Eine Frau umfasst ihre Füße mit den Händen.
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Kribbeln

Ob in Fingern, Händen, Armen, Füßen oder Beinen – Kribbeln kann unangenehm sein, insbesondere wenn es längere Zeit andauert.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Kribbeln

Oft verschwindet das störende Kribbeln nach kurzer Zeit von ganz allein, zum Beispiel wenn man sich am Ellenbogen gestoßen hat und der Ellennerv dadurch gereizt wurde. Oder wenn die Hände im Winter stark auskühlen und zu kribbeln beginnen, sobald sie sich wieder aufwärmen.

Hält das Kribbeln aber längere Zeit an oder beeinträchtigt einen sehr stark, ist ein Arztbesuch zu empfehlen, um den Ursachen für das Kribbeln auf den Grund zu gehen.

Was ist Kribbeln?

Kribbeln ist eine Missempfindung, die im Prinzip an sämtlichen Stellen des Körpers auftreten und zahlreiche Ursachen haben kann. Medizinisch gesehen zählt das Kribbeln zusammen mit anderen Missempfindungen wie Brennen oder Taubheitsgefühlen zu den sogenannten Parästhesien. Bei einer Parästhesie ist die Wahrnehmung im Versorgungsgebiet eines Nervs verändert, sodass es zu Empfindungen kommt, ohne dass ein passender Sinnesreiz vorliegt. Kribbeln wird manchmal auch als Ameisenlaufen bezeichnet.

Kribbeln: Ursachen

Kribbeln kann eine Vielzahl an Ursachen haben – von ganz harmlosen, vorübergehenden Nervenreizungen über Entzündungen bis hin zu neurologischen Erkrankungen. Für Kribbeln kommen zum Beispiel folgende Ursachen infrage:

Kribbeln: Diagnose

Langanhaltendes Kribbeln sollte man ärztlich abklären lassen. Denn ob hinter dem Kribbeln eine harmlose Nervenreizung oder aber eine ernste Erkrankung steckt, kann nur ein Arzt aufdecken. Am besten suchen Sie zunächst den Hausarzt auf, der Sie gegebenenfalls zu Fachärzten weiter überweist, wie etwa an einen Neurologen oder Orthopäden.

Damit der Arzt den Ursachen für das Kribbeln auf die Spur kommen und eine Diagnose stellen kann, benötigt er mehr Informationen. In der Regel stellt er im Arztgespräch deshalb zunächst einige Fragen, zum Beispiel:

  • Wo kribbelt es genau?
  • Wann ist das Kribbeln aufgetreten?
  • Gab es ein bestimmtes Ereignis davor (z.B. eine Untersuchung oder eine Verletzung)?
  • Bestehen weitere Beschwerden bestehen (wie Brennen, Juckreiz, Fieber)?
  • Sind Vorerkrankungen bekannt (z.B. Diabetes mellitus, Bandscheibenvorfall)?
  • Nehmen Sie Medikamente ein?

Dann folgen meist eine körperliche Untersuchung, eine Blutuntersuchung sowie eine neurologische Untersuchung, bei welcher der Arzt das Berührungsempfinden genau testet. Mit der sogenannten Sensibilitätsprüfung kann der Arzt feststellen, wie der Betroffene Berührungen wahrnimmt. Dazu streicht er zum Beispiel mit einem Wattestäbchen über den betroffenen Bereich und wiederholt das Ganze dann auf der anderen Körperseite.

Je nach Befund können weitere Untersuchungen notwendig sein, um dem Kribbeln auf den Grund zu gehen, wie zum Beispiel:

Kribbeln: Therapie

Ob bei Kribbeln eine Therapie notwendig ist, richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache. Oft sind die Missempfindungen harmlos und verschwinden von allein. Es kann jedoch auch eine behandlungsbedürftige Erkrankung dahinterstecken.

Sind zum Beispiel ungünstige Lebens- und Essgewohnheiten mit Stress oder einem Mangel an B-Vitaminen (z.B. Vitamin B1, Vitamin B12) die Ursache für das Kribbeln, kann oft schon eine gesündere Lebensweise mit ausgewogener Ernährung, ausreichend Bewegung und Zeit für Entspannung Abhilfe schaffen.

Gegen Verspannungen helfen zum Beispiel Wärme, leichte Dehnübungen und Entspannungsmethoden. Bei starken Beschwerden können auch gezielte Massagen oder Physiotherapie hilfreich sein

Lösen Medikamente das Kribbeln aus, sollten Sie diese keinesfalls eigenmächtig absetzen. Besprechen Sie stattdessen mit Ihrem Arzt, welche Alternativen infrage kommen.

Stecken ein Bandscheibenvorfall oder Nerven-Kompressions-Syndrome wie das Karpaltunnelsyndrom hinter dem Kribbeln, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Oft lassen sich die Beschwerden mit konservativen, also nicht-operativen Methoden lindern.

Tritt das Kribbeln in Zusammenhang mit einem Restless-Legs-Syndrom auf, bessern sich leichte Beschwerden möglicherweise bereits durch einfache Maßnahmen wie Dehnübungen, Wechselduschen oder Beinmassagen. Bei stärkeren Beschwerden können Medikamente helfen.