Frau versteckt ihre Zehen, auf dem Boden stehend
© iStock

Nagelpilz (Onychomykose)

Nagelpilz sieht nicht nur unschön aus: Bleibt er unbehandelt, breitet er sich auf benachbarte Nägel aus – und mitunter auch auf andere Menschen, denn die Erkrankung ist ansteckend. Mit etwas Geduld lässt sich Nagelpilz jedoch gut behandeln, zum Beispiel mit Lack oder Tabletten. Lesen Sie, woran Sie Nagelpilz erkennen und was Sie dagegen tun können.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Nagelpilz (Onychomykose)

Nagelpilz (Onychomykose) kann sowohl die Finger- als auch die Fußnägeln befallen. In den meisten Fällen stecken bestimmte Fadenpilze hinter der Erkrankung: die sogenannten Dermatophyten, welche auch zu Fußpilz führen. In der Regel haben Personen mit Nagelpilz zugleich auch Fußpilz.

Daran kann man Nagelpilz erkennen:

  • Der betroffene Nagel verfärbt sich. Er wird weiß-gelblich oder bräunlich.
  • Verdickungen des Nagels können ebenfalls auf Nagelpilz hinweisen.
  • Der Nagel verändert sich in seiner Form.
  • Der Nagel wird brüchig.

Die Zehennägel sind deutlich häufiger betroffen als die Fingernägel – vor allem der große und der kleine Zeh.

Nagelpilz erkennen: Meist ist der Nagelrand betroffen

Die ersten Symptome der Infektion entstehen fast immer am freien vorderen oder seitlichen Nagelrand. Die Erreger dringen über die Verbindung zwischen Nagel und Zehen- bzw. Fingerkuppe in die Unterseite der Nagelplatte ein. Der Nagel wird brüchig, verfärbt sich gelblich und der Pilz kann nach und nach die gesamte Nagelplatte befallen. Diese Form von Nagelpilz (die sog. distolaterale subunguale Onychomykose) ist mit Abstand die häufigste.

Nagelpilz erkennen: Weitere Formen

Daneben gibt es drei weitere Formen von Nagelpilz, die wesentlich seltener vorkommen:

1. Nagelpilz mit oberflächlichem Befall

Manchmal breitet sich der Pilz nur auf den obersten Schichten der Nagelplatte aus. Dies ist an einer weißlichen Verfärbung des Nagels zu erkennen. Ärztinnen und Ärzte sprechen von einer oberflächlichen weißen Onychomykose.

2. Nagelpilz mit Befall der Nagelwurzel

Bei dieser Form von Nagelpilz dringen die Erreger in den Nagelrücken ein und befallen die Nagelwurzel (Nagelmatrix), den Ort des eigentlichen Nagelwachstums. Der Nagel wird dadurch geschädigt. Diese sogenannte proximale subunguale Onychomykose tritt relativ selten auf. Sie betrifft vor allem Menschen, dessen Immunsystem stark geschwächt ist, etwa aufgrund einer schweren Erkrankung oder durch Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken (z. B. nach einer Organtransplantation).

3. Totaler Pilzbefall des Nagels

Ist der gesamte Nagel inklusive Nagelwurzel befallen, wird die Nagelplatte vollständig zerstört (sog. totale Onychodystrophie).

Nagelpilz: Diagnose

Ein erfahrener Hautarzt wird Nagelpilz leicht erkennen. Um sicherzugehen, ob und von welcher Art von Pilz der Nagel befallen ist, kann die Ärztin/der Arzt eine Probe im Labor untersuchen lassen. Hierzu schneidet sie oder er einen Teil des Nagels ab und entnimmt eventuell zusätzlich eine Probe der Haut.

Sind unter dem Mikroskop Elemente eines Pilzes zu erkennen, kann anschließend eine Pilzkultur aus dem Nagelmaterial gezüchtet werden. Mit dieser Kultur lässt sich sicher feststellen, um welchen Pilz es sich handelt.

Nagelpilz behandeln

Nagelpilz sollte man in jedem Fall behandeln. Von allein bildet er sich in der Regel nicht zurück. Welche Mittel bei Nagelpilz am besten geeignet sind, hängt vor allem davon ab,

  • wie stark sich der Pilz ausgebreitet hat und
  • welcher Erreger die Infektion ausgelöst hat.

