Miconazol

Allgemeines

Miconazol wirkt sowohl bei Entzündungen mit Pilzen als auch bei Entzündungen mit Bakterien.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Wachstum von Pilzen an Nägeln, Haut und Schleimhaut hemmen
  • Pilze in Nägeln, Haut und Schleimhaut töten
  • Juckreiz und Schmerzen bei Pilzinfektionen der Haut und Schleimhäute lindern
  • Pilzbefall der Haut, des Genitalbereichs, des Mundes und des Verdauungstraktes behandeln
  • Bakterien bei Infektionen der Haut abtöten
  • Abheilungszeit infektionsbedingter Haut- und Schleimhautwunden verkürzen

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Miconazol im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Miconazol nicht verwendet werden?

Miconazol darf in keinem Fall angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff.

In Form von Mundgelen und Lutschtabletten ist die Anwendung verboten bei
  • Lebererkrankungen
  • Patienten, die gleichzeitig eines der folgenden Arzneimittel einnehmen:
    • orale Antikoagulantien wie beispielsweise Warfarin
    • bestimmte Antiallergika (Terfenadin und Mizolastin)
    • das Magenmittel Cisaprid
    • bestimmte Psychopharmaka (Triazolam, Midazolam zum Einnehmen, Pimozid)
    • bestimmte Mittel gegen Herzrhythmusstörungen (Chinidin und Dofetilid)
    • Blutfettsenker aus der Gruppe der Statine wie Simvastatin und Lovastatin
Weiterhin darf die Substanz nicht am Auge, auf offenen Wunden und nässenden Ekzemen zur Anwendung kommen. Auf Schleimhäuten dürfen nur Vaginalcreme (Genitalschleimhaut), Mundgel und Lutschtabletten (Mund-und Magen-Darm-Schleimhaut) eingesetzt werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Während der Schwangerschaft und Stillzeit darf keine Infusion und keine Einnahme von Miconazol über die Mundschleimhaut (Mundgel, Lutschtabletten) erfolgen. Ist die Behandlung mit Mundgel oder Lutschtabletten unumgänglich, sollte diese während der gesamten Schwangerschaft nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt erfolgen.

Der Einsatz von Miconazol (Vaginalcreme oder -zäpfchen) in der Scheide während der ersten drei Monate der Schwangerschaft sollte nur bei zwingender Notwendigkeit erfolgen, da geringe Mengen des Wirkstoffs in die Blutbahn aufgenommmen werden. Mehrere Studien an Schwangeren deuten darauf hin, dass ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten besteht. In den letzten zwei Dritteln der Schwangerschaft darf die Anwendung nur unter strenger ärztlicher Kontrolle sowie nach erfolgtem Erregernachweis und belegter Wirksamkeit von Miconazol erfolgen.

Besteht vier bis sechs Wochen vor dem erwarteten Geburtstermin eine Hefepilzinfektion in der Scheide, muss diese behandelt werden, um die Geburtswege von der Infektion zu befreien. Eine Übertragung der Erreger auf das Neugeborene findet in etwa 70 Prozent der Fälle statt und kann zu schweren Pilzinfektionen an den inneren Organen des Kindes führen.

Während der Stillzeit sollte die Anwendung von Miconazol sowohl in der Scheide als auch über die Mundschleimhaut nur unter ärztlicher Kontrolle erfolgen.

Bei örtlicher Anwendung auf der Haut wird der Wirkstoff praktisch nicht in den Körper aufgenommen. Daher kann Miconazol als Hautcreme auch während der Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden. Dabei sollten stillende Frauen die Creme jedoch nicht im Brustbereich verwenden, um den direkten Kontakt des Säuglings mit dem Wirkstoff zu vermeiden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Der Einsatz von Miconazol-haltigen Medikamenten bei Kindern unter zwei Jahren sowie die Anwendung der Vaginalcreme bei Kindern unter zwölf Jahren sollte nur auf Verordnung eines Arztes erfolgen. Bei Kindern zwischen zwei und elf Jahren sollte die Behandlung nur unter Aufsicht eines Erwachsenen durchgeführt werden.

Welche Nebenwirkungen kann Miconazol haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Miconazol. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Anwendung im Mund
Gelegentliche Nebenwirkungen:
Übelkeit, Erbrechen, Durchfall (nach längerer Behandlung).
Seltene Nebenwirkungen:
allergische Reaktionen.
Vereinzelte Nebenwirkungen:
Leberentzündung.

Anwendung auf Haut und Nägeln
Seltene Nebenwirkungen (bei Anwendung auf der Haut):
Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautrötung, Brennen, Juckreiz.
Vereinzelte Nebenwirkungen (Behandlung der Nägel mit Lösung):
Hautreizungen, Hautbrennen.
Nebenwirkungen ohne Angabe der Häufigkeit (Behandlung der Nägel mit Lösung):
allergische Reaktionen.

Anwendung in der Scheide
Seltene Nebenwirkungen:
Reizerscheinungen wie Juckreiz, Brennen.
Nebenwirkungen ohne Angabe der Häufigkeit:
Bauchkrämpfe, Nesselsucht, Hautrötung.

