Eine Frau kratzt sich am Handrücken der rechten Hand.
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Krätze (Scabies)

Krätze ist weltweit verbreitet – jedoch mit schwankender Häufigkeit. Während sie in den 1950er Jahren in den Industrieländern regelrecht verschwunden war, tritt sie seit Ende der 1960er Jahre wieder vermehrt auf. Schätzungen zufolge sind weltweit etwa 300 Millionen Menschen betroffen.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Was ist Krätze?

Krätze – fachsprachlich auch Scabies genannt – ist eine ansteckende Hautkrankheit. Ihr Name leitet sich vom lateinischen Wort scabere ab, das "kratzen" bedeutet.

Auslöser der Krätze sind bestimmte Parasiten: die Krätzmilben (Sarcoptes scabiei), die nur den Menschen befallen und in der Haut leben.

Ist Krätze meldepflichtig?

Für Krätze besteht zwar keine allgemeine Meldepflicht. Allerdings sind folgende Gemeinschaftseinrichtungen laut Infektionsschutzgesetz dazu verpflichtet, in einem Hygieneplan zu regeln, wie bei Erkrankungs- und Verdachtsfällen vorzugehen ist:

  • Betreuungseinrichtungen für Säuglinge, Kinder oder Jugendliche
  • Einrichtungen zur Betreuung und Unterbringung älterer, behinderter oder pflegebedürftiger Menschen (mit Ausnahme von Krankenhäusern)
  • Obdachlosenunterkünfte
  • Einrichtungen zur gemeinschaftlichen Unterbringung von Asylbewerbern, vollziehbar Ausreisepflichtigen, Flüchtlingen und Spätaussiedlern
  • sonstige Massenunterkünfte
  • Justizvollzugsanstalten

Jeder Krätze-Fall oder -Verdacht in einer solchen Gemeinschaftseinrichtung ist sofort der Leitung mitzuteilen, die dann wiederum das zuständige Gesundheitsamt benachrichtigen muss.

Krätze: Symptome

Die für Krätze typischen Symptome sind:

  • ein starker Juckreiz, der nachts im warmen Bett am stärksten ist
  • eine schuppig-krustige Haut mit Knötchen und/oder Bläschen (Ekzem)

Typische erste Anzeichen für Krätze sind jedoch die direkt von den Milben verursachten Hautveränderungen. Wenn sich dann zusätzlich das Ekzem bildet, tritt auch der typische starke Juckreiz auf.

Krätze macht sich am Anfang hauptsächlich an den Hautstellen bemerkbar, die von den Krätzmilben befallen sind. Erst im weiteren Verlauf der Krätze können sich die Symptome auch auf Bereiche ausbreiten, wo keine Milben sind.

Denn im Grunde sind das Ekzem und der Juckreiz bei Krätze Symptome einer allergischen Reaktion vom Spättyp (Typ-IV-Allergie): Wenn Krätzmilben die Haut befallen, reagiert das Immunsystem auf die Milben, ihre Eier und ihren Kot. Es bildet Abwehrzellen gegen diese Milbenantigene und setzt so Entzündungsprozesse in Gang.

Verantwortlich dafür sind vor allem die weiblichen Krätzmilben: Während die männlichen Milben auf der Hautoberfläche bleiben, bohren die weiblichen jeden Tag Gänge in die Hornschicht der Haut und legen dort ihre Eier ab. Dafür bevorzugen sie warme Körperstellen mit dünner Hornschicht, vor allem:

  • an den Handgelenken
  • zwischen den Fingern und Zehen
  • in Bereich des Bauchnabels
  • im Brust- und Achselbereich
  • im Genitalbereich

Krätze im Gesicht, an den Handflächen oder Fußsohlen ist untypisch – außer bei Babys und Kleinkindern: Selbst eine gewöhnliche Krätze kann bei kleinen Kindern auch ungewöhnliche Stellen wie Gesicht, Handflächen und Fußsohlen befallen.

Scabies-Sonderformen

Nicht immer verursacht Krätze dieselben Symptome. Bei bestimmten Scabies-Sonderformen weicht das Erscheinungsbild der Haut etwas ab:

  • Gepflegte Krätze (Scabies incognita): Die Symptome sind eher unauffällig – es finden sich nur wenige oder keine Hautverletzungen. Der auftretende Juckreiz erscheint wegen der fehlenden sichtbaren Hautveränderungen oft grundlos. Die gepflegte Krätze kann bei häufig badenden Menschen auftreten.
  • Granulomatöse Krätze (Scabies granulomatosa): Neben den typischen Anzeichen von Krätze kommt es zu erbsengroßen, knotigen und tief entzündlichen Veränderungen im Genitalbereich und an anderen Körperstellen. Sie bilden 1 bis 2 Zentimeter große, braunrote Knoten, die auch nach erfolgreicher Behandlung lange weiterbestehen können. Vermutlich entstehen sie, wenn Milben durch das Kratzen in die unteren Hautschichten gelangen – wahrscheinlich als Reaktion des Immunsystems auf tote Milben.
  • Borkenkrätze (Scabies crustosa): Typisch ist ein starker Milbenbefall mit extremer Krustenbildung – vor allem an Händen, Füßen, Ellenbogen und Knien (aber auch an Stellen, wo normalerweise keine Krätze auftritt, etwa im Gesicht). Diese schwere Form von Krätze befällt besonders immungeschwächte Menschen. Wegen der vielen Milben (v. a. in den krustigen Hautauflagerungen) ist Borkenkrätze sehr ansteckend und sogar über Gegenstände übertragbar.

Wie sieht Krätze aus?

Daran können Sie Krätze erkennen:

  • Bei näherer Betrachtung der Haut sind die Milbengänge zu sehen, die die weiblichen Krätzmilben dort gebohrt haben: feine, gewundene, rötlich bis schieferfarbene Linien, die wenige Millimeter lang sind.
  • Am Ende der Milbengänge bildet sich manchmal eine leicht erhabene Haustelle oder ein kleines Bläschen: Das ist der Milbenhügel, in dem die Milbe sitzt.
  • Außerdem entwickelt sich bei Krätze ein Ekzem. Zu erkennen ist es an der geröteten Haut und den darauf verstreuten, teils verkrusteten Knötchen (Papeln) und Bläschen (Vesikel).
  • Teilweise finden sich bei Scabies auch nur vereinzelte, von einem roten Hof umgebene Knötchen.
  • In manchen Fällen kann sich auch am ganzen Körper ein Hautausschlag bilden.
  • Durch den starken Juckreiz ist die von Krätze betroffene Haut mit Kratzspuren übersät.

Krätze: Ursachen

Krätzmilben

Die für Krätze verantwortliche Krätzmilbe Sarcoptes scabiei zählt (wie alle Milben) zu den Spinnentieren und lebt beim Menschen in der obersten Hautschicht.

Die Krätzmilbe ist rundlich, bis 0,4 Millimeter groß, hat einen durchscheinenden Körper, vier Beinpaare und kräftige Mundwerkzeuge. Krätzmilben brauchen Sauerstoff: Darum halten sie sich nur in der Hornschicht der Haut auf und dringen nicht weiter in den Körper ein. Die Parasiten ernähren sich von Lymph- und Hautzellen.

Hauptverursacher der Krätze sind die weiblichen Krätzmilben: Sie bohren täglich millimeterlange Gänge in die Hornschicht der Haut und legen in diesen Milbengängen ihre Eier ab. Aus den Eiern schlüpfen nach 2 bis 4 Tagen Larven, die sich innerhalb von 2 bis 3 Wochen zu geschlechtsreifen Milben umwandeln.

Die männlichen Krätzmilben sind kleiner als die weiblichen und leben nur auf der Oberfläche der Haut. Sie haben eine kurze Lebensdauer, während die Weibchen etwa 4 bis 6 Wochen alt werden.

Da Krätzmilben sich stark vermehren, würden sie theoretisch nach wenigen Monaten zu Tausenden die Haut besiedeln. Doch nur in den ersten Monaten nach der Infektion steigt die Zahl der Milben an. Dann sinkt sie langsam bis auf wenige Tiere ab. Das liegt möglicherweise an der Immunreaktion des Körpers auf die Krätze. Zudem bringt einen der Juckreiz dazu, sich stark zu kratzen und dadurch die Gänge in der Haut sowie die Milben zu zerstören.

Die Krätzmilbe ist auf den Menschen als Lebensraum spezialisiert und kann von der Haut entfernt nur wenige Tage überleben.

Ansteckung

Normalerweise besiedeln bei Krätze nur wenige Milben die Haut. Die Übertragung eines einzigen Milbenweibchens reicht jedoch schon aus, um die Hautkrankheit zu verbreiten. Diese Ansteckung kann auch bei guten hygienischen Verhältnissen passieren und bei Menschen jeder Altersgruppe vorkommen.

Wie bekommt man Krätze?

