Das Bild zeigt einen Hasen.
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Tularämie (Hasenpest)

Die Tularämie (Hasenpest) ist eine hochansteckende Erkrankung, deren Erreger vor allem über Säugetiere auf den Menschen gelangen. In Deutschland ist diese Infektionskrankheit selten.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Überblick

Da die Tularämie von Tieren auf Menschen übertragbar ist, zählt sie zu den sogenannten Zoonosen. Die Bezeichnung Hasenpest ist darauf zurückzuführen, dass das Beschwerdebild dem der Pest ähnlich ist und Hasen und Wildkaninchen häufig befallen sind. Weitere Bezeichnungen für die Tularämie lauten:

  • Nagerpest
  • Ohara-Krankheit
  • Lemming-Fieber
  • Parinaud-Krankheit

Auslöser der Tularämie ist das Bakterium Francisella tularensis. Es lebt vor allem in Parasiten (z.B. Flöhe, Läuse, Wanzen oder Zecken), welche die Bakterien auf wild lebende kleine Säugetiere (Hasen, Wildkaninchen, Mäusen, Ratten oder Eichhörnchen) sowie Wildwiederkäuer übertragen. Daneben können sich so aber auch Haus- und Nutztiere (wie Schafe, Schweine, Rinder, Hunde oder Katzen) mit der Hasenpest infizieren. Menschen können sich mit der Tularämie wie folgt anstecken:

  • durch infizierte Nahrungsmittel (unzureichend erhitztes Fleisch) oder erregerhaltiges Wasser,
  • durch das Einatmen von Staub oder Tröpfchen (Aerosol), worin Erreger enthalten sind,
  • durch direkten Kontakt mit befallenen Tieren beziehungsweise mit deren Blut oder Ausscheidungen, zum Beispiel beim Ausnehmen oder Abhäuten,
  • durch Stiche blutsaugender, infizierter Parasiten oder
  • durch einen Biss oder Kratzer, den ein infiziertes Tier zugefügt hat.

Insgesamt ist die Tularämie eher selten. Wegen des engen Kontaktes zu Tieren stecken sich häufiger Jäger, Köche und Tierärzte mit der Hasenpest an.

Je nachdem, an welcher Stelle der Erreger eintritt, verursacht die Hasenpest beim Menschen ganz unterschiedliche Symptome. Am häufigsten (in bis zu 85% der Fälle) tritt die Hasenpest beim Menschen – nach einem Biss oder Stich – als ulzeroglanduläre Tularämie auf:

  • Diese Form beginnt mit plötzlich ansteigendem Fieber und grippeartigem Krankheitsgefühl,
  • anschließend bilden sich typischerweise Geschwüre (lat. Ulzera) an der Eintrittsstelle,
  • zusätzlich entzünden sich die nahegelegenen Lymphknoten und vereitern meist.

Weil die Ansteckungsgefahr groß ist und die Tularämie ohne Therapie gefährlich verlaufen kann, ist die Erkrankung meldepflichtig. Zur Behandlung der Hasenpest kommen Antibiotika zum Einsatz. Geschieht dies rechtzeitig, sind die Heilungsaussichten normalerweise gut.

Definition

Der Begriff Tularämie oder Hasenpest bezeichnet eine hochansteckende, durch das Bakterium Francisella tularensis ausgelöste Erkrankung wild lebender kleiner Säugetiere (wie Hasen, Wildkaninchen, Mäusen, Ratten oder Eichhörnchen), die auch für Menschen ansteckend ist.

Demnach zählt die Tularämie zu den sogenannten Zoonosen (eine Zoonose ist eine von Tieren auf den Menschen übertragbare Erkrankung). Die Bezeichnung Hasenpest rührt daher, dass das Beschwerdebild dem der Pest ähnelt und die Erkrankung häufig Hasen und Wildkaninchen befällt. Weitere Bezeichnungen für die Tularämie sind:

  • Ohara-Krankheit
  • Nagerpest
  • Lemming-Fieber
  • Parinaud-Krankheit

Die Tularämie verläuft bei Tieren und Menschen unterschiedlich. Je nach dem an welcher Stelle des Körpers der Erreger eindringt, kann die Hasenpest beim Menschen folgende Krankheitsbilder hervorrufen:

