Das Coronavirus unter dem Mikroskop.
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Coronaviren (Coronaviridae)

Coronaviren verursachen meist harmlose Krankheiten des Magen-Darm-Trakts oder der oberen Atemwege, zum Beispiel Erkältungen. Zur Familie der Coronaviren gehören aber auch Arten, die schwerwiegende Erkrankungen auslösen können. Dazu zählen das MERS-, das SARS- und das neuartige Coronavirus 2019-nCoV. Hier erfahren Sie, wie gefährlich die Erreger für den Menschen sind, wie sie übertragen werden und welche Symptome typisch sind.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Coronaviren: Meist harmlos, manchmal gefährlich

Das neuartige Coronavirus 2019-nCoV hat sich Anfang 2020 rasant in der chinesischen Millionen-Metropole Wuhan ausgebreitet. Innerhalb weniger Tage haben sich allein in China mehr als 1.000 Menschen mit dem neuen Coronavirus infiziert. Auch aus Thailand, Japan, Südkorea, Vietnam, Singapur und den USA wurden kurze Zeit später einzelne Fälle gemeldet. Offiziell lautet der Name des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2. Die Krankheit, die sich aus einer Infektion mit dem Coronavirus entwickelt, nennt man COVID-19.

Mittlerweile hat sich das Coronavirus auf der ganzen Welt verbreitet. In Deutschland sind 18 bestätigte Fälle von Covid-19 bekannt, wobei die meisten Patienten bereits wieder gesund aus der Klinik entlassen wurden. Bis heute ist die Zahl der Erkrankungen weltweit auf mehr als 80.000 gestiegen. Knapp 2.700 Menschen sind an den Folgen der Coronavirus-Infektion gestorben, die allermeisten von ihnen in China. Allein in China haben sich bereits 77.780 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt, die Todesrate liegt dort aktuell bei etwa 3,4 Prozent.

Während viele Coronaviren harmlos sind und oft nur zu einer leichten Erkältung führen, kann das neue Coronavirus aus China unter anderem zu schweren Atembeschwerden, Lungenentzündungen und hohem Fieber führen.

Coronavirus: Info

In 4 von 5 Fällen verläuft die Infektion mild. Typische Symptome sind:

  • Fieber (87,9 %)
  • Trockener Husten (67,7 %)
  • Abgeschlagenheit (38,1 %)
  • Schleimbildung (33,4 %)
  • Kurzatmigkeit (18,6 %)

 

Was tun, wenn Sie befürchten, sich angesteckt zu haben?

Update vom 26.2.2020

Die Behörden in Nordrhein-Westfalen und in Baden-Württemberg haben am gestrigen Dienstagabend zwei neue Infektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 bestätigt. Damit ist die Zahl der COVID-19-Patienten in Deutschland nun auf insgesamt 18 gestiegen.

Der Patient aus Erkelenz wurde in der Nacht zum 26.2.2020 von der Düsseldorfer Feuerwehr in das Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) gebracht, wo ihn spezialisierte Ärzte nach Vorgaben des Robert Koch-Instituts isoliert behandeln. In dem Fall aus Baden-Württemberg handelt es sich um einen 25-jährigen Mann aus dem Landkreis Göppingen, der sich möglicherweise während einer Italienreise in Mailand angesteckt hat.

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Weltweit gibt es inzwischen 80.239 bestätigte Fälle in 34 verschiedenen Ländern, knapp 2.500 Fälle außerhalb Chinas.

Update vom 25.2.2020

Das Coronavirus breitet sich in Italien rasant aus. Mitte Februar wurden die ersten 3 Fälle einer Coronavirus-Infektion in der Region Lazio bestätigt. Nun meldet die italienische Behörde einen sprunghaften Anstieg der Fallzahlen von COVID-19, insbesondere in der Lombardei und in Venetien. Vom 21.2.2020 bis zum 24.2.2020 ist die Zahl der erkrankten Personen von 3 auf 124 gestiegen. Italien ist aktuell mit Abstand das Land mit den meisten erfassten Fällen in Europa. Daher hat das Robert Koch-Institut die Provinz Lodi und die Stadt Vo nun offiziell als Coronavirus-Risikogebiet erklärt. Zu den Risikogebieten gehören:

  • In China: Provinz Hubei (inkl. Stadt Wuhan) und die Städte Wenzhou, Hangzhou, Ningbo, Taizhou in der Provinz Zhejiang
  • Im Iran: Provinz Ghom
  • In Italien: Provinz Lodi in der Region Lombardei und die Stadt Vo in der Provinz Padua in der Region Venetien.
  • In Südkorea: Provinz Gyeongsangbuk-do (Nord-Gyeongsang)

In diesen Regionen gilt das Ansteckungsrisiko als besonders hoch.

