Man sieht eine Person, die den nackten Fuß einer anderen in den Händen hält.
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Hornhaut

Unsere Füße tragen uns von A nach B und haben Tag für Tag einiges zu tun. Kein Wunder also, dass sie sich bei der großen Belastung einen Schutzmantel zulegen: die Hornhaut. Obwohl die Hornhaut eine wichtige Funktion erfüllt, stören sich viele Menschen an der dicken Schicht unter den Sohlen und würden sie gerne loswerden. Vor allem, wenn die Hornhaut übermäßig stark nachwächst, sehen die Füße schnell ungepflegt aus.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Überblick

Die Hornschicht ist ein natürlicher Bestandteil der Haut und bildet die oberste Schicht der Epidermis (Oberhaut). Sie besteht aus abgestorbenen Hornzellen (Keratin), die in tieferen Hautschichten abgestoßen werden und an die Hautoberfläche wandern.

Hier schichten sich die abgestoßenen Zellen in etwa 20 Lagen ziegelartig übereinander. Sie sind miteinander verzahnt, die Zellzwischenräume werden durch eine feste Kittmasse verschlossen. Die Masse wird immer brüchiger, je näher sie der Hautoberfläche ist, sodass die einzelnen Zellen immer weiter auseinanderklaffen. Schließlich lockern sie sich und werden an der Hautoberfläche abgestoßen.

Die Hornschicht dient als natürliche Schutzbarriere. Auf bestimmte Reize wie zum Beispiel Reibung durch Sportschuhe oder Fehlbelastungen reagiert die Haut mit vermehrter Hornhautbildung. An stark beanspruchten Stellen des Körpers ist die Hornschicht der Haut besonders dick – so auch an den Füßen.

Die Hornzellen schützen die Haut außerdem vor UV-Strahlung. Ist die Haut längere Zeit UV-B-Strahlung ausgesetzt, wird die Hornschicht dicker und innerhalb von drei bis vier Wochen entsteht die sogenannte Lichtschwiele, die das Sonnenlicht reflektiert, filtert und streut. Die Verdickung erhöht den Eigenschutz der Haut um das Vierfache.

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Ist das Gleichgewicht von Zellneubildung in tieferen Hautschichten und Zellabstoßung an der Oberfläche gestört, kann es zu krankhaften größeren Hornzellkomplexen kommen, die als Schuppen sichtbar werden.

Wenn die Hornhaut stark verdickt ist, spricht man von Hyperkeratose oder auch Hyperkeratosis. Eine übermäßige Verdickung entsteht entweder, weil vermehrt Hornzellen gebildet werden oder weil nicht genügend Hornzellen abgestoßen werden. Auslöser für eine vermehrte Hornhautbildung können zum Beispiel Reibung oder Verletzungen sein. Auch falsches Schuhwerk kann die Hornhautbildung fördern.

Folgende Faktoren regen die Haut zur Hornhautbildung an:

  • Mechanische Reizung durch Reibung
    • z.B. durch Sportschuhe fürs Klettern, Wandern, Bergsteigen, Ballett u.a.
    • Schuhe mit hohen Absätzen
    • geschlossene Schuhe ohne Socken (erhöhte Reibung der nackten Haut und erhöhte Schweißbildung begünstigt Blasen- und Hornhautbildung)
    • Fehlbelastungen durch verschiedene Fußdeformationen wie Senk-, Spreiz- , Knickfuß oder Hallux valgus
    • Knochenbrüche
    • Wirbelsäulenbeschwerden
  • Thermische Reizung durch Hitze, Kälte oder Wärme, die durch Reibung entsteht
  • Belastung durch Schweißbildung
  • Falsche Schuhe
  • Genetische Veranlagung, z.B. Fischschuppenkrankheit (Ichthyosis ) oder Schuppenflechte (Psoriasis)

Hornhaut entfernen

Einer verdickten Hornschicht an den Füßen können Sie mit einer speziellen Feile oder einem Bimsstein zu Leibe rücken. Überschüssige Hornhaut mit einer Schere zu entfernen, ist hingegen nicht empfehlenswert – dadurch wächst sie nur noch schneller nach. Auch mit einem scharfen Hornhauthobel ist Vorsicht geboten, da man sich damit leicht Verletzungen zuziehen kann. Besonders vorsichtig sollten Diabetiker bei der Hornhautbehandlung vorgehen, da ihre Hautbarriere durch den veränderten Stoffwechsel häufig beeinträchtigt ist.

Mit einem Fußbad lassen sich Verhornungen der obersten Hautschicht aufweichen. Danach kann man die Hornhaut vorsichtig mit einem Bimsstein entfernen. Auch ein Fußpeeling hilft dabei, überschüssige Zellen loszuwerden.

Gleichzeitig pflegt, reinigt und entspannt ein Fußbad die Haut an den Füßen. Sie sollten Ihre Füße allerdings nicht länger als fünf Minuten baden, da sonst die Haut zu sehr aufquillt.

Um die Hornhaut loszuwerden, gibt es auch bestimmte Salben, Tinkturen oder Pflaster, die als Wirkstoffe zum Beispiel Harnstoff (Urea) oder Salizylsäure enthalten. Die Säure löst die Kittmasse zwischen den Hautzellen, sodass die Hornhaut weich wird. Nach drei bis vier Tagen lässt sich die Hornhaut dann nach einem Fußbad leicht entfernen.

Durch die ständige Beanspruchung der Füße trocknet die Haut dort schnell aus. Um die Füße geschmeidig zu halten und Verhornungen vorzubeugen, sollte man sie nach dem Duschen oder Waschen eincremen. Dazu eine circa 20-Cent-Stück große Portion Fußcreme mit leichtem Druck einmassieren. Dabei unbedingt auch die Fußsohle miteinbeziehen! Besonders bei trockenen Füßen sollten Sie diese Prozedur regelmäßig wiederholen. Die Creme versorgt Ihre Füße mit Feuchtigkeit und beugt so trockener und rissiger Haut vor. Zur Fußpflege von normaler Haut sind Fußlotionen geeignet, die einen geringen Fettanteil haben und schnell einziehen.

Im Gegensatz zu Fußcremes kommen Fußbalsame ohne Wasseranteil aus. Sie können unter anderem ätherische Öle enthalten, die schlecht wasserlöslich sind. Fußbalsame wirken erfrischend, belebend und pflegend zugleich und können die Füße außerdem erwärmen. Für Pflege und kühle Erfrischung sorgen Fußgele.