Eine Frau sitzt auf dem Bett und hält ihren rechten Fuß.
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Hallux rigidus: Arthrose im großen Zeh

Wenn der große Zeh geschwollen ist und bei Bewegungen wehtut oder in seiner Beweglichkeit sogar eingeschränkt ist, kann ein Hallux rigidus dahinterstecken. Wir verraten Ihnen, was es damit auf sich hat.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Definition & Ursachen

Der Hallux rigidus ist eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung der großen Zehe infolge von Gelenkverschleiß (Arthrose). Im späten Stadium kann das Zehengrundgelenk versteifen.

Der Hallux rigidus ist die häufigste arthrotische Erkrankung am Fuß. Er tritt typischerweise bei Erwachsenen über 30 Jahre auf. Frauen sind öfter betroffen als Männer.

Wodurch entsteht ein Hallux rigidus?

Die für den Hallux rigidus verantwortliche Arthrose kann verschiedenen Ursachen haben – zum Beispiel:

  • erbliche Faktoren
  • kleinste Verletzungen (sog. Mikrotraumata)
  • Überlastung (z. B. durch Sport)
  • Verletzung im Bereich des Gelenkknorpels und -knochens
  • Gicht
  • Schuppenflechte

Das Risiko für die Entstehung eines Hallux rigidus kann auch durch zu enge und/oder hochhackige Schuhe steigen. Das ist vermutlich der Grund dafür, dass Frauen öfter betroffen sind als Männer.

In den meisten Fällen bleibt die genaue Ursache für den Hallux rigidus jedoch im Dunkeln.

Hallux rigidus: Symptome & Behandlung

Woran erkennt man einen Hallux rigidus?

Typisch für den Hallux rigidus sind Schmerzen im großen Zeh, die das Abrollen des Fußes behindern. Auch das Stehen oder Gehen auf den Zehenspitzen ist schmerzhaft bis unmöglich. Zudem ist der Zeh oft angeschwollen. Schuhe mit Absätzen oder mit dünnen Sohlen verstärken die Beschwerden.

Je nach Ausmaß der Symptome unterscheidet man beim Hallux rigidus verschiedene Erkrankungsgrade.

  • Grad 0 (A): Bewegungen der großen Zehe lösen nur mäßige Schmerzen aus. Die Beweglichkeit ist nicht oder höchstens leicht eingeschränkt. Im Röntgenbild ist keine Arthrose nachweisbar.
  • Grad 1 (B): Der große Zeh schmerzt bei Bewegungen deutlich und ist nur noch eingeschränkt beweglich. Ab diesem Stadium sind arthrotische Veränderungen im Röntgenbild zu erkennen.
  • Grad 2 (C): Bei Bewegungen treten stärkere Schmerzen auf. Die Beweglichkeit der Zehe ist deutlich eingeschränkt. Oben auf dem Gelenk ist ein Knochenvorsprung tastbar.
  • Grad 3 (D): Der große Zeh ist in seiner Beweglichkeit stark eingeschränkt und sein Grundgelenk kann versteift sein. Dies behindert die Abrollbewegung des Fußes beim Gehen und führt so zu einem gestörten Gang.

Was hilft beim Hallux rigidus?

Die Behandlung des Hallux rigidus richtet sich danach, wie fortgeschritten die Veränderungen am betroffenen Zeh sind. Daneben sind individuelle Faktoren mitentscheidend – zum Beispiel, wie alt und wie aktiv man ist. In frühen Erkrankungsstadien reichen konservative Maßnahmen:

  • Schmerzmittel (NSAR) können akute Beschwerden lindern.
  • Die Ärztin oder der Arzt kann auch einen schmerzstillenden oder entzündungshemmenden Wirkstoff ins Gelenk spritzen (Mittel zur örtlichen Betäubung, Kortikosteroide oder Hyaluronsäure).
  • Um das Großzehengrundgelenk beim Hallux rigidus zu entlasten, eignen sich orthopädisch angepasste Schuhe (z. B. mit speziellen Einlagen, Schuhabrollung und Schuhaufweitung).
  • Im frühen Stadium des Hallux rigidus ist zudem eine manuelle Therapie sinnvoll, um die Beweglichkeit des Großzehengrundgelenks zu erhalten oder sogar zu verbessern. Wer sich die geeigneten Übungen zeigen lässt, kann sie anschließend selber zu Hause machen.
  • Unterstützend können physikalische Maßnahmen zum Einsatz kommen – wie Kältetherapie, Anwendung mit schwachem Gleichstrom (Iontophorese) oder Reizstrom.

Diese Maßnahmen können zwar helfen, die Beschwerden zu verringern – doch das Fortschreiten der Arthrose stoppen sie nicht. Wenn dann im mittleren und späten Stadium des Hallux rigidus das Grundgelenk stark verändert ist und bei jeder Bewegung schmerzt, kommt eine OP infrage.

Wie läuft die Hallux-rigidus-OP ab?

Auch das hängt vom Ausmaß der Zehenveränderung ab. Bei nur leichter Arthrose im Großzehengrundgelenk ist eine gelenkerhaltende Operation möglich. Bei der sogenannten Cheilektomie trägt der Operateur die geschädigten Knochen- und Knorpelbereiche aus dem Großzehengrundgelenk ab, um die Beweglichkeit des Gelenks die Beschwerden zu verbessern.

Ein zu stark verschlissenes Gelenk kann nicht erhalten werden. Dann hilft beim Hallux rigidus nur noch ein Gelenkersatz (Prothese) oder eine Versteifung (Arthrodese).