Ein Mann hat sich die Sportschuhe ausgezogen und hält sich den Fuß.
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Bänderdehnung (Bänderzerrung)

Wer beim Wandern umknickt oder sich beim Sport das Knie verdreht, überdehnt seine Bänder. Im Extremfall kann das betroffene Band sogar reißen. Im Gegensatz zum Bänderriss wird bei einer Bänderdehnung das Gewebe aber nur wenig beschädigt, sodass das Gelenk stabil bleibt. Erfahren Sie, welche Behandlung ratsam ist.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Was ist eine Bänderdehnung (Bänderzerrung)?

Es gibt verschiedene Bandverletzungen unterschiedlichen Ausmaßes, die fälschlicherweise oft gleichbedeutend verwendet werden. Eine Bänderdehnung ist die Vorstufe von Bänderanriss und Bänderriss. Obwohl eine Bänderdehnung sehr schmerzhaft sein kann, handelt es sich um die leichteste Form der Bandverletzung.

Bänderdehnung, Bänderzerrung oder Bänderriss: Was ist der Unterschied?

Ob man es mit einer Bänderdehnung, Bänderzerrung oder einem Bänderriss zu tun hat, lässt sich manchmal schon anhand der unterschiedlichen Symptome erkennen.

  • Bänderdehnung: Bei einer Bänderdehnung ist das Gewebe nur minimal verletzt und es lagert sich kein Blut ein. Die Kollagenfasern sind lediglich aufgefasert. Eine leichte Schwellung und ein fehlender Bluterguss deuten daher auf eine Bänderdehnung hin. Das Gelenk bleibt stabil.
  • Bänderzerrung: Bei einer Bänderzerrung können einzelne wenige Kollagenfasern bereits angerissen sein. Eine leichte Einblutung in das Gewebe ist möglich, aber nicht zwingend vorhanden. Das Gelenk bleibt stabil.
  • Bänderriss: Bei einem Bänderriss hingegen verliert das betroffene Gelenk maßgeblich an Stabilität. Außerdem bildet sich ein deutlich sichtbarer Bluterguss unter der Haut.

Video: Bänderdehnung oder Bänderriss?

Bänderdehnung (Bänderzerrung): Ursachen

Eine Bänderdehnung entsteht, wenn die Bänder, die ein Gelenk umgeben und stützen, über ihr natürliches Maß hinaus gedehnt werden. Eine Gewalteinwirkung von außen hebelt die Gelenkflächen für einen Moment aus ihrer normalen Position, ohne sie vollständig auszurenken. Dieser Vorgang überdehnt die beteiligten Bänder, sodass die kleinen Fasern darin auseinandergezerrt werden. Die Haut bleibt bei einer Bänderdehnung unverletzt.

Da solche und ähnliche Situationen oft beim Sport entstehen, zählen Bänderdehnungen und -zerrungen zu den häufigsten Sportverletzungen überhaupt. Das gilt auch für schwerere Bandverletzungen wie den Bänderanriss oder Bänderriss.

Bänderdehnung im Sprunggelenk

Eine Bänderdehnung im Sprunggelenk haben viele Menschen schon einmal erlebt. Knickt der Fuß zum Beispiel beim Joggen, Wandern oder auch im Alltag um, ist nicht selten eine Bänderdehnung im Sprunggelenk die Folge. Dabei kann die Verletzung sowohl am oberen als auch am unteren Sprunggelenk auftreten.

Das obere Sprunggelenk setzt sich aus dem unteren Schienbeinende, dem Wadenbein und dem Sprungbein zusammen. Neben Muskeln und Sehnen stabilisieren Bandverbindungen das Gelenk. Dazu gehören:

  • vorderes, mittleres und hinteres Außenband
  • das Innenband (auch Deltaband genannt)
  • die hintere und vordere Syndesmose (Syndesmosenband, die äußere Bandstruktur zwischen Schien- und Wadenbein)

Das untere Sprunggelenk besteht aus drei Knochen: dem Sprungbein, dem Fersenbein und dem Kahnbein. Auch hier stabilisieren verschiedene Bänder das Gelenk.

