Hand-Fuß-Mund-Krankheit: Kind zeigt Hände mit Ausschlag.
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Hand-Fuß-Mund-Krankheit: Hochansteckend und meist harmlos

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist nach ihren typischen Symptomen benannt: Wer sich ansteckt, bekommt Hautausschlag und Bläschen an Händen und Füßen. Bemerkbar macht sich die Infektion aber zunächst durch andere Beschwerden. Welche das sind und was Sie noch über die Erkrankung wissen sollten, erfahren Sie hier.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Was ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit?

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit (kurz HFMK, auch als falsche Mund- und Klauenseuche oder Hand-Fuß-Mund-Exanthem bekannt) ist eine sehr ansteckende Viruserkrankung, die schmerzhafte Bläschen im Mund und Hautausschlag in den Handflächen und an den Fußsohlen hervorruft. Sie tritt vor allem bei Kindern unter zehn Jahren auf, weshalb sie Fachleute zu den Kinderkrankheiten zählen. Ältere Kinder und Erwachsene stecken sich insgesamt seltener mit der Erkrankung an. In der Regel verspüren sie dann schwächere oder überhaupt keine Beschwerden.

Die HFMK verläuft in den meisten Fällen harmlos. Häufig sind die Betroffenen nach etwa fünf bis sieben Tagen wieder gesund – auch ohne ärztliche Behandlung. Im Sommer, Spätsommer und Herbst kommt es gelegentlich zu kleineren Epidemien, etwa in Kindergärten oder Grundschulen. Grundsätzlich tritt die HFMK auf der ganzen Welt auf, besonders häufig sind jedoch vermehrte Ausbrüche in China, Japan, Singapur und Malaysia zu beobachten. Überwiegend stecken dahinter Enteroviren A71, die schwere Verläufe mit Auswirkungen auf das zentrale Nervensystem und Lungenödemen mit sich bringen können.

Hand-Fuß-Mund-Krankheit: Symptome und Verlauf

Oft macht sich eine Infektion mit der HFMK beziehungsweise mit den Viren, die sie auslösen, gar nicht bemerkbar. Bei etwa 80 von 100 Infizierten zeigen sich keine Symptome. Beschwerden ruft die Infektion vor allem bei Kindern unter zehn Jahren hervor. Etwa drei bis fünf Tage nach der Infizierung, manchmal auch erst nach zehn Tagen, können sich bei ihnen erste Symptome wie

Ein bis zwei Tage nach dem Fieber tritt der für die Hand-Fuß-Mund-Krankheit typische Hautausschlag in Erscheinung:

  • Im Mund entwickeln sich mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen und kleine, schmerzhafte Geschwüre an Zunge, Gaumen und Zahnfleisch, zu Beginn teils auch an der Nase und um den Mund herum. Betroffenen Kindern fällt zunehmend das Schlucken schwerer, weshalb ein starker Speichelfluss möglich ist.

  • An Handinnenflächen und Fußsohlen – seltener auch an Knien, Ellenbogen, Gesäß oder im Genitalbereich – bilden sich rötliche Knötchen, Flecken und Bläschen, die von einem roten Saum umgeben sind. Der Ausschlag juckt meist nicht. Jedoch ist auch eine andere, untypische Form des Ausschlags möglich, die mit Juckreiz verbunden sein kann.

Häufig bilden sich aus den Flecken kleine Bläschen, die im Verlauf verkrusten, besonders um die Mundregion. Die Erkrankung heilt fast immer folgenlos aus. Meist dauert es nicht länger als eine Woche, bis die Betroffenen wieder gesund sind.

Hand-Fuß-Mund-Krankheit: Ursache und Ansteckung

Ursache der Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist eine Infektion mit Viren aus der Gruppe der Enteroviren, besonders Coxsackie-A-Viren oder das Enterovirus A71. Die Erkrankung gilt als hochansteckend und wird von Mensch zu Mensch übertragen. Oftmals gelangen die Erreger über Körperflüssigkeiten einer erkrankten Person zu einer anderen, etwa über Speichel beim Husten, Sprechen oder Küssen – sogenannte Tröpfcheninfektion. Besonders viele Viren sind in der Flüssigkeit in den Hautbläschen enthalten. Darum kann schon eine Berührung für eine Infizierung ausreichen.

Zudem können die Erreger indirekt durch eine Schmierinfektion, etwa über Gegenstände und Oberflächen wie Türklinken, Geländer oder Spielzeug von Mensch zu Mensch gelangen. Wer sich die Erreger mit der Hand dann auf die Schleimhäute der Augen, Nase oder der Mundschleimhaut reibt, infiziert sich möglicherweise auf diesem Wege. Auch Stuhl enthält Erreger der HFMK. Daher stecken sich Eltern mitunter bei ihrem Kind an, wenn sie die Windeln wechseln.

Wie lange ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ansteckend?

Am höchsten ist das Risiko einer Ansteckung in den ersten Tagen nach Ausbruch der Krankheit, vor allem während der Zeit des Ausschlags. Je trockener die Bläschen und je länger die Infektion zurückliegt, desto weniger ansteckend sind Betroffene. Allerdings sind im Stuhl häufig noch Wochen nach der Erkrankung Viren nachweisbar, weshalb eine Ansteckung auch bis zu sechs Wochen lang möglich sein kann – in manchen Fällen auch noch länger.

Wie lange müssen Kinder mit HFMK zu Hause bleiben?

Erkrankte Kinder müssen in der Regel so lange zu Hause bleiben, bis die Symptome der Hand-Fuß-Mund-Krankheit abgeklungen und die Bläschen ausgetrocknet sind. Erst dann ist der Besuch des Kindergartens, der Schule und anderen Gemeinschaftseinrichtungen wieder empfohlen.

Hand-Fuß-Mund-Krankheit: Komplikationen

Fachleute gehen davon aus, dass rund 80 Prozent der infizierten Personen keinerlei Symptome verspüren. Eine solche beschwerdefreie Erkrankung betrifft überwiegend Erwachsene. Zu schweren Komplikationen kommt es in der Regel nicht. In seltenen Fällen verlieren Patient*innen innerhalb der ersten vier Wochen nach der Infektion ihre Fingernägel und Fußnägel. Die Nägel wachsen aber von selbst wieder nach. Äußerst selten sind ernsthafte Komplikationen wie eine Hirnhautentzündung, Entzündung des Gehirns, Herzens oder von Nerven möglich.

Hand-Fuß-Mund-Krankheit: Schwangerschaft

Auch während der Schwangerschaft verursacht eine Ansteckung mit der HMFK nur milde oder keinerlei Symptome. Tritt die Erkrankung um den Geburtstermin herum auf, können Schwangere die Enteroviren auf das Neugeborene übertragen. In den meisten Fällen verläuft auch dann die HFMK mild. Schlimmstenfalls breiten sich jedoch die Erreger im Körper und somit in den Organen aus – eine lebensgefährliche Situation für Neugeborene. Vor allem in den ersten Lebenswochen stellt die Hand-Fuß-Mund-Krankheit daher ein erhöhtes Risiko dar.

Hand-Mund-Fuß-Krankheit: Wann ist ärztlicher Rat notwendig?

Grundsätzlich empfiehlt sich bei Verdacht auf HMFK die Vorstellung in einer kinderärztlichen Praxis, um nicht zuletzt andere Krankheiten auszuschließen. Bei schweren Verläufen, die mit Komplikationen einhergehen können, kann unter Umständen ein Krankenhausaufenthalt notwendig sein. Eltern sollten spätestens eine kinderärztliche Praxis aufsuchen, wenn das Kind:

  • zu wenig trinkt und dehydriert wirkt

  • jünger als sechs Monate ist

  • ein geschwächtes Immunsystem hat

  • unter stark ausgeprägten Symptomen leidet (etwa große, äußerst schmerzhafte Wunden im Mund)

  • länger als drei Tage unter Fieber leidet

  • unter weiteren, auf einen komplizierten Verlauf deutende Beschwerden wie Krampfanfälle, Nackensteife, Kopfschmerzen, Bewusstlosigkeit oder Benommenheit leidet

  • nach zehn Tagen immer noch HMFK Symptome hat

Hand-Fuß-Mund-Krankheit: Diagnose

Die*der Ärztin*Arzt erkennt die Hand-Fuß-Mund-Krankheit in der Regel bereits anhand der charakteristischen Symptome. Wenn Eltern zusätzlich berichten, dass dem Kind Speichel aus dem Mund fließt, es nicht mehr isst oder – wenn überhaupt – nur kalte Getränke trinkt, sind das in der Regel aussagekräftige Anzeichen der HFMK.

Bei seltenen, schweren Verläufen sind manchmal weitere Untersuchungen notwendig. Dazu zählt etwa eine Stuhlprobe oder ein Abstrich des Rachens sowie der Bläschen. Gegebenenfalls kann auch eine Untersuchung des Hirnwassers zur Diagnosestellung angeordnet werden.

Hand-Fuß-Mund-Krankheit: Behandlung

Eine Behandlung, die gegen die ursächlichen Viren wirksam wäre, ist nicht möglich. Auch Antibiotika wirken nicht gegen die Hand-Mund-Fuß-Krankheit, da sie nur gegen Bakterien vorgehen können. Fast immer heilt die Hand-Fuß-Mund-Krankheit aber ohnehin von selbst ab und bedarf keiner speziellen Behandlung.

Gegen die teils unangenehmen Beschwerden helfen Schmerzmittel und fiebersenkende Medikamente wie Paracetamol. Wenn die Entzündungen im Mund schmerzen, können kühle Getränke einen lindernden Effekt erzielen. Auch Mundspülungen können gegen die wunden Stellen auf der Mundschleimhaut und im Rachenbereich helfen.

Medikamente mit Acetylsalicylsäure (ASS) sind nicht für Kinder und deshalb auch nicht zur Therapie der HFMK geeignet. Die ASS kann bei einer bestehenden viralen Infektionskrankheit eine lebensbedrohliche Komplikation, das Reye-Syndrom, auslösen.

Hand-Fuß-Mund-Krankheit: Vorbeugen

Vorbeugen lässt sich der Hand-Fuß-Mund-Krankheit durch Hygienemaßnahmen. Besonders regelmäßiges und gründliches Händewaschen trägt dazu bei, einer Infektion vorzubeugen. Waschen Sie sich die Hände mit Seife (mindestens 30 Sekunden lang), vor allem:

  • nach dem Toilettengang (oder dem Ihres Kindes),
  • nach dem Windelwechseln, 
  • vor, während und nachdem Sie Essen zubereiten und
  • nach dem Naseputzen, Husten oder Niesen.

Darüber hinaus ist es wichtig, Abstand zur erkrankten Person zu halten. Küsse und Umarmungen sind nicht empfehlenswert. Auch den Kontakt zu benutzten Gegenständen (insbesondere zu Besteck und Tassen) sollten Sie nach Möglichkeit meiden – oder sich direkt danach die Hände gründlich waschen.

Reinigen und desinfizieren Sie ebenso regelmäßig derartige Gegenstände sowie die berührten Oberflächen. Handtücher, Waschlappen, Bettwäsche und weitere Textilien sollten darüber hinaus nicht mit anderen im Haushalt lebenden Personen geteilt und häufig gewaschen werden.

HFMK: Gibt es eine Impfung?

Gegen die Hand-Fuß-Mund-Krankheit gibt es keine Impfung. In China wurde zwar vor einigen Jahren ein Impfstoff gegen das Enterovirus 71 entwickelt. In Europa wird die Erkrankung aber meist durch Coxsackie-A-Viren verursacht, gegen die bislang kein Impfstoff zur Verfügung steht.