An einem Strand sitzt eine Frau im Schatten eines Sonnenschirms.
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Sonnenallergie (polymorphe Lichtdermatose)

Die Sonnenallergie (polymorphe Lichtdermatose) kann einem die Freude an Sonne ganz schön vermiesen. Was hilft gegen die lästigen Hautsymptome und wie kann man einer Sonnenallergie vorbeugen?

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Sonnenallergie (polymorphe Lichtdermatose)

Mit Sonnenallergie ist in der Regel die polymorphe Lichtdermatose beziehungsweise Photodermatose gemeint (griech. photos = Licht). Das ist eine krankhafte Reaktion der Haut, die bei empfindlichen Menschen auf ungewohnt hohe UV-Strahlung entsteht – zum Beispiel nach einem ausgiebigen Sonnenbad.

  • Das aus dem Griechischen stammende Wort polymorph bedeutet vielgestaltig. Es bezieht sich darauf, dass die von der Sonnenallergie hervorgerufenen Hautveränderungen bei verschiedenen Menschen auch unterschiedlich ausgeprägt sein können.
  • Das aus dem Griechischen abgeleitete Wort Dermatose bedeutet Hautkrankheit (griech. derma = Haut).
  • Die volkstümliche Bezeichnung Sonnenallergie rührt daher, dass die Symptome den Hautreaktionen ähneln, die bei einer Allergie auftreten können. Allerdings ist die polymorphe Lichtdermatose keine allergische Reaktion im eigentlichen Sinne. Es gibt aber auch echte Allergien mit Quaddeln.

(UV-)Licht kann verschiedene Erkrankungen der Haut auslösen, die man als Lichtdermatosen oder Photodermatosen zusammenfasst. Die Sonnenallergie ist die häufigste Photodermatose: Etwa 20 Prozent der Deutschen haben eine polymorphe Lichtdermatose, wobei Frauen öfter betroffen sind.

Sonnenallergie: Ursachen

Worin genau die Sonnenallergie ihre Ursachen hat, ist unbekannt. Auslöser der Hautreaktionen ist aber immer eine ungewohnt intensive UV-A- und/oder UV-B-Strahlung – zum Beispiel durch ausgiebiges Sonnenbaden im Urlaub:

  • In etwa 75 % der Fälle entsteht eine Sonnenallergie durch die Einwirkung von UV-A-Strahlung.
  • In rund 10 % der Fälle steckt UV-B-Strahlung hinter den Hautveränderungen.
  • In den restlichen 15 % löst eine Kombination aus UV-A- und UV-B-Strahlen die polymorphe Lichtdermatose aus.

Entsprechend gilt die Sonnenallergie als eine primäre idiopathische Lichtdermatose:

  • Primär bedeutet, dass die Sonnenstrahlung der entscheidende ursächliche Faktor für die krankhafte Hautreaktion ist.
  • Idiopathisch heißt, dass die genaue Ursache dafür unbekannt ist.

Eine Sonderform der Sonnenallergie ist die Mallorca-Akne. Bei ihr kommen neben der UV-Strahlung noch weitere Auslöser hinzu: verschiedene Inhaltsstoffe von Kosmetikprodukten (wie Sonnencreme). Die typischen Anzeichen (wie rote Flecken, Knötchen, Papeln, manchmal Quaddeln und starker Juckreiz) zeigen sich also nur, wenn UV-Licht auf Haut trifft, auf die entsprechende Produkte aufgetragen wurden.

Sonnenallergie: Symptome

Die mit der Sonnenallergie verbundenen Symptome treten mit Verzögerung auf: Nach der ursächlichen Sonneneinstrahlung können einige Stunden bis Tage vergehen, bis die Haut auf das UV-Licht reagiert. Erste Anzeichen für die krankhafte Hautreaktion sind:

Typisch dabei ist die örtliche Begrenzung der Sonnenallergie: Die Symptome treten vor allem an Hals, Dekolleté, Armen, Handrücken, Beinen und Gesicht auf (in absteigender Häufigkeit) – also nur dort, wo die Haut der Sonne häufig ausgesetzt ist.

Im weiteren Verlauf kommt es bei der Sonnenallergie zu Hautveränderungen, die von Person zu Person unterschiedlich aussehen können. Aber so vielgestaltig sich die polymorphe Lichtdermatose bei verschiedenen Menschen auch entwickelt – bei einer einzelnen Person verursacht die Sonnenallergie stets die gleichen Symptome.

Je nachdem, wie die von der Sonnenallergie ausgelösten Symptome auf der Haut aussehen, unterscheiden Mediziner drei Hauttypen der polymorphen Lichtdermatose:

  • Papulöser Typ (= Typ mit kleinen Knötchen): Die meisten Menschen mit Sonnenallergie entwickeln kleine Hautknötchen (bzw. Papeln). Je nach deren Ausprägung und Form unterscheidet man zwei Untergruppen:
    • Kleinpapulöser Typ: charakterisiert durch sehr kleine Papeln (1 bis 3 mm), die meist dicht beieinander stehen
    • Hämorrhagischer Typ (sehr selten): mit kleinen punktförmigen Einblutungen in die Haut einhergehend
  • Plaque-Typ (= Typ mit flachen Hautveränderungen): In manchen Fällen verursacht die polymorphe Lichtdermatose flache Hautveränderungen (Plaques), die je bis zu 2 cm groß sind.
  • Papulovesikulöser Typ (= Typ mit Hautverdickungen und Bläschen): Hierbei ist die Sonnenallergie durch eine Kombination aus Papeln und verschieden großen Bläschen (Vesikel) gekennzeichnet. Es gibt zwei Formen:
    • Iktus-Typ: durch quaddelartige Papeln gekennzeichnet, in deren Mitte meist ein Bläschen sitzt
    • Vesikulobullöser Typ (extrem selten): ausschließlich mit Bläschen und Blasen verbunden

Sonnenallergie: Diagnose

Bei Verdacht auf eine Sonnenallergie stellt der Arzt zunächst Fragen zu den Hautveränderungen (z. B. zu ihrer Ausprägung und zum Zeitpunkt ihres Auftretens). Diese Anamnese liefert wertvolle Hinweise für die Diagnose.

Um eine Sonnenallergie diagnostizieren zu können, ist es zudem wichtig, andere Ursachen für die Hautsymptome auszuschließen. Denn eine polymorphe Lichtdermatose kann mit ihren vielgestaltigen Hautveränderungen anderen Hautkrankheiten ähneln. So können zum Beispiel auch Insektenstiche oder andere Reaktionen der Haut auf UV-Licht hinter den Beschwerden stecken.

Um die Sonnenallergie sicher festzustellen, kann der Arzt gezielt einen Hautbereich (z. B. den Oberarm) mit UV-A- oder UV-B-Licht bestrahlen: Wenn eine polymorphe Lichtdermatose vorliegt, löst diese UV-Bestrahlung die typischen Symptome aus. Das Verfahren heißt Photoprovokation.

Sonnenallergie: Behandlung

Die gegen eine Sonnenallergie eingesetzte Behandlung verfolgt zwei unterschiedliche Ziele:

  1. akute Beschwerden der Sonnenallergie lindern (symptomatische Behandlung)
  2. den Ausbruch der Sonnenallergie verhindern (prophylaktische Behandlung)

Was tun bei akuter Sonnenallergie?

Die wichtigste Maßnahme gegen akute Symptome der Sonnenallergie lautet: Sonnenschutz. Wenn Sie eine weitere Einwirkung von UV-Strahlung so gut es geht verhindern, können Sie damit rechnen, dass Ihre Beschwerden schnell nachlassen.

Beschleunigen können Sie die Heilung der Sonnenallergie durch eine örtliche Behandlung mit einer Creme oder Lotion, die Kortikoide (z. B. Hydrokortison) enthält. Den durch die polymorphe Lichtdermatose verursachten Juckreiz können Sie mit Antihistaminika lindern.

Wie lassen sich weitere Ausbrüche verhindern?

Eine akute Sonnenallergie ist leicht zu behandeln. Deutlich aufwendiger sind wirksame vorbeugende Maßnahmen gegen die polymorphe Lichtdermatose. Das Wichtigste, was Sie hierzu tun können, ist:

  • sich möglichst langsam an starke Sonnenstrahlung gewöhnen und
  • sich immer ausreichend vor der Sonne schützen.

Um die Sonnenallergie vorbeugend zu behandeln, ist ausreichend Sonnencreme unverzichtbar. Achten Sie darauf, dass Ihr Sonnenschutzmittel einen UV-A- und UV-B-Filter enthält, und wählen Sie einen möglichst hohen Lichtschutzfaktor (30 bis 50). Auch hautbedeckende Kleidung ist wichtig, um die polymorphe Lichtdermatose zu verhindern. Diese Maßnahmen schützen gleichzeitig vor Sonnenbrand.

Ein weiteres sinnvolles Mittel gegen Sonnenallergie ist das Antioxidans AGR (Alpha-Glucosylrutin) – zusätzlich auf die Haut aufgetragen oder in Sonnenschutzmitteln enthalten: AGR kann die vorbeugende Wirkung des Sonnenschutzmittels gegen die polymorphe Lichtdermatose unterstützen.

Wenn Sie zum Beispiel im Winter einen Urlaub in einer sonnenreichen Region planen, ist es eher schwierig, sich vorher langsam an natürliches UV-Licht zu gewöhnen. Dann bietet sich eine Phototherapie bei einer Hautärztin oder einem Hautarzt an, um der Sonnenallergie vorzubeugen. Dabei wird der ganze Körper wiederholt mit UV-A- und/oder UV-B-Licht bestrahlt – wobei das UV-Licht in der Regel anfangs niedrig dosiert ist und sich die Dosis dann schrittweise steigert: So gewöhnt sich Ihre Haut vorab an das stärkere Sonnenlicht – und Sie haben gute Chancen, dass die polymorphe Lichtdermatose nicht ausbricht.

