Blasenentzündung: Frau liegt auf dem Sofa und leidet an Symptomen.
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Blasenentzündung: Symptome, Ursachen, Behandlung

Ständiger Harndrang, Brennen beim Wasserlassen und Unterleibsschmerzen: Vor allem Frauen kennen diese für eine Blasenentzündung typischen Symptome. Doch auch Männer können betroffen sein. Erfahren Sie weitere Beschwerden, mögliche Ursachen und wie Sie eine Blasenentzündung behandeln können.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Was ist eine Blasenentzündung?

Eine Blasenentzündung (auch Zystitis genannt) ist eine Entzündung der Schleimhaut (Urozystitis) oder der gesamten Wand (Panzystitis) der Harnblase. Entsprechend bezeichnen Fachleute die Zystitis auch als Blasenkatarrh (griech. Katarrh = Schleimhautentzündung) beziehungsweise allgemein als Harnwegsinfekt. Oftmals ist nicht nur die Blase, sondern auch die Harnröhre entzündet – schlimmstenfalls kann sich die Infektion auf Nieren und Harnleiter ausweiten.

Die Harnblase gehört zusammen mit Harnröhre, Harnleitern und Nieren zum Harntrakt. Dabei bilden

  • Harnröhre und Blase die unteren Harnwege und
  • Harnleiter und Nieren die oberen Harnwege.

Die Blasenentzündung ist demnach – ebenso wie die Harnröhrenentzündung (Urethritis) – ein unterer Harnwegsinfekt.

Frauen sind wesentlich häufiger von Harnwegsinfekten betroffen als Männer. Etwa 10 von 100 Frauen bekommen mindestens einmal im Jahr eine Blasenentzündung – die Hälfte dieser Betroffenen leiden innerhalb des nächsten Jahres erneut darunter. Grund hierfür ist die weibliche Anatomie: Die Harnröhre von Frauen ist deutlich kürzer als die von Männern. Bakterien müssen demnach eine kürzere Strecke hinter sich bringen, um sich in den Harnwegen einzunisten und eine Entzündung hervorzurufen. Zudem liegt die Öffnung der Harnröhre näher am After als beim Mann.

Unkomplizierte oder komplizierte Blasenentzündung

Fachkreise teilen eine Blasenentzündung in die unkomplizierte und komplizierte Form ein. Bei der unkomplizierten Zystitis:

  • ist nur der untere Harntrakt betroffen
  • besteht kein Risiko eines schweren Verlaufs oder Komplikationen
  • sind meist Bakterien Auslöser der Entzündung

Zudem lässt sich die unkomplizierte Form einfach behandeln und heilt meist schnell ab. Bei der komplizierten Blasenentzündung hingegen besteht die Gefahr eines komplizierten Verlaufs. Ursache hierbei sind Funktionsstörungen oder anatomische Besonderheiten des Harntraktes sowie begleitende Erkrankungen wie etwa Diabetes mellitus oder eine Immunschwäche. Blasenentzündungen bei Männern, Kindern sowie schwangeren Frauen gelten als kompliziert. Auch bei einer Nierenbeckenentzündung sprechen Fachleute von der komplizierten Form. Sie lassen sich oftmals schwerer diagnostizieren und behandeln. 

Interstitielle Zystitis & Co: Sonderformen der Blasenentzündung

Die interstitielle Zystitis (auch chronisches Blasenschmerzsyndrom) nimmt einen chronischen Verlauf an, die genaue Ursache ist nicht abschließend geklärt – doch weder Viren noch Bakterien sind Auslöser. Die Beschwerden sind ähnlich einer normalen Blasenentzündung, jedoch ausgeprägter und besonders starke Beckenschmerzen sind vordergründig. Menschen mit interstitieller Zystitis stehen meist unter einem starken Leidensdruck – oftmals diagnostizieren nur Spezialist*innen das Blasenschmerzsyndrom.

Darüber hinaus gibt es die hämorrhagische Zystitis, bei der eine größere Menge Blut im Urin typisch ist und überwiegend sogenannte Enterobacter-Viren ursächlich sind. Die Symptome sind ähnlich der normalen Blasenentzündung. Eine emphysematöse Zystitis geht mit einer Gasbildung in der Blase einher und betrifft häufig Frauen und Menschen mit Diabetes mellitus. Diese Form ist mit einer hohen Sterblichkeitsrate (Mortalität) verbunden, weshalb eine zügige Therapie erfolgen sollte.