  • Ulzeroglanduläre Tularämie: Dies ist die häufigste Form der Hasenpest. Es kommt zu einem plötzlichen Fieberanstieg und es entstehen Geschwüre (lat. Ulzera) an der Eintrittsstelle der Erreger. Die Haut sieht an diesen Stellen aus wie ausgestanzt, manchmal bilden sich auch blau-rote Knoten in der Haut. Zusätzlich sind die regionalen Lymphknoten eitrig entzündet.
  • Okuloglanduläre Tularämie (Parinaud-Konjunktivitis): Diese Form entsteht, wenn die Bakterien über das Auge eingedrungen sind. Dann bilden sich kleine gelbe Knötchen am Auge und es kommt zu einer Bindehautentzündung (Konjunktivitis). Die nahe am Ohr gelegenen Lymphknoten schwellen an.
  • Glanduläre Tularämie: Die Lymphknoten schwellen an ohne, dass gleichzeitig Geschwüre entstehen.
  • Oropharyngeale Tularämie: Diese Form der Hasenpest betrifft den Mund und Rachenraum. Hier bilden sich Geschwüre und die regionalen Lymphknoten schwellen an. Häufig kommt es zu einer Rachenentzündung (Pharyngitis) oder Mandelentzündung (Tonsillitis)
  • Thorakale/pulmonale Tularämie: Dieses Krankheitsbild entsteht, wenn die Erreger die Organe des Brustkorbs (meist die Lunge) befallen und dadurch eine Lungenentzündung hervorrufen.
  • Abdominale Tularämie (typhoidale/generalisierte/septische Tularämie): Dringen die Erreger der Hasenpest in die Bauchhöhle ein, kommt es zu einem typhusähnlichen Krankheitsbild. Leber und Milz schwellen an, die Betroffenen haben Bauchschmerzen und Durchfall; häufig ist auch zusätzlich die Lunge befallen.
  • Intestinale Tularämie: Dies ist eine seltene Form der Hasenpest. Symptome sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen. Wahrscheinlich entsteht das Krankheitsbild durch den Verzehr von infiziertem und nicht ausreichend erhitztem Fleisch.

Nach dem in Deutschland geltenden Infektionsschutzgesetz ist der Nachweis des Erregers der Tularämie meldepflichtig.

Häufigkeit

Die Tularämie (Hasenpest) kommt mit unterschiedlicher Häufigkeit auf der gesamten nördlichen Erdhalbkugel vor. Dabei sind in unregelmäßigen Abständen größere Ausbrüche von Tularämie zu beobachten, wie etwa während des zweiten Weltkriegs in Russland (mit über 100.000 Erkrankungen) oder 1999, 2000, 2002 und 2015 im Kosovo. Regelmäßig treten Fälle von Tularämie in allen skandinavischen Ländern sowie in Tschechien, in der Slowakei und in Japan auf.

Gehäuft ist die Tularämie bei Kaninchenjägern in Russland und Nordamerika zu beobachten; im Jahr 2005 war auch eine Jagdgesellschaft in Hessen betroffen. Und seit ein paar Jahren kommt es in der Türkei zu einem Anstieg der registrierten Fälle: Dort haben sich in mehreren Landesteilen, besonders auch in ländlichen Gebieten um Ankara, im Jahr 2010 nachweislich mehrere hundert Menschen mit der Hasenpest infiziert. Da die Infektionskrankheit beim Menschen recht unterschiedlich verlaufen kann, könnte die Dunkelziffer auch höher sein.

In Deutschland ist die Tularämie selten: Jährlich infizieren sich rund 20 bis 30 Menschen mit dem ursächlichen Bakterium Francisella tularensis. Im Jahr 2013 kam es in Deutschland zu 20 Infektionen, im Jahr 2014 zu 21.

Ursachen

Erreger

Die Tularämie (Hasenpest) hat ihre Ursachen in einer Infektion mit einem bestimmten Erreger, der von Tieren auf den Menschen übertragbar ist: dem Bakterium namens Francisella tularensis (gelegentlich auch als Pasteurella tularensis bezeichnet). Experten unterscheiden bei dem Erreger der Tularämie zudem zwei Gruppen:

  • Eine hochansteckende Variante mit schwerwiegendem Verlauf (Jellison Typ A) und
  • eine weniger ansteckende Bakterienart mit milderem Krankheitsverlauf (Jellison Typ B).

