Das Bild zeigt das Gesicht einer Frau.
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Periorale Dermatitis (Mundrose)

Die periorale Dermatitis (Mundrose) ist zwar harmlos – sie kann psychisch jedoch sehr belastend sein. Die roten Knötchen und Pusteln im Gesicht entstehen insbesondere bei Personen, die viele Pflegeprodukte benutzen und ihre Haut geradezu "überpflegt" haben.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Periorale Dermatitis: Überpflegte Haut

Die periorale Dermatitis ist eine Entzündung der Gesichtshaut, die relativ häufig vorkommt. Die Erkrankung wird auch als Mundrose bezeichnet. Der Grund: Die periorale Dermatitis tritt zum einen verstärkt im Mundbereich auf und ähnelt zum anderen in ihrem Erscheinungsbild der Hauterkrankung Gürtelrose.

Wenn die ohnehin empfindliche Haut spannt und trocken wirkt, müssen Pflegeprodukte her – zum Beispiel eine Feuchtigkeitscreme. Wenn gar nichts mehr hilft, greifen manche Menschen auch zu Kortisonpräparaten und wenden diese im Gesicht an. Wer seiner Haut jedoch zu viel des Guten tut, könnte eine periorale Dermatitis bekommen.

Symptome der Mundrose sind kleine rötliche Knoten (Papeln) mit Eiterbläschen (Pusteln), welche besonders um den Mund und die Augen auftreten. Die Hautveränderungen verschwinden durch zusätzliche Pflege nicht – im Gegenteil: Damit sich die strapazierte Haut erholen kann, ist es wichtig, jetzt so wenig Pflegeprodukte wie möglich zu verwenden.

Die periorale Dermatitis ist nicht ansteckend oder gefährlich, stellt jedoch in der Regel ein störendes kosmetisches Problem dar. Hauptsächlich sind Frauen jungen und mittleren Alters betroffen, die viele Kosmetika und Pflegeprodukte benutzen. Die Diagnose kann der Arzt anhand der typischen Vorgeschichte in Verbindung mit dem klinischen Bild stellen.

Verwendet man viele Kosmetika, kann dies die natürliche Hautbarriere stören. Die Folge: Die Haut trocknet chronisch aus, sodass der Betroffene geneigt ist, sie noch mehr einzucremen. Dieser Kreislauf kann eine periorale Dermatitis verursachen.

Aber auch äußere Einflüsse wie zum Beispiel die Antibabypille oder Sonnenlicht können die periorale Dermatitis auslösen oder verstärken. Kortisonhaltige Cremes können die Mundrose zwar vorübergehend bessern, nach dem Absetzen kehren die Entzündungen jedoch verstärkt zurück.

Eine periorale Dermatitis entsteht vor allem bei Personen, die viele Pflegeprodukte im Gesicht verwenden.

Die gute Nachricht: Eine periorale Dermatitis bildet sich in der Regel ohne Narben wieder zurück, wenn man für eine Weile auf Pflegeartikel verzichtet. In schweren Fällen können Antibiotika die Heilung unterstützen.

Zur Behandlung der Mundrose sollten Betroffene die infrage kommenden Auslöser meiden. Die Haut muss insbesondere von Cremes und Kosmetika entwöhnt werden. Anfangs führt dies häufig dazu, dass sich die Symptome verstärken, nach wenigen Wochen bildet sich die periorale Dermatitis jedoch vollständig zurück.

Wer mit Kosmetika und Hautpflegemitteln sparsam umgeht, kann die Wahrscheinlichkeit für eine periorale Dermatitis senken – sodass die lästigen Hauterscheinungen gar nicht erst auftreten!

Definition

Die periorale Dermatitis ist eine auf das Gesicht beschränkte, chronisch-entzündliche Erkrankung der Haut. Sie tritt meist in Zusammenhang mit starkem Gebrauch von Hautpflegeprodukten und Make-up auf.

Die periorale Dermatitis ist auch unter dem Namen Mundrose bekannt – denn häufig entstehen die typischen Knoten und Pusteln im Bereich um den Mund, zudem ist das Erscheinungsbild der Gürtelrose ähnlich. Der Begriff "perioral" beschreibt ebenfalls den Gesichtsbereich um den Mund.

Die periorale Dermatitis ist nicht gefährlich oder ansteckend, stellt jedoch für viele Betroffene ein ästhetisches und kosmetisches Problem dar.

