwerden; Magen-Darm–Krämpfe; Brustdrüsenvergrößerung beim Mann (Gynäkomastie); Milchfluss (Galaktorrhoe); Regelblutungsstörungen (Amenorrhoe).

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Allergische Reaktionen; Hautausschlag (Urtikaria); Bewegungsstörungen; gestörte Bewegungsabläufe (extrapyramidale Nebenwirkungen); Erhöhung der Prolactin-Konzentration
im Blut.

Nebenwirkungen ohne Angabe der Häufigkeit:
Durchfall; Appetitsteigerung.

Besonderes:
Gestörte Bewegungsabläufe (extrapyramidale Nebenwirkungen) treten bei Erwachsenen nur in Ausnahmefällen auf. Diese Erscheinungen hören spontan auf, sobald die Behandlung beendet wird. Benommenheit und Verwirrtheit sind Zeichen einer Überdosierung.

Neue Studien zeigten, dass die Einnahme von Domperidon besonders bei älteren Patienten mit einem erhöhten Risiko für schwerwiegende, von den Herzkammer ausgehende Herzrhythmusstörungen und plötzlichen Herztod verbunden ist. Erwachsene über 35 Kilogramm Körpergewicht sollten daher nur noch höchstens bis zu dreimal täglich 10 Milligramm Domperidon einnehmen oder bis zu 30 Milligramm zweimal täglich im After anwenden. Kinder und Heranwachsende mit einem Körpergewicht von unter 35 Kilogramm dürfen nur höchstens bis zu dreimal täglich 0,25 Milligramm Domperidon pro Kilogramm Körpergewicht erhalten.

Welche Wechselwirkungen zeigt Domperidon?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Domperidon sollte nicht gleichzeitig mit Wirkstoffen eingesetzt werden, die ebenfalls zu Herzrhythmusstörungen (QT-Verlängerung) führen. Hierzu gehören beispielsweise dasMakrolid-Antibiotika (wie Erythromycin, Azithromycin), Gyrasehemmer (wie Ofloxacin, Moxifloxacin), der Betablocker Sotalol sowie die Psychopharmaka Haloperidol und Citalopram.
Das Parkinson-Mittel Apomorphin, das ebenfalls zu dieser Gruppe gehört, darf zusammen mit Domperidon gegeben werden, sofern der Patient streng ärztlich überwacht wird.

Der Abbau von Domperidon im Körper kann durch bestimmte Wirkstoffe gehemmt und damit Wirkung und Nebenwirkungen (besonders Herzrhythmusstörungen) verstärkt werden. Zu diesen Substanzen gehören die Pilzmittel Itraconazol und Ketoconazol, HIV-Protease-Hemmer wie Indinavir, Nelfinavir, Ritonavir sowie Makrolid-Antibiotika, die Blutdrucksenker Diltiazem und Verapamil sowie Grapefruitsaft.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Das Medikament soll in der niedrigsten wirksamen Dosis über einen kürzest möglichen Zeitraum angewandt werden.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Domperidon?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Domperidon enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform
Filmtabletten
Suspension

So wirkt Domperidon

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Domperidon. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Prokinetika, Antiemetika (Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen), zu welcher der Wirkstoff Domperidon gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Domperidon

Domperidon wird bei Übelkeit und Erbrechen eingesetzt. Es sollte mit der niedrigsten wirksamen Dosis und über den kürzest möglichen Zeitraum (höchstens eine Woche) eingenommen werden.

Die früher übliche Anwendung bei Speiseröhrenentzündung (Sodbrennen und Speiseröhrenentzündung) und Magengeschwüren (Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre), sollte wegen einem ungünstigen Nutzen-Risiko-Verhältnis unterbleiben.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Domperidon sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Domperidon

Domperidon gehört zur Gruppe der Prokinetika. Wie alle Wirkstoffe dieser Gruppe fördert auch Domperidon die Vorwärtsbewegungen des Speisebreis in Magen, Dünndarm und Dickdarm. Dadurch werden Übelkeit (Übelkeit und Erbrechen) und Oberbauchbeschwerden gelindert und dem Völlegefühl vorgebeugt.

Domperidon blockiert Rezeptoren für den körpereigenen Botenstoff Dopamin (D-Rezeptoren) direkt im Magen-Darm-Trakt. Ein Überschuss an Dopamin kann unter anderem Erbrechen auslösen.

Im Gehirn befindliche Rezeptoren für Dopamin oder für den körpereigenen Botenstoff Serotonin werden von Domperidon nicht beeinflusst, da dieses Arzneimittel nicht durch die so genannte Blut-Hirn-Schranke ins Gehirn eindringen kann. Möglicherweise spielt aber eine Blockade an Dopaminrezeptoren in der Area postrema (das ist eine Gehirnregion, die außerhalb der Blut-Hirn-Schranke liegt) eine Rolle bei der Wirkung. Die Nebenwirkungen des Domperidon sind aufgrund dieses Mechanismus geringer als beim wirkungsverwandten Metoclopramid.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.