Terbinafin

Allgemeines

Terbinafin ist zur innerlichen und äußerlichen Behandlung von Infektionen durch Pilze geeignet.

Äußerlich wird Terbinafin bei folgenden Hautinfektionen eingesetzt:

  • Pilzinfektionen durch Hautpilze (Dermatophyten)
  • Infektionen mit dem Pilz Microsporum canis (im Tierreich weit verbreitet, wird häufig von Katzen auf Kinder übertragen)
  • Infektionen durch Hefepilze (Candidosen)
  • Kleiepilzflechte (Pityriasis versicolor, verursacht durch den Pilz Malassezia furfur).

Innerlich wird Terbinafin in Form von Tabletten bei so genannten Onychomykosen angewendet. Dabei handelt es sich um Pilzinfektionen der Finger- und Fußnägel.

 

 

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Pilzwachstum hemmen
  • Pilze abtöten

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Terbinafin im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Terbinafin nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen Terbinafin darf der Wirkstoff weder äußerlich noch innerlich eingesetzt werden.

Patienten mit akuten oder chronischen Lebererkrankungen mit starker Einschränkung der Organfunktion oder einer Alkoholabhängigkeit dürfen Terbinafin nicht als Tablette einnehmen.

Ebenso ist die Anwendung des Wirkstoffes bei stark eingeschränkter Nierenfunktion nicht erlaubt.

Auf eine äußerliche Anwendung von Terbinafin zur Behandlung von Pilzinfektionen im Gesicht, vor allem im Mundbereich oder am Auge, muss verzichtet werden. Auch bei Infektionen der Nägel, die durch Bakterien verursacht wurden, ist die Verwendung von Terbinafin nicht gestattet.

 

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Äußerlich sollte Terbinafin in der Schwangerschaft nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt eingesetzt werden. Mit Terbinafin in Tablettenform wurden bisher zu wenige Schwangere behandelt, um die Sicherheit beurteilen zu könnne. Obwohl sich in Tierstudien keine schädlichen wirkungen auf das Ungeborene zeigten, sollte innerliche Behandlung nur nach sehr strenger ärztlicher Nutzen-Risiko-Abschätzung erfolgen.

Da Terbinafin in die Muttermilch übergeht, sollte es weder äußerlich, noch in Tablettenform während der Stillzeit eingesetzt werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die innerliche Anwendung von Terbinafin bei Kindern ist nicht erlaubt. Für die äußerliche Anwendung geben die Hersteller unterschiedliche Altersgrenzen an. Hier ist der Beipackzettel zu beachten oder der Arzt zu befragen.

Welche Nebenwirkungen kann Terbinafin haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Terbinafin. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Örtliche Anwendung

Gelegentliche Nebenwirkungen:
örtliche allergische Reaktionen der behandelten Hautstellen (Juckreiz, Brennen, Rötung).

Seltene Nebenwirkungen:
Allergische Streureaktionen (Verbreitung der allergischen Entzündung über die betroffenen Hautstelle hinaus).

Innerliche Anwendung

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Völlegefühl, Appetitlosigkeit, Verdauungsstörungen, Übelkeit und Erbrechen, Bauchschmerzen (leicht), Durchfall, allergische Hautreaktionen, Ausschlag, Nesselsucht, Muskelschmerzen, Gelenkbeschwerden.

Häufige Nebenwirkungen:
Kopfschmerzen.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Geschmacksstörungen, Geschmacksverlust.

Sehr selten oder vereinzelt:
Hautgewebezerstörung, Hautveränderungen, Schuppenflechte-artige Beschwerden, Schuppenflechte-Verschlimmerung, Haarausfall, Lupus erythematodes (Autoimmunerkrankung der Haut und inneren Organe), Haarausfall, Verminderung der Granulozyten im Blut (Agranulozytose), Verminderung der Lymphozyten im Blut (Lymphopenie), Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie), Leberversagen (mit nachfolgender Lebertransplantation oder Todesfolge), allergischer Schock (anaphylaktischer Schock), anhaltender Geschmacksverlust mit Appetitlosigkeit und ungewollter Gewichtsabnahme, Müdigkeit.

Besonderheiten:
Treten während der äußerlichen Behandlung Hautreizungen oder allergische Reaktionen auf, sollte die Therapie beendet werden.

Bei Geschmacksstörungen oder Geschmacksverlust durch innerliche Anwendung muss die Behandlung mit Terbinafin sofort abgebrochen werden. In der Regel verschwinden diese Nebenwirkungen etwa zwei Wochen nach Beendigung der Anwendung wieder.

Patienten, die während der Einnahme von Terbinafin hohes Fieber oder Halsschmerzen bekommen, müssen sofort vom Arzt auf mögliche Veränderungen des Blutbildes untersucht werden.

Möglicherweise verursacht Terbinafin bei Einnahme gelegentlich auch psychische Nebenwirkungen wie Konzentrationsstörungen, Verlangsamung, depressive Verstimmung, Selbstmordgedanken, Nachtschweiß und Unruhe.

 

Welche Wechselwirkungen zeigt Terbinafin?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Für eine äußerliche Anwendung von Terbinafin mit anderen Wirkstoffen sind keine Wechselwirkungen bekannt.

Bei einer innerlichen Gabe von Terbinafin kann es zu folgenden Wechselwirkungen kommen:

Die Wirkung von Terbinafin wird bei gemeinsamer Anwendung mit Cimetidin verstärkt, dagegen kann die Wirkung in Kombination mit Rifampicin, einem Mittel gegen Tuberkulose, aufgrund einer vermehrten Ausscheidung abgeschwächt werden.

Werden während der Behandlung mit Terbinafin Betablocker oder Antidepressiva wie MAO-Hemmer, selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer oder tri- und tetrazyklische Antidepressiva angewandt, so kann deren Wirkung verstärkt werden. Auch die Wirkung von Coffein kann durch Terbinafin gesteigert werden.

Andererseits kann Terbinafin die Wirkung von Ciclosporin (gegen die Abstoßung verpflanzter Organe) sowie des Hormons Ethinylestradiol (einer der Wirkstoffe in der "Pille") abschwächen. Bei einigen Patientinnen, die Terbinafin gleichzeitig mit hormonellen Verhütungsmitteln einnahmen, kam es zu Menstruationsstörungen wie unregelmäßiger Blutung, Durchbruchblutungen, Zwischenblutungen und Ausbleiben der Menstruation.

 

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Vor der innerlichen Anwendung des Medikaments müssen vergangene oder bestehende Lebererkrankungen ärztlich abgeklärt werden.
  • Stellt der Arzt einen deutlichen Anstieg der Leber-Enzymwerte während der innerlichen Behandlung mit dem Medikament fest, so muss die Therapie sofort abgebrochen werden.
  • Während der innerlichen Behandlung mit dem Medikament kann es zu Magen-Darm-Problemen kommen. Bei schweren Störungen muss ein Arzt aufgesucht werden.
  • Bei Geschmacksstörung oder -verlust sowie sich verschlimmernden Hautreaktionen sollte der Arzt befragt werden.
  • Patienten mit Verdacht auf Schwäche des Immunsystems sollten bei innerlicher Anwendung des Medikaments über sechs Wochen das Blutbild ärztlich untersuchen lassen.
  • Tritt während der innerlichen Behandlung mit dem Medikament hohes Fieber oder Halsschmerzen auf, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

 

Welche Medikamente beinhalten Terbinafin?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Terbinafin enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

 

 

So wirkt Terbinafin

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Terbinafin. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Fungizide, Allylamine, zu welcher der Wirkstoff Terbinafin gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Terbinafin

Terbinafin ist zur innerlichen und äußerlichen Behandlung von Infektionen durch Pilze geeignet.

Äußerlich wird Terbinafin bei folgenden Hautinfektionen eingesetzt:

  • Pilzinfektionen durch Hautpilze (Dermatophyten)
  • Infektionen mit dem Pilz Microsporum canis (im Tierreich weit verbreitet, wird häufig von Katzen auf Kinder übertragen)
  • Infektionen durch Hefepilze (Candidosen)
  • Kleiepilzflechte (Pityriasis versicolor, verursacht durch den Pilz Malassezia furfur).

Innerlich wird Terbinafin in Form von Tabletten bei so genannten Onychomykosen angewendet. Dabei handelt es sich um Pilzinfektionen der Finger- und Fußnägel.

 

 

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Terbinafin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Terbinafin

Terbinafin ist ein Mittel gegen Pilzerkrankungen und gehört zu der Wirkstoffgruppe der Allylamine. Typischerweise hemmt es wie alle Allylamine bei den Pilzen ein wichtiges Enzym, die so genannte Squalenepoxidase. Dadurch wird der Aufbau der Pilz-Zellwand behindert. Außerdem reichert sich ein nicht weiter umgebauter Ausgangsstoff, das Squalen, im Pilzgewebe an, der die meisten Pilze abtötet. Terbinafin hat ein breites Wirkungsspektrum bei Pilzinfektionen der Haut und der Nägel, verursacht durch Hautpilze (Dermatophyten) wie Trichophyton, Microsporum und Epidermophyton floccosum.

Bereits in niedriger Konzentration wirkt Terbinafin abtötend auf die genannten Hautpilze, auf Schimmelpilze und bestimmte dimorphe Pilze. Auf
Hefen (Candida-Arten) wirkt Terbinafin, je nach der Art des Hefepilzes abtötend (so bei Pityrosporum orbiculare oder Malassezia furfur) oder wachstumshemmend.

Nach Einnahme reichert sich Terbinafin in Haut, Haaren und Nägeln in pilztötenden Konzentrationen an, ist aber unwirksam gegen alle Hefepilze.

Der Wirkstoff ist gut verträglich und hat eine lange Wirkdauer. Bei Einnahme muss Terbinafin nur ein- bis zweimal pro Woche angewendet werden. Bei dem äußerlichen Einsatz des Wirkstoffs reicht eine einmal tägliche Anwendung aus.

 

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.