Das Bild zeigt eine Frau, die die Schuhe ausgezogen hat.
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Hühnerauge

Mit einem Hühnerauge (Clavus) hatte wahrscheinlich jeder schon einmal zu kämpfen. Ob auf der Zehenoberfläche, zwischen den Zehen oder an der Fußsohle – Hühneraugen treten in aller Regel an den Füßen auf. Das liegt daran, dass sie meist durch Druck und/oder Reibung entstehen, zum Beispiel bei Fußfehlstellungen oder bei zu engen Schuhen.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Hühnerauge – schmerzhafte Schwielen am Fuß

Viele Betroffene versuchen mit Hausmitteln wie einer Zwiebel und Teebaumöl oder mit einem scharfen Gegenstand (z.B. mit einer Schere oder einer Pinzette) das Hühnerauge selbst zu entfernen. Eine solche Eigenbehandlung kann allerdings nur bei kleinen, flachen Hühneraugen helfen – größere und tiefere Hühneraugen gehen so nicht vollständig weg.

Zudem kann man ein Hühnerauge leicht mit einer Dornwarze verwechseln. Im Gegensatz zu Hühneraugen entstehen Warzen jedoch durch eine Virusinfektion, genauer gesagt durch das humane Papillomvirus (HPV). Wer gewaltsam eine Warze herausschneidet, verbreitet das ansteckende Virus auf seiner Haut, sodass sich weitere Warzen bilden können.

Um herauszufinden, ob sich unter der Fußsohle ein Hühnerauge oder eine Warze gebildet hat, sollte man die betroffene Stelle etwas näher betrachten. Erkennt man unter der Hornhautschwiele schwarze oder rote Punkte, so handelt es sich wahrscheinlich um eine Warze. Ein harter Kern im Zentrum der kreisrunden Verhornung deutet eher auf ein Hühnerauge hin.

Äußerst beliebt gegen Hühneraugen sind auch sogenannte Hühneraugenpflaster aus der Apotheke oder der Drogerie. Hühneraugenpflaster sind spezielle Pflaster, die zum einen den Druck auf die betroffene Stelle reduzieren und zum anderen hornhautlösende Substanzen wie Salicylsäure oder Milchsäure enthalten. Die Säure in der Mitte des Pflasters soll die Hornhaut aufweichen, damit sich das Hühnerauge anschließend leichter entfernen lässt.

Wenn man ein Hühnerauge am Fuß mit einem Hühneraugenpflaster behandelt, ist allerdings Vorsicht geboten – verrutschen diese Pflaster, können sie die umliegende, gesunde Haut verletzen.

Was bei einem Hühnerauge wirklich hilft, ist der Gang zum Arzt! Er kann sicher feststellen, ob es sich um einen Clavus oder um eine andere Hautveränderung wie eine Warze handelt. Zudem kann der Arzt das Hühnerauge chirurgisch mit einem Skalpell entfernen – und zwar schonend und sorgfältig, ohne dabei die umliegende Haut zu verletzen.

Dabei gilt: Je früher Sie ein Hühnerauge entdecken, desto schneller und einfacher lässt es sich behandeln. Außerdem ist es wichtig, dass Sie nicht nur das Hühnerauge an sich behandeln, sondern auch die Ursache beseitigen – ansonsten kommt das Hühnerauge immer wieder.

Was ist ein Hühnerauge?

Ein Hühnerauge ist eine verdickte und verhornte Schwiele am Fuß, die durch wiederholte Druckbelastung und/oder Reibung entsteht. Das Besondere am Hühnerauge: In der Mitte der Verhornung befindet sich eine Art Hornhautdorn, der bis tief in die Unterhaut eindringt (darum auch die Bezeichnung Clavus für das Hühnerauge: Das lateinische Wort clavus bedeutet Nagel).

Ein Hühnerauge tritt vor allem da auf, wo die Haut direkt über einem Knochen liegt, zum Beispiel an den Zehen. Zu den häufigsten Gründen für die Entstehung von Hühneraugen zählen:

  • falsch sitzende Schuhe und
  • Fußfehlstellungen.

Unbequeme und zu enge Schuhe führen schnell zu Druckstellen – vor allem, wenn Sie im Sommer gerne ohne Socken in die Schuhe schlüpfen, riskieren Sie durch die Reibung an den Füßen, ein Hühnerauge zu bekommen. Dies stellt nicht nur ein kosmetisches Problem dar: Ein Clavus ist meist sehr schmerzhaft – besonders, wenn er auf einem Gelenk oder unter der Fußsohle liegt.

