Frau kratzt sich am Kopf und leidet unter Schuppen.
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Schuppen: Wie entstehen sie und was hilft?

Viele Menschen leiden unter Schuppen an der Kopfhaut. Je nach Ursache rieseln diese in Form von kleinen, trockenen Flöckchen auf die Kleidung oder bleiben als fettig-gelbliche Plaques an der Kopfhaut haften. Sie können ein kosmetisches Problem darstellen, aber auch auf Erkrankungen hinweisen. Was Sie gegen Schuppen tun können, erfahren Sie hier.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Was sind Schuppen?

Schuppen (medizinisch: Squama) sind größere Ansammlungen von Hornzellen, die sich von selbst oder durch Kratzen von der Kopfhaut ablösen. Jeder Mensch verliert jeden Tag Tausende von Hautzellen, dabei handelt es sich um einen ganz normalen und natürlichen Prozess: Die Haut erneuert sich innerhalb eines Monats vollständig, indem neue Hautzellen aus tiefen Schichten an die Oberfläche wandern und alte dort abgestoßen werden.

Fallen die Zellen einzeln ab, sind sie mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Lösen sich aber hunderte zusammenhängende Zellen von der Hautoberfläche, werden diese sichtbar – als Schuppen. Das Ablösen von derartig großen zusammenhängende Hautpartikel von der obersten Hautschicht kann vielerlei Ursachen haben. In der Regel machen sich Kopfschuppen durch eine juckende Kopfhaut bemerkbar.

Trockene und fettige Schuppen

Schuppen können unterschiedlich aussehen und beschaffen sein. Kleine Schuppen, die leicht vom Kopf auf die Kleidung rieseln, sind beispielsweise meist ein Zeichen für trockene Kopfhaut. Diese trockenen Schuppen entstehen häufig durch Heizungsluft im Winter oder aber aufgrund von trockenem und heißem Klima. Auch Shampoos und zu heißes Föhnen können trockene Schuppen bedingen.

Größere, fettige Schuppen, die gelblich glänzen und zunächst an der Kopfhaut haften bleiben, entstehen hingegen, wenn die Talgdrüsen der Haut zu viel Fett bilden. Häufig sind dann auch die Haare fettig. Das ist etwa bei einem seborrhoischen Ekzem oder einem Pilz der Fall.

Ursachen: Wie entstehen Schuppen?

Zur Schuppenbildung kann es aufgrund verschiedener Ursachen kommen. Sie treten beispielsweise als Begleiterscheinung verschiedener Hautkrankheiten auf. Dazu zählen etwa: 

  • Schuppenflechte (Psoriasis capitis): Schuppenflechte ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, die durch eine Autoimmunreaktion ausgelöst wird. Sie zeigt sich durch verdickte, juckende Hautpartien und Hautschuppen, die am ganzen Körper auftreten können.

  • Neurodermitis (atopisches Ekzem): Für die chronisch-entzündliche Hauterkrankung sind juckende, schuppende Hautausschläge typisch, die sich am ganzen Körper zeigen können. 

  • Seborrhoisches Ekzem (seborrhoische Dermatitis): Die Hautentzündung zeichnet sich durch örtlich begrenzte, fettig und gelblich wirkende Krusten aus, die mit Juckreiz und oftmals Schuppenbildung auf der Kopfhaut verbunden sind.

  • Kontaktallergie (allergische Kontaktdermatitis): Einige Menschen reagieren allergisch auf Inhaltsstoffe von Shampoos oder anderen Haarpflegeprodukten. Die Folge sind neben Juckreiz häufig auch Krusten und Schuppen an der Kopfhaut.

  • Malassezia furfur: Der Hefepilz ist ein natürlicher Bestandteil der Hautflora, der jedoch bei einer Überbesiedelung die Talgproduktion und somit Schuppenbildung anregt. 

  • Chronischer Lupus erythematodes (Schmetterlingsflechte): Diese seltene Autoimmunerkrankung geht mit schuppenden Hautveränderungen einher, die auch die Kopfhaut betreffen können.

Nicht immer sind die Ursachen von Schuppen krankheitsbedingt. Es gibt einige harmlose Ursachen von Schuppen, wie zum Beispiel: 

  • falsche Haarpflege: Häufiges Haarewaschen, zu heißes Föhnen oder aggressive und austrocknende Shampoos können die Bildung von Schuppen begünstigen.

  • Hormonschwankungen: Während der Pubertät kurbeln häufig Hormone die Talgproduktion der Haut an, was fettige Schuppen zur Folge haben kann. Trockene Schuppen sind hingegen oftmals während der Wechseljahre möglich.