Nach dem Ausbruch der Corona-Epidemie in Italien haben sich die Gesundheitsminister mehrerer europäischer Staaten am Dienstagabend in Rom getroffen, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus in Europa möglichst zu verhindern. Generelle Grenzschließungen lehnten die Gesundheitsminister ab. Ob Großveranstaltungen stattfinden können, wird von Fall zu Fall geprüft. Fußballspiele zum Beispiel sollen vor leeren Rängen ausgetragen werden, der Karneval in Venedig wurde abgebrochen.

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Update vom 30.1.2020

Die WHO hat die globale Coronavirus-Epidemie zum internationalen Gesundheitsnotstand erklärt. Dies gab der WHO-Generaldirektor Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus am Donnerstagabend nach einer etwa sechsstündigen Sitzung des WHO-Notfallkommites in Genf bekannt.

Nachdem der Generaldirektor den internationalen Gesundheitszustand ausgerufen hat, wird das WHO-Notfallkommite konkrete Handlungsempfehlungen für die betroffenen Länder entwickeln, um die Ausbreitung über Grenzen hinweg möglichst einzudämmen. Zusätzlich werden in der Regel Fördergelder frei, die insbesondere ärmere Länder bei der Bekämpfung der Coronavirus-Epidemie unterstützen.

Die WHO ruft einen solchen Gesundheitsnotstand mit internationaler Tragweite aus, wenn der Ausbruch einer Krankheit mehr als ein Land betrifft und international koordinierte Handlungen erforderlich sind. Seit 2005 ist es das sechste Mal, dass die WHO eine sogenannte "Public Health Emergency of International Concern (PHEIC)" ausruft.

Aktuelle Situation in China: Im Rahmen der Sitzung des WHO-Notfallkommites haben Vertreter des Gesundheitsministeriums der Volksrepublik China über die aktuelle Situation und die Maßnahmen in China berichtet. Inzwischen gibt es 7.711 bestätigte und 12.167 Verdachtsfälle im ganzen Land. Von den bestätigten Fällen sind 1.370 schwerwiegend, 170 Menschen sind gestorben. 124 Menschen haben sich erholt und wurden aus dem Krankenhaus entlassen.

Aktuelle Situation außerhalb Chinas: Inzwischen gibt es 82 Fälle in 18 Ländern. Die allermeisten von ihnen waren erst vor kurzem aus China zurückgekehrt. Nur sieben hatten keine Reisen nach China unternommen. In drei Ländern wurde das Coronavirus von Mensch zu Mensch übertragen. Einer dieser Fälle ist schwerwiegend, bislang gab es außerhalb Chinas allerdings keine Todesfälle.

Update vom 28.1.2020

Der erste Coronavirus-Fall in Deutschland wurde bestätigt. Ein Mann aus dem Landkreis Starnberg, Bayern, hat sich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Dies teilte das Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege am späten Montagabend in einer Pressemitteilung mit. Der Patient wird eng von der "Task Force Infektiologie" des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) überwacht und befindet sich klinisch in einem guten Zustand. Menschen aus Bayern müssen dennoch nicht in Panik verfallen: Das Risiko, sich hierzulande mit dem Coronavirus anzustecken, gilt nach Angaben des LGL und des Robert Koch-Instituts weiterhin als gering. An den Unikliniken in Marburg und Frankfurt konnten die Verdachtsfälle auf Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus 2019-nCoV hingegen nicht bestätigt werden.