Francisella tularensis ist ein sehr kleines, stäbchenförmiges Bakterium. Wärme (60 Grad Celsius) und herkömmliche Desinfektionsmittel können es zerstören, gegenüber Kälte ist es jedoch widerstandsfähig: In gefrorenem Hasenfleisch kann der Erreger der Tularämie bis zu drei Jahre überdauern. Das Reservoir für den Erreger stellen blutsaugende Parasiten dar, die zu den auf der Körperoberfläche lebenden Parasiten (sog. Ektoparasiten) gehören: zum Beispiel Flöhe, Läuse, Wanzen oder Zecken.

Übertragung

Für die Ansteckung des Menschen mit der Tularämie (Hasenpest) kommen verschiedene Ursachen infrage. Der Übertragungsweg führt in der Regel von blutsaugenden Parasiten über kleine Säugetiere zum Menschen: Parasiten (wie Flöhe, Läuse, Wanzen oder Zecken) übertragen den Erreger der Tularämie auf Säugetiere (wie Hasen, Wildkaninchen, Mäuse, Ratten oder Eichhörnchen). Haus- und Nutztiere (wie Schafe, Schweine, Rinder, Hunde oder Katzen) können sich ebenfalls mit dem Erreger der Hasenpest infizieren. Der Mensch kann sich dann wie folgt mit Tularämie anstecken:

  • durch den Verzehr von infiziertem, unzureichend erhitztem Fleisch oder durch das Trinken von erregerhaltigem Wasser
  • durch das Einatmen von Staub oder Tröpfchen (Aerosol), worin Erreger enthalten sind
  • durch direkten Kontakt mit befallenen Tieren beziehungsweise mit deren Blut oder Ausscheidungen, zum Beispiel beim Ausnehmen oder Abhäuten
  • durch den Stich blutsaugender Parasiten (z.B. Zecken, Stechfliegen oder Flöhe)
  • durch einen Biss oder Kratzer infizierter Tiere

Eine Übertragung der Tularämie von Mensch zu Mensch ist bislang nicht bekannt.

Inkubationszeit

Bei der Tularämie (Hasenpest) beträgt die die Inkubationszeit – also die Zeit zwischen Infektion und Ausbruch der Erkrankung – beim Menschen etwa zwei bis vier Tage. Übertragen Zecken oder Stechfliegen den Erreger, kann es aufgrund der geringen Erregerzahl bis zu 30 Tage dauern, bis die Tularämie ausbricht.

Symptome

Hasenpest beim Menschen

Die Tularämie (Hasenpest) kann beim Menschen vielfältige Symptome auslösen. Vorwiegend zeigt sich die Hasenpest beim Menschen an der Haut, seltener sind der Mund oder die Augen betroffen. In der Nähe der Eintrittsstelle der Erreger schwellen die Lymphknoten deutlich an. Außerdem treten starke Fieberschübe auf. Um den fünften Tag der Erkrankung kann die Tularämie Ausmaße annehmen, die dem Typhus ähneln. Weitere häufige Symptome der Hasenpest beim Menschen sind:

Durch welche Symptome sich die Hasenpest beim Menschen bemerkbar macht, hängt vor allem davon ab, an welcher Stelle der Erreger (das Bakterium Francisella tularensis) in den Körper des Menschen eindringt. Dabei unterscheidet man anhand der jeweiligen Symptome folgende Formen der Tularämie:

