Frau mit Beinschmerzen liegt im Bett und fasst sich ans Bein.
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Beinschmerzen: Was löst Schmerzen in den Beinen aus?

Hinter Beinschmerzen steckt manchmal nur eine Überlastung, etwa durch Sport, oder ein Muskelkater. Doch Schmerzen in den Beinen können auch Folge von Durchblutungsstörungen, Gelenkerkrankungen oder Verletzungen sein. Welche Ursachen sind noch möglich und was steckt hinter Beinschmerzen im Ruhezustand oder nachts?

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Beinschmerzen: Wie können sich schmerzende Beine äußern?

Beinschmerzen zeigen sich als schmerzhafte Empfindungen, die ein- oder beidseitig in den Beinen auftreten. Sie können dabei sowohl unter Belastung, etwa beim Treppensteigen, als auch im Liegen vorkommen. Starke Beinschmerzen im Ruhezustand sind oft besonders nachts unangenehm, da sie mit Schlafproblemen verbunden sein können.

Beinschmerzen äußern sich dabei abhängig von der Ursache beispielsweise durch 

  • ziehende, 
  • plötzlich einsetzende oder
  • stechende Schmerzen.

Mitunter kommt es zusätzlich zu geschwollenen Beinen, die sich ungewöhnlich warm anfühlen können. Diese Schwellungen können die Beweglichkeit der Beine einschränken. Sind zudem Muskeln oder Nerven geschädigt, sind neben den Schmerzen im Bein auch Empfindungsstörungen wie Kribbeln, Taubheit oder Lähmungen möglich. Unter Umständen fühlen sich Schmerzen in den Beinen auch wie Muskelkater an. 

Video: Schwere Beine – was kann dahinterstecken?

Beinschmerzen: Mögliche Ursachen für Schmerzen in den Beinen

Hinter Beinschmerzen können viele Ursachen stecken. Dabei kann es sich um Verletzungen oder Erkrankungen der Gelenke, Muskeln, Knochen, Bänder, Sehnen, Gefäße oder Nerven handeln.

Als mögliche Ursachen von Schmerzen in den Beinen zählen: 

Die Ursache für Beinschmerzen muss nicht immer im Bein zu finden sein. Auch bei einer Erkrankung des Hüftgelenks oder der Knie können Schmerzen bis in die Beine ausstrahlen. Schmerzende Beine können zudem etwa bei einem Bandscheibenvorfall im Bereich der Lendenwirbelsäule auftreten. Auch muskuläre Verhärtungen oder Verspannungen im Gesäß sind unter Umständen mit Beinschmerzen verbunden. 

Auch im Rahmen von viralen Infekten wie etwa einer Grippe, Erkältung oder Corona kann es zu Beinschmerzen kommen.

Wann ist bei Schmerzen in den Beinen ärztlicher Rat notwendig?

Oftmals stecken harmlose Ursachen, wie ein Muskelkater, hinter Schmerzen im Bein. Dann verschwinden die Beschwerden nach kurzer Zeit meist von allein wieder. Wenn die Beinschmerzen allerdings,

  • länger anhalten,
  • sehr stark sind oder immer stärker werden,
  • gleichzeitig ein oder mehrere Gelenke im Bein entzündlich geschwollen sind und sich warm anfühlen oder
  • nach einem Unfall oder einer Verletzung auftreten,

sollte auf jeden Fall ärztlicher Rat eingeholt werden. Ebenfalls einen Arzttermin vereinbaren sollten Betroffene von:

  • Schmerzen, die nur beim Gehen in den Waden, im Oberschenkel oder im Gesäß auftreten und nachlassen, sobald man stehenbleibt.
  • Schmerzen in den Zehen, die beim Liegen auftreten und nach dem Aufstehen nachlassen.

Beinschmerzen: Diagnose

Um eine Diagnose stellen zu können, benötigt die*der Ärztin*Arzt einige Informationen zu den Beschwerden, wie zum Beispiel

  • wie sich die Beinschmerzen anfühlen (etwa stechend, brennend, ziehen), 
  • wann sie auftreten (nur unter Belastung oder auch im Ruhezustand), 
  • wo genau es zu Schmerzen im Bein kommt und ob
  • weitere Symptome auftreten.

Zudem ist es für die ärztliche Untersuchung relevant, seit wann die Schmerzen im Bein bestehen, um etwa einen Unfall als Ursache auszuschließen. Weiterhin sind mögliche Vorerkrankungen für die Diagnose relevant.

Nach der ausführlichen Befragung steht die körperliche Untersuchung mit verschiedenen Bewegungstests an. Je nach vermutetem Auslöser der Beinschmerzen kommen weitere Untersuchungen infrage:

Video: Was hilft bei Muskelkater?

Beinschmerzen: Welche Therapie hilft bei schmerzenden Beinen?

Nicht immer müssen Beinschmerzen behandelt werden. Ein Muskelkater und andere Formen von schmerzenden Beinen, die etwa durch kurzzeitige Überbelastung beim Sport auftreten, verschwinden auch ohne Therapie nach kurzer Zeit von selbst. Halten die Schmerzen jedoch an und wurde der Auslöser ärztlich diagnostiziert, richtet sich die Behandlung nach der zugrunde liegenden Ursache. 

Sind beispielsweise Kniegelenkbeschwerden verantwortlich für die Beinschmerzen, können Bandagen oder Salbenverbände hilfreich sein. 

Auch Schmerzmittel wie etwa Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Diclofenac können bei Beinschmerzen zum Einsatz kommen. Sie können oral als Tabletten oder äußerlich angewendet in Form von Salben gegen akute Schmerzen wirken. Jedoch sollte die Verwendung ärztlich abgeklärt werden. Bei starken Gelenkschmerzen können auch Gelenkspritzen mit Kortison oder Mittel zur örtlichen Betäubung ärztlich verabreicht werden.

Bei Durchblutungsstörungen verschreiben Ärzt*innen mitunter durchblutungsfördernde beziehungsweise blutverdünnende Medikamente. Auch eine Ernährungsumstellung und regelmäßige Bewegung wird unter Umständen angeordnet, um den Beinschmerzen gegenzusteuern.

Stecken Krampfadern hinter den schmerzenden Beinen, reicht die Behandlung von allgemeinen Maßnahmen wie mehr Bewegung über Kompressionsstrümpfe und Venenmittel bis hin zur Verödung und operativen Entfernung der Krampfadern.

Bei Knochenbrüchen kann die*der Ärztin*Arzt je nach Art der Fraktur eine konservative Behandlung, also mit Gips oder Schiene, oder aber eine Operation anordnen. Bei Gelenkschäden kann auch eine Gelenkspiegelung notwendig sein. 

Unterstützende Maßnahmen bei schmerzenden Beinen

Weitere unterstützenden Maßnahmen und Hausmittel gegen Beinschmerzen sind etwa: 

  • Wärme- oder Kältebehandlung
  • Physiotherapie
  • Muskeltraining (Dehnung und Kräftigung)
  • regelmäßige Bewegung und gelenkfreundliche Sportarten wie Radfahren oder Schwimmen
  • orthopädische Hilfsmittel wie Gehhilfen oder Bandagen
  • Bäder- und Wassertherapie 
  • Ultraschall- und/oder Elektrotherapie