Wichtig ist, die UV-Belastung in der Gewöhnungsphase so gering wie möglich zu halten. Darum nicht ins Solarium gehen, sondern in eine Facharztpraxis, die Phototherapien zur Vorbeugung einer Sonnenallergie anbietet.

Hilfe bei Sonnenallergie versprechen auch Omega-3-Fettsäuren: Ihre Einnahme kann unter Umständen dazu beitragen, dass die polymorphe Lichtdermatose geringer ausfällt.

Hingegen zeigen Calcium und Vitamin B3 hingegen keine vorbeugende Wirkung, obwohl sie oft als Mittel gegen Sonnenallergie empfohlen werden. Und auch Antioxidantien (wie Betacarotin oder Vitamin E) in Form von Nahrungsergänzungsmitteln scheinen gegen die Sonnenallergie unwirksam zu sein.

Sonnenallergie: Verlauf

Das erste Mal tritt die Sonnenallergie meist im Kindes- oder jungen Erwachsenenalter auf. Insgesamt verläuft sie chronisch: Wer einmal solche Hautreaktionen hatte, bekommt sie in nachfolgenden sonnenreichen Jahreszeiten oder Urlauben normalerweise immer wieder aufs Neue – meist über Jahrzehnte. Erst mit zunehmendem Lebensalter bessern sich die Symptome häufig.

In der Regel macht sich die Sonnenallergie dann bemerkbar, wenn die Sonneneinstrahlung ungewohnt hoch ist – wie etwa im Frühjahr/Sommer oder zu Beginn des Urlaubs. Die Symptome verschwinden innerhalb der nächsten Tage von selbst wieder, ohne Spuren auf der Haut zu hinterlassen. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass die Haut keine weitere UV-Bestrahlung abbekommt.

Ist die Haut mehrfach hintereinander der Sonne so stark ausgesetzt, dass es zur Sonnenallergie kommt, gewöhnt sich die Haut im Verlauf des Sommers oder Urlaubs meist an die UV-Strahlung. Die polymorphe Lichtdermatose fällt dann im Allgemeinen zunächst immer schwächer aus, bis schließlich auch hohe Strahlendosen keine Hautreaktionen mehr hervorrufen.

Sonnenallergie: Vorbeugen

Wenn Sie einer Sonnenallergie vorbeugen möchten, ist es vor allem wichtig, auf ausreichenden Sonnenschutz zu achten. Hierzu eignen sich zum Beispiel:

  • hautbedeckende, dunkle Kleidung
  • Hüte
  • Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor (30 bis 50)

Einer Sonnenallergie vorbeugen bedeutet auch, die Haut schrittweise an das Sonnenlicht zu gewöhnen und Sonnenbäder nur langsam in ihrer Stärke zu steigern. Für empfindliche Menschen ist es zudem empfehlenswert, beim Sonnenbaden möglichst auf Parfüms, Kosmetika und Deos zu verzichten, da sie eine polymorphe Lichtdermatose begünstigen können.

Vor allem bei der Sonnenallergie-Form namens Mallorca-Akne ist es vorbeugend ratsam, schon einige Tage vor einer erhöhten Sonneneinstrahlung – zum Beispiel vor einem Urlaub – die gesamte Pflegekosmetik auf fett- und emulgatorfreie Körperpflegeprodukte umzustellen.

Zusätzliche Tipps gegen Sonnenallergie beim Kind

Kinder haben eine besonders empfindliche Haut. Ergänzend zu den schon genannten Maßnahmen sollten Eltern darum noch folgende Tipps zum Schutz vor Sonne und Sonnenallergie beim Kind beachten:

  • Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind sich vorwiegend im Schatten aufhält.
  • Ist Ihr Kind noch im Babyalter (also unter 1 Jahr), setzen Sie es nie direkt der prallen Sonne aus. Und auch danach (bis ins Vorschulalter) sollte Ihr Kind der Sonne möglichst selten direkt ausgesetzt und immer gut geschützt sein.
  • Sonnenschutzmittel sind für empfindliche Babyhaut eher ungeeignet und sollten darum im 1. Lebensjahr möglichst vermieden werden. Ab dem 2. Lebensjahr eignen sich spezielle Sonnenschutzmittel für Kinder.
  • Achten Sie darauf, dass die Kopfbedeckung Ihres Kindes auch den Nackenbereich, die Ohren und die Nase vor Sonne schützt.
  • Um Ihr Kind zusätzlich abzuschirmen, eignen sich Kleidung und Kopfbedeckung mit UV-Schutz.
  • Geben Sie Ihrem Kind genug zu trinken – am besten Wasser, Mineralwasser oder Saftschorlen.