Frauen sind häufiger von Hühneraugen betroffen als Männer! Der Grund: Für viele Frauen müssen Schuhe vor allem eines – gut aussehen. Schicke Riemchensandalen oder raffinierte Pumps sind aber nur selten bequem. Die möglichen Folgen: Druckstellen und Blasen bis hin zum Hühnerauge!

Wer schon häufiger ein Hühnerauge hatte, für den ist es wichtig, die Ursache zu erkennen und zu behandeln: Oft reicht es schon aus, auf drückende oder scheuernde Schuhe zu verzichten, um Hühneraugen zu vermeiden. Ist eine Zehen- oder Fußfehlstellung für den Clavus verantwortlich, hilft ein Schuhwechsel aber meist nur in geringem Maße.

Wer wegen einer Fußfehlstellung immer wieder Hühneraugen bekommt, kann sich von einem Arzt orthopädische Einlagen verschreiben lassen. In manchen Fällen kann auch eine Operation sinnvoll sein, um die Fehlstellung zu korrigieren.

Das sind die Ursachen

Ein Hühnerauge (Clavus) kann verschiedene Ursachen haben. Wer häufiger Hühneraugen hat, sollte aber unbedingt einen kritischen Blick auf seine Schuhe werfen! Denn die Hauptursachen von Hühneraugen sind:

  • falsch sitzende Schuhe und
  • Fuß- beziehungsweise Zehenfehlstellungen.

Hühneraugen entstehen vor allem, wenn zu enge oder schlecht passende Schuhe ständig an den Füßen drücken oder scheuern. Durch den wiederholten Druck von außen bildet sich an der betroffenen Stelle Hornhaut. Eine übermäßige Verhornung nennt man Schwiele – sie dient in erster Linie als Schutz vor weiteren Verletzungen. Ein Hühnerauge entsteht, wenn ...

  • ein Schuh über längere Zeit auf dieselbe Stelle drückt,
  • die betroffene Stelle zunehmend verhornt und
  • die Hornhaut dornartig in tiefere Hautschichten vordringt.

Während bei einer Schwiele die Haut nur oberflächlich verhornt, sind bei einem Hühnerauge stets tiefere Hautschichten betroffen. Der ständige Druck von außen verhindert, dass an der obersten Hautschicht weitere Hornschichten entstehen können. Stattdessen führt der fortwährende Druck dazu, dass die Verhornung dornartig nach innen in tieferes Gewebe "ausweicht": Ein Hühnerauge ist gekennzeichnet durch einen zentralen Dorn (lat. clavus = Nagel) , der tief in die Haut eindringt.

Je stärker der Druck ist und je länger die Belastung auf die betroffene Stelle einwirkt, desto weiter dringt das Hühnerauge mit seinem Dorn in tiefere Hautschichten vor.

So können Hühneraugen bis in die Lederhaut (Dermis) und Unterhaut (Subkutis) wachsen. Da sich in diesen Hautschichten Nerven und Blutgefäße befinden, führt ein Hühnerauge in der Regel zu Schmerzen. Unter Umständen kann der Dorn des Clavus sogar die Knochenhaut reizen – vor allem dann, wenn unmittelbar darunter der Knochen liegt.

Die Schmerzen treten vor allem dann auf, wenn man das Hühnerauge belastet – zum Beispiel beim Gehen.

Bei falschen Schuhen entstehen Hühneraugen meist an den Zehen – vor allem dort, wo die Haut direkt über einem Knochen liegt. Unter Umständen kann auch zwischen den Zehen ein Hühnerauge entstehen, etwa wenn zu enge Schuhe dazu führen, dass die Zehen ständig gegeneinander reiben.

Zu den Zehen- beziehungsweise Fußfehlstellungen, die neben falsch sitzenden Schuhen häufig ein Hühnerauge verursachen, gehören:

Bei Hammerzehen bilden sich Hühneraugen ebenfalls typischerweise an den Zehen, genauer gesagt an der Oberseite der Zehen. Liegen andere Fehlstellungen vor, zum Beispiel Spreiz- oder Plattfüße, können auch an der Fußsohle oder unter dem Ballen Hühneraugen entstehen.

Aber auch wer keine orthopädischen Probleme hat und nur bequeme Schuhe trägt, kann Hühneraugen bekommen – auch wenn das Risiko für ein Hühnerauge dann geringer ist. Zu den selteneren Ursachen für die Entstehung eines Clavus gehören:

Diagnose

Ein Hühnerauge (Clavus) erkennen Betroffene oft bereits anhand der Symptome und an dem typischen Aussehen. In einigen Fällen lässt sich ein Hühnerauge aber nur schwer von anderen Hautveränderungen – wie zum Beispiel einer Warze – unterscheiden.

Wer eine schmerzhafte und verhornte Stelle an den Füßen entdeckt, sollte daher einen Arzt aufsuchen – er kann einen Clavus sicher diagnostizieren.

Hühnerauge ist jedoch nicht gleich Hühnerauge: Je nach Beschaffenheit, Form und Aufbau unterscheiden Mediziner etwa sieben Arten von Hühneraugen (in der Praxis lassen sich die Formen allerdings nicht immer voneinander abgrenzen):

  • Hartes Hühnerauge (Clavus durus): Das harte Hühnerauge weist meist einen runden bis ovalen oder C-förmigen harten Kern auf. Häufig entstehen harte Hühneraugen an Stellen, die starken Belastungen von außen ausgesetzt sind – zum Beispiel am Zehenrücken oder an der Außenseite des kleinen Zehs.
  • Weiches Hühnerauge (Clavus mollis): Wie der Name schon sagt, weist das weiche Hühnerauge einen weichen und flachen Kern auf. Es befindet sich in der Regel zwischen den Zehen und kann sowohl an der Innenseite eines als auch beider Zehen vorkommen.
  • Hühnerauge mit kleinen Blutgefäßen (Clavus vascularis): Den Clavus vascularis erkennt man daran, dass die äußere Hornschicht kleine rote Punkte oder Streifen enthält. Dies sind kleine Blutgefäße, sogenannte Kapillaren. Durch die vermehrte Durchblutung treten bei diesen Hühneraugen starke Schmerzen auf.
  • Hühneraugen mit Nerven und kleinen Blutgefäßen (Clavus neurovascularis): Der Clavus neurovascularis weist in der Hornschicht neben kleinen Blutgefäßen auch Nerven auf. Dieses Hühnerauge ist äußerst schmerzempfindlich und entsteht meist am Zehenrücken oder am Großzehengrundgelenk.
  • Hühneraugen mit Nervenfasern und Bindegewebsfasern (Clavus neurofibrosus): Der Clavus neurofibrosus entsteht ausschließlich an der Fußsohle – häufig unter den Zehenkuppen oder am Fußballen. Dieses Hühnerauge ist in der Regel rund, großflächig und sehr hart. Seine runde Form erklärt sich durch den flachgedrückten Hornhautdorn in der Lederhaut.
  • Hühneraugen mit warzenähnlichen Erhebungen (Clavus papillaris): Der Clavus papillaris, auch als Papillen-Hühnerauge bekannt, gleicht auf den ersten Blick oft einer Warze. Besonderes Merkmal dieses Hühnerauges ist sein scharf umrissener, oft weißer Rand. Unterhalb der Verhornung befindet sich eine gallertartige Masse oder ein Bluterguss – dadurch treten bei diesem Hühnerauge starke Schmerzen auf.
  • Hühneraugen mit oberflächlichen punktförmigen, "hirsekornartigen" Verhornungen (Clavus miliaris): Der Clavus miliaris stellt eine Besonderheit dar: Dieses Hühnerauge verursacht in der Regel keine Schmerzen. Meist treten zahlreiche sehr kleine Pseudo-Hühneraugen auf, deren Form einem Hirsekorn ähnelt. Der Clavus miliaris kommt vor allem an Stellen vor, die keinem Druck ausgesetzt sind – zum Beispiel oberhalb der Ferse.

Steht die Diagnose fest, kann der Arzt das Hühnerauge entfernen. Hühneraugen bilden sich nicht von selbst zurück, auch wenn der Druck von außen nachlässt. Zwar kann sich die Hornschicht verringern, der schmerzende Dorn des Clavus bleibt jedoch bestehen.

Was hilft?

Wenn Sie eine schmerzhafte und verhornte Stelle unter den Füßen oder an den Zehen entdecken, ist es ratsam, rasch nach der Ursache zu suchen und sie zu beseitigen. Langfristig hilft bei einem Hühnerauge oft nur eines: Man muss die drückenden oder scheuernden Schuhe gegen ein Paar tauschen, das passt – ansonsten wird das Hühnerauge immer wieder kommen. Einen wiederkehrenden Clavus bezeichnen Mediziner auch als rezidivierend.

Viele versuchen, ein Hühnerauge selbst zu entfernen – etwa mit einem scharfen Gegenstand, einem Hühneraugenpflaster, einer speziellen säurehaltigen Tinktur oder mit Hausmitteln wie Zwiebeln, Knoblauch oder Teebaumöl. Eine solche Eigenbehandlung kann allerdings nur bei kleinen, flachen Hühneraugen – tiefere Verhornungen lassen sich so in der Regel nicht entfernen.

Das liegt daran, dass sich die eigentliche Ursache für die Schmerzen beim Hühnerauge – der tiefer liegende Hornhautkern – so oft nicht entfernen lässt. Hinzu kommt noch: Wer selbstständig an einem Clavus "herumdoktert", riskiert eine Verletzung der umliegenden, gesunden Haut. Dies wiederum erhöht das Risiko für Infektionen, weil nun jegliche Erreger leichtes Spiel haben, durch die Verletzung in die Haut einzudringen

Darum gilt: Suchen Sie bei schmerzhaften und verhornten Stellen am Fuß einen Arzt auf, um die Hühneraugen entfernen zu lassen – er kann dies schonend und sorgfältig erledigen!

Dazu verpasst der Arzt Ihnen wahrscheinlich zunächst ein 10- bis 20-minütiges Fußbad, um die Hühneraugen zu erweichen. Dann geht's ans Entfernen der überschüssigen Hornhaut: Diese trägt der Arzt mit einem Skalpell oder einem Fräser behutsam ab. Dabei entstehen in der Regel keine Schmerzen.

Um Hühneraugen vollständig zu entfernen, muss der Arzt anschließend die tiefer liegenden Hornhautkerne herauslösen. Dazu erweicht er den Hornhautkern jedes Clavus zunächst mit einer Wasserstoffperoxid-Lösung. Danach kann er das Hühnerauge mit einem Skalpell, einem Hohlmeißel oder einer Hautzange leicht entfernen.

In einigen Fällen ist es notwendig, die Stellen vorbereitend mehrere Tage lang mit der hornhautablösenden Lösung zu behandeln, bevor der Arzt die Hühneraugen entfernen kann. Dies hängt von der Art des jeweiligen Hühnerauges ab und davon, wie groß das Hühnerauge ist und wie tief es reicht.

Nachdem der Arzt Ihre Hühneraugen entfernt hat, ist es wichtig, dass Sie die behandelten Stellen vorübergehend vor Druck und Reibung schützen. In der Regel kommen dazu spezielle Hühneraugenpolster zum Einsatz.

Wenn Sie eine Fuß- oder Zehenfehlstellung haben, reicht es oft nicht aus, die Hühneraugen bloß zu entfernen – denn: Spätestens, wenn Sie das Hühneraugenpolster ablösen, entsteht früher oder später an derselben Stelle ein neues Hühnerauge. Ist eine leichte Fußfehlstellung für das Hühnerauge verantwortlich, können orthopädische Einlagen oder speziell angepasste Schuhe helfen. Bei einer ausgeprägten Deformationen der Füße hilft eine solche Therapie aber meist nicht – dann ist eine Operation nötig. Je nachdem, welche Fuß- oder Zehenfehlstellung vorliegt, stehen verschiedene Operationsmethoden zur Verfügung.

Das sollten Sie tun, damit Hühneraugen gar nicht erst entstehen:

  • Schuhwerk: Passende Schuhe sind das A und O. Drückende Schuhe können zum Beispiel mithilfe eines Schuhspanners geweitet werden. Vor einer Wanderung sollte man darauf achten, die Schuhe frühzeitig einzulaufen.
  • Socken: Schlecht sitzende Socken bieten eine hohe Reibungsfläche. Daher sollte man bei belastenden Tätigkeiten bequeme Strümpfe wählen. Spezielle Sportsocken aus dem Fachhandel helfen, Hühneraugen zu vermeiden.
  • Hühneraugenpflaster: Ein Hühneraugenpflaster hilft nicht nur dann gegen Hühneraugen, wenn es bereits zu spät ist. Ein gepolstertes Hühneraugenpflaster kann die besonders beanspruchten Stellen an den Füßen vor Druck und Reibung schützen.