PMOS (früher PCOS): Symptome, Ursachen und Behandlung
PMOS, früher als polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS) bezeichnet, ist eine häufige hormonelle und stoffwechselbedingte Erkrankung. Typische Anzeichen sind unregelmäßige Monatsblutungen, verstärkte Körperbehaarung und unerfüllter Kinderwunsch. Welche Ursachen dahinterstecken und welche Behandlungsmöglichkeiten helfen können, erfahren Sie hier.
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.
Die häufigsten Fragen zu PMOS (früher PCOS)
Mögliche Einflussfaktoren für PMOS sind:
- genetische Veranlagung
- Insulinresistenz
- erhöhte Androgenspiegel
- Übergewicht
- Störungen des Stoffwechsels
Ja, viele Frauen mit PMOS können schwanger werden. Da die Erkrankung häufig mit ausbleibenden oder unregelmäßigen Eisprüngen einhergeht, kann es jedoch länger dauern, bis eine Schwangerschaft eintritt. Je nach Ursache und Ausprägung der Beschwerden können verschiedene Behandlungen die Fruchtbarkeit unterstützen und die Chancen auf eine Schwangerschaft erhöhen.
PMOS ist eine chronische Erkrankung und verschwindet in der Regel nicht von selbst. Die Beschwerden können sich jedoch im Laufe des Lebens verändern. Insbesondere bei Übergewicht oder einer Insulinresistenz lassen sich Symptome durch Gewichtsabnahme, regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung oft deutlich verbessern.
Was ist PMOS?
Das Polyendokrine Metabolische Ovarialsyndrom (PMOS) ist eine häufige hormonelle und stoffwechselbedingte Erkrankung bei Frauen im gebärfähigen Alter. Bis vor Kurzem wurde die Erkrankung als Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS) bezeichnet. Der neue Name soll besser verdeutlichen, dass nicht nur die Eierstöcke betroffen sind, sondern auch der Hormonhaushalt und der Stoffwechsel.
Schätzungsweise 8 bis 13 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter haben PMOS. Typische Anzeichen sind unregelmäßige oder ausbleibende Monatsblutungen, Akne, verstärkte Körperbehaarung und Schwierigkeiten, schwanger zu werden. Häufig besteht zudem eine Insulinresistenz, die das Risiko für Übergewicht, Typ-2-Diabetes und andere Stoffwechselerkrankungen erhöhen kann.
PMOS ist zwar nicht heilbar, die Beschwerden lassen sich jedoch oft gut behandeln.
PMOS auf einen Blick
- PMOS steht für Polyendokrines Metabolisches Ovarialsyndrom.
- Die Erkrankung wurde früher als PCOS (Polyzystisches Ovarialsyndrom) bezeichnet.
- Typische Symptome sind Zyklusstörungen, Akne, verstärkte Körperbehaarung und unerfüllter Kinderwunsch.
- Häufig besteht zusätzlich eine Insulinresistenz.
- PMOS kann das Risiko für Übergewicht, Typ-2-Diabetes und weitere Stoffwechselerkrankungen erhöhen.
- Eine Heilung ist derzeit nicht möglich, die Beschwerden lassen sich jedoch meist gut behandeln.
Typische Symptome von PMOS
Die Beschwerden bei PMOS können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Während manche Frauen nur wenige Symptome bemerken, leiden andere unter mehreren Beschwerden gleichzeitig.
Typische Anzeichen von PMOS sind:
- seltene, unregelmäßige oder ausbleibende Monatsblutungen
- unerfüllter Kinderwunsch aufgrund ausbleibender Eisprünge
- verstärkte Körper- und Gesichtsbehaarung (Hirsutismus), etwa an Oberlippe, Kinn, Bauch oder Oