Das Bild zeigt die Füße eines Babys.
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Klumpfuß

Bei einem Klumpfuß ist die Ferse hochgestellt und der Vorderfuß sichelförmig nach innen gedreht. Diese komplexe Fußverformung ist keine Seltenheit: Von 1.000 Neugeborenen kommen in Deutschland etwa ein bis drei mit einem Klumpfuß zur Welt. Die genauen Ursachen für einen angeborenen Klumpfuß sind noch unklar. Sicher ist, dass mehrere Faktoren eine Rolle spielen. Insbesondere genetische Defekte kommen als Ursache infrage – der Klumpfuß tritt nämlich familiär gehäuft auf. Mit speziellen Gipsverbänden kann der Arzt den Klumpfuß nach und nach korrigieren, sodass die meisten Kinder später ganz normal stehen, gehen und laufen können.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Klumpfuß: Ursachen, Symptome, Therapie bei Neugeborenen

Die frischgebackene Mutter hält zum ersten Mal ihr Baby im Arm – und erschrickt. Denn die Füße ihres Säuglings sind stark verformt. Ein Klumpfuß kann ein- oder beidseitig auftreten und unterschiedliche Schweregrade aufweisen. Jungen sind insgesamt doppelt so häufig betroffen wie Mädchen.

Warum der Klumpfuß genau entsteht, ist bisher nicht vollständig geklärt. Eine mögliche Erklärung ist, dass die Entwicklung des Fußes in einem frühen Entwicklungsstadium stehen bleibt oder die Fußentwicklung durch unbekannte Einflüsse gestört wird.

Bei der Entstehung eines Klumpfußes spielen mehrere Faktoren eine Rolle – insbesondere genetische Defekte. Klumpfüße werden also zum Teil vererbt, können aber auch durch verschiedene Umwelteinflüsse während der Schwangerschaft (z.B. Rauchen oder Virusinfektionen) begünstigt werden.

In seltenen Fällen ist der Klumpfuß nicht angeboren, sondern erworben. Der erworbene Klumpfuß entsteht meist durch Störungen des Nervensystems – zum Beispiel infolge einer Myelodysplasie, durch eine Erkrankung an Kinderlähmung (Polio) oder nach einer Verletzung des Unterschenkels.

Der Klumpfuß ist eine Kombination aus verschiedenen Deformitäten am Fuß – Betroffene haben

Die Ferse zeigt dabei nach innen, sodass sie ohne entsprechende Behandlung auf dem Fußaußenrand gehen müssten.

Bei einem Klumpfuß ist es wichtig, frühzeitig mit einer Therapie zu beginnen und diese kontinuierlich fortzuführen – so lassen sich in der Regel gute Ergebnisse erzielen. Ziel einer Klumpfuß-Therapie ist es, die Fußfehlstellungen und -verformungen auszugleichen, damit die Babys mit "geraden" Füßen laufen lernen können.

Ärzte behandeln Klumpfüße häufig nach der sogenannten Ponseti-Methode. Dabei erhält der Säugling in seinen ersten Lebenstagen einen geschlossenen Gipsverband, der regelmäßig gewechselt wird und die Fußfehlstellung stufenweise korrigiert. Nach etwa drei Wochen ersetzt der Arzt den Oberschenkelgips durch speziellen Schienen, die zunächst nur zur Physiotherapie und zur Pflege, später auch tagsüber abgenommen werden können.

Bei frühzeitiger und konsequent fortgeführter Behandlung lässt sich ein Klumpfuß meist problemlos korriegieren. Ohne Behandlung bleibt der Klumpfuß bestehen – Betroffene können dann nur unter Schmerzen gehen und stehen.

Definition

Der Klumpfuß ist eine komplexe Fehlbildung des Fußes. Sie ist ist der Regel angeboren (kongenital) und lässt sich nur durch eine sogenannte Redressionsbehandlung oder eine Operation ausgleichen.

Ein Klumpfuß kann bei einem oder beiden Füßen vorkommen und unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Meist handelt es sich um eine Kombination von mehreren Fußfehlbildungen – die betroffenen Säuglinge und Babys haben einen

Zusätzlich ist die Wadenmuskulatur in vielen Fällen unterentwickelt.