  • Ulzeroglanduläre Tularämie: Dies ist häufigste Form der Hasenpest beim Menschen. Sie beginnt mit plötzlichem Fieberanstieg. Typische Symptome sind Geschwüre (lat. Ulzera) an der Eintrittsstelle mit regionaler, oft eitriger Entzündung der Lymphknoten.
  • Okuloglanduläre Tularämie (Parinaud-Konjunktivitis): Die Erreger der Hasenpest treten über die Bindehaut des Auges ein. An der Eintrittsstelle bildet sich ein kleines gelbes Knötchen. Die Lymphknoten von Ohr bis Hals sind geschwollen. Begleitend entwickelt sich eine schmerzhafte Bindehautentzündung (Konjunktivitis).
  • Glanduläre Tularämie: Bei dieser Form der Hasenpest ist nicht zu erkennen, wo die Erreger eingetreten sind. Es bilden sich keine Geschwüre, jedoch schwellen die Lymphknoten stark an.
  • Oropharyngeale Tularämie: Die Erreger der Hasenpest gelangen über die Mundschleimhaut in den Körper. Entsprechend sind die Symptome auf Mundhöhle und Rachen beschränkt: Dort bilden sich Geschwüre; die regionalen Lymphknoten sind geschwollen. Häufig entsteht begleitend eine Rachenentzündung (Pharyngitis) oder Mandelentzündung (Tonsillitis).
  • Thorakale/pulmonale Tularämie: Die Erreger der Hasenpest gelangen über die Atemwege (durch Einatmen) oder über den Blutweg in den Körper (v.a. bei Schäfern und Schafzüchtern) und befallen die Organe im Brustkorb. Die Symptome zeigen sich überwiegend in der Lunge: Es entwickelt sich eine Lungenentzündung (Pneumonie) mit den typischen Anzeichen Husten, Auswurf, Luftnot und Schmerzen im Brustkorb.
  • Abdominale Tularämie (typhoidale/generalisierte/septische Tularämie): Die Erreger gelangen durch Einatmen oder über den Blutweg in den menschlichen Körper (dies geschieht v.a. bei Arbeiten im Labor oder bei Kontakt mit Schlachttieren). Die Infektion verläuft besonders schwer; befallen sind die Organe in der Bauchhöhle. Bei der abdominalen Form der Hasenpest zeigen sich typhusähnliche Symptome. Leber und Milz sind geschwollen, es treten Bauchschmerzen und Durchfall auf. Häufig sind die Lungen befallen.
  • Intestinale Tularämie: Dies ist eine besonders seltene Form der Hasenpest beim Menschen, die wahrscheinlich durch den Verzehr von infiziertem und nicht ausreichend erhitztem Fleisch entsteht. Symptome sind Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen.

Tularämie bei Tieren

Die Tularämie (Hasenpest) verursacht bei Tieren teilweise andere Symptome als beim Menschen: Tiere entwickeln etwa zwei bis drei Tage nach der Infektion mit dem Erreger (dem Bakterium Francisella tularensis) eine Septikämie, das heißt eine Gesamtinfektion, bei der sich die Erreger im Körper über das Blut verbreitet haben. Die infizierten Tiere fallen durch Schwäche, Fieber und eine erhöhte Atemfrequenz auf; Lymphknoten und Milz sind vergrößert.

Sind erkrankte Tiere durch die Tularämie sehr entkräftet, verlieren sie ihre Scheu. Hasen und Kaninchen sterben in der Regel innerhalb von 4 bis 13 Tagen an einer Blutvergiftung; andere Tierarten sind nicht so anfällig für die Hasenpest wie Hasen oder Kaninchen. Viele Jagdhunde sind widerstandsfähig (resistent) gegen die Tularämie, entwickeln nach der Infektion mit dem Erreger jedoch Symptome, die der Staupe – einer Virusinfektion bei Hunden – ähnelt.

Diagnose

Bei der Tularämie (Hasenpest) ist die Diagnose nicht immer einfach und bleibt manchmal sogar ganz aus, da die Symptome der Infektionskrankheit wenig kennzeichnend sein können. Hinzu kommt, dass die Infektion mit dem ursächlichen Bakterium Francisella tularensis in manchen Fällen von selbst ausheilt.

Erste Hinweise für die Diagnose der Tularämie können sich durch die geschilderte Vorgeschichte und eine einfache Untersuchung ergeben: Die häufigste Form der Hasenpest beim Menschen führt typischerweise dazu, dass das Hautbild durch Geschwüre verändert ist und die Lymphknoten anschwellen (Ulzeroglanduläre Tularämie).

