Eine Hautärztin untersucht ihre Patientin mit einem Dermatoskop.
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Fibrom (Stielwarze, Dermatofibrom)

Fibrome sind harmlose Knötchen in der Haut. Es gibt harte und weiche Fibrome. Letztere werden auch Stielwarzen genannt, weil sie als Anhängsel der Haut über die Hautoberfläche hinausragen. Wenn ein Fibrom stört, kann man es entfernen lassen. Welche Methoden es dazu gibt und warum man Fibrome nicht eigenhändig entfernen sollte, erfahren Sie hier.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Fibrom (Stielwarze, Dermatofibrom)

Fibrome sind gutartige Tumoren der Haut. Ihren Namen verdanken sie den Hautzellen, aus denen sie hervorgehen, den Fibroblasten. Aufgabe dieser Zellen ist es, Fasern zu bilden, die der Haut Stabilität verleihen, zum Beispiel Kollagen. Ein Fibrom entsteht, wenn sich in einem Hautbereich einzelne Fibroblasten verstärkt vermehren und viel neues Kollagen produzieren. Die Ansammlung aus Zellen und Kollagen tritt dann als Knötchen in Erscheinung.

Fibrom ist eigentlich ein Überbegriff für alle Arten von faserigen Tumoren. Wer von einem Fibrom spricht, meint aber meist entweder eine Stielwarze oder ein hartes Fibrom:

  • Als Stielwarzen bezeichnet man weiche Fibrome (Fibroma molle), die deutlich über die Haut hinausragen.
  • Harte Fibrome sind flach und dunkler als die Haut. Sie werden auch Dermatofibrome oder Histiozytome genannt.

Fibrome sind harmlos und werden meist nicht größer als 5 bis 10 Millimeter. Anders als bei bösartigen Hauttumoren besteht bei ihnen nicht die Gefahr, dass sie unkontrolliert wachsen und das umliegende Gewebe zerstören. Auch bilden Fibrome keine Tochtergeschwulste.

Wer ein Fibrom bei sich entdeckt, sollte es trotzdem vorsichtshalber von einer Hautärztin oder einem Hautarzt untersuchen lassen. Nur sie oder er kann sicher beurteilen, ob es sich tatsächlich um ein Fibrom handelt, und nicht etwa um Hautkrebs. Außerdem kann die Ärztin oder der Arzt das Knötchen entfernen, wenn die oder der Betroffene dies wünscht.

Zwar verursachen Fibrome meist keine Beschwerden. Die Knötchen können aber stören, nicht nur aus ästhetischen Gründen: Harte Fibrome jucken gelegentlich oder rufen leichte Schmerzen hervor. Es kann auch vorkommen, dass sich eine Stielwarze oder ein hartes Fibrom an einer ungünstigen Körperstelle bildet, an der es immer wieder gereizt wird – etwa in der Leistengegend, im Intimbereich oder unter den Achseln.

Stielwarzen (weiche Fibrome)

Weiche Fibrome (Fibroma molle) sind helle, braune oder rötlich-braune Ausstülpungen der Haut. Sie können entweder kugelig aussehen oder wie längliche, zipfelförmige Anhängsel. Aufgrund dieser Anhängsel-Form nennt man weiche Fibrome auch Stielwarzen.

Meist bilden sich Stielwarzen am Hals, unter den Achseln und/oder in der Leistengegend. Oft treten sie gehäuft auf, das heißt, in einem Hautbereich entwickeln sich mehrere dieser Knötchen. Im Gegensatz zu echten Warzen werden Stielwarzen nicht durch Viren oder andere Krankheitserreger verursacht. Sie sind daher auch nicht ansteckend.

Stielwarzen sind ein häufiges Phänomen, insbesondere bei übergewichtigen Menschen. Es hat sich gezeigt, dass Diabetikerinnen und Diabetiker auffallend häufig Stielwarzen im Bereich der Achseln entwickeln. Auch deshalb ist es wichtig, die Knötchen ärztlich abklären zu lassen: Wie viele andere Arten von Hautveränderungen gelten Stielwarzen als mögliche Warnzeichen für einen beginnenden Diabetes.

Harte Fibrome (Dermatofibrome)

Harte Fibrome sitzen in der Haut und ragen – wenn überhaupt – nur leicht über die Hautoberfläche hinaus. Meist entstehen sie als Reaktion der Haut auf eine leichte Reizung, etwa durch einen Insektenstich oder eine kleine Verletzung. Deshalb sind oft Körperteile betroffen, an denen solche Reizungen leicht vorkommen können – etwa die Unterschenkel.

Harte Fibrome sind in der Regel dunkler als die Haut, meist rötlich oder bräunlich und daher leicht mit Leberflecken zu verwechseln. Um sie zu erkennen, wenden Hautärztinnen und -ärzte einen einfachen Test an: Sie drücken den Hautfleck mit Daumen und Zeigefinger zusammen. Wenn er dabei in die Haut einsinkt, ist es ein Fibrom.

Stielwarzen und harte Fibrome entfernen

Fibrome kann man entfernen lassen. Die Hautärztin oder der Hautarzt betäubt die betroffene Hautstelle und schneidet das Knötchen heraus. Stielwarzen werden meist mit einem einfachen Schnitt beseitigt. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Fibrome mittels eines Lasers abzutragen.

Dank der örtlichen Betäubung spürt die oder der Betroffene normalerweise nichts von dem Eingriff. Er geht in der Regel schnell, ist unkompliziert und birgt kaum Risiken.

Fibrom (Stielwarze) entfernen: Kosten

Wer ein Fibrom entfernen lassen möchte, muss die Kosten in der Regel selbst übernehmen. Denn aus medizinischer Sicht sind Stielwarzen und harte Fibrome selten problematisch.

Der Eingriff ist normalerweise nicht teuer. Nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) betragen die Kosten für die Entfernung einer kleinen Geschwulst rund 8 Euro. Die Ärztin oder der Arzt kann aber mehr berechnen, wenn der Eingriff mit einem höheren Aufwand verbunden ist – etwa, wenn sich das Fibrom an einer ungünstigen Stelle befindet. Auch eine Laserbehandlung kostet meist etwas mehr.

Wenn die Hautärztin oder der Hautarzt den Eingriff für notwendig erachtet, übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn

  • das Fibrom blutet oder entzündet ist, oder
  • nicht klar ist, ob es sich tatsächlich um ein Fibrom handelt.

Kann die Ärztin oder der Arzt nicht erkennen, ob die Hautveränderung gutartig ist oder nicht, muss sie oder er die fragliche Stelle entfernen und an ein Labor schicken. Dort wird das Gewebe feingeweblich untersucht. Das heißt: Eine Pathologin oder ein Pathologe untersucht das Gewebe unter dem Mikroskop und teilt der Ärztin oder dem Arzt dann mit, ob es wirklich ein harmloses Fibrom oder eine andere Art von Tumor ist.

Pflaster, Abschneiden, Vereisen: Kann man Stielwarzen und andere Fibrome selbst entfernen?

Im Internet gibt es verschiedene Produkte zu kaufen, mit denen sich Fibrome angeblich problemlos entfernen lassen. Angeboten werden etwa Pflaster und spezielle Stifte zum Vereisen des Fibroms. Von derlei Produkten sollte man aber lieber die Finger lassen. Warzenpflaster und Vereisungs-Stifte haben sich zwar in der Behandlung echter Viruswarzen bewährt. Zur Entfernung von harten Fibromen und Stielwarzen sind sie aber nicht geeignet.

Auch ist es keine gute Idee, Stielwarzen und Fibrome eigenhändig abzuschneiden. Erstens können dabei Keime in die Wunde gelangen und diese kann sich entzünden. Zweitens besteht das Risiko, dass es sich bei der Hautveränderung gar nicht um ein Fibrom handelt. Steckt eine andere Hauterkrankung dahinter, muss diese gezielt behandelt werden. Ganz besonders wichtig ist das, wenn es sich um Hautkrebs handelt.

Fibrom juckt

Weiche Fibrome (Stielwarzen) rufen normalerweise weder Schmerzen noch Juckreiz hervor – es sei denn, sie werden verletzt und entzünden sich. Harte Fibrome (Dermatofibrome) hingegen jucken manchmal und können leichte Schmerzen verursachen.

Hinter einem juckenden Knötchen in oder auf der Haut kann sich aber auch etwas anderes verbergen als ein Fibrom. Als Ursachen kommen sowohl ein harmloser Insektenstich als auch ein bösartiges Melanom (Hautkrebs) infrage. Deshalb ist es wichtig, den Rat einer Hautärztin oder eines Hautarztes einzuholen, wenn das Knötchen nicht von selbst wieder verschwindet.

Fibrom im Mund

Fibrome können auch aus der Schleimhaut im Mund hervorgehen. Ursache ist meist eine wiederholte Reizung, etwa durch eine schlecht sitzende Zahnprothese oder eine Zahnspange. Man spricht deshalb auch von Reizfibromen. Sie zählen zu den am häufigsten beobachteten Veränderungen der Mundschleimhaut. Insgesamt kommen Fibrome im Mund jedoch deutlich seltener vor als an anderen Körperstellen.

Reizfibrome im Mund sind meist kein Grund zur Sorge. Man sollte sie dennoch von einer Hautärztin oder einem Hautarzt begutachten lassen. Das ist wichtig, um andere Erkrankungen auszuschließen. Dazu zählen vor allem bestimmte Formen von Hautkrebs, wie das orale Plattenepithelkarzinom und bösartige Speicheldrüsentumoren.