Eine Frau zieht sich die Maske vom Gesicht, da sie nicht mehr ansteckend ist
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Corona: Wie lange ist man ansteckend?

Coronaviren gelangen über feinste Tröpfchen oder Aerosole von Mensch zu Mensch. Die Infektion mit Covid-19 ist hochansteckend – doch wie lange eigentlich? Besteht auch ohne Symptome ein Ansteckungsrisiko? Und was sagt der Ct-Wert darüber aus, wie lange man mit Corona ansteckend ist? 

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Corona: Wie lange ansteckend?

Wie lange jemand mit Covid-19 ansteckend ist, hängt vor allem davon ab, wie schwer die Person erkrankt ist:

  • Wer eher mild bis mittelschwer an Covid-19 erkrankt, ist in der Regel für mindestens zehn Tage infektiös. Danach sinkt das Risiko deutlich, andere anzustecken.
  • Wer schwer erkrankt oder an einer Immunschwäche leidet, ist möglicherweise noch weitaus länger als zehn Tage nach Beginn der Beschwerden ansteckend.

Corona: Ab wann ansteckend?

Wer sich mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert hat, ist meist schon ein bis zwei Tage vor Ausbruch der Erkrankung infektiös – also noch bevor die ersten Symptome auftreten. Dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge erfolgt sogar ein relevanter Teil der Ansteckungen vor dem Auftreten der ersten Symptome. Ein Grund dafür ist, dass die Infizierten zu diesem Zeitpunkt meist noch nichts von ihrer Erkrankung wissen und keine Schutzmaßnahmen ergreifen.

Wie lange ansteckend ohne Symptome?

Verläuft die Infektion komplett ohne Symptome, ist das Risiko, andere anzustecken, wahrscheinlich gering. In welchem Maß und wie lange Menschen ohne Symptome ansteckend sind, ist jedoch ungewiss. Zudem lässt sich zu Beginn einer Infektion nie absehen, ob die Erkrankung noch ausbrechen wird oder nicht.

Auch wenn die Regelungen in den verschiedenen Bundesländern dazu unterschiedlich sind, gilt: Wer ein positives Testergebnis erhält, sollte sich von anderen Personen möglichst fernhalten und Schutzmaßnahmen ergreifen.

Corona: Wann ist man besonders ansteckend?

Wenn Coronaviren einen neuen Wirt befallen, vermehren sie sich sehr schnell. Entsprechend wird man ab dem Tag der eigenen Ansteckung von Tag zu Tag ansteckender: Je mehr Viren sich in Hals, Mund und Nase tummeln, um so infektiöser sind die Speicheltropfen und Aerosole, die man ausstößt. Zwischen Ansteckung und Ausbruch vergehen meist etwa fünf bis sechs Tage – wobei einige Studien darauf hindeuten, dass dieser Zeitraum auch deutlich länger sein kann. Klar ist:

Besonders ansteckend ist eine Corona-Infektion

  • ein bis zwei Tage vor Symptombeginn und
  • in den ersten Tagen der Erkrankung.

Im Laufe der Erkrankung siedeln die Viren vom Nasen-Rachen-Raum auf die Lunge über. Fachleute nennen diesen Übergang von den oberen auf die unteren Atemwege "Etagenwechsel". Da sich die Erreger danach hauptsächlich in der Lunge vermehren, nimmt die Viruslast in Nase und Rachen ab. Dadurch sinkt das Ansteckungsrisiko, weil die Betroffenen – etwa beim Sprechen, Ausatmen und Husten – weniger Viren ausscheiden.

Endgültig vorüber ist die Ansteckungsgefahr dann jedoch noch nicht: Der Auswurf aus den unteren Atemwegen, den die Erkrankten abhusten, enthält weiterhin infektiöse Viren.

Omikron-Variante: Wie lange ansteckend?

Die Omikron-Variante hat das Infektionsgeschehen weltweit verändert. Während die Inkubationszeit, also die Zeit der Ansteckung bis zu ersten Symptomen, bei der Delta-Variante in der Regel fünf bis sieben Tage betrug, bricht eine Covid-19-Erkrankung mit Omikron laut Forschenden des RKI meist drei Tage früher aus. 

Auch bei der Omikron-Variante ist das Risiko, andere zu infizieren, vor und während Beginn der Symptome besonders hoch. Je nach Schwere der Erkrankung können Betroffene das Umfeld auch innerhalb der nächsten zehn bis 14 Tage infizieren. 

Zudem steigt bei Omikron und weiteren Subvarianten das Risiko einer erneuten Ansteckung. 

Was sagt der Ct-Wert aus?

Ein PCR-Test ist sehr sensitiv und ist manchmal auch dann noch positiv, wenn die Ansteckungsgefahr mit SARS-CoV-2 gar nicht mehr so hoch ist. Der Ct-Wert (cycle-threshold-Wert) kann jedoch Aufschluss darüber geben, wie infektiös die erkrankte Person ist. Er zeigt an, wie viele Viren in der Probe vorhanden sind. Genaugenommen gibt er an, wie häufig das Labor die Probe durch die Messungen laufen lassen muss, um die Viren zu bestimmen. 

Beim Ct-Wert gilt:

  • Ist er niedrig, ist die Viruslast hoch.
  • Ist er hoch, ist die Viruslast gering.

Ct-Werte über 30 gelten als Hinweis für eine niedrige Viruslast, die vermutlich nicht mehr zu einer Ansteckung führt. Ein hoher Wert kann jedoch auch bedeuten, dass die Infektion gerade erst beginnt. Außerdem hängt die Aussagefähigkeit des Wertes zum Beispiel auch mit der Qualität der Probeentnahme ab. Der Ct-Wert sollte daher eher als Tendenz gesehen werden.