Bei einer Bänderdehnung im Sprunggelenk ist meist das Außenband des oberen Sprunggelenks betroffen. Vor allem Ballsportarten und Sprungdisziplinen führen häufig zu einer Dehnung des Außenbands: Wenn ein Sportler nach einem Sprung mit dem Fuß umknickt, kann die dabei entstehende hohe Belastung der Bänder eine Außenbanddehnung oder sogar einen Außenbandriss hervorrufen.

Knickt der Fuß um, senkt sich dabei die äußere Fußkante ab und der innere Fußrand hebt sich, sodass sich die Außenbänder stark überdehnen (Supinationstrauma). Je nachdem wie stark die Belastung ist, kann eine Bänderdehnung im Sprunggelenk ein oder mehrere Bänder betreffen. Auch wenn eine Sportart schnelle Wechsel zwischen Starten und Stoppen erfordert – wie etwa im Fußball, Basketball, Badminton oder Squash – kann dies schnell zu einer Bänderdehnung im Sprunggelenk führen.

Bänderdehnung im Knie

Neben Bänderdehnungen im Sprunggelenk zählen auch gezerrte Bänder im Knie zu den typischen Sportverletzungen. Eine Bänderdehnung im Knie entsteht häufig durch Verdrehungen – zum Beispiel, wenn ein Fußballer während einer Drehbewegung mit dem Stollen im Rasen hängenbleibt. Vor allem beim Fußball, Handball und im alpinen Skisport steht das Kniegelenk unter starker Belastung; dementsprechend anfällig ist es für eine Bänderdehnung.

Vier unterschiedliche Bänder stabilisieren das Kniegelenk:

  • Außenband
  • Innenband
  • vorderes Kreuzband
  • hinteres Kreuzband

Diese Bänder führen das Kniegelenk und sorgen für Stabilität. Möglich sind einerseits Bänderdehnungen der Kreuzbänder. Hierbei unterscheidet man zwischen einer Bänderdehnung des vorderen und des hinteren Kreuzbands. Diese beiden Bänder überkreuzen sich in der Mitte des Kniegelenks und halten die Strukturen zusammen.

Daneben sind sehr oft die Seitenbänder von einer Bänderdehnung betroffen. Zu den Seitenbändern zählen das Innenband und das Außenband. Diese stabilisieren das Knie, wenn es gestreckt ist. Bandverletzungen der Seitenbänder entstehen durch ein gewaltsames Verdrehen des Kniegelenks oder durch abruptes Strecken des Beines. Manchmal werden auch mehrere Bänder des Knies gleichzeitig überdehnt.

Bänderdehnung (Bänderzerrung): Symptome

Eine Bänderdehnung beziehungsweise Bänderzerrung ist eine häufige Verletzung beim Sport. Oft betrifft sie die Knie oder Sprunggelenke.

Typische Symptome für eine Bänderdehnung sind:

Die Schmerzen entstehen besonders dann, wenn man das verletzte Gelenk bewegt. Im Gegensatz zu einem Bänderriss treten bei einer Bänderdehnung meist nur leichte Schwellungen auf.

Da das Band bei einer Bänderdehnung nicht gerissen ist, bleibt das Gelenk trotz der Überdehnung stabil und belastbar – Gehen und Stehen sind weiterhin möglich.

Ein Symptom, das einen Bänderriss von einer Bänderdehnung abgrenzt, ist die Bildung eines Hämatoms (Bluterguss). Da bei einer Bänderdehnung das Gewebe nicht stark geschädigt wird, tritt in der Regel kein Blut in das umliegende Gewebe aus. Deshalb bildet sich bei einer Bänderdehnung meist kein Bluterguss.

Bänderdehnung (Bänderzerrung): Diagnose

Bei einer Bänderdehnung (Bänderzerrung) ergibt sich die Diagnose meist

  • aus den Symptomen,
  • dem Unfallhergang
  • und aus einer ärztlichen Untersuchung.

Da bei einer Bänderdehnung kein Gewebe gerissen ist und sich deshalb kein Blut einlagert, sprechen ein fehlender Bluterguss und eine nur leichte Schwellung für eine Bänderdehnung. Wenn der Verletzte das Gelenk außerdem belasten kann, bekräftigt dies den Verdacht auf eine Bänderzerrung.

