Eine Hand mit einer Pilzinfektion
© Getty Images

Pilzinfektionen der Haut

Wenn sich die Haut und/oder die Schleimhäute infizieren, spricht man von einer Hautpilzinfektion. Oft gehen Hautpilzinfektionen mit Juckreiz und Nässe einher und sind für Betroffene sehr lästig. In seltenen Fällen dringt die Infektion in tiefere Hautschichten ein. Wie Sie vorbeugen und was hilft, lesen Sie hier.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Allgemeines

Hautpilzerkrankungen sind Infektionen der Haut durch Krankheitserreger aus der Familie der Pilze. Das Spektrum der Verursacher ist sehr groß und entsprechend viele Erscheinungsformen von Hautpilzerkrankungen sind bekannt.

Manche Pilzarten haben sich auf die Region zwischen den Zehen oder Fingern spezialisiert und rufen die medizinisch "Interdigitalmykosen" genannten Krankheitsbilder hervor. Der Befall der Füße wird vom Volksmund Fußpilz genannt.

Andere Pilze besiedeln bevorzugt Hautregionen, die warm und feucht sind, in Falten oder auch unter engen Kleidungsstücken. Aufgrund der häufigsten Verursacher werden diese Erkrankungen unter der Bezeichung Hefepilzinfektionen zusammengefasst. Die wohl bekannteste dieser Erscheinungsformen ist die "Windeldermatitis" von Wickelkindern. Siedeln die Pilze auf Schleimhäuten, verursachen sie Pilzinfektionen im Mund und Pilzinfektionen der Scheide. Letztere können sich auch auf den*die Sexualpartner*in übertragen und äußern sich in Entzündungen von Eichel und Vorhaut beim Mann.

Aber auch völlig trockene Hautregionen können Ziel von Pilzinvasionen sein. Diese Spezialist*innen verursachen die sogenannten Flechten mit deutlicher Veränderungen des Hautbildes wie beispielsweise einer Ausbleichung (beispielsweise bei Pityriasis versicolor ), Dunkelfärbung (Tinea nigra der Hand- und Fußflächen) oder Entzündungen. Werden die Pilze bekämpft, kehrt die ursprüngliche Hautbeschaffenheit wieder zurück.

Besiedeln die Pilze die behaarte Haut, kann eine sogenannte Bartflechte oder Haarausfall die Folge sein.

Lesetipp: Hautkrankheiten von A-Z – ein Überblick

Ursachen

Die Hornschicht der menschlichen Haut, aber auch die Haare und Nägel sind hauptsächlich aus dem Eiweißstoff Keratin (von griech. kéras, Genitiv kératos = Horn) aufgebaut. Hautpilze (Dermatophyten) sind durch Enzyme (Keratinasen) in der Lage, diese Hornsubstanz in der Haut, den Haaren oder den Nägeln abzubauen. Diese Hautpilze gehören hauptsächlich drei Gruppen an, nämlich den

  • Trichophyten,
  • Microsporen
  • und Epidermophyten.

Zwei weitere Gruppen sind die Hefepilze, die unter Hefepilzinfektionen behandelt werden, und die Schimmelpilze. Pilzinfektionen sind zunächst für den*die Patient*in nicht sichtbar. Erst ab einer gewissen Durchdringung des Hautgewebes mit Pilzfäden (Myzel) zeigen sich auch auf der Hautoberfläche die Krankheitszeichen. Ebenso signalisiert das Verschwinden der Symptome bei Behandlung nicht unbedingt gleichzeitig auch eine tiefenwirksame Heilung.

Die pilzbedingten örtlichen Schädigungen werden je nach der befallenen Hautregion benannt. Die häufigste Form der Erkrankung ist die Tinea superficialis mit Beteiligung der oberflächlichen Hautschichten (Stratum corneum). Die Haut zeigt eine sich kreisrund ausbreitende juckende Entzündungsreaktion mit einem typischen rötlich-schuppigen Rand. Als Tinea profunda werden Hautpilzerkrankungen bezeichnet, die sich entlang der Haarbälge von Kopfhaut oder Gesicht in die Tiefe ausbreiten und Entzündungsknoten sowie Pickel hervorrufen können.

Damit eine Pilzinfektion der Haut erfolgen kann, sind zwei Voraussetzungen vonnöten: eine Ansteckungsquelle und eine geschwächte körpereigene Abwehr (beispielweise bei Diabetes mellitus ). Auch kleine Verletzungen der Haut durch Kratzen oder Abschürfungen, eine Beschädigung der Hornschicht durch übermäßiges Waschen oder Luftabschluss begünstigen die Infektion.