Allgemein gilt bei Krätze: Das Risiko einer Ansteckung ist umso höher, je mehr Krätzmilben sich auf der Hautfläche befinden. Direkt von Mensch zu Mensch ist gewöhnliche Krätze nur dann ansteckend, wenn ein enger, großflächiger Haut-zu-Haut-Kontakt über einen Zeitraum von mindestens 5 bis 10 Minuten besteht. Also zum Beispiel, wenn man:

  • gemeinsam in einem Bett schläft,
  • anderen (z. B. Kleinkindern oder Kranken) bei der Körperpflege hilft oder
  • Geschlechtsverkehr hat.

Da man sich beim Geschlechtsverkehr mit Krätzmilben anstecken kann, gehört Scabies zu den sexuell übertragbaren Krankheiten. Doch Krätze ist nicht nur sexuell übertragbar. Zur Ansteckung kann es auch ohne Sex kommen – gerade in der Familie, in Gemeinschafts­einrichtungen, Wohngemeinschaften oder Altersheimen.

Bei eher zurückhaltendem Umgang mit Sozialkontakten, Händeschütteln oder auch einer Umarmung und Küsschen zur Begrüßung besteht aber in der Regel kein Risiko, die Krätzmilben zu übertragen. Einzige Ausnahme ist die Borkenkrätze (Scabies crustosa): Diese schwere Form von Krätze ist extrem ansteckend.

Anfällig für Borkenkrätze sind zum Beispiel Menschen mit einem geschwächten Immunsystem (wie bei HIV): Bei ihnen können sich die Krätzmilben ungehindert vermehren und kommen in großen Mengen auf beziehungsweise in der Haut vor. Dann können schon kurze Hautkontakte den Parasiten übertragen.

Theoretisch ist bei Krätze auch eine indirekte Ansteckung über Textilien wie Bettwäsche, Wolldecken, Unterwäsche oder Verbandsstoffe möglich. Tatsächlich passiert das aber bei der gewöhnlichen Scabies nur selten. Das hat mehrere Ursachen:

  • Das Ansteckungsrisiko durch Krätzmilben nimmt außerhalb der Haut schnell ab: Beim in Deutschland üblichen Raumklima sind die Milben wahrscheinlich höchsten 48 Stunden lang ansteckend.
  • Bei Menschen mit funktionierendem Immunsystem finden sich nur wenige Milben auf der Haut.
  • Krätzmilben bewegen sich nur sehr langsam fort.

Inkubationszeit

Inkubationszeit heißt der Zeitraum zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch einer Krankheit. Bei Krätze hängt die Inkubationszeit davon ab, ob die Haut schon einmal von Krätzmilben befallen war und der Körper somit schon durch die Milbenallergene sensibilisiert ist.

Beim ersten Befall hat Krätze eine Inkubationszeit von 2 bis 5 Wochen. Bei jedem weiteren Befall dauert es nur 1 bis 4 Tage, bis das Immunsystem aktiviert ist und die Hautkrankheit ausbricht.

Krätze: Diagnose

Meistens ist Krätze bereits im Anfangsstadium zu erkennen: Im Auflichtmikroskop sind die typischen Milbengänge und Milbenhügel zu sehen. Bei entsprechender Vergrößerung ist sogar die Krätzmilbe selbst unter dem Auflichtmikroskop sichtbar.

Wenn als Reaktion auf den Milbenbefall weitere typische Symptome hinzukommen, ist die Krätze mit bloßen Augen zu erkennen: Die befallene Haut bildet schuppig-krustige Stellen, weist Knötchen (bzw. Papeln) auf und ist von Kratzspuren übersät.

Erlaubt das äußere Erscheinungsbild der Haut keine klare Diagnose, kann man die typischen Gänge der Krätzmilben mit der Tintenmethode sichtbar machen:

  • Dazu einfach einen Tropfen wasserlösliche Tinte aus einem Füllfederhalter auf eine intakte Papel auftragen und
  • dann die Tinte mit einem Alkoholtupfer abwischen,
  • schon zeigt sich – ausgehend von der Papel – der gewundene, mit Tinte gefärbte Gang.

Zudem lässt sich Krätze durch den direkten Erregernachweis diagnostizieren. Hierzu ist der Tesafilmabriss geeignet. Das funktioniert so:

  • Die Haut über einer Papel einfetten und
  • mit einem durchsichtigen Klebestreifen bekleben.
  • Anschließend den Klebestreifen ruckartig abreißen und
  • unter dem Mikroskop auf Anzeichen der Krätze (Milben, Larven und deren Ausscheidungen) untersuchen.

Die oft wirkungsvollste Methode zum Nachweis von Krätze besteht darin, Milbenhügel abzutragen: Hierbei eröffnet die Ärztin oder der Arzt die Papel vorsichtig mit einem Skalpell und untersucht das abgeschabte Material unter dem Mikroskop.