Blasenentzündung: Symptome

Die für eine akute Blasenentzündung typischen Symptome sind:

Durch die Blasenentzündung entsteht beim Wasserlassen das Gefühl, gegen einen Widerstand pressen zu müssen. Die Schmerzen bestehen aufgrund des krampfartigen Zusammenziehens der Harnblase beim Wasserlassen. Typisch für die Zystitis ist auch, dass die Betroffenen bei jedem Toilettengang nur kleine Mengen Urin ausscheiden.

Daneben kann eine akute Blasenentzündung weitere Symptome hervorrufen, die den Urin betreffen:

  • Zum einen kann die Blasenentzündung mit Blut im Urin (Hämaturie) verbunden sein, der nicht immer für das Auge sichtbar sein muss.
  • Zum anderen sieht der Urin oft trübe aus und riecht auffällig.

Die mit der Blasenentzündung verbundenen Symptome bleiben typischerweise auf den unteren Teil des Harntrakts beschränkt. Wenn die Entzündung von der Harnblase auf die Nieren oder die Prostata übergreift, können weitere Beschwerden hinzukommen wie Fieber und Rückenschmerzen beziehungsweise Schmerzen in den Flanken. Betroffene beschreiben zudem oftmals ein allgemeines Krankheitsgefühl, schlafen schlecht und sind leicht reizbar.

Blasenentzündung: Ursachen

Eine Blasenentzündung kann durch verschiedene Erreger entstehen. Meist sind Bakterien die Ursachen der Entzündung, aber auch Viren, Pilze und Würmer können dahinterstecken. Eine ständig auftretende beziehungsweise chronische Blasenentzündung kann wiederum

  • durch Neuinfektionen entstehen oder
  • eine noch nicht völlig ausgeheilte, wieder aufflammende Entzündung darstellen.

Blasenentzündung: Bakterien als Ursache

Hat eine Blasenentzündung eine bakterielle Ursache, stammen die Bakterien meist aus der Darmflora und sind über die Harnröhre zur Blase aufgestiegen. Vor allem das Bakterium Escherichia coli (E. coli, Kolibakterien)  für eine gesunde Darmflora essenziell nistet sich gerne in den Harnwegen ein, wandert in die Harnblase und löst dort eine Zystitis aus. Es ist für 80 Prozent aller bakteriellen Blaseninfektionen verantwortlich.

Doch auch andere Bakterien können eine Blasenentzündung verursachen, zum Beispiel Staphylokokken, Klebsiellen, Proteus und Enterokokken.

Viren, Pilze oder Würmer: Ursachen einer Zystitis

Selten hat eine Blasenentzündung keine bakteriellen Ursachen, sondern entsteht durch andere Erreger – und zwar durch Viren, Pilze oder Würmer. Mögliche nicht-bakterielle Auslöser der Zystitis sind zum Beispiel:

  • Adenoviren und Polyoma: Diese Erreger verursachen meist eine blutige Blasenentzündung (hämorrhagische Zystitis).
  • Candida albicans: Dieser Pilz siedelt sich besonders in den Harnwegen von Menschen an, deren Immunabwehr geschwächt ist oder die bestimmte Antibiotika einnehmen. Häufig ist er auch Auslöser von Scheidenpilz.
  • Erreger der Schistosomiasis (Bilharziose): Die Wurmerkrankung durch diese Saugwürmer ist in den Tropen und Subtropen weit verbreitet und kann eine spezielle Form der chronischen Blasenentzündung zur Folge haben – die granulomatöse Zystitis (Granulom = Knötchen).

Blasenentzündung: Weitere mögliche Ursachen

Ebenso kann es zu einer Zystitis als Nebenwirkung bestimmter Medikamente kommen, die etwa zur Behandlung von Tumoren verschrieben werden. Auch infolge einer Strahlentherapie im Beckenbereich ist eine Entzündung der Blase möglich, was Fachleute als Strahlenzystitis bezeichnen. Bei Männern kann eine akute Prostataentzündung eine Blasenentzündung mit sich bringen. 

Ist eine Blasenentzündung ansteckend?

Die Krankheitserreger sind grundsätzlich übertragbar. Trotzdem geht von Menschen mit einer Blasenentzündung nicht unbedingt ein höheres Ansteckungsrisiko aus: Selbst wer keine entzündete Blase hat und auch ansonsten völlig gesund ist, kann Keime verbreiten, die – wenn sie in die Harnröhre gelangen – eine Zystitis verursachen können. Häufig sind es sogar Bakterien der eigenen, normalen Darmflora, die als Erreger infrage kommen.

Blasenentzündung: Risikofaktoren

Bei der Entstehung einer Blasenentzündung spielen neben den eigentlichen Ursachen – also den Erregern – verschiedene Risikofaktoren eine wichtige Rolle. Dazu zählen: 

  • Harnstau und Restharn: Ein Harnstau und verbleibender Restharn in der Blase können unterschiedliche Gründe haben, wie etwa Blasen- oder Nierensteine, andere Fremdkörper in den Harnwegen, eine Prostatavergrößerung, anatomische Fehlbildungen wie verengte Harnwege, Tumoren oder eine Blasenfunktionsstörung (beispielsweise bei einer Querschnittslähmung). Der dadurch angesammelte Urin in der Blase oder den Harnwegen bildet optimale Bedingungen für Bakterien, die sich einfacher in der Blase ansiedeln und eine Entzündung der Blasenschleimhaut verursachen können.

  • Geschwächtes Immunsystem: Bei einem geschwächten Immunsystem, beispielsweise aufgrund einer Unterkühlung, können Erreger schlechter abgewehrt werden – eine Blasenentzündung kann die Folge sein. Auch wer Antibiotika einnimmt, läuft Gefahr, eine Blasenentzündung zu entwickeln, da diese die Darmflora negativ beeinflussen und somit die Abwehrkräfte schwächen können.

  • Blasenentzündung durch Stress: Wer häufig unter Stress leidet, hat oftmals auch ein geschwächtes Immunsystem. Nisten sich dann Keime in den unteren Harnwegen ein, können diese meist schlechter bekämpft werden – eine Blasenentzündung kann folgen.

  • Diabetes mellitus: Der Urin bei Menschen mit Diabetes enthält oftmals einen höheren Zuckeranteil, was für Bakterien ideal ist: Sie können sich noch einfacher ansiedeln und vermehren. Oftmals leiden Diabetes-Patient*innen auch an einer Blasenfunktionsstörung und somit an Restharn in der Blase.

  • Geschlechtsverkehr: Besonders sexuell aktive Menschen leiden häufiger an einer Blasenentzündung (sogenannte Honeymoon-Zystitis). Die mechanische Reibung des Penis bedingt eine Reizung der Scheidenschleimhaut. Zudem können beim Wechsel von analem zu vaginalem Geschlechtsverkehr auf direktem Weg Bakterien in die Scheide transportiert werden – dann haben es Erreger besonders einfach, eine Entzündung zu verursachen. 

  • Verhütungsmethoden: Spezielle Methoden zur Verhütung, beispielsweise Diaphragmen oder Spermizide (spermienabtötende Mittel) begünstigen die Entstehung einer Zystitis.

  • Dauerkatheter: Dauerkatheter reizen die Blasenschleimhäute und können Bakterien auf direktem Weg in die Blase leiten.

  • Falsche Wischtechnik: Erfolgt die Wischbewegung mit dem Toilettenpapier nach dem Stuhlgang vom After in Richtung Vagina, werden auch mögliche Bakterien im Stuhl in Richtung Scheide transportiert. Der Weg zum Eingang der Harnröhre ist dann meist kein großes Hindernis.

  • Übertriebene Intimhygiene: Wer seinen Intimbereich übertrieben oder etwa mit Seife reinigt, verursacht so möglicherweise eine trockene Scheidenschleimhaut und veränderten pH-Wert der Vaginalflora. Ist wiederum die Scheidenflora gestört und fehlt es beispielsweise an den wichtigen Laktobazillen (Milchsäurebakterien), können Erreger einer Blasenentzündung schlechter abgewehrt werden.

  • Hormonelle Schwankungen: Während der Menstruation, Pubertät, Wechseljahre oder einer Schwangerschaft kommt es zu hormonellen Veränderungen. Dadurch kann auch die Scheidenflora durcheinandergeraten und ihre natürliche Schutzfunktion gegen Keime schlechter erfüllen. 

  • Geringe Trinkmenge: Zudem begünstigt eine zu geringe Trinkmenge eine Harnwegsinfektion, da die Harnwege schlechter durchgespült und so weniger Keime mit dem Urin aus dem Körper befördert werden.

  • Ungesunde Ernährung: Auch eine ungesunde, fett- und zuckerhaltige Ernährung geht möglicherweise mit einer Zystitis einher. Denn diese wirkt sich nicht nur negativ auf das Immunsystem aus, sondern bietet auch optimale Bedingungen für Erreger. 

Noch keine Blasenentzündung gehabt?

Zur Blasenentzündung sind jedoch nicht nur Risikofaktoren bekannt, sondern auch schützende Faktoren. So bleiben einige Menschen weitgehend von bakteriellen Blasenentzündungen verschont, was genetische Ursachen hat: Ihnen fehlen – erblich bedingt – spezielle Andockstellen (Rezeptoren) in den Schleimhäuten der Harnwege. Mediziner*innen bezeichnen diese Rezeptoren als P-Blutgruppenantigene. Bakterien brauchen diese Rezeptoren, um über eine Art Haftmechanismus in die Schleimhäute zu gelangen – nur dann können sie eine Entzündung auslösen.

Blasenentzündung in der Schwangerschaft

Besonders anfällig für eine Blasenentzündung sind auch Frauen in der Schwangerschaft und in den ersten Wochen nach der Geburt (Wochenbett). Das hat mehrere Ursachen:

  • Zum Beispiel steigt bei vielen Schwangeren der Gehalt an Zucker im Urin, wodurch sich Erreger besser vermehren können.
  • Außerdem sorgen die hormonellen Veränderungen dafür, dass die Harnwege erweitert sind. Die Folge: Der Harn fließt dort nur langsam, Keime verbleiben länger in der Harnblase und erhöhen das Infektionsrisiko.

Etwa fünf Prozent aller schwangeren Frauen bekommen eine Zystitis. Leiden Schwangere unter Symptomen einer Blasenentzündung, sollten sie unbedingt ärztlicher Rat einholen – unbehandelt kann diese mit Risiken für den Fötus verbunden sein.

Blasenentzündung: Diagnose

Bei Anzeichen einer Blasenentzündung empfiehlt sich in der Regel der Gang zu einer*einem Ärztin*Arzt. Zu Beginn der Untersuchung steht ein ausführliches Anamnesegespräch an, bei dem Fragen zu den genauen Beschwerden und Vorerkrankungen geklärt werden. Bereits die typischen Symptome und ein eitriger, blutiger oder faul riechender Urin können deutliche Hinweise für die Diagnose liefern. Sind die Indizien eindeutig und gehört die betroffene Person keiner Risikogruppe an, lautet die Diagnose meist eine unkomplizierte, bakterielle Blasenentzündung. Die*der Ärztin*Arzt kann dann eine entsprechende Behandlung empfehlen. 

Wer zur Risikogruppe zählt oder unter einer wiederkehrenden oder chronischen Zystitis – mindestens dreimal im Jahr oder zweimal im Halbjahr – leidet, wird oftmals gründlicher untersucht. Sind die Ursachen nicht abschließend geklärt und besteht die Gefahr eines komplizierten Verlaufs, folgen ebenso weitere Untersuchungen.

Urinuntersuchung

Vor allem bei Risikogruppen, wie Schwangeren, Kindern oder aber älteren Personen, veranlasst die*der Ärztin*Arzt oftmals eine Urinuntersuchung (Urinanalyse), etwa mit einem Harnstreifentest, um mögliche Keime als Auslöser der Beschwerden herauszufinden. Wenn die Harnblase tatsächlich entzündet ist, kann die*der Ärztin*Arzt zudem beispielsweise weiße Blutkörperchen, Bakterien oder vermehrten Schleim im Urin feststellen.

Hat sich die Blasenentzündung infolge einer Chemotherapie, einer Bestrahlung oder einer Tuberkulose entwickelt, ist die Suche nach Bakterien im Urin allerdings nicht hilfreich. Denn in der Frühphase der Infektion befinden sich dann noch keine Bakterien im Urin.

Blutuntersuchung

Neben der Urinuntersuchung kann auch eine bestimmte Blutuntersuchung dabei helfen, eine Blasenentzündung festzustellen: So ist im Blut die Anzahl weißer Blutkörperchen (Leukozyten) bei einer Zystitis meist erhöht.

Diagnose: Bildgebende Verfahren und weitere Maßnahmen 

Um einen möglichen Harnstau oder andere Ursachen hinter den Beschwerden herauszufinden, kann zudem eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) sinnvoll sein. Dadurch kann die*der Ärztin*Arzt die Harnblase und die Nieren genau untersuchen und Auffälligkeiten feststellen. Auch eine Röntgenuntersuchung kann ergänzend zum Einsatz kommen.

Bei länger andauernden oder wiederholt auftretenden Blasenentzündungen bietet sich eine Endoskopie (Spiegelung) an, um andere Ursachen wie einen gutartigen oder eventuell bösartigen Blasentumor auszuschließen. Während der Spiegelung ist es zudem möglich, Gewebeproben zu entnehmen und diese untersuchen zu lassen (Biopsie). 

Blasenentzündung: Was hilft und wie erfolgt die Behandlung?

Meist ist eine Blasenentzündung unkompliziert und heilt oftmals auch ohne Behandlung nach kurzer Zeit aus. Eine ärztliche Untersuchung ist jedoch grundsätzlich ratsam – vor allem dann, wenn die Beschwerden bestehen bleiben. Je nach Ursache der Blasenentzündung verschreibt die*der Ärztin*Arzt Medikamente wie Antibiotika und gibt weitere Tipps zur Behandlung. Häufig ist bei einer unkomplizierten Zystitis jedoch keine Therapie mit Antibiotika nötig, weshalb die Einnahme oftmals überflüssig ist.

Blasenentzündung mit Medikamenten und Antibiotikum behandeln

Häufig kommen Antibiotika mit den Wirkstoffen Nitrofurantoin oder Fosfomycin zum Einsatz. Die Wahl des Medikaments gegen Blasenentzündung hängt jedoch stets von der Art des Erregers ab. In der Regel nehmen Patient*innen Antibiotika über einen Zeitraum von drei bis zehn Tagen ein – es gibt jedoch auch Medikamente für eine einmalige Anwendung. Wichtig ist, dass Betroffene das Antibiotikum wie verordnet einnehmen und die Behandlung nicht vorzeitig abbrechen – die Gefahr eines erneuten Ausbruchs der Infektion ist sonst erhöht. Eine unkomplizierte Blasenentzündung ist dann in der Regel schnell überstanden. Liegt den Beschwerden eine Pilzinfektion zugrunde, kommt hingegen ein Antimykotikum zum Einsatz.

Bei Betroffenen von wiederkehrenden Harnwegsinfekten kann vor der Behandlung mit Antibiotika ein Antibiogramm erstellt werden, um mögliche Antibiotikaresistenzen festzustellen. Bei einer unkomplizierten Zystitis und wenn Betroffene auf Antibiotika verzichten möchten, kann auf Schmerzmittel mit Ibuprofen oder krampflösende Medikamente gesetzt werden. Auch hierbei ist eine ärztliche Absprache ratsam. 

Blasenentzündung: Was Sie selbst tun können

Zwar ist ein Arztbesuch bei einer Blasenentzündung unbedingt empfehlenswert – es gibt jedoch einiges, was Sie selbst tun können, um die Therapie zu unterstützen:

  • Flüssigkeitszufuhr: Trinken Sie etwa eineinhalb Liter über den Tag verteilt, auch wenn das Wasserlassen durch die Blasenentzündung schmerzt. Denn die Flüssigkeit spült die Harnwege durch und trägt dazu bei, diese von Keimen zu befreien. Stilles Mineralwasser oder ungesüßte Kräutertees sind dabei ideal.

  • Wärme: Eine Wärmflasche und Sitzbäder entspannen und können die Beschwerden einer Blasenentzündung lindern.

Zudem gibt es bei einer Blasenentzündung verschiedene frei verkäufliche Medikamente, die beispielsweise Laktobazillen oder D-Mannose (ein Mehrfachzucker) enthalten, und sich sowohl zur Behandlung als auch vorbeugend eignen. Darüber hinaus existieren weitere Hausmittel bei Blasenentzündungen wie Cranberrysaft oder Apfelessig, die jedoch alle Grenzen in der Behandlung haben und keine ärztliche Behandlung ersetzen sollten.

Video: 6 Fakten über Antibiotika

Blasenentzündung: Dauer und Verlauf

Meist nimmt eine Blasenentzündung einen unkomplizierten Verlauf. Bei einer unkomplizierten Zystitis ist mit einer günstigen Prognose zu rechnen: Rechtzeitig behandelt heilt die Blasenentzündung nach einer kurzen Dauer von wenigen Tagen wieder aus. Eine Blasenentzündung kann aber auch hartnäckig verlaufen oder dauerhaft immer wieder auftreten (chronische Zystitis).