Um die Tularämie sicher zu diagnostizieren, ist es nötig, den Erreger direkt nachzuweisen: Hierzu entnimmt der Arzt eine Blutprobe und lässt die darin enthaltenen Bakterien anschließend in Labormäusen anzüchten. Aufgrund der hohen Infektionsgefahr geschieht dies ausschließlich in speziellen Laboren mit hoher Sicherheitsstufe. Alternativ lassen sich das Erbgut oder andere Bestandteile des Bakteriums mit speziellen Labormethoden in der Blutprobe nachweisen. Indirekt sind die Bakterien möglicherweise in der zweiten Woche nach Ausbruch der Hasenpest durch einen Anstieg spezifischer Antikörper (bestimmte Abwehreiweiße, die sich gezielt gegen den Erreger richten) im Blutserum der Betroffenen nachweisbar.

Therapie

Bei der Tularämie (Hasenpest) kommt zur Therapie ein Antibiotikum zum Einsatz, das gegen die ursächlichen Bakterien (Francisella tularensis) wirkt. Ist die Tularämie nicht zu stark ausgeprägt, hilft das Antibiotikum Streptomycin: Wenn Sie dieses Mittel über zehn bis vierzehn Tage erhalten, zeigt die Behandlung in der Regel eine gute Wirkung; auch das Risiko für einen Rückfall ist dann gering.

Alternativ ist gegen die Tularämie bei mäßigem Befall auch eine Therapie mit Gentamicin geeignet. In schwereren Fällen von Hasenpest wirken Doxycyclin oder Ciprofloxacin besser. Im Durchschnitt erstreckt sich die antibiotische Behandlung der Tularämie über vierzehn Tage, sie kann aber – je nach Krankheitsverlauf – auch länger dauern.

Verlauf

Bei der Tularämie (Hasenpest) kann man den Verlauf durch eine frühzeitige und angemessene Behandlung positiv beeinflussen: Kommen rechtzeitig Antibiotika zum Einsatz, ist die Prognose günstig. Dann überstehen die Betroffenen die Tularämie fast ausnahmslos – es gibt kaum Todesfälle. Wer die Tularämie einmal durchgemacht hat, ist außerdem dauerhaft immun gegen ihren Erreger, das heißt eine erneute Infektion kann nicht mehr stattfinden.

Bei einer unbehandelten Tularämie ist jedoch mit einem schwerwiegenderen Verlauf zu rechnen: Je nach Art des Erregers kann die Sterblichkeit mitunter hoch sein.

Komplikationen

Die Tularämie (Hasenpest) kann in ihrem Verlauf verschiedene Komplikationen verursachen, zum Beispiel:

  • eine Entzündung des sogenannten Mittelfells der Pleura (Mediastinitis) – dabei entzündet sich die dünne Haut des Mittelfellraums, dem Bereich in der Mitte des Brustkorbs, etwa zwischen den beiden Lungenflügeln
  • Lungenabszess (Eiteransammlung in einem umschriebenen Bereich der Lunge)
  • Hirnhautentzündung (Meningitis) – diese Komplikation ist jedoch sehr selten

Vorbeugen

Einer Tularämie (Hasenpest) können Sie wirksam vorbeugen: Zum einen verhindert eine Impfung die Infektion mit dem ursächlichen Bakterium Francisella tularensis – allerdings steht der Lebendimpfstoff gegen die Tularämie in Deutschland nicht zur Verfügung. Zum anderen können Sie sich vor Tularämie schützen, indem Sie folgende Verhaltensregeln befolgen:

  • Seien Sie beim Umgang mit verdächtigen Tieren besonders vorsichtig.
  • Verwenden Sie bei Kontakt mit Wildtieren (etwa beim Ausweiden erlegter Tiere) Einmalhandschuhe.
  • Tragen Sie bei der Verarbeitung von Wildtieren staubdichte Atemmasken.
  • Garen Sie Wildgerichte vollständig durch.
  • Importieren Sie keinesfalls unkontrolliert Nutztiere oder exotische Streicheltiere.

Vor allem wenn Sie ein hohes Risiko haben, sich bei Tieren mit Tularämie anzustecken, sind diese vorbeugenden Verhaltensregeln wiichtig. Zu den Risikogruppen für Hasenpest gehören:

  • Jäger
  • Wildbrethändler
  • Waldarbeiter
  • Tierärzte
  • Laboranten, die mit gefährdeten Tieren arbeiten