Wer Nagelpilz behandeln will, braucht vor allem Geduld. Wenn auch nur einige wenige Pilzreste zurückbleiben, besteht die Gefahr, dass sich der Nagelpilz erneut ausbreitet. Bis der Pilz vollständig abgetötet ist, dauert es einige Monate.

Wichtig zu wissen: Nagelpilz ist ansteckend. Wer ihn unbehandelt lässt, riskiert, dass sich eine andere Person ebenfalls infiziert – zum Beispiel über gemeinsam genutzte Handtücher.

Behandlung von Nagelpilz: Lack zum Auftragen

In leichten Fällen reicht es aus, wenn Sie die betroffenen Nägel mit einem speziellen Lack behandeln. Der Lack wirkt antimykotisch, sodass die Pilze abgetötet werden. Lack gegen Nagelpilz enthält Wirkstoffe wie Ciclopirox, Amorolfin und Bifonazol. Alternativ zum Lack gibt es auch Cremes, die pilzabtötend wirken.

Die Mittel werden direkt auf die betroffenen Bereiche aufgetragen (sog. lokale oder topische Therapie). Eine örtliche Behandlung mit Lack und Cremes bietet sich an, wenn

  • die Nagelwurzel (Nagelmatrix) nicht betroffen ist,
  • nur einzelne Nägel befallen sind und
  • der Nagel nicht vollständig befallen ist.

Die Mittel sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.

Behandlung von Nagelpilz mit Tabletten

Ist bereits die Nagelwurzel angegriffen oder sind viele Nägel infiziert, reichen Lacke oder Cremes in der Regel nicht aus, um einen Nagelpilz zu behandeln. Damit alle Pilzsporen beseitigt werden, sind Antipilzmittel (Antimykotika) in Form von Tabletten oder als Infusion nötig.

Die Nagelpilz-Behandlung mit Tabletten/Infusionen dauert meist mehrere Monate und muss konsequent eingehalten werden. Ziel der Behandlung ist, die Nagelplatte vollständig vom Pilz zu befreien.

Als Mittel, die zuverlässig Pilze abtöten, haben sich Wirkstoffe wie Terbinafin, Fluconazol (wenn Hefepilze beteiligt sind) oder Itraconazol (auch bei Befall durch Hefe- oder Schimmelpilze und bei Mischinfektionen) bewährt. Es gibt Mittel gegen Nagelpilz, die gezielt einen bestimmten Erreger bekämpfen. Andere Mittel sind gleich gegen mehrere Erreger wirksam (sog. Breitbandmykotika).

Zusätzlich kann der Nagel mithilfe einer speziellen Salbe (mit Inhaltsstoffen wie Harnstoff oder Kaliumjodid) aufgeweicht und aufgelöst werden (sog. Keratolyse). Anschließend kann man den Nagel mit einem pilzabtötenden Lack weiterbehandeln.

Übrigens: Auf die chirurgische Entfernung von Nägeln verzichtet man heute in der Regel. Zum einen ist ein solcher Eingriff schmerzhaft. Zum anderen kann er zu Verletzungen führen, was das Risiko für eine Infektion erhöht.

Teil jeder Nagelpilz-Behandlung: Gründliche Hygiene

Bis der erkrankte Nagel wieder gesund nachgewachsen ist, dauert es mehrere Monate. Bleiben auch nur wenige Pilzsporen zurück, besteht die Gefahr, dass sich ein behandelter Nagelpilz erneut ausbreitet. Um dies zu verhindern, können Sie einiges tun:

  • Desinfizieren Sie Ihre Schuhe und Strümpfe regelmäßig. Schuhe können in einem geschlossenen Plastikmüllsack mit Formaldehydlösung über ein bis zwei Tage hinweg desinfiziert werden und müssen anschließend mehrere Tage lang draußen ausgelüftet werden.
  • Waschen Sie Ihre Strümpfe, Bettwäsche und Handtücher bei 60 bis 90 Grad Celsius.
  • Verzichten Sie auf zu enge Schuhe.
  • Meiden Sie feuchte Umgebungen wie im Schwimmbad oder in der Sauna.
  • Trocknen Sie Hände und Füße gründlich ab.
  • Desinfizieren Sie Nagelfeile oder Nagelschere nach Gebrauch mit Desinfektionsmitteln oder 70-prozentigem Alkohol (in der Apotheke erhältlich). Betroffene sollten darauf achten, Nagelschere und -feile nicht mit anderen zu teilen.

Wenn andere Personen in Ihrem Haushalt ebenfalls infiziert sind, sollten auch diese sich behandeln lassen, da sonst die Gefahr besteht, dass Sie sich erneut anstecken.

Was passiert, wenn Nagelpilz nicht behandelt wird?

Bleibt Nagelpilz unbehandelt, zerstört er die befallene Nagelplatte immer mehr. Zudem breitet sich der Pilz auch auf umliegende Nägel aus.

Wenn die Nagelplatte durch den Pilzbefall verformt wurde, kann der betroffene Nagel einwachsen. In der Folge kann sich der Hautbereich um den Nagel entzünden (sog. Paronychie). Zudem können die Erreger auch die Haut befallen. Daher sollte man Nagelpilz unbedingt behandeln.

Nagelpilz: Hausmittel

Eine Nagelpilz-Behandlung mit speziellen Lacken oder Tabletten kann sich als äußerst langwierig erweisen. Zudem können diese Präparate zu verschiedenen Nebenwirkungen führen.

Da liegt der Gedanke daher nahe, den Pilzen mit Hausmitteln zu Leibe zu rücken. Als besonders beliebte Mittel gelten Essig, Teebaumöl oder Backpulver. So soll zum Beispiel ein Nagelbad in einer Mischung aus lauwarmem Wasser und Apfelessig Abhilfe schaffen.

Manche schwören auch auf Essigessenz: Diese wird mit einem Wattestächen auf die befallenen Nägel aufgetragen. Ganz nebenwirkungsfrei ist diese Methode jedoch nicht, denn hochprozentiger Essig kann die Haut reizen. Wichtig zu wissen: Ob Essig tatsächlich als Hausmittel gegen Nagelpilz hilft, ist wissenschaftlich nicht belegt.

Lesen Sie mehr: Welche Hausmittel bei Nagelpilz helfen

Nagelpilz: Ursachen

Bestimmte Faktoren erhöhten das Risiko für Nagelpilz. Wer zu enge Schuhe trägt, an Durchblutungsstörungen oder Diabetes mellitus leidet oder gerne barfuß im Schwimmbad oder in der Sauna unterwegs ist, bei dem ist das Risiko besonders hoch: In einem feucht-warmen Milieu fühlen sich Hautpilze besonders wohl.

Zu Risikofaktoren für Nagelpilz zählen

  • wiederholte Verletzungen der Nägel, z. B. beim Sport oder bei der Pediküre
  • zu enge Schuhe
  • Fehlstellungen der Füße
  • Durchblutungsstörungen der Beine oder Arme
  • Störungen des Nagelwachstums
  • Stoffwechselstörungen wie Diabetes mellitus
  • ein geschwächtes Immunsystem
  • Veranlagung

In einem feucht-warmen Milieu können sich die Pilze besonders gut ausbreiten. Wer viel schwitzt und enge Schuhe trägt, kann sich daher leichter einen Nagelpilz zuziehen. Typische Ort, an denen man sich anstecken kann, sind zum Beispiel:

  • Schwimmbad
  • Sauna
  • Fitnessstudio
  • Umkleidekabine und Dusche in Sporthallen

Vorbeugen

Nagelpilz (Onychomykose) können Sie vorbeugen, wenn Sie folgende Dinge beachten:

  • Verzichten Sie auf zu enge Schuhe und achten Sie darauf, dass Schuhe und Strümpfe bequem und atmungsaktiv sind.
  • Da sich Pilze in feuchter Umgebung besonders leicht ausbreiten, sollten Sie darauf achten, Hände und Füße immer gründlich abzutrocknen, insbesondere in den Zwischenräumen zwischen den Zehen.
  • Kleine Verletzungen an den Nägeln können einen Nagelpilz begünstigen. Seien Sie also bei der Maniküre oder Pediküre sehr vorsichtig.
  • Wer im Schwimmbad oder in der Sauna Badeschuhe trägt, senkt sein Risiko für Nagelpilz.
  • getrennte Handtücher: Damit Sie sich nicht bei jemand anderem anstecken, sollten Sie keine gemeinsamen Handtücher benutzen.