Vorkommen

Die periorale Dermatitis betrifft vorzugsweise Frauen im jüngeren und mittleren Lebensalter, meist zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr. Aber auch Kinder und Männer können an Mundrose erkranken. Insbesondere in der hellhäutigen Bevölkerung ist die periorale Dermatitis verbreitet. Schätzungen zufolge haben etwa 6 Prozent aller Frauen und 0,3 Prozent aller Männer, die einen Hautarzt aufsuchen, eine Mundrose. Die Erkrankung tritt in den letzten Jahrzehnten in den Industrieländern gehäuft auf – parallel zum Wohlstand und vermehrtem Gebrauch von Kosmetikartikeln.

Ursachen

Was eine periorale Dermatitis (Mundrose) genau auslöst, ist nicht abschließend geklärt – die Ursachen sind bisher nicht genau bekannt. Die schützende Barrierefunktion der Haut ist bei der Erkrankung gestört. Insbesondere sind Personen betroffen, die regelmäßig Feuchtigkeitscremes, Make-up und andere Pflegeprodukte im Gesicht benutzen. Die Haut wird durch zu häufigen Gebrauch dieser Produkte überfeuchtet. Die Hornschicht quillt auf. Dies führt dazu, dass die natürliche Hautbarriere aus der Balance gerät. Die Folge: Es kommt zu Hautirritationen und die Haut trocknet weiter aus.

Nun entsteht ein klassischer Teufelskreis: Weil die Haut so trocken ist, verwendet die betroffene Person vermehrt Pflegeprodukte – was die Hautbarriere noch mehr irritiert und die Haut weiter austrocknet. Schließlich kann auf dieser Grundlage eine periorale Dermatitis entstehen.

Trockene Haut gilt als ein begünstigender Faktor, um eine Mundrose zu bekommen – manchmal in Verbindung mit Neurodermitis.

Prinzipiell kann jede Feuchtigkeitscreme eine periorale Dermatitis verursachen, die Haut ist jedoch für einige Produkte anfälliger als für andere. Dies lässt darauf schließen, dass bestimmte Inhaltsstoffe eher zu einer Reizung führen als andere.

Auch der unsachgemäße Gebrauch von starken Kortisonpräparaten im Gesicht kann eine periorale Dermatitis auslösen. Kortison lindert die Beschwerden der Mundrose zwar vorübergehend, nach dem Absetzen kehrt die Erkrankung jedoch in verstärkter Form zurück.

Neben Kosmetikartikeln und Kortisonprodukten kann eine periorale Dermatitis auch durch andere äußere Ursachen und Einflüsse hergerufen oder verstärkt werden. So können bestimmte Zahnpasten oder die Antibabypille dazu beitragen, dass sich eine Mundrose ausbildet. Hormonschwankungen im Rahmen des Menstruationszyklus und über lange Zeit einwirkendes Sonnenlicht kommen zusätzlich als Ursachen für eine periorale Dermatitis in Betracht.

Symptome

Die periorale Dermatitis (Mundrose) zeichnet sich durch spezifische Symptome aus, die nur im Gesicht auftreten. Die Betroffenen klagen über ein trockenes, brennendes oder spannendes Gefühl der Haut. Manchmal schuppen und jucken die betroffenen Gesichtsbereiche.

Das Gesicht ist meist etwas geschwollen und gerötet. Zusätzlich finden sich als typische Symptome kleine, höchstens zwei bis drei Millimeter große, rötliche Knötchen (Papeln) und teilweise auch entzündliche Eiterbläschen (Pusteln) im Gesicht – meist um den Mund herum (perioral).

Um die Lippen verbleibt ein etwa zwei Millimeter, nicht befallener Randsaum. Häufig sind auch die Region um die Augen (periokulär), die Falten an den Nasenflügeln sowie die Wangen in symmetrischer Anordnung betroffen. Die periorale Dermatitis kann sich auch auf Kinn, Stirn, die seitlichen Augenwinkel sowie Unter- und Oberlider ausbreiten.

Tritt die Mundrose nur durch Symptome im Bereich der Lider auf, spricht man auch von einer periokulären Mundrose.

Die Symptome der Mundrose werden bei Frauen unmittelbar vor Beginn der Regelblutung häufig verstärkt.

Diagnose

Bei Verdacht auf periorale Dermatitis (Mundrose) kann der Arzt die Diagnose in der Regel anhand des typischen Erscheinungsbilds sowie der Vorgeschichte des Betroffenen stellen. Im Gespräch fragt der Arzt beispielsweise, welche Hautpflegemittel der Patient verwendet und wie häufig diese zum Einsatz kommen, um seine Diagnose zu sichern.

Meist kann der Arzt eine periorale Dermatitis leicht erkennen – es gibt jedoch Hautkrankheiten, die sich durch ähnliche Symptome äußern. Hierzu zählen etwa eine allergische Hautreaktion, zum Beispiel in Form eines Kontaktekzems, oder eine chronische Hauterkrankung wie die Rosazea. Der Arzt muss diese Erkrankungen entsprechend ausschließen können, um die Diagnose periorale Dermatitis zu stellen.

Therapie

Eine periorale Dermatitis (Mundrose) kann man mit der richtigen Therapie gut behandeln. Die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie: Betroffene sollten die Haut langsam von fettenden Kosmetika entwöhnen und vorübergehend nur mit Wasser reinigen. Es empfiehlt sich, eine Creme nur bei starkem Trockenheits- und Spannungsgefühl einzusetzen. Manchmal reichen diese Maßnahmen schon aus, um die periorale Dermatitis loszuwerden.

Zu Beginn der Therapie kann der Eindruck entstehen, dass die Haut durch den Mangel an kosmetischen Produkten stärker spannt als bisher. Wichtig ist jedoch, diesem Gefühl nicht nachzugeben, sondern der Haut genug Zeit zu geben, sich wieder zu regenerieren. Nur so kann die Therapie der Mundrose erfolgreich sein.

Wer die periorale Dermatitis behandeln möchte, benötigt also ein gewisses Maß an Selbstdisziplin, aber auch ein wenig Geduld – aber es lohnt sich! Nach etwa vier bis sechs Wochen Therapie hat sich die Haut oft so weit wieder erholt, dass die periorale Dermatitis in den meisten Fällen wieder abgeklungen ist.

Für eine erfolgreiche Therapie muss die Haut von Kosmetik- und Pflegeprodukten entwöhnt werden.

Der Hautarzt wird in der Therapie entscheiden, ob gegebenenfalls bestimmte milde Basiscremes zum Einsatz kommen können. Umschläge mit Schwarztee können die Entzündung zudem lindern. Auch zinkhaltige Cremes können den Heilungsprozess in der Therapie unterstützen.

Antibiotika können in der Therapie ebenfalls dazu beitragen, dass die periorale Dermatitis abklingt. In mittelschweren Fällen werden sie direkt auf die Haut aufgetragen. Nur in schweren Fällen ist es nötig, Antibiotika als Tabletten einzunehmen (sog. systemische Therapie), so etwa mit Wirkstoffen wie Tetracyclin, Erythromycin oder Minocyclin.

Verlauf

Die periorale Dermatitis (Mundrose) nimmt bei konsequenter Behandlung einen guten Verlauf: Sie heilt dann meist innerhalb von vier bis sechs Wochen folgenlos ab. In seltenen Fällen kann sie erneut auftreten.

Die Prognose der Mundrose ist sehr gut, wenn die Betroffenen ihre Haut von Cremes entwöhnen. Allerdings erfordert dies im Verlauf der Therapie ein hohes Maß an Mitarbeit und Selbstdisziplin. Zu Beginn haben die Betroffenen häufig das Gefühl, die Haut würde durch den Entzug der Kosmetika stärker spannen.

Bleibt die periorale Dermatitis unbehandelt, kann sie dagegen einen schubartigen, langwierigen (chronischen) Verlauf nehmen und monate- bis jahrelang andauern. Sie kann in einigen Fällen aber auch von selbst ausheilen. Narben bleiben dabei nicht zurück.

Schwere Formen einer Mundrose können psychisch sehr belastend sein – mithilfe der geeigneten Therapie können Betroffene das Problem jedoch gut wieder in den Griff bekommen!

Komplikationen

Ist die betroffene Haut im Gesicht stark geschädigt, können durch Bakterien verursachte Entzündungen entstehen, welche behandelt werden müssen.

Vorbeugen

Der perioralen Dermatitis (Mundrose) können Sie durch einen sparsamen Umgang mit gut verträglichen Kosmetikartikeln weitgehend vorbeugen – eine Garantie dafür, nie eine Mundrose zu bekommen, gibt es jedoch nicht.

Sollten Sie Kortisoncremes besitzen, die Sie für andere Körperbereiche verschrieben bekommen haben, wenden Sie diese keinesfalls im Gesicht an, denn dies kann eine periorale Dermatitis begünstigen.

Welche Pflegeprodukte für Ihre Haut am besten geeignet sind, kann Ihnen Ihr Hautarzt empfehlen.