Das Bild zeigt die Füße eines Neugeborenen.
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Sichelfuß

Der Sichelfuß ist die häufigste Fußfehlstellung beim Baby: Hierbei ist der Vorderfuß nach innen gedreht – dadurch hat der Fuß die Form einer Sichel. In den meisten Fällen entsteht ein Sichelfuß wahrscheinlich durch den Platzmangel in der Gebärmutter während der letzten Schwangerschaftswochen.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Sichelfuß: Einwärtsdrehung der Zehenspitzen

Die gute Nachricht: Sichelfüße sind meistens harmlos und verschwinden im Laufe des Wachstums von allein. Eltern können die Therapie unterstützen, indem sie die Füße ihres Babys wiederholt in die Normalstellung drücken. Auch ein leichtes Bestreichen des äußeren Fußrands und eine Fußmassage fördern die normale Ausrichtung der Füße. Eine Operation kommt bei einem Baby praktisch nie in Betracht.

Die für einen Sichelfuß typische Fehlstellung entsteht dadurch, dass der Mittelfuß und die Zehen verstärkt nach innen gewölbt sind – sogenannte Adduktionsstellung. Die Ferse bleibt dabei unverändert oder knickt nach innen ab. Die Fachbezeichnung für einen Sichelfuß lautet Pes adductus.

Mögliche Ursachen für einen Sichelfuß sind:

  • die in der Gebärmutter (Uterus) herrschende räumliche Enge, die dazu führt, dass sich der Fuß des Ungeborenen in einer Zwangshaltung befindet (daher findet sich der angeborene Sichelfuß fast nie bei Frühgeborenen),
  • erbliche Faktoren (ein erblich bedingter Sichelfuß tritt nur dann auf, wenn beide Elternteile die entsprechenden Erbmerkmale tragen und an ihr Kind vererben),
  • häufige Bauchlage der Säuglinge, bei der die Zehen ständig aufliegen, sodass sich der Vorderfuß nach innen verdreht und schließlich in die Sichelstellung hineinwächst.

Der Sichelfuß tritt häufig beidseitig auf, bereitet in der Regel jedoch weder Schmerzen noch schränkt er die Bewegungsfähigkeit ein. Allerdings kann ein Sichelfuß beim Kleinkind dazu führen, dass ein stark nach innen gerichteter Gang entsteht.

Meistens stellt der Arzt den Sichelfuß anhand des Erscheinungsbilds und der körperlichen Untersuchung fest – zum Beispiel im Rahmen der ersten U-Untersuchungen. Mithilfe einer Röntgenuntersuchung kann der Arzt feststellen, welches Ausmaß die Fehlstellung beim Sichelfuß hat.

In den meisten Fällen verschwindet ein Sicherfuß von allein. Bleibt die Fußfehlstellung allerdings bestehen, ist eine Behandlung ratsam: Hierbei reichen meist konservative (d.h. nicht-operative) Maßnahmen mit Verbänden oder Einlagen aus.

Gelingt es so nicht, die Fußfehlstellung ausreichend zu korrigieren, kann der Sichelfuß eine Operation nötig machen. Bei Kindern kommen andere Methoden zur operativen Sichelfuß-Therapie zum Einsatz als bei Erwachsenen.

Definition

Als Sichelfuß (auch Pes adductus genannt) bezeichnet man eine angeborene oder erworbene Fehlstellung des Fußes, bei der sich sowohl der Mittelfuß als auch die Zehen in der sogenannten Adduktionsstellung befinden – das heißt, der Mittelfuß und die Zehen sind verstärkt nach innen gewölbt.

Zusätzlich weicht beim angeborenen Sichelfuß die Großzehe nach innen ab (= Hallux varus, im Gegensatz zum Hallux valgus), wodurch die Adduktionsstellung der Zehen noch verstärkt wird.

Meist tritt der Sichelfuß beidseitig auf. Jungen haben allgemein häufiger Sichelfüße als Mädchen.

Ein Sichelfuß sollte nicht mit einem Klumpfuß verwechselt werden – auch wenn beide Fehlstellungen ähnlich aussehen. Anders als beim KlumpfußKlumpfuß ist die Fersenstellung beim Sichelfuß normal oder etwas eingeknickt. Darüber hinaus muss den sogenannten Z-Fuß (Serpentinenfuß) von einem Sichelfuß unterscheiden. Beim Z-Fuß sind – zusätzlich zur Einwärtsdrehnung der Zehenspitzen – Bestandteile der Fußwurzel nach außen gewölbt.

Angeborene und erworbene Ursachen

Grundsätzlich entsteht ein Sichelfuß, weil bestimmte Fußmuskeln aktiver sind als andere Fußmuskeln. Beim Sichelfuß ist entweder der Muskel betroffen, der die Großzehe in ihrem Grundgelenk an den Fuß anlegt (Großzehenadduktor bzw. Musculus adductor hallucis), oder der vordere Schienbeinmuskel (Musculus tibialis anterior).

Durch dieses Missverhältnis befinden sich Mittelfuß und Zehen in der sogenannten Adduktionsstellung und sind verstärkt nach innen gewölbt.

Man unterscheidet eine angeborene und eine nach der Geburt erworbene Form des Sichelfußes.

  1. Ein angeborener Sichelfuß beim Baby kann sowohl erbliche Ursachen haben als auch erworben sein:
    • In der Regel ist der schon bei der Geburt bestehende Sichelfuß auf die in der Gebärmutter (Uterus) herrschende räumliche Enge zurückzuführen: Diese kann dazu führen, dass sich der Fuß des Ungeborenen in einer dem Sichelfuß entsprechenden Zwangshaltung befindet. Ein Beleg dafür, dass dies die Ursache für Sichelfüße beim Baby sein kann, ist die Tatsache, dass Frühgeborene fast nie von dieser Fußfehlstellung betroffen sind.
    • Der angeborene Sichelfuß kann aber auch durch Vererbung entstehen. Ein erblich bedingter Pes adductus entsteht über einen sogenannten rezessiven Erbgang. Das bedeutet: Die Fußfehlstellung tritt beim Kind nur dann auf, wenn beide Elternteile die entsprechenden Erbmerkmale tragen und an ihr Kind weitergegeben haben.
  2. Ein nach der Geburt erworbener Sichelfuß ist meist weniger ausgeprägt, kommt jedoch häufiger vor:
    • In dem Fall hat der Sichelfuß seine Ursachen darin, dass das Baby häufig in Bauchlage liegt, sodass die Zehen ständig aufliegen. Dadurch kann sich der Vorderfuß nach innen verdrehen, sodass dieser schließlich in die für den Pes adductus typische Sichelstellung hineinwächst.

Symptome

Der Sichelfuß ist von außen meist schon deutlich zu erkennen. Sichelfüße zeigen folgendes Erscheinungsbild:

  • Fußspitze und Mittelfuß sind einwärts gestellt.
  • Eine oder mehrere Zehen sind nach innen verlagert.
  • Die Ferse ist entweder gerade oder nach innen (valgisch) abgeknickt.

Häufig tritt der Sichelfuß beidseitig auf. Beim angeborenen Sichelfuß können weitere Symptome hinzukommen: Dann hat das Baby oft auch eine deformierte Großzehe, die im Grundgelenk nach innen abweicht (= Hallux varus – also das Gegenteil zum Hallux valgus).

Oft führt ein Sichelfuß wegen seiner typischen Fußfehlstellung dazu, dass das betroffene Kleinkind einen stark nach innen gerichteten Gang zeigt. Der Sichelfuß löst aber überwiegend keine Beschwerden aus: Die Beweglichkeit ist beim Sichelfuß meist uneingeschränkt und nur selten treten Schmerzen auf. In der Regel bleiben die mit dem Sichelfuß verbundenen Symptome also auf das veränderte Aussehen des Fußes und das Gangbild beschränkt.

Diagnose beim Arzt

Der Arzt erkennt eine Sichelfuß meist schon anhand des typischen Erscheinungsbilds der Fußfehlstellung: Mittelfuß und Zehen befinden sich in der sogenannten Adduktionsstellung und sind verstärkt nach innen gewölbt. Liegt gleichzeitig ein Hallux varus vor, deutet dies auf eine angeborene Form von Sichelfuß hin.

Typisch für Sichelfüße ist, dass das betroffene Kind den Fuß geradeaus richtet, wenn man über den äußeren Fußrand streicht.

Äußerlich ähnelt der Sichelfuß in seiner Fehlstellung einem Klumpfuß. Um festzustellen, ob es sich bei der Fehlstellung um einen Klumpfuß oder einen Sichelfuß handelt, eignet sich eine einfache Untersuchung des Fußes: Im Gegensatz zum Sichelfuß ist beim Klumpfuß die Ferse nach außen gerichtet. Außerdem ist meist zusätzlich die Bewegung eingeschränkt.

Um die für den Sichelfuß geeignete Behandlung bestimmen zu können, prüft der Arzt bei der körperlichen Untersuchung außerdem, wie weit sich die Fehlstellung passiv korrigieren lässt: Hierzu hält er den Rückfuß fest und versucht anschließend vorsichtig, den Vorfuß in Richtung Normalstellung zu bewegen.

Um das Ausmaß der Fußfehlstellung abzuklären, kann bei der Sichelfuß-Diagnose außerdem eine Röntgenuntersuchung zum Einsatz kommen.

Konservative Therapie & Operation

Meist ist bei einem Sichelfuß keine spezielle Therapie nötig, da er sich in 80 bis 90 Prozent der Fälle im Laufe des Wachstums von allein korrigiert.

Verschwindet der Sichelfuß nicht von selbst, besteht die Behandlung zunächst darin, die Fußfehlstellung beim Baby manuell zu korrigieren. Ist ausschließlich der Vorfuß betroffen, reicht es häufig schon aus, den Sichelfuß wiederholt in die Normalstellung zu drücken. Auch ein leichtes Bestreichen des äußeren Fußrands fördert die normale Ausrichtung des Fußes.

Zusätzlich sind bei einem Sichelfuß zur Therapie Schaumstoffringe für die Unterschenkel geeignet: Diese verhindern, dass die Füße in der Bauchlage auf dem Außenrand aufliegen.

Ist gleichzeitig der Mittelfuß von der Fehlstellung betroffen, macht der Sichelfuß zur Therapie korrigierende (redressierende) Gipsverbände für die Oberschenkel nötig. In den meisten Fällen kann man diese nach etwa 1 bis 3 Wochen wieder entfernen. Anschließend erhalten die Kinder sogenannte Lagerungsschalen, die sie ausschließlich nachts tragen. Beginnen die Kinder zu stehen und zu laufen, können Schuheinlagen zur Sichelfuß-Behandlung zum Einsatz kommen, die die Fersen umfassen und einen vorgezogenen Innenrand haben.

Operation

In seltenen Fällen gelingt es allerdings nicht, Sichelfüße durch eine konservative (d.h. nicht-operative) Therapie ausreichend zu korrigieren. Dann kann der Sichelfuß eine Operation nötig machen. Für die operative Sichelfuß-Behandlung bei Kindern stehen mehrere Methoden zur Verfügung:

In einigen Fällen besteht der Eingriff darin, die Ansatzsehne des Großzehenadduktors (Musculus adductor hallucis) zu durchtrennen. Daneben ist es möglich, verschiedene im Fußbereich liegende Gelenkkapseln zu entfernen – in dem Fall ist es nötig, den Fuß vorübergehend mit Drähten zu fixieren.

Bei Erwachsenen oder bei ausgereiftem Skelett behandelt man einen Sichelfuß behandelt man, indem man Knochenteile entfernt und auf diese Weise die Stellung der Mittelfußknochen verändert. Eine solche Operation ist jedoch beim Sichelfuß nur selten notwendig.

Verlauf

Meist nimmt ein Sichelfuß einen selbstheilenden Verlauf: In 80 bis 90 Prozent der Fälle verschwindet die Fußfehlstellung bei den Kindern im Laufe des Wachstums ohne Behandlung. Doch auch wenn der Sichelfuß nicht von selbst heilt, lässt er sich konservativ gut therapieren.

Bei einem unbehandelten Sichelfuß kann aber seltenen Fällen zu Komplikationen kommen: Die dauerhafte Fehlstellung des Fußes führt dazu, dass der Mittelfuß versteift. Durch die ständige Fehlbelastung nutzen sich dann vor allem Fuß-, Knie- und Hüftgelenke stark ab, was einen frühzeitigen Abbau des Gelenkknorpels mit begleitender Schädigung des Knochens (Arthrose) zur Folge hat.

Zudem können mit zunehmendem Alter durch das Laufen Schmerzen und Druckstellen am Fuß entstehen. Darüber hinaus führt der veränderte Gang zu einer kosmetischen Beeinträchtigung, was die Betroffenen häufig als unangenehm empfinden.

Vorbeugen

Einem Sichelfuß können Sie nur bedingt vorbeugen: Um zu verhindern, dass sich diese Fußfehlstellung bei Ihrem Baby nach der Geburt entwickelt, achten Sie am besten darauf, dass der Fuß in Bauchlage nicht nach innen verdreht ist.

Wenn Sie bei Ihrem Kind eine Fehlstellung in Form des Sichelfußes bemerken, lassen Sie diese – trotz des meist harmlosen Verlaufs – lieber von einem Arzt untersuchen. Wenn sich Sichelfüße nicht von selbst zurückbilden, ist es ratsam, sie angemessen behandeln zu lassen.

Dem schon vor der Geburt entstehenden Sichelfuß können Sie nicht vorbeugen. Allerdings können Sie auch beim angeborenen Sichelfuß durch eine frühzeitige Behandlung mögliche Spätfolgen verhindern.