Welche Wechselwirkungen zeigt Miconazol?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Bei lokaler Anwendung sind bisher keine Wechselwirkungen mit anderen Wirkstoffen bekannt.

Bei gleichzeitiger Einnahme anderer im Körper wirksamer Pilzmittel kommt es zu einer gegenseitigen Verstärkung der Nebenwirkungen, ohne dass die antimykotische Wirkung verstärkt wird. Daher sind derartige Kombinationen zu vermeiden.

Miconazol kann den Abbau von Arzneimitteln hemmen, die von bestimmten Leber-Enzymen abgebaut werden. Daraus kann sich für diese Mittel eine stärkere und/oder verlängerte Wirkung, einschließlich der Nebenwirkungen, ergeben. Sie dürfen entweder nicht gleichzeitig mit Miconazol-Mundgel oder -Lutschtabletten beziehungsweise nur unter strenger ärztlicher Kontrolle angewendet werden. Zu diesen Substanzen gehören beispielsweise die sogenannten Fettsenker (Statine), Tabletten zur Behandlung eines zu hohen Blutzuckers (orale Antidiabetika), Antiepileptika, Medikamente zur Blutverdünnung (Antikoagulantien), einige Zytostatika, Mittel gegen Pilzerkrankungen wie Amphotericin B, das Antibiotikum Tobramycin und Immunologika (Ciclosporin).

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Bei allergischen Reaktionen muss die Behandlung mit dem Medikament abgebrochen werden.
  • Das Medikament darf nicht in die Augen gelangen.
  • Das Medikament darf nicht bei Patienten mit Lebererkrankungen angewendet werden.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Miconazol?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Miconazol enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform
Creme
Vaginalcreme, Vaginalzäpfchen (Ovulum)
Lösung

So wirkt Miconazol

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Miconazol. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Imidazole und Triazole, Fungizide, zu welcher der Wirkstoff Miconazol gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Miconazol

Miconazol wirkt sowohl bei Entzündungen mit Pilzen als auch bei Entzündungen mit Bakterien.

Es wird eingesetzt zur lokalen Behandlung von Pilzinfektionen (Mykosen) der Haut, der Schleimhäute und der Nägel. Anwendungsgebiete sind dabei Erkrankungen durch Hefepilze und andere Pilze der Hautoberfläche, der Nägel, des Mund- und Rachenraums, der Magen-Darm-Schleimhaut, der Vaginalschleimhaut sowie des äußeren weiblichen und männlichen Genitalbereichs.

Miconazol ist gegen eine Vielzahl von Erregern wirksam. Besonders wirksam ist es bei Hefepilzinfektionen (Candida-Infektionen, Candidosen) sowie gegen Dermatophyten (Pilze, die sich in den äußeren Hautschichten, in Haaren und Nägel ansiedeln können) und Schimmelpilzen.

Aufgrund der gleichzeitigen antibakteriellen Wirkung von Miconazol kann es auch erfolgreich zur lokalen Behandlung von Hautinfektionen mit bestimmten Bakterien sowie bei Mischinfektionen der Haut mit Pilzen und Bakterien eingesetzt werden.

Spezielle Krankheitsbilder, bei denen Miconazol zur Anwendung kommt, sind beispielsweise Pityriasis versicolor (Kleieflechte), seborrhoische Dermatitis, Erythrasma und Windeldermatitis.

Miconazol kann als Creme, Paste, Lösung, Mundgel, Lutschtabletten und Vaginalzäpfchen verabreicht werden. Als Creme findet Miconazol Verwendung bei Pilzinfektionen der Haut, auch im Genitalbereich, sowie bei Hefepilzerkrankungen der Scheide. Die Lösung ist besonders für die Anwendung auf behaarter Haut und in Hautfalten geeignet. Zur Behandlung von Hefepilzinfektionen der Mundschleimhaut (Mundsoor) und der Magen-Darm-Schleimhaut wird Miconazol bei Säuglingen und Kindern als Mundgel, bei Erwachsenen in Form von Lutschtabletten angewendet. Für die Anwendung in der Scheide gibt es außerdem Vaginalzäpfchen.

Wenn eine örtliche Therapie der Pilzinfektion nicht zum Erfolg führt oder wenn es bei schlechter Abwehrlage zu einem Befall innerer Organe (Systemmykosen) mit bestimmten Pilzarten kommt, kann Miconazol unter Überwachung im Krankenhaus auch als Infusion über eine Vene gegeben werden.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Miconazol sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Miconazol

Miconazol ist ein Mittel gegen Pilzerkrankungen und gehört zu den Azol-Antimykotika. Es hemmt besonders wirkungsvoll die Pilz-typische Produktion von Ergosterol, dem Hauptbestandteil der Zellwand von Hefen und anderen Pilzen. In Abhängigkeit von der Konzentration hemmt Miconazol das Pilzwachstum (fungistatisch) oder tötet die Pilze ab (fungizid). In fungistatischer Konzentration verdickt Miconazol die Zellwand, macht sie für Nährstoffe weniger durchlässig und sorgt so für einen Nährstoff-Mangel. Fungizide Konzentrationen führen zum Zelltod der Pilze und Bakterien und zum Zerfall des Zellinneren.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.