Nagel- und Fußpilz werden in Europa in den allermeisten Fällen von demselben ansteckenden Erreger verursacht, nämlich dem Fadenpilz Trichophyton rubrum. Er verbreitet sich durch feine, praktisch unsichtbare Sporen, die wochenlang überleben können. Jeder Mensch verliert beim Barfußlaufen Hautschuppen, die auch Pilzsporen enthalten können. Tritt ein anderer mit bloßen Füßen hinein, können sich die Sporen in Fußsohlen und Nägeln festsetzen und Pilze können sich entwickeln. In öffentlichen Schwimmbädern, Saunen, Sport- und Fitnesszentren bieten sich optimale Voraussetzungen für die Übertragung der Pilzsporen.

Therapie

Wann zum Arzt?

Sobald der Verdacht auf eine Hautpilzinfektion besteht, sollte man ärztlichen Rat aufsuchen. Einen Pilz endgültig loszuwerden, kann eine langwierige Angelegenheit sein, die einige Erfahrung erfordert. Je früher die Behandlung erfolgt, umso erfolgversprechender ist sie.

Die meisten Hautpilzinfektionen sind sehr ansteckend. Wird die Behandlung nicht fachgemäß vorgenommen, kann sich die Erkrankung auch auf weitere Körperregionen ausbreiten. Ohne Behandlung besteht die Gefahr einer chronischen Infektion.

Ärztliche Behandlung

Der*die Ärzt*in verordnet Ihnen bei Hautpilzen in aller Regel nicht rezeptpflichtige Medikamente.

Ist die Infektion schon sehr weit fortgeschritten und hartnäckig, helfen äußerliche Mittel allein meist nicht mehr. Dann wird der*die Ärzt*in eine Therapie mit verschreibungspflichtigen pilztötenden Wirkstoffen zum Einnehmen verordnen. Tabletten haben allerdings mehr Nebenwirkungen als äußerlich angewandte Mittel. Sie gelangen über den Blutweg in die infizierten Bereiche und enthalten beispielsweise die Wirkstoffe

Die Behandlung mit Tabletten wird so lange durchgeführt, bis das Hautbild normalisiert oder der Haarausfall gestoppt ist. Allein bis dahin können mehrere Wochen vergehen. Meist erfolgt die Therapie dann noch eine Weile weiter, bis auch die nicht sichtbaren Pilzfäden in der Haut vernichtet sind. Es ist also wichtig, die Behandlung auch dann weiterzuführen, wenn der*die Patient selbst schon glaubt, geheilt zu sein.

Was können Sie selbst tun?

Ist die Haut durch die Pilzinfektion stark entzündet, muss zunächst diese Entzündung mit Gerbstoffen oder feuchten Umschlägen behandelt werden. Erst danach oder bei Fehlen einer Entzündung kann der jeweilige Erreger äußerlich mit einem speziellen Mittel gegen Pilzerkrankungen (Antimykotikum) in Form einer Lösung, Salbe, Creme, Puder oder Shampoo bekämpft werden. Diese Präparate enthalten meist Wirkstoffe wie Bifonazol, Clotrimazol, Ketoconazol, Miconazol, Naftifin oder Terbinafin.

Benutzen Sie zur Pflege der pilzbefallenen Haut immer ein separates Handtuch und wechseln Sie dieses täglich. Socken, Strümpfe, Handtücher, Badematten und Bettzeug sollten Sie mindestens bei 60 Grad Celsius, besser 90 Grad Celsius, waschen. Bei Fußpilz empfiehlt es sich, die Füße trocken zu halten. So oft wie möglich sind leichte, luftdurchlässige Schuhe mit Ledersohle zu tragen. Die Socken sollten atmungsaktiv und aus Naturmaterialien wie Baumwolle oder Wolle sein, verschwitzte Socken sind sofort zu wechseln.

Um Hautpilzinfektionen zu verhindern, sollten weder Kleidungsstücke, Socken noch Schuhe mit anderen Menschen getauscht werden. Bei der Fuß- und Handpflege ist das gründliche Abtrocknen sehr wichtig, besonders in den Finger- und Zehenzwischenräumen. In öffentlichen Wellness- oder Sporteinrichtungen sollten immer eigene Haus- oder Badeschuhe getragen werden. Das gilt auch für Hotelzimmer, denn auch auf Teppichboden können Fußpilzsporen gut überleben.