Um einen Bänderriss auszuschließen, führt der Arzt meist zusätzlich einige Tests durch, um die Stabilität des betroffenen Gelenks zu prüfen. Ein Bänderriss schränkt in der Regel die Stabilität deutlich ein, bei einer Bänderdehnung bleibt die Gelenkstabilität dagegen erhalten.

Ob das Außenband am Sprunggelenk nur gedehnt oder sogar gerissen ist, kann der Arzt mithilfe des Aufklapptests untersuchen: Dabei überprüft er, ob der hintere Teil des Fußes nach innen kippt. Lässt sich der Fuß auf diese Weise "aufklappen", deutet das auf einen Außenbandriss hin. Gleiches gilt, wenn sich das Sprungbein gegenüber dem Schienbein über das normale Maß hinaus verschieben lässt (sog. Talusvorschub).

Ist das Kniegelenk von einer Verletzung betroffen, kann der Arzt für seine Diagnose ebenfalls auf verschiedene Tests zurückgreifen. Mithilfe des sogenannten Schubladentests kann er zum Beispiel feststellen, ob und inwieweit das vordere Kreuzband beschädigt ist.

  • Bei einem Kreuzbandriss lässt sich der Unterschenkel des Verletzten wie eine Schublade nach vorne ziehen.
  • Ist das vordere Kreuzband "nur" überdehnt, fällt der Schubladentest negativ aus. Der Unterschenkel lässt sich also nicht nach vorne ziehen und das Kniegelenk bleibt stabil.

Einen Bänderriss des hinteren Kreuzbands erkennt man daran, dass sich der Unterschenkel des Betroffenen in angewinkelter Position im Liegen nach hinten schiebt. Bleibt das Kniegelenk stabil, deutet dies auf eine Bänderdehnung hin, nicht jedoch auf einen Bänderriss.

Ob eine Bänderdehnung der Seitenbänder des Knies vorliegt, kann der Arzt ebenfalls mithilfe eines Aufklapptests einschätzen. Bei einem Innenbandriss lässt sich das Gelenk nach innen aufklappen, bei einem Außenbandriss nach außen. Ist ein solches Aufklappen nicht möglich, spricht dies demnach für eine Bänderdehnung.

Diese Funktions- und Stabilitätsprüfungen können dem Arzt helfen, eine Verletzung einzuschätzen. Häufig liefern diese Untersuchungen jedoch keine sicheren Aussagen, da der Verletzte seine Muskeln durch die akuten Schmerzen meistens stärker anspannt. Dadurch wird das Gelenk unbeweglicher, was die Testergebnisse verfälschen kann. Eventuell sind bildgebende Verfahren (z. B. eine Röntgenuntersuchung) sinnvoll, um weitere Verletzungen auszuschließen.

Ob bei einer Bänderdehnung eine Krankschreibung erfolgt, hängt unter anderem davon ab, welches Gelenk betroffen ist, wie schwer die Verletzung ist und ob die Verletzung einen derart beeinträchtigt, dass sie einen arbeitsunfähig macht. Das kann je nach Gelenk und ausgeübtem Beruf unterschiedlich sein.

Bänderdehnung (Bänderzerrung): Behandlung

Im Falle einer Bänderdehnung beziehungsweise Bänderzerrung sollten Betroffene die Aktivität abbrechen und das Gelenk schonen. Idealerweise behandelt man eine akute Bänderdehnung sobald die Schmerzen auftreten für etwa 2 bis 4 Tage nach der sogenannten PECH-Regel.

PECH-Regel: Erste Hilfe bei Bänderdehnung

Die einzelnen Buchstaben in "PECH" stehen für die Anfangsbuchstaben der vier wichtigsten Erstmaßnahmen:

  • Pause
  • Eis
  • Compression (Druckverband anlegen)
  • Hochlagern

Pause

Ganz wichtig: Sobald Sie durch die Überdehnung Schmerzen verspüren, sollten Sie das betroffene Gelenk nach Möglichkeit vollständig entlasten.

Kühlen

Anschließend sollten Sie das Gelenk kühlen: Die Kühlung lindert Schmerzen und wirkt einer Schwellung entgegen. Geeignet sind Kühlpackungen oder ein Beutel mit zerstoßenen Eiswürfeln – dieser passt sich dem verletzten Gelenk gut an.

Bitte beachten Sie dabei: Das Eis darf nicht direkt auf der Haut liegen, das könnte zu Erfrierungen führen. Daher empfiehlt es sich, ein Tuch oder Ähnliches zwischenzulegen.

Stundelanges Kühlen ohne Unterbrechungen ist allerdings nicht ratsam. Kühlen Sie jeweils nur für maximal 20 bis 30 Minuten und machen Sie dann eine Pause von 90 Minuten.

Kompression

Falls möglich, sollten Sie mit einer elastischen Binde einen Druckverband um das betroffene Gelenk legen. Die Kompression ist wichtig, weil es nach der Kühlung zu einer gesteigerten Durchblutung kommt. Diese würde ohne den Druck durch einen Verband die Schwellung verstärken.

Gerade zu Anfang kann bei einer Bänderdehnung die Schwellung noch zunehmen, wodurch der angelegte Druckverband möglicherweise zu eng wird. Achten Sie deshalb darauf, ob sich die Art der Schmerzen verändert. Nehmen die Schmerzen mit Druckverband einen klopfend-pulsierenden Charakter an, entfernen Sie den Verband für kurze Zeit. Nach 5 bis 10 Minuten können Sie den Verband neu anlegen.

Besonders empfehlenswert ist eine Kombination aus Kühlung und Druckverband. Hierfür eignen sich beispielsweise spezielle Kühlmanschetten.

Tape-Band eignet sich hingegen nicht zum Anlegen eines Druckverbandes. Es ist nicht elastisch genug und kann bei zunehmender Schwellung den Blutfluss im Bereich des Gelenks beeinträchtigen. Deshalb sollte man das betroffene Gelenk in den ersten 12 bis 24 Stunden besser nicht tapen.

Hochlagern

Um eine mögliche Schwellung weiter einzuschränken, ist es bei der Therapie wichtig, das betroffene Gelenk nach einer Bänderdehnung möglichst hochzulegen. Durch Hochlagern des Fußes, Beins oder Arms fließt weniger Blut durch die Arterien in das verletzte Gelenk. Andererseits erleichtert diese Position, dass das Blut über die Venen abfließt. Folglich wirkt das Hochlagern – am besten über Herzhöhe – einer weiteren Schwellung entgegen.

(Sport-)Pause

Eine Bänderdehnung beeinträchtigt den Verletzten meist nur vorübergehend. Das Gelenk lässt sich bei einer Bänderdehnung in der Regel weiterhin voll belasten, vorausgesetzt die Belastung verursacht keine Schmerzen. Der Verletzte sollte aber in jedem Fall eine (Sport-)Pause einlegen, bis die Schmerzen nachlassen und die Schwellung abgeklungen ist. Dies dauert in der Regel einige Tage.

Schiene (Orthese)

In einigen Fällen können Sie das betroffene Gelenk nach einer Bänderdehnung für 5 bis 8 Wochen mit einer sogenannten pneumatischen Stabilisationsschiene stützen. Dabei handelt es sich um eine spezielle Kunststoffschiene, dessen Innenseite aus mehreren Luftkissen besteht. Dies stabilisiert das gedehnte Band und schützt vor einem erneuten Umknicken oder Verdrehen.

Medikamente

Um die akuten Schmerzen bei einer Bänderdehnung zu lindern, können Betroffene vorübergehend Schmerzmittel angewenden. Hierfür eignen sich zum Beispiel Salben mit dem Wirkstoff Diclofenac oder Schmerztabletten (z. B. mit Ibuprofen).

Physiotherapie

Physiotherapie kann bei einer Bänderdehnung zur Heilung beitragen. Je eher damit begonnen wird, desto rascher kann das Gelenk in der Regel normal funktionieren. Wichtig ist hierbei, dass die Übungen das Gelenk mobilisieren, aber nicht belasten.

