Ein Mann greift sich ans schmerzende Bein.
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Schmerzen im Bein (Beinschmerzen)

Hinter Beinschmerzen steckt manchmal nur ein Muskelkater oder eine Überlastung (etwa durch Sport). Schmerzen im Bein können aber auch als Folge von Verletzungen, Durchblutungsstörungen, Gelenkerkrankungen oder neurologischen Problemen entstehen.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Beinschmerzen (Schmerzen im Bein)

Was sind Beinschmerzen?
Als Beinschmerzen bezeichnet man schmerzhafte Empfindungen, die ein- oder beidseitig in den Beinen auftreten. Schmerzen im Bein können unterschiedliche Ursachen haben.

Schmerzen im Bein können sich bei Belastung (z.B. beim Auftreten oder Treppensteigen) oder auch in Ruhe bemerkbar machen.

Abhängig von der Ursache äußern sich Beinschmerzen beispielsweise durch plötzlich einsetzende stechende Schmerzen, ziehende Schmerzen oder sie gehen mit einer Schwellung einher. In manchen Fällen fühlt sich der schmerzhaft geschwollene Bereich außerdem ungewöhnlich warm an.

Oft schränken Schwellungen und Schmerzen die Beweglichkeit des Beins ein. Sind Nerven und Muskeln geschädigt, können zusätzlich zu den Schmerzen im Bein Empfindungsstörungen wie Taubheit, Kribbeln oder Lähmungen auftreten.

Video: Schwere Beine – was kann dahinterstecken?

Beinschmerzen (Schmerzen im Bein): Ursachen

Beinschmerzen können viele Ursachen haben. Es kann sich dabei um Erkrankungen oder Verletzungen der Knochen, Gelenke, Muskeln, Sehnen, Bänder, Nerven oder Blutgefäße handeln.

Mögliche Ursachen von Schmerzen im Bein sind zum Beispiel:

Nicht immer ist die Ursache von Beinschmerzen tatsächlich im Bein zu finden. Schmerzen bei einer Erkrankung des Hüftgelenks können beispielsweise in die Knie ausstrahlen. Auch ein Bandscheibenvorfall in der Lendenwirbelsäule macht sich oft nicht nur im Rücken bemerkbar, sondern kann auch das Bein betreffen. Ebenso können Muskelverspannungen oder -verhärtungen im Gesäßbereich zu Schmerzen im Bein führen.

Beinschmerzen (Schmerzen im Bein): Diagnose

Bei Schmerzen im Bein ist nicht immer eine ärztliche Untersuchung notwendig. Denn häufig handelt es sich um harmlose Ursachen wie einen Muskelkater. Dann verschwinden die Beschwerden nach wenigen Tagen von allein. Wenn die Beinschmerzen allerdings,

  • länger anhalten,
  • sehr stark sind,
  • damit einhergehen, dass ein oder mehrere Gelenke im Bein entzündlich geschwollen und überwärmt sind oder
  • nach einem Unfall / einer Verletzung auftreten,

sollten Sie auf jeden Fall einen Arzt aufsuchen, damit dieser eine genaue Diagnose stellen kann. Ebenfalls ärztlich abklären lassen sollten Sie

  • Schmerzen, die nur beim Gehen in den Waden, den Oberschenkeln oder im Gesäß auftreten und nachlassen, sobald man stehenbleibt.
  • Schmerzen in den Zehen, die beim Liegen auftreten und nach dem Aufstehen nachlassen.

Um eine Diagnose stellen zu können, benötigt der Arzt einige Informationen zu den Beschwerden, wie zum Beispiel

  • wo genau im Bein die Schmerzen auftreten,
  • wie sie sich anfühlen (z.B. ziehend, stechend, brennend),
  • wann sie auftreten (z.B. nur bei Belastung oder auch im Ruhezustand) und
  • ob Sie noch andere Beschwerden haben.

Wichtig ist auch, seit wann der Schmerz besteht, ob Sie Ihr Bein eventuell ungünstig belastet haben oder ob ein Unfall die Ursache für die Beinschmerzen sein könnte.

Sofern Vorerkrankungen bestehen, sollten Sie diese im Arztgespräch auf jeden Fall erwähnen, etwa:

Der Arzt untersucht Ihr Bein gründlich und führt verschiedene Bewegungstests durch, um herauszufinden, was die Beinschmerzen verursacht. Dabei achtet er auf Gelenkschwellungen oder einen möglichen Gelenkerguss und prüft, ob die Beweglichkeit des Beins eingeschränkt ist. Außerdem untersucht der Arzt beispielsweise, ob Krampfadern zu sehen sind, ob Muskeln verkürzt sind und ob der Puls am Bein und am Fuß fühlbar ist.

Je nach vermuteter Ursache der Beinschmerzen sind möglicherweise weitere Untersuchungen notwendig, etwa:

Beinschmerzen (Schmerzen im Bein): Therapie

Nicht jede Art von Beinschmerzen erfordert eine Therapie. Muskelkater und andere Formen von Beinschmerzen, die nach kurzzeitiger Überlastung (z.B. durch Sport) aufgetreten sind, verschwinden oft von selbst. Bei länger anhaltenden oder starken Beschwerden sollte ein Arzt die genaue Ursache ermitteln – denn nach dieser richtet sich auch die Form der Behandlung.

Je nach Ursache können bei Beinschmerzen Bandagen oder Salbenverbände sinnvoll sein, beispielsweise bei Kniegelenkbeschwerden.

Bei Durchblutungs­störungen kommen häufig eine Kombination aus allgemeinen Maßnahmen wie einer Ernährungsumstellung und regelmäßiger Bewegung sowie gegebenenfalls auch Medikamenten mit durchblutungsfördernden beziehungsweise blutverdünnenden Wirkstoffen und Cholesterinsenker zum Einsatz. In manchen Fällen werden auch operative Eingriffe notwendig.

Die Behandlung von Krampfadern (Varizen) reicht von allgemeinen Maßnahmen wie mehr Bewegung über Venenmittel und Kompressionsstrümpfe bis hin zur Verödung oder operativen Entfernung.

Knochenbrüche (z.B. Schienbeinbruch, Oberschenkelhalsbruch) kann der Arzt, je nach Fraktur, konservativ (z.B. nur mit einem Gips oder einer Schiene) oder operativ behandeln. Bei Gelenkschäden ist oftmals eine Behandlung während einer Gelenkspiegelung (Arthroskopie) möglich.

Schmerzmittel (wie Acetylsalicylsäure, Diclofenac, Ibuprofen) – etwa als Tabletten oder Salben – verschaffen bei Beinschmerzen Linderung. In Eigenregie sollten man Schmerzmittel allerdings nur bei akuten Schmerzen und nicht über einen längeren Zeitraum anwenden.

Bei starken Gelenkbeschwerden können Gelenkspritzen mit Kortison oder örtlichen Betäubungsmittel (Lokalanästhetika) helfen.

Unterstützend können bei Beinschmerzen weitere Maßnahmen sinnvoll sein, zum Beispiel:

Ob man das schmerzende Bein eher schonen oder bewegen, wärmen oder kühlen sollten, hängt von der jeweiligen Ursache Ihrer Beinschmerzen ab. Lassen Sie sich hierzu von Ihrem Arzt beraten.

Video: Was hilft bei Muskelkater?