Eine Frau hält sich das schmerzende Knie.
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Plica-Syndrom

Treten Knieschmerzen immer wieder auf, möglicherweise zusammen mit weiteren Symptomen, wie einem Knacken oder einer Art Einrasten beim Aufstehen, liegt vielleicht ein Plica-Syndrom vor.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Ursachen

Eigentliche Ursache des Plica-Syndroms ist eine Schleimhautfalte im Kniegelenk (lat. plica = Falte), meist die Plica mediopatellaris. Diese liegt vorne neben der Kniescheibe, zur Innenseite des Knies hin.

Insgesamt gibt es drei Schleimhautfalten im Knie. Sie stammen noch aus der Embryonalentwicklung, bilden sich aber im Laufe des Wachstums normalerweise (unterschiedlich stark) zurück.

Diese Schleimhautfalten führen nicht immer zu Problemen. Durch Reizung oder Überlastung des Kniegelenks kann es jedoch zu entzündlichen Reaktionen kommen. Als Folge schwillt die Schleimhautfalte und auch das umliegende Gewebe im Knie an und löst damit akute Beschwerden aus: Das sogenannte Plica-Syndrom entsteht.

Häufig ist das Plica-Syndrom Folge einer übermäßigen Belastung des Kniegelenks. Zum Beispiel durch Sportarten, bei denen man die Knie ständig beugt und streckt, wie Joggen, Radfahren, Brustschwimmen oder Training auf Kardiogeräten wie einem Stepper. Daneben können auch Unfälle oder eine Kniespiegelung (Arthroskopie) ein Plica-Syndrom nach sich ziehen.

Plica-Syndrom: Symptome

Beim Plica-Syndrom kommt es zu wiederkehrenden Schmerzen im vorderen Knie, häufig zur Innenseite der Kniescheibe hin. Die Symptome verschlimmern sich meist bei Druck und auch bei Belastung, wie beim Treppenlaufen oder In-die-Knie-gehen.

Daneben sind weitere Beschwerden möglich, wie zum Beispiel:

  • eine Art Einrasten oder Schnappen, wenn man nach längerem Sitzen aufsteht
  • knackendes oder klickendes Geräusch und/oder springendes Gefühl, wenn man die Knie beugt oder streckt
  • Knie lässt sich nicht richtig strecken bzw. scheint blockiert
  • instabiles Gefühl im Knie beim Treppenlaufen
  • geschwollenes Gefühl im Knie

Plica-Syndrom: Diagnose

Besteht der Verdacht auf ein Plica-Syndrom, wird der Arzt dem Betroffenen zunächst einige Fragen stellen. Mögliche Fragen sind zum Beispiel:

  • Wie äußern sich die Knieschmerzen?
  • Treten die Schmerzen ständig oder nur bei Belastung auf?
  • Seit wann bestehen die Knieschmerzen?
  • Treiben Sie Sport und wenn ja, welchen?
  • Hatten Sie kürzlich einen Unfall?

Im Anschluss wird der Arzt sich das betroffene Knie näher anschauen und es abtasten. Bildgebende Untersuchungen wie eine Kernspintomographie (MRT) oder eine Röntgenaufnahme können bei der Diagnose helfen.

Für Ärzte ist es oft schwierig, ein Plica-Syndrom festzustellen. Denn Knieschmerzen können viele Ursachen haben. Andere mögliche Erkrankungen, wie zum Beispiel ein Springerknie (Patellaspitzensyndrom) oder einen Meniskusschaden, müssen bei der Diagnose deshalb ausgeschlossen werden.

Plica-Syndrom: Therapie

Bei akuten Beschwerden durch das Plica-Syndrom sollten Betroffene das Knie schonen und eine Sportpause einlegen.

In leichten Fällen lassen sich die Knieschmerzen oft mit Schmerzmitteln aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac lindern, zum Beispiel in Form von Tabletten oder Salben. Kälteanwendungen können ebenfalls gegen Schmerzen und Schwellungen helfen.

Im Rahmen einer Physiotherapie können Betroffene Übungen erlernen, mit denen man die Oberschenkelmuskulatur stärkt. So lässt sich unter Umständen erreichen, dass die Position der Kniescheibe mehr Stabilität erlangt und es zu weniger Reizzuständen an der Plica kommt. Die Erfolgsrate liegt hierbei jedoch eher niedrig.

Helfen solche konservativen Therapie-Methoden nicht beziehungsweise halten die Beschwerden länger als sechs Monate an, kann eine Operation infrage kommen. Dies ist oft bei sportlich aktiven Menschen der Fall, da bei ihnen infolge der Schleimhautfalte erneute Reizzustände im Knie durch Belastung wahrscheinlicher sind.

Der operative Eingriff dient dazu, die störende Schleimhautfalte zu entfernen. Die OP lässt sich minimal-invasiv während einer Kniespiegelung (Arthroskopie) durchführen.

Im Anschluss an die Operation muss man das Knie eine Zeit lang schonen. Physiotherapie hilft dabei, im Knie wieder Kraft aufzubauen und Schmerzen und Schwellungen entgegenzuwirken. Bei Eingriffen an der Schleimhaut im Knie dauert der Heilungsprozess oft länger. Denn die OP ruft erst einmal neue Reizzustände hervor (sog. postoperatives Reizknie).