Die WHO hat inzwischen das internationale Gefährdungsniveau durch das Virus nach oben korrigiert. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt das Risiko durch den neuen Erreger weltwelt als "hoch" ein, in China sogar als "sehr hoch". Dennoch hat die WHO den aktuellen Coronavirus-Ausbruch noch nicht als internationalen Gesundheitsnotstand eingestuft.

In China ist der Zahl der Erkrankungsfälle mittlerweile auf 2.741 gestiegen, die Zahl der Todesfälle auf 80. Außerhalb Chinas gibt es bisher 37 offiziell bestätige Fälle, bei drei von ihnen wurden keine Symptome festgestellt. Fast alle Patienten hatten sich zuvor in China aufgehalten, 34 davon direkt in der Stadt Wuhan.

Update vom 27.1.2020

Das Coronavirus breitet sich weiter aus. Weltweit haben sich mittlerweile mehr als 2.000 Menschen mit dem neuartigen Virus infiziert. Insgesamt 1.988 Menschen in China sind an dem Virus erkrankt, allein in der Provinz Hubei (inkl. der Stand Wuhan) wurden bereits mehr als 1.000 Fälle gemeldet. 56 Menschen sind bislang an den Folgen der Coronavirus-Infektion gestorben.

In Ländern außerhalb Chinas wurden bisher 38 Fälle bekannt – und zwar aus

  • Thailand
  • Singapore
  • Frankreich
  • Malaysia
  • Japan
  • Südkorea
  • USA
  • Vietnam
  • Nepal
  • Australien

Auch in Deutschland gab es am gestrigen Sonntag (26.1.2020) einen ersten Verdachtsfall. Dieser konnte allerdings nicht bestätigt werden, der Test auf das neuartige Coronavirus fiel negativ aus.

Update vom 25.1.2020

Das Coronavirus ist in Europa angekommen. Die französischen Gesundheitsbehörden haben drei Fälle des neuartigen Coronavirus (2019-nCoV) in Frankreich bestätigt. Die drei erkrankten Personen hatten sich zuvor in China aufgehalten. Zurzeit befinden sie sich unter Quarantäne und werden in Referenzeinrichtungen des Gesundheitswesens (ESR) stationär behandelt, eine Person in einem Krankenhaus in Bordeaux, zwei im Pariser Krankenhaus Bichat. Ihr Gesundheitszustand sei stabil, teilen Ärzte mit.

Experten rechnen mit weiteren Fällen in Europa. Insbesondere das chinesische Neujahrsfest Ende Januar wird das Reiseaufkommen nach beziehungsweise von China und innerhalb Chinas erhöhen, wodurch sich das neuartige Coronavirus weltweit weiter ausbreiten könnte. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hält es für wahrscheinlich, dass das neuartige Coronavirus vereinzelt auch in Deutschland auftreten wird. Einen Grund zur Panik gibt es dennoch nicht: Bei gesunden Erwachsenen verläuft die Erkrankungen meist harmlos.

Mehr wissen: Was sind Coronaviren?

Coronaviren (Coronaviridae) sind schon seit den 1960er-Jahren bekannt und weltweit verbreitet. Die kugelförmigen Krankheitserreger gehören zur Gruppe der RNA-Viren: Sie bestehen aus einer Hülle und einer einzelsträngigen RNA. Sie tragen an ihrer Oberfläche kranz- oder blütenartige Strukturen, woraus sich ihr Name ableitet (lat. corona = Kranz). Die meisten Menschen kommen früher oder später mit – meist harmlosen – Arten von Coronaviren in Kontakt. In Deutschland sind die Viren für etwa 10 bis 15 Prozent aller Erkältungen verantwortlich.

Manche Coronaviren sind zoonotisch, das heißt sie können von einem infizierten Tier auf den Menschen übertragen werden. Sehr wahrscheinlich kann das neuartige Coronavirus 2019-nCoV auch von Mensch zu Mensch übertragen zu werden. Ähnlich wie beim MERS-Coronavirus ist allerdings noch nicht bekannt, wie die Infektion im Detail erfolgt.

Coronaviren: Typische Symptome

Gewöhnliche humane Coronaviren sind in der Regel harmlos. Meist führen sie nur zu milden bis moderaten Erkrankungen der oberen Atemwege. Diese Krankheiten dauern in der Regel nur wenige Tage an.