Der "echte Klumpfuß" darf nicht mit der "Klumpfußhaltung" verwechselt werden. Bei einer Klumpfußhaltung ähnelt der Fuß zwar einem Klumpfuß, er ist aber deutlich flexibler und lässt sich problemlos passiv korrigieren.

Die gute Nachricht: Bei frühzeitiger und konsequenter Behandlung lässt sich ein Klumpfuß meist gut korrigieren. Stehen, Gehen und Laufen ist nach erfolgreicher Therapie problemlos möglich – nur bei bestimmten Sportarten können Einschränkungen bestehen.

Ursachen

Man vermutet, dass sich während der Entwicklung des Kindes im Mutterleib Muskeln und Bindegewebe nicht im richtigen Verhältnis ausbilden. Als Folge entsteht durch den hohen Anteil von Bindegewebe ein Muskelungleichgewicht. Auch das Knochenwachstum ist dadurch verändert: Es kommt zu Fehlentwicklungen und damit zum Klumpfuß.

Möglich ist auch, dass die Fußentwicklung in einer embryonalen Entwicklungsstufe stoppt, wenn die Muskelentwicklung noch nicht abgeschlossen ist. So ähnelt der Klumpfuß von der Form her dem frühembryonalen Fuß. In manchen Fällen können bei einem Klumpfuß auch Nervenerkrankungen zu den Ursachen gehören.

Ein Klumpfuß kann alleine oder kombiniert mit anderen Fehlbildungen vorkommen: So tritt der sogenannte neuromuskuläre Klumpfuß zum Beispiel bei Erkrankungen wie Spina bifida auf. Hier liegt meist ein Muskelungleichgewicht zugrunde, wobei die Muskeln teilweise gelähmt oder anderweitig erkrankt sein können.

typische Symptome

Ein angeborener Klumpfuß lässt sich bereits bei Neugeborenen an den typischen Symptomen erkennen. Bei einem Klumpfuß handelt es sich um eine Kombination aus verschiedenen Fehlbildungen der Füße und kann sowohl ein- als auch beidseitig auftreten.

  1. Spitzfuß: Steilstellung im oberen Sprunggelenk, Hochstand des Fersenbeins bei verkürzter Achillessehne
  2. nach innen geneigter Rückfuß: extreme O-Stellung des unteren Sprunggelenks, die Ferse zeigt nach innen
  3. Sichelfuß: Der Mittelfuß und die Zehen sind einwärts gedreht
  4. Hohlfuß: Die Längswölbung des Fußes ist erhöht

Die Betroffenen können ohne entsprechende Behandlung nur auf dem Fußaußenrand, in schweren Fällen sogar nur auf dem Fußrücken gehen. In diesem extremen Stadium des Klumpfußes ist die Fußsohle nach oben gerichtet.

Beim Klumpfuß handelt es sich jedoch nicht nur um eine Fehlstellung der Gelenke, sondern um eine schwere, komplexe Fehlbildung des gesamten Fußes. Besonders betroffen sind die knöchernen Fußwurzeln, die Bänder und Sehnen sowie einzelne Muskeln.

Diagnose beim Arzt

Mittlerweile können Ärzte oft schon ab der 13. Schwangerschaftswoche mittels Ultraschall feststellen, ob das Baby mit einem Klumpfuß zur Welt kommen wird. Um festzustellen, ob es sich dabei tatsächlich um einen Klumpfuß oder nur um eine Klumpfußhaltung handelt, ist eine klinische Untersuchung notwendig.

Bei dieser Untersuchung begutachtet der Arzt das Ausmaß der Fußfehlstellung und testet die Beweglichkeit in den einzelnen Gelenken. Je nachdem, wie gut sich der Fuß passiv in die Normalstellung bewegen lässt und ob sich an den Füßen deutliche Hautfalten zeigen, teilt der Arzt den Klumpfuß in verschiedene Schweregrade ein. Anhand des Schweregrades kann der Arzt das Behandlungskonzept festlegen.

Ein zusätzlicher Hinweis für einen Klumpfuß ist eine sehr dünne, verkürzte Wade (Klumpfußwade). In vielen Fällen fertigt der Arzt eine Rötgenaufnahme des Fußes an – diese ist bei einem Klumpfuß zur Diagnose zwar nicht zwingend erforderlich, hilft jedoch, den Grad und den weiteren Krankheitsverlauf beim Klumpfuß zu beurteilen.

Therapie

Entscheidend für die erfolgreiche Behandlung bei einem Klumpfuß ist eine rechtzeitige und konsequente Therapie. Diese sollte unmittelbar nach der Geburt beginnen, im Verlauf kontrolliert und gegebenenfalls fortgeführt werden sollte, bis das Wachstum abgeschlossen ist.

Das Behandlungsprinzip bei einem Klumpfuß besteht darin, die Fußfehlstellung über längere Zeit hinweg zu korrigieren, ähnlich wie eine Zahnspange bei schiefen Zähnen wirkt.

Zunächst bringt ein Physiotherapeut die Füße von Hand schrittweise in die richtige Position. Später helfen dabei Gipsverbände – sogenannte redressierende Oberschenkelgipsverbände. Sie werden zunächst täglich, später in wöchentlichen Abständen gewechselt und die Fußhaltung dadurch immer weiter korrigiert (Etappengipsbehandlung). Krankengymnastische Übungen dehnen und kräftigen die Muskulatur und ergänzen die Klumpfuß-Therapie.

Nach etwa drei Wochen ersetzt der Arzt den Oberschenkelgips durch speziellen Schienen, die zunächst nur zur Physiotherapie und zur Pflege, später auch tagsüber abgenommen werden können.

Zwischen dem 3. und 4. Lebensmonat findet in der Regel (in 90 Prozent der Fälle) ein kleiner operativer Eingriff statt – eine Achillessehnenverlängerung. Hierbei trennt der Arzt die Achillessehne im Rahmen einer kleinen Operation vorsichtig durch. Anschließend muss das Baby für etwa drei Wochen einen Gipsverband tragen, damit der Fuß in der gewünschten Stellung verbleibt – in dieser Zeit wächst die Achillessehne ohne Folgen wieder zusammen.

Regelmäßige Kontrollen während der ersten Lebensjahre, zum Teil bis zum Ende der Wachstumsphase, sind notwendig, um Rückschritte möglichst frühzeitig erkennen und behandeln zu können.

Wenn der Klumpfuß trotz einer vorherigen Therapie bestehen bleibt oder später wieder auftritt (sog. Rezidiv), können verschiedene Operationen sinnvoll sein:

  • "rebellischer" Klumpfuß (spricht kaum auf die Therapie an und tritt nach erfolgreicher Therapie häufig erneut auf): Kapselentfernung
  • Rezidiv im Wachstumsalter: Sehnenverlängerungen und Operationen, bei denen Ärzte die Lage der Knochen korrigieren

Verlauf & Vorbeugen

Verlauf

Bei einem Klumpfuß hängt der Verlauf wesentlich davon ab, ob die Behandlung rechtzeitig und ausreichend erfolgt. Unbehandelt bleibt ein Klumpfuß bestehen oder die Fehlbildung verstärkt sich im Laufe des Wachstums noch. Die Gelenke rutschen dann weiter aus ihrer normalen Position heraus und die Knochen wachsen stark verformt. Weichteile wie Muskeln verhärten zunehmend, sodass der Fuß vollständig versteift. Betroffene haben Schmerzen beim Gehen und Stehen.

Bei konsequenter und sofort nach Geburt einsetzender Therapie sind bei einem Klumpfuß im Verlauf jedoch gute Resultate bis zur vollständigen Heilung möglich. Trotz intensiver Verbandstherapie ist es in vielen Fällen notwendig, die Achillessehne operativ zu verlängern.

Liegt ein Klumpfuß vor ist die Suche nach weiteren Fehlbildungen wie einer Hüftgelenksdysplasie, einer Spina bifida oder anderen neurologischen Defekten besonders wichtig. Etwa fünf Prozent der Betroffenen mit Klumpfuß haben solche zusätzlichen Fehlbildungen.

Vorbeugen

Einem Klumpfuß kann man nicht vorbeugen, da es sich hier um eine angeborene Fehlstellung handelt, dessen Ursache nicht genau geklärt ist. Schwangere können das Risiko für einen angeborenen Klumpfuß möglicherweise verringern, indem sie in der Schwangerschaft nicht rauchen.