Komplikationen

Wenn eine Blasenentzündung Komplikationen verursacht, können davon sowohl andere Organe als auch die Blase selbst betroffen sein. Eine Ausbreitung auf andere Organe passiert, wenn die Erreger der Zystitis von der Harnblase über die Harnleiter aufsteigen: Erreichen die Erreger so zum Beispiel die Nieren, können sie eine Nierenbeckenentzündung auslösen.

In äußerst seltenen Fällen kann infolge einer Blasenentzündung ein akutes Nierenversagen entstehen. Gelangen die Erreger der Zystitis in die Blutbahn, kann es zudem zu einer Blutvergiftung (Sepsis) kommen.

Ein unkomplizierter Harnwegsinfekt bereitet – selbst wenn er wiederholt vorkommt – in der Regel keine schwerwiegenden Probleme, solange er sich nicht auf andere Organe ausbreitet. Doch wenn die Blasenentzündung immer wieder auftritt und die ganze Wand der Blase betrifft, kann das auf Dauer dem Organ schaden: Das Gewebe der Blase kann absterben (Nekrose) und verkalken beziehungsweise verhärten. Im weiteren Verlauf verkleinert sich die Harnblase (Schrumpfblase). Nur in schweren Fällen ist es nötig, die Harnblase durch eine Operation zu entfernen und den Harn dann künstlich abzuleiten.

Blasenentzündung: Vorbeugen

Einer Blasenentzündung (Zystitis) können Sie mit wenigen und einfachen Maßnahmen oftmals vorbeugen:

  • Trinken: Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Damit spülen Sie ihre Harnblase und Harnwege durch und scheiden Bakterien aus. Empfehlenswert sind etwa eineinhalb Liter über den Tag verteilt.

  • Regelmäßige Toilettengänge: Unterdrücken Sie nicht den Harndrang und gehen Sie möglichst bald zur Toilette. Auch die Wischrichtung ist entscheidend: von der Vagina in Richtung After. 

  • Richtige Intimhygiene: Benutzen Sie für Ihre Intimpflege keine parfümierten oder desinfizierenden Hygieneartikel, auch Seifen sind tabu. Grundsätzlich empfiehlt sich die Reinigung mit lauwarmem Wasser oder speziellen Produkten für den Intimbereich.

  • Verhütung: Eine blasenfreundliche Verhütung, etwa mit einem Kondom, ist empfehlenswert – Diaphragmen und Spermizide sind hingegen nicht angeraten.

  • Geschlechtsverkehr: Gehen Sie nach jedem Geschlechtsverkehr möglichst bald zur Toilette. Damit spülen sie Keime aus ihrer Harnröhre. Der direkte Wechsel von analem zu vaginalem Geschlechtsverkehr ist – ohne das Wechseln des Kondoms – zu vermeiden. 

  • Richtige Kleidung: Ziehen Sie Kleidung an, die Sie ausreichend wärmt. Bauchfreie Tops sollten zum Beispiel im Winter im Schrank bleiben.

  • Unterwäsche: Achten Sie auf nicht zu enganliegende Unterhosen, die möglichst aus Baumwolle bestehen. Zudem sollten Sie diese regelmäßig wechseln und bei 60 Grad Celsius waschen.

Frauen in den Wechseljahren, die unter rezidivierenden Harnwegsinfektionen leiden, können gegebenenfalls mit der Einnahme von Östrogenen Abhilfe schaffen. Auch die Einnahme von Laktobazillen und D-Mannose trägt möglicherweise dazu bei, wiederkehrenden Harnwegsinfektionen vorzubeugen. Präparate aus Heilpflanzen wie Kapuzinerkressekraut, Meerrettichwurzel oder Bärentraubenblättern sollen ebenso einen vorbeugenden Effekt erzielen.

Bereits seit einigen Jahren gibt es eine Impfung zur Vorbeugung einer Blasenentzündung. Doch die Wirkung des angebotenen Impfstoffs gegen die gängigen Erreger der Zystitis ist nicht bei allen Frauen gegeben. Wer sich trotzdem für eine Impfung gegen die Blasenentzündung entscheidet, muss die Kosten dafür selbst tragen: Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen die Impfung zur Prophylaxe einer Zystitis nicht.