Besser nicht

Vermeiden Sie bei einer Bänderdehnung insbesondere in den ersten 24 Stunden Maßnahmen, die eine Zunahme der Schwellung und damit auch eine Zunahme der Schmerzen begünstigen. Dazu zählen im Prinzip alle Maßnahmen, die gefäßerweiternd wirken, wie zum Beispiel ein warmes Bad, Saunagänge oder durchblutungsfördernde Salben (wie Wärmesalben).

Wann ist das Gelenk wieder belastbar?

Wann ein Gelenk nach einer Bänderdehnung wieder belastbar ist, hängt unter anderem davon ab, welches Gelenk betroffen ist, welches Ausmaß die Verletzung hat und wie gut die Behandlung anschlägt. Im Prinzip können Betroffene das Gelenk jedoch langsam wieder belasten, wenn nach der Therapie keine Schmerzen mehr bestehen – und der Sportler kann dann allmäglich wieder mit dem Training beginnen.

Bei einer Bänderdehnung des Sprunggelenks beispielsweise können Betroffene im Allgemeinen nach etwa 12 Wochen wieder wie gewohnt Sport treiben. Autofahren ist theoretisch möglich, sobald keine Schiene mehr getragen werden muss. Je nach Situation kann jedoch auch eine längere Autopause ratsam sein. Etwa, wenn zu befürchten ist, dass die Belastung des Sprunggelenks die weiteren Heilungsprozesse beeinträchtigen könnte.

Bänderdehnung (Bänderzerrung): Vorbeugen

Einer Bänderdehnung (Bänderzerrung) können Sie nur bedingt vorbeugen. Eine unglückliche Bewegung eines Gelenks lässt sich nicht mit absoluter Sicherheit vermeiden. Zu den wichtigsten Voraussetzungen, um das Risiko einer Bänderdehnung beim Sport möglichst niedrig zu halten, zählen:

  • passende Sportschuhe
  • ein gut trainierter Körper
  • eine geschulte Koordinationsfähigkeit
  • spezielle Stützverbände (Tapeverbände, Braces)

Vor allem bei Jogging- beziehungsweise Laufschuhen sollten Sie darauf achten, dass sie Ihren persönlichen Bedürfnissen und Voraussetzungen entsprechen. Wer zum Beispiel überwiegend im Wald läuft, benötigt andere Laufschuhe, als wenn man ausschließlich auf asphaltierten Straßen unterwegs ist.

Prinzipiell sollte man die Dämpfung bei einem Joggingschuh nicht überbewerten. Das Motto einiger Schuhersteller: "Je mehr Dämpfung, desto besser" gilt unter Experten als veraltet. Viele Laufschuhe sind mit erhöhten Absätzen ausgestattet, weil die Hersteller zusätzlich Dämpfungssohlen eingearbeitet haben. Mit solchen Schuhen knickt man jedoch leichter um.

Auch in anderen Sportarten können passende Sportschuhe das Risiko einer Bänderdehnung verringern. So tragen Basketballspieler zum Beispiel spezielle Basketballschuhe, die am Schaft über die Knöchel hinweg erhöht sind. Die Erhöhung stützt die Bänder und vermindert die Gefahr des Umknickens. Das kann eine Außenbanddehnung am Sprunggelenk verhindern.

Neben passenden Sportschuhen kann auch eine geschulte Koordinationsfähigkeit dazu beitragen, einer Bänderdehnung vorzubeugen. Koordinationsübungen verbessern die Steuerung von Bewegungsabläufen und schulen das Zusammenspiel verschiedener Muskelgruppen. Sie umfassen Technik- und Gleichgewichtsübungen, die die Muskulatur trainieren.

Wer zum Beispiel regelmäßig versucht, auf einem Wackelbrett das Gleichgewicht zu halten, trainiert damit effektiv die Koordination der Beinmuskulatur und schützt Knie und Sprunggelenk vor einer Bänderdehnung. Eine trainierte Muskulatur kann die Gelenke zusätzlich stabilisieren und die Bänder entlasten.

Stützverbände (Tapeverbände, Braces) können ein Gelenk nach einer Verletzung unterstützen, aber auch einer erneuten Verletzung vorbeugen. Sie stabilisieren das Gelenk, ohne die Bewegungsfreiheit einzuschränken.