Eine Frau schützt Mund und Nase mit einem Schal.
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Kalte Nase

Eine kalte Nase hatte vermutlich jeder schon mal. Meist sind die Ursachen zum Glück harmlos. Manchmal kann es jedoch auch im Rahmen von Erkrankungen zu einer kalten Nasenspitze kommen. Erfahren Sie mehr darüber, wie eine kalte Nase entsteht und was dagegen hilft.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Kalte Nase

Fühlt die Nase sich kalt an, liegt das normalerweise daran, dass sie gerade schlechter durchblutet wird. Dafür kann es unterschiedliche Gründe geben. Häufig sind die Ursachen harmlos.

Bei kaltem Wetter etwa oder wenn man friert (egal, ob drinnen oder draußen), kann eine kalte Nase schnell die Folge sein. Denn um bei Kälte den Wärmeverlust im Körperkern möglichst gering zu halten, verringert der Körper den Blutfluss zuerst in der Haut, später auch in Armen und Beinen.

Das soll verhindern, dass zu viel Wärme an die Umgebung verlorengeht und das Blut beim Durchfließen der Gliedmaßen übermäßig abkühlt, bis es in den Rumpf zurückkehrt. Und zum anderen dafür sorgen, dass lebenswichtige Organe wie Herz und Gehirn möglichst lange warm bleiben und so gut wie möglich funktionieren. Mit anderen Worten: Wird das Blut gerade anderswo dringender benötigt, können neben Händen und Füßen auch Nasenspitze oder sogar die Ohren kalt werden.

Nase und Ohren fühlen sich bei kaltem Wetter zudem besonders rasch kühl an, da sie im Unterschied zu anderen Körperbereich kaum von Körperfett umhüllt (und dadurch schlechter isoliert) sind, kaum Muskelgewebe haben und hauptsächlich aus Bindegewebe bestehen.

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Kalte Nase durch Erkrankungen

Manchmal kann es auch bei bestimmten Erkrankung zu einer kalten Nase komme. Eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) etwa wirkt sich auf den Stoffwechsel aus. Ohne Behandlung kann das neben anderen Symptomen unter anderem dazu führen, dass der Körper empfindlicher auf Kälte reagiert. Als Folge friert man schneller und bekommt möglicherweise auch eine kalte Nase.

Eine kalte Nase kann außerdem im Rahmen von Erkrankungen oder Zuständen auftreten, die mit einer veränderten Durchblutung einhergehen, wie zum Beispiel

Kalte Nase durch Stress

Daneben kann eine kalte Nase unter Umständen ein Hinweis darauf sein, dass man gerade unter Stress steht. Jedenfalls sinkt einer kleinen Untersuchung zufolge die Temperatur im Gesicht und insbesondere im Nasenbereich ab, wenn man geistig gerade stark gefordert ist, zum Beispiel bei hoher Arbeitsbelastung beziehungsweise wenn man sich sehr konzentrieren muss.

Bei Stress kann es neben kalten Händen oder Füßen also möglicherweise auch zu einer kalten Nase kommen. Aufgrund der geringen Teilnehmerzahl sind die Ergebnisse wissenschaftlich gesehen jedoch nicht aussagekräftig genug, sodass weitere Studien notwendig sind, um die Ergebnisse zu bestätigen.

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Kalte Nase begünstigt Erkältungen

Unter Umständen kann eine kalte Nase übrigens indirekt Ursache für Erkältungen sein beziehungsweise begünstigen, dass sich Erkältungen entwickeln. Offenbar bieten sich dann für Erkältungsviren besonders günstige Bedingungen.

Normalerweise landen Viren nach dem Einatmen über die Nase erst mal auf der klebrigen Schleimhaut und werden dann von den Flimmerhärchen in Richtung Rachen transportiert. Dort werden sie mit dem Schleim verschluckt und landen schließlich im säurehalten Magen, der vielen Erregern bereits den Garaus macht.

Bei Kälte beziehungsweise bei einer kalten Nase funktionieren die Flimmerhärchen und dadurch der Abtransport jedoch nicht so gut wie üblich. Das gilt umso mehr, wenn die Luft gleichzeitig trocken ist. Zudem ist die Immunabwehr im Bereich der Nase bei Kälte etwas schwächer und kann schlechter auf die Viren reagieren.

Untersuchungen an Mäusen haben zudem ergeben, dass sich Erkältungsviren wie Rhinoviren in einer kühlen Nase leichter in den Zellen der Schleimhaut vermehren können. Ob das jedoch auch beim Menschen so ist, muss sich erst noch zeigen.

Kalte Nase: Behandlung

Ist die kalte Nase Begleiterscheinung einer Erkrankung (wie einer Schilddrüsenunterfunktion, einem Diabetes mellitus oder einer Erfrierung), sollte diese behandelt werden.

In den meisten Fällen entsteht eine kalte Nase jedoch, weil einem zu kalt ist. Sobald man sich aufwärmt, sollte auch die Nase wieder wärmer werden. Um sich aufzuwärmen, kann es beispielsweise schon ausreichen, sich etwas Wärmeres anzuziehen, warme Getränke zu trinken, sich eine Wärmflasche zu holen oder sich zu bewegen und den Kreislauf in Schwung zu bringen. Bessert sich die kalte Nase durch solche Maßnahmen jedoch nicht oder kommen andere Beschwerden hinzu, sollte man die Ursachen besser ärztlich abklären lassen.

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Falls die kalte Nase im Zusammenhang mit Stress beziehungsweiser starker geistiger Anforderung steht, können Maßnahmen helfen, die den Stresspegel verringern. Kurze Stressphasen sind in der Regel nicht weiter tragisch. Dauerstress kann jedoch gesundheitliche Probleme hervorrufen. Wichtig ist es deshalb, auf ein gesundes Gleichgewicht von stressigen und entspannenden Phasen zu achten.

Dabei kann es zum Beispiel nützlich sein, einen körperlichen Ausgleich zu schaffen, denn beim Sport baut der Körper Stresshormone ab. Auch ein Gespräch mit Freunden hilft beim Stressabbau. Wer zudem regelmäßig Entspannungsübungen (wie progressive Muskelentspannung oder autogenes Training) praktiziert, sorgt dafür, dass der Stresslevel insgesamt niedriger ist.