Eine frierende Frau sitzt im verschneiten Park auf einer Bank und wärmt ihre Hände.
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Frostbeulen

Frostbeulen sind oft schmerzhaft, aber meist harmlos. Sie können innerhalb weniger Stunden entstehen, wenn der Körper Kälte und Nässe ausgesetzt ist. Erfahren Sie mehr über die Ursachen und was gegen Frostbeulen hilft.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Frostbeulen: Wie sie entstehen und was hilft

Frostbeulen sind rundliche, kissenartige oder knotige Hautschwellungen, die sich teigig anfühlen und eine bläuliche bis rötliche Farbe haben. Erwärmt sich die Haut, beginnen Frostbeulen oft zu jucken und zu brennen. Druck auf Frostbeulen löst im Allgemeinen Schmerzen aus. Eher selten nehmen Frostbeulen ein blasiges Aussehen an.

Frostbeulen treten vor allem an Zehen, Ohren oder Fingern auf. Also Körperbereichen, die im Vergleich zum restlichen Körper schlechter durchblutet sind. Aber auch im Gesicht oder an den Beinen können sie sich bilden.

Der Fachausdruck für Frostbeulen lautet Perniones. Umgangssprachlich spricht man manchmal auch von Winterzehen.

Frostbeulen zählen zwar zu den Kälteschäden, sind jedoch keine Erfrierungen im eigentlichen Sinn. Denn bei Frostbeulen bilden sich keine Eiskristalle im Gewebe, die zu Schäden führen können.

Frostbeulen: Ursachen

Frostbeulen können entstehen, wenn Kälte und Feuchtigkeit wiederholt auf Körperbereiche einwirken. Das gilt insbesondere, wenn diese ohnehin weniger durchblutet werden. Meist sind das Zehen, Finger oder Ohren.

Warum genau sich Frostbeulen bilden, ist jedoch nicht sicher geklärt. Wahrscheinlich entstehen Frostbeulen, wenn sich Blutgefäße durch Kälte übermäßig stark verengen. Dadurch wird das Gewebe schlechter mit Sauerstoff versorgt und es kann zu Entzündungsreaktionen in den kleinsten Blutgefäßen kommen, die schließlich die Frostbeulen hervorbringen.

Möglicherweise trägt auch das rasche Aufwärmen kalter Hautbereiche dazu bei, wenn kleine Blutgefäße sich durch die Wärme schneller weiten als die benachbarten größeren Gefäße. Solch ein Engpasseffekt könnte dazu führen, dass Blut aus den kleinsten Gefäßen ins Gewebe austritt und Entzündungsreaktionen hervorruft.

Wichtig zu wissen: Frostbeulen entstehen nicht erst bei Minusgraden, sondern können sich bereits bei Temperaturen zwischen null und zehn Grad Celsius bilden.

Verschiedene Faktoren können Frostbeulen begünstigen:

Frostbeulen als mögliches Anzeichen für Corona-Infektion

Berichten zufolge können Frostbeulen-ähnliche Veränderungen (ohne Kälteeinwirkung) möglicherweise Symptome einer Covid-19-Erkrankung sein. Solche Pseudo-Frostbeulen entstehen meist an den Zehen (deswegen teilweise auch "Corona-Zeh" genannt) und heilen nach einigen Wochen von selbst ab.

Frostbeulen behandeln

Bei Frostbeulen gibt es keine gezielte Behandlung im eigentlichen Sinne. Frostbeulen heilen normalerweise innerhalb von ein bis drei Wochen von selbst ab, sofern man weitere Kälteeinwirkung vermeidet und im Warmen bleibt beziehungsweise sich warm und trocken hält.

Feuchte Kleidung sollte man rasch wechseln. Wichtig ist auch, sich eher langsam aufzuwärmen. Verzichten Sie deshalb besser darauf, die Haut durch Massieren oder durch direkte Hitze (wie mit einem heißen Bad oder einer Heizdecke) zu erwärmen. Dabei könnten sich die Gefäße zu rasch weiten.

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Bei Schmerzen durch die Frostbeulen können Schmerzmittel mit Wirkstoffen wie Acetylsalicylsäure (ASS) oder Ibuprofen helfen. Verursachen die Frostbeulen starke Beschwerden, können entzündungshemmende Cremes oder Salben mit Wirkstoffen aus der Gruppe der Glukokortikoide (wie Kortison) die Symptome lindern.

Raucher können die Wundheilung und Durchblutung begünstigen, indem sie aufs Rauchen verzichten.

Heilen die Frostbeulen nicht gut ab oder bilden sich offene Wunden, ist eine ärztliche Behandlung ratsam. Das gilt insbesondere für Menschen mit Diabetes oder anderen Erkrankungen, die die Durchblutung beeinträchtigen.

Frostbeulen vorbeugen

Wer Frostbeulen langfristig vorbeugen will, kann versuchen, seine Gefäße zu trainieren – zum Beispiel durch regelmäßiges Wechselduschen (immer mit Kalt aufhören).

Wichtig ist jedoch vor allem die richtige Kleidung. Diese sollte ausreichend warm sein und auch vor Nässe schützen, dabei aber eher locker sitzen. Denn zu enge Kleidung kann die Durchblutung beeinträchtigen. Enge Strümpfe, Schuhe oder andere einengende Kleidung sind bei Kälte nicht zu empfehlen.

Insbesondere Füße, Hände und Ohren sollten bei Kälte warm und trocken gehalten werden, zum Beispiel durch Handschuhe, warme Socken, wetterfeste Schuhe und Mütze oder Kapuze.

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Rauchen kann Frostbeulen begünstigen, denn es beeinflusst die Gefäße und beeinträchtigt sowohl die Durchblutung als auch die Wundheilung. Wer Frostbeulen vorbeugen will, sollte deshalb besser aufs Rauchen verzichten.

Achten Sie außerdem darauf, sich nach einem Aufenthalt in der Kälte eher allmählich aufzuwärmen.