Zu den typischen Symptomen einer Coronavirus-Infektion gehören zum Beispiel:

In seltenen Fällen können Coronaviren auch Erkrankungen der unteren Atemwege auslösen, wie zum Beispiel eine Lungenentzündung oder eine Bronchitis. Dies kommt häufiger bei Menschen mit Vorerkrankungen, mit geschwächtem Immunsystem und bei Säuglingen vor.

Je nach Virus kann eine Infektion mit Coronaviren auch Magen-Darm-Beschwerden zufolge haben, etwa Durchfall, Übelkeit und Erbrechen.

Coronaviren: Übertragung

Coronaviren werden vor allem durch Schmier- und Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen übertragen. Meistens verbreiten sich die Krankheitserreger durch

  • die Luft beim Husten und Niesen,
  • engen Kontakt (z.B. Berühren oder Händeschütteln) oder
  • durch Berührung eines kontaminierten Objekts (z.B. einer Türklinke).

Die meisten Menschen stecken sich im Herbst und Winter mit gewöhnlichen Coronaviren an. Prinzipiell kann man sich jedoch zu jeder Jahreszeit infizieren.

Coronaviren: Bekannte Virustypen

Wissenschaftler haben bislang sieben unterschiedliche Coronaviren identifiziert, die unterschiedliche Krankheiten beim Menschen auslösen können. Es gilt jedoch als sicher, dass noch weitere Virusarten im Umlauf sind.

Häufig vorkommende Coronaviren, die in der Regel harmlose Erkrankungen verursachen, sind:

  • 229E (alpha coronavirus)
  • NL63 (alpha coronavirus)
  • OC43 (beta coronavirus)
  • HKU1 (beta coronavirus)

Ebenfalls aus der Gruppe der Coronaviren stammen:

  • 2019-nCoV: Am 9. Januar 2020 berichtete die Weltgesundheitsorganisation, dass die chinesischen Behörden ein neuartiges Coronavirus identifiziert haben. Das Virus gilt als Ursache für den Ausbruch schwerer Lungenerkrankungen in Wuhan City, China.
  • MERS-CoV: Die ersten MERS-Erkrankungen traten im März 2012 in Ländern der Arabischen Halbinsel (vor allem in Saudi-Arabien) auf. Die meisten mit MERS-CoV infizierten Menschen entwickelten schwere Atemwegserkrankungen mit Symptomen wie Fieber, Husten und Kurzatmigkeit. Seit 2012 gab es bis heute weltweit knapp 2.500 MERS-Erkrankungen, von denen 858 Fälle einen tödlichen Verlauf nahmen.
  • SARS-CoV: SARS trat erstmals im November 2002 in China auf und verbreitete sich von dort weiter. Das SARS-Coronavirus verursachte in den Jahren 2002 und 2003 einen weltweiten Ausbruch mit mehr als 8.000 Fällen, darunter 774 Todesfälle. Seit 2004 wurden weltweit keine bekannten Fälle von SARS-CoV-Infektionen mehr gemeldet.

Coronavirus: Wie kann man sich vor einer Ansteckung schützen?

Sowohl gegen Infektionen mit gewöhnlichen, harmlosen Coronaviren als auch gegen das neuartige Coronavirus 2019-nCoV gibt es bislang keine Impfung. Durch allgemeine Hygienemaßnahmen lässt sich das Infektionsrisiko allerdings verringern.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, folgende Tipps zu beachten:

  • Waschen Sie sich regelmäßig und gründlich die Hände mit Seife und Wasser.
  • Fassen Sie sich mit ungewaschenen Händen nicht an Augen, Nase oder Mund.
  • Niesen oder husten Sie am besten in ein Einwegtaschentuch oder in die Armbeuge.
  • In Gebieten, in denen Fälle von 2019-nCoV-Infektionen aufgetreten sind, sollten Sie den direkten Kontakt zu Tieren vermeiden.
  • Wenn Sie unter Fieber, Husten und Atembeschwerden leiden und sich vor kurzem in einem der betroffenen Länder aufgehalten haben, sollten Sie frühzeitig einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen.