Paar im Bett
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Donovanosis: Symptome und Behandlung der Geschlechtskrankheit

Die Donovanosis (auch: Granuloma inguinale, Granuloma venereum, fleischfressende Krankheit) ist eine infektiöse Geschlechtskrankheit. Typische Symptome für diese Erkrankung sind Geschwüre an den Genitalien und im Analbereich. Wie entsteht die Donovanosis und wie wird sie behandelt?

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Was ist die Donovanosis?

Beim Granuloma inguinale handelt es sich um eine infektiöse Geschlechtskrankheit. Wenn die Infektion nicht erkannt und behandelt wird, verläuft sie häufig chronisch. Auslöser der Erkrankung ist das Bakterium Klebsiella granulomatis, welches über sexuellen Kontakt übertragen wird.

Erstmals wurde die Krankheit 1905 durch den Tropenarzt Charles Donovan beschrieben – nach ihm wird das Granuloma inguinale auch Donovanosis genannt. Bekannt ist auch der Name Granuloma venereum.

Die Donovanosis kommt weltweit vor. Sie tritt vor allem in tropischen und subtropischen Gebieten und Ländern auf, wie Afrika, Mittel- und Südamerika, Indien, Südostasien und Nordaustralien. Besonders häufig erkranken Menschen in Brasilien und Papua-Neuguinea. Männer sind etwa doppelt so häufig von der Geschlechtskrankheit betroffen wie Frauen. In Deutschland ist die Erkrankung dagegen selten – genaue Infektionszahlen liegen nicht vor.

Ursachen der Donovanosis

Durch eine Infektion mit Bakterien der Art Klebsiella granulomatis entsteht die Donovanosis. Klebsiellen werden durch direkten, engen Hautkontakt übertragen, vor allem beim Geschlechtsverkehr. Nach einer Inkubationszeit (Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit) von wenigen Tagen bis zu zwölf Wochen treten dann die typischen Symptome im Genitalbereich auf. Neben den äußeren Genitalien sind häufig auch die Leistenbeugen oder der After von der Infektion betroffen.

Donovanosis: Typische Symptome

Bei der Donovanosis treten zunächst kaum Symptome auf. Das erste Anzeichen eines Granuloma inguinale ist ein kleines, derbes, blassrotes Knötchen. Es entsteht an der Stelle, wo die Erreger in den Körper gelangt sind. Das Knötchen verursacht keine Schmerzen und verschwindet nach einiger Zeit wieder. Medizinisch wird diese Hautveränderung als Primäraffekt bezeichnet.

Um den Primäraffekt herum entstehen oberflächliche, wie ausgestanzt wirkende, fleischfarbene Geschwüre. Die Geschwüre neigen zudem dazu, sich mit weiteren Bakterien zu infizieren, eine bakterielle Superinfektion entsteht. In diesem Stadium treten bei einer Donovanosis auch Symptome wie Schmerzen auf.

Bei Männern findet sich die Läsion meist am Penis, bei Frauen an der Innenseite der Schamlippen, oft verbunden mit einer massiven Schwellung. Die benachbarten Lymphknoten sind vorwiegend nur dann angeschwollen und schmerzhaft, wenn zusätzlich eine Infektion durch einen anderen Erreger vorliegt. Über das Blut kann Klebsiella granulomatis in seltenen Fällen in anderes Gewebe gelangen, zum Beispiel in Knochen oder Gelenke.

Diagnose bei Verdacht auf Donovanosis

Bei der Donovanosis sichert die*der Ärztin*Arzt die Diagnose durch einen direkten Nachweis des Erregers Klebsiella granulomatis. Dazu wird ein Abstrich oder eine Gewebeprobe (Biopsie) der Wunde entnommen und angefärbt. Beim Granuloma inguinale findet man den Erreger typischerweise in bestimmten Zellen des Immunsystems, den Monozyten. Unter dem Mikroskop erkennt man, dass mehrere bläulich eingefärbte Bakterien in ihnen liegen (Donovan-Körperchen).

Zuvor kann der typische Hautbefund schon auf die fleischfressende Krankheit hindeuten – zur Diagnose passt dann oft die Krankengeschichte, zum Beispiel, wenn Betroffene von einem Auslandsaufenthalt in Asien oder Südamerika berichten, bei dem sie Geschlechtsverkehr hatten.

Führt bei Verdacht auf ein Granuloma inguinale die direkte mikroskopische Untersuchung nicht zur eindeutigen Diagnose, können unter Umständen Zellkulturen angelegt und untersucht werden. Wichtig ist es, Granuloma inguinale von Krankheiten mit ähnlichen Symptomen abzugrenzen. Das sind vor allem:

Bei einem fortgeschrittenen geschwürigen Zerfall kann die Infektion auch mit Krebs verwechselt werden, etwa mit einem Plattenepithelkarzinom.

Therapie der Geschlechtskrankheit

Eine Donovanosis lässt sich mit Antibiotika behandeln. Meist verordnet die*der Ärztin*Arzt eine zwei- bis vierwöchige Therapie mit Cotrimoxazol oder alternativ mit antibiotischen Wirkstoffen wie:

Bei Granuloma inguinale stellt sich der Erfolg der Therapie im Normalfall recht rasch ein: Nach etwa einer Woche beginnen die Hautgeschwüre abzuheilen. In manchen Fällen ist auch ein chirurgischer Eingriff nötig. Erfolgt die Behandlung frühzeitig, bleiben in der Regel auch keine Narben zurück.

Nachuntersuchungen in der hausärztlichen Praxis oder bei einer*m Hautärztin*Hautarzt sind sinnvoll. So lässt sich rechtzeitig erkennen, wenn die Antibiotika-Therapie nicht wirkt, oder ob es zu einem Rückfall (Rezidiv) kommt – zum Beispiel, weil Partner*innen ebenfalls infiziert sind und Betroffene wieder neu angesteckt haben. Deshalb ist bei Geschlechtserkrankungen wichtig, dass auch Sexualpartner*innen mitbehandelt werden.

Verlauf bei Donovanosis

In erster Linie hängt der Verlauf von der richtigen Therapie und dem Ausmaß der Infektion ab. Lange bestehende und ausgedehnte Erkrankungen können zu bleibenden Schäden führen, wie zum Beispiel:

  • Narbenbildungen
  • Penis- oder Vulva-Verstümmelungen
  • Dauerhaften Ödemen (Wassereinlagerungen)

Wird das Granuloma inguinale rechtzeitig erkannt und behandelt, nimmt es in der Regel einen positiven Verlauf. Da manche Patient*innen die Erkrankung nicht wahrnehmen und folglich nicht behandeln lassen, kommt es bei der Geschlechtskrankheit jedoch immer wieder zu einem chronischen Verlauf. Chronische Schäden durch Donovanosis erhöhen das Risiko, ein Plattenepithelkarzinom zu entwickeln.

Wie kann man der Donovanosis vorbeugen?

Da das Granuloma inguinale durch Geschlechtsverkehr übertragen wird, besteht eine gute Möglichkeit, sich vor dieser Erkrankung zu schützen: Safer Sex mit Kondomen und Femidomen, insbesondere in Hochrisikogebieten, verringert nicht nur das Risiko, sondern schützt darüber hinaus auch vor anderen sexuell übertragbaren Krankheiten wie Syphilis, Gonorrhoe oder AIDS.

Die rechtzeitige Behandlung einer Donovanosis kann einem chronischen Verlauf vorbeugen. Achten Sie deshalb regelmäßig – zum Beispiel beim Duschen oder Baden – auf Hautveränderungen im Genitalbereich und suchen Sie entsprechend ärztliche Hilfe auf. So kann man neben einem Granuloma inguinale auch andere Krankheiten frühzeitig behandeln lassen und Spätkomplikationen vermeiden.