  • Stress: Wer unter anhaltendem Stress leidet, hat häufig auch vermehrt Schuppen. Hintergrund dabei ist ein veränderter Stoffwechsel der Hornhaut, vermehrtes Schwitzen an der Kopfhaut und deshalb eine gestörte Abwehrfunktion der Haut. Das bringt wiederum ein erhöhtes Risiko für eine Pilzbesiedelung mit sich.

  • Umweltfaktoren: Hitze im Sommer, UV-Strahlung, aber auch trockene Raumluft im Winter wirken sich gegebenenfalls ungünstig auf die Kopfhaut aus und fördern Schuppen.

  • Ernährung: Menschen, die viel Weizenmehl, Zucker, Kaffee, Alkohol und fetthaltige Lebensmittel konsumieren, fördern so das Wachstum von Mikroorganismen auf der Kopfhaut. So wird wiederum die Produktion von Talg angekurbelt, was fettige Schuppen zur Folge haben kann.

Zudem nehmen Fachleute an, dass eine vermehrte Schuppenbildung auch erbliche Veranlagung sein kann. So ist es beispielsweise möglich, dass innerhalb einer Familie mehrere Familienmitglieder an Schuppen leiden. 

Wann ist ärztlicher Rat bei Schuppen notwendig?

Wer unter Schuppen aufgrund einer trockenen Kopfhaut leidet, kann zunächst mithilfe eines milden, pH-neutralen Shampoos versuchen, diese wieder loszuwerden. Bei fettiger Kopfhaut hilft möglicherweise ein Anti-Schuppen-Shampoo. Sind nach etwa vier Wochen immer noch Kopfschuppen sichtbar, sollte eine hautärztliche Praxis aufgesucht werden. Zudem sollten Betroffene eine*n Hautärztin*Hautarzt bei folgenden Fällen aufsuchen: 

  • Haarausfall
  • starker Juckreiz
  • Entzündungen der Kopfhaut
  • gerötete, geschwollene, nässende Kopfhautpartien

In diesen Fällen könnte eine Allergie oder entzündliche Hautkrankheit vorliegen, die möglicherweise medikamentös behandelt werden muss.

Ärztliche Diagnose bei Schuppen

Um die Ursache der Schuppen zu ermitteln, muss die*der Ärztin*Arzt zunächst klären, ob

  • nur die Kopfhaut oder auch andere Körperstellen von den Schuppen betroffen sind,
  • Hauterkrankungen (z.B. Neurodermitis oder Allergien) vorliegen oder diese Erkrankungen in der Familie des*der Patient*in gehäuft auftreten und
  • weitere Beschwerden wie Juckreiz hinzukommen.

Wenn diese Fragen geklärt sind, untersucht der*die Dermatolog*in die Kopfhaut. Denn häufig geben die Farbe, Form, Größe und Beschaffenheit der Schuppen wichtige Hinweise auf die zugrundeliegende Ursache: Große, silbrig glänzende Schuppen, die sich leicht von der Kopfhaut ablösen, deuten beispielsweise in der Regel auf eine Schuppenflechte hin.

Fettige, gelbe Schuppen sprechen hingegen meist für ein seborrhoisches Ekzem: Bildet die Haut zu viel Fett, kann sich auf ihr ein bestimmter fettliebender Pilz ausbreiten. Um diesen Pilz loszuwerden, stößt die Haut ihre oberste Schicht schneller ab. Die abgestoßenen Zellen bleiben am Fettfilm haften und lösen sich erst durch Kratzen von der Kopfhaut.

In der Regel sind die Merkmale der Schuppen so charakteristisch, dass die*der Ärztin*Arzt bereits nach der Untersuchung der Kopfhaut eine Diagnose stellen kann. Je nachdem, welche Ursache sie*er für die Schuppen vermutet, können zusätzliche Untersuchungen nötig sein, wie etwa:

Behandlung: Schuppen loswerden

Welches Mittel gegen Schuppen wirksam ist, hängt von der Ursache ab. Leichte Schuppen lassen häufig gut mit freiverkäuflichen Anti-Schuppen-Shampoos in den Griff bekommen. In diesen Shampoos sind Wirkstoffe enthalten, die Pilze und/oder Bakterien entgegenwirken, zum Beispiel:

Bei Schuppenflechte oder anderen entzündlichen Hauterkrankungen kann die*der Hautärztin*Hautarzt spezielle Shampoos und Mittel gegen Schuppen verschreiben, die beispielsweise Salicylsäure enthalten. Diese kann Entzündungen lindern und bewirkt zudem, dass sich Hornzellen leichter von der Haut ablösen. Festhaftende Schuppen lassen sich dann leichter entfernen.