Krätze: Behandlung

Um Krätze schnell wieder loszuwerden, ist eine Behandlung in jedem Fall nötig. Normalerweise ist das ambulant möglich. Nur in folgenden Fällen ist es dringend zu empfehlen, Krätze im Krankenhaus behandeln zu lassen:

  • bei Säuglingen (ggf. auch bei Kleinkindern, wenn eine zuverlässige Behandlung sonst nicht möglich scheint)
  • bei Menschen mit Scabies crustosa

Die gegen Krätze eingesetzte Behandlung zielt in erster Linie darauf ab, die Krätzmilben mitsamt Larven und Eiern abzutöten. Zur Verfügung stehen dazu

  • sowohl Mittel gegen Krätze, die man auf die Haut auftragen kann (örtliche Therapie),
  • als auch Medikamente zum Einnehmen (systemische Therapie).

Bei gewöhnlicher Krätze ist Permethrin die Behandlung der Wahl. Dieses künstlich hergestellte Insektizid hat die gleiche Wirkung wie bestimmte natürliche, von manchen Blumen gebildete Stoffe (Pyrethrine). Es ist wie folgt äußerlich anzuwenden:

  • Tragen Sie eine Permethrin-Creme einmalig lückenlos auf den gesamten Körper auf (auch in den Fingerzwischenräumen). Sparen Sie jedoch das Gesicht bzw. den Kopf sowie die Schleimhautbereiche im Genital- und Analbereich aus.
  • Am besten wenden Sie das Krätzemittel über Nacht an.
  • Nach 8 bis 12 Stunden Einwirkzeit waschen oder duschen Sie das Mittel ab.
  • Das Krätzemittel kann die Haut reizen. Darum ist es ratsam, die Haut anschließend mit beruhigenden und gegen Hautekzeme wirksamen Lotionen einzucremen.
  • Zeigen sich 2 Wochen später immer noch Anzeichen für einen aktiven Befall mit Krätzmilben, wiederholen Sie die Behandlung.
Permethrin ist gegen Krätze hochwirksam, gut verträglich und auch in der Schwangerschaft oder für Kinder in einer etwas geringeren Dosis geeignet.

Alternativ kann man Krätze auch beispielsweise mit Benzylbenzoat oder Crotamiton äußerlich behandeln. Beide Wirkstoffe sind Mittel der zweiten Wahl nach Permethrin. Meist kommen sie erst dann zum Einsatz, wenn die Krätze trotz vorangegangener Behandlung mit Permethrin nicht verschwunden ist. Emulsionen oder Salben mit Benzylbenzoat sind – anders als Permethrin – grundsätzlich an mehreren (meist 3) aufeinanderfolgenden Tagen abends aufzutragen. Oft muss man die Behandlung nach einigen Tagen wiederholen.

Ein wirksames Mittel gegen Krätze, das man als Tabletten einnimmt, ist Ivermectin. In der Regel reicht bei gewöhnlicher Scabies eine Anwendung aus. Dabei richtet sich die Dosierung des Wirkstoffs nach dem Körpergewicht (200 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht bei Erwachsenen).

Um Krätze erfolgreich zu behandeln, ist in manchen Fällen nach 7 bis 15 Tagen eine zweite Anwendung von Ivermectin ratsam. In folgenden Fällen sollte die Behandlung der Scabies grundsätzlich aus zwei Anwendungen bestehen:

  • bei Borkenkrätze (Scabies crustosa),
  • bei ausgedehnter Krätze (zahlreiche Hautveränderungen in mindestens fünf verschiedenen Bereichen mit vielen Papeln oder Knoten),
  • bei Menschen, deren Immunsystem durch Medikamente unterdrückt ist, sowie
  • bei Ausbrüchen in Betreuungseinrichtungen mit zahlreichen Betroffenen.

Wann ist es ratsam, Krätze systemisch mit Ivermectin zu behandeln?

  • Wenn eine Vorbehandlung mit Permethrin wirkungslos war.
  • Wenn jemand Medikamente einnimmt, die das Immunsystem unterdrücken.
  • Bei Borkenkrätze (zusätzlich zu oder statt einer örtlichen Behandlung).
  • Bei Menschen mit starken Hautschädigungen, bei denen das Risiko besteht, dass örtliche Krätzemittel vom Körper aufgenommen werden oder die Haut zu sehr reizen.
  • Wenn eine vorschriftsmäßige Behandlung am ganzen Körper mit örtlichen Krätzemitteln nicht gewährleistet ist (z. B. wegen einer körperlicher Behinderung oder organisatorischen Schwierigkeiten).

Bei Schwangeren ist Ivermectin allerdings nicht anwendbar. Laut den jeweiligen Fachinformationen sind auch die anderen Mittel gegen Krätze nicht zur Behandlung in der Schwangerschaft zugelassen. Nach aktuellem Wissensstand ist am ehesten Permethrin für Schwangere geeignet.

Wichtig ist, dass sich nicht nur Menschen mit Krätze behandeln lassen, sondern gleichzeitig auch deren enges Umfeld: also etwa die ganze Familie, die Wohngemeinschaft oder Lebenspartner. Da sich ein Krätzmilbenbefall oft erst nach Wochen bemerkbar macht, ist eine solche gemeinsame Behandlung auch sinnvoll, wenn noch keine Beschwerden vorliegen.

Krätze: Verlauf

Bei entsprechender Behandlung hat Krätze eine überwiegend gute Prognose: Meistens heilt sie unter äußerlich angewendeten Lotionen schnell aus. Der Juckreiz bleibt allerdings oft noch etwas länger bestehen.

Eine angemessene Hygiene kann sich positiv auf den Verlauf der Krätze auswirken: Häufiges Baden oder Duschen kann die Vermehrung der Krätzmilben erschweren.

Dass die Behandlung versagt, passiert normalerweise nur bei falscher Anwendung. Wenn sich nicht alle Menschen aus dem persönlichen Umfeld der Betroffenen ebenfalls gegen Krätze behandeln lassen, tritt die Krankheit außerdem häufig erneut auf.

Unbehandelt verläuft Krätze chronisch. Allerdings sind auch nach Jahren Spontan­heilungen möglich.

Komplikationen

Im Verlauf von Krätze kann es zu verschiedenen Komplikationen kommen – vor allem bei vernachlässigter Hygiene: Dann können zusätzlich Bakterien die durch Krätzmilben beschädigte und vom Kratzen verletzte Haut besiedeln und so weitere, schwerwiegendere Krankheitsbilder verursachen. Beispiele hierfür sind:

die alle eine Behandlung mit Antibiotika nötig machen.

Krätze: Vorbeugen

Wer Krätze vorbeugen möchte, sollte vor allem engen Hautkontakt mit Infizierten meiden: Denn Krätze überträgt sich meist durch engen Hautkontakt von Mensch zu Mensch.

Wenn Sie engen Kontakt zu jemandem mit Krätze hatten, beachten Sie bitte: Noch bevor Sie irgendwelche Symptome verspüren (also schon in der Inkubationszeit), können Sie Krätzmilben an andere Menschen weitergeben. Darum sollten Sie nach einer möglichen Ansteckung mit Scabies vorbeugend:

  • für etwa 5 bis 6 Wochen auf intensive Hautkontakte verzichten,
  • sich in dieser Zeit genau beobachten und
  • bei den ersten Anzeichen für einen Krätzmilbenbefall sofort zu einer Hautärztin oder einem Hautarzt gehen.

Wie sollte man bei Krätze die Wohnung reinigen?

Außerhalb der menschlichen Haut sterben Krätzmilben zwar nach spätestens drei Tagen ab. Trotzdem ist es bei Krätze wichtig, auch die Milben in seiner Umgebung unschädlich zu machen. Denn sonst kann man sich dort erneut anstecken.

Spezielle Bekämpfungsmaßnahmen gegen die Krätzmilben sind aber nicht nötig. Bei einer gewöhnlichen Krätze reichen folgende einfache Maßnahmen in der Wohnung aus:

  • Krätzmilben an Textilien Bettwäsche, Kleidung und Handtüchern können Sie unschädlich machen, indem Sie die Sachen bei höheren Temperaturen (mind. 50 °C) in der Waschmaschine waschen.
  • Auch andere Gegenstände, an denen Krätzmilben haften könnten (wie Pantoffeln, Stofftiere, Manschette eines Blutdruckmessgeräts usw.), sollten Sie mindestens 10 Minuten lang bei mindestens 50 °C waschen.
  • Nicht waschbare und/oder erhitzbare Gegenstände und Textilien können Sie alternativ in Plastiktüten stecken und bei mindestens 21 °C mindestens 72 Stunden (bei Borkenkrätze 7 Tage) so aufbewahren, dass niemand damit in Kontakt kommt.
  • Polstermöbel, Sofakissen und Teppichböden können Sie mit einem starken Staubsauger gründlich absaugen (danach Filter und Beutel entsorgen) oder mindestens 48 Stunden (bei Borkenkrätze 7 Tage) nicht benutzen.