Sogenannte Vitamin-D3-Analoga wirken ebenso entzündungshemmend und tragen dazu bei, die Schuppenbildung zu normalisieren. Wird durch die ärztliche Untersuchung ein Pilzbefall festgestellt, etwa den Hefepilz Malassezia furfur, können entsprechende Medikamente (Antimykotika) im Rahmen der Behandlung zum Einsatz kommen. 

Hausmittel gegen Schuppen

Auch der Vorratsschrank hat einige Hausmittel gegen Schuppen zu bieten. Ob Tinkturen und Kuren aus Öl oder Kräuterspülungen – diese sanften Hausmittel haben einen wohltuenden Effekt auf die Hautflora und eignen sich gegen Schuppen:

  • Teebaumöl: Teebaumöl wirkt gegen Pilze und durchblutungsfördernd, jedoch kann es auch allergische Reaktionen hervorrufen und zu Hautirritationen führen. Deshalb sollte es nur mit Wasser verdünnt verwendet werden.

  • Olivenöl: Olivenöl sorgt für eine geschmeidige Kopfhaut. Menschen mit Schuppen können es sanft in die Kopfhaut massieren, über Nacht einwirken lassen und am nächsten Morgen mit einem milden Shampoo auswaschen.

  • Kokosöl: Auch Kokosöl eignet sich als Hausmittel gegen Schuppen, da es einen pilzhemmenden Effekt aufweist. Einmassiert in die Kopfhaut kann es nach einigen Minuten, aber auch über Nacht seinen Effekt erzielen und mit einem sanften Shampoo ausgewaschen werden. Zugleich pflegt das Kokosöl die Haare.

  • Zitronensaft: Frisch gepresster Zitronensaft hat ebenso eine Wirkung gegen Schuppen. Einfach in die Kopfhaut massieren, etwa 10 Minuten einwirken lassen und anschließend mit einem milden Shampoo wieder auswaschen. Zudem sorgt Zitronensaft für glänzende Haare.

  • Brennnessel-Haarwasser: Wer ein Hausmittel gegen Schuppen und zugleich gegen Haarausfall sucht, kann auf Haarwasser aus Brennnesseln bauen. Diese gibt es in der Apotheke oder im Drogeriemarkt zu kaufen, können aber auch selbst hergestellt werden.

Auch Apfelessig hat sich als Hausmittel gegen Schuppen bewährt. Hierfür den Apfelessig etwa im selben Verhältnis mit Wasser mischen und in die Kopfhaut massieren und einwirken lassen. Danach kann das Mittel wieder ausgewaschen werden.

Vorbeugen: Das können Sie selbst gegen Schuppen tun

Wer selbst etwas gegen Kopfschuppen tun möchte, sollte zunächst einmal seine Haarpflege unter die Lupe nehmen. Häufig helfen bereits einfache Maßnahmen, um der Schuppenbildung gegenzusteuern und vorzubeugen.

Tipps bei Schuppen: Was zu beachten ist

  • Haarpflege: Hitze begünstigt Schuppenbildung, deshalb ist heißes Wasser und Föhnen auf höchster Stufe zu vermeiden. Verwenden Sie Shampoos ohne Fette und Duftstoffe. Anti-Schuppen-Shampoos können ebenso regelmäßig, aber nicht durchgehend benutzt werden. Zudem sollten möglichst wenig Pflegeprodukte verwendet und die Haare regelmäßig gewaschen werden: Haare nicht ausfetten lassen.

  • Sonnenschutz: Darüber hinaus empfiehlt sich, auf einen ausreichenden Sonnenschutz für die Kopfhaut zu achten. Ein Sonnenhut oder eine andere Kopfbedeckung sollte deshalb bei Schuppen eine Selbstverständlichkeit sein. 

  • Ernährung: Auch die Ernährung sollte im Fokus stehen, wenn man Kopfschuppen loswerden möchte. Fetthaltige, ungesunde Lebensmittel, Alkohol, Kaffee, Zucker und Weizenmehl sollten dabei vom Speiseplan gestrichen werden. Eine ausgewogene Ernährung mit frischem Gemüse, Obst und Vollkornprodukten ist empfehlenswert. Besonders Vitamin E, Vitamin A und Biotin erweisen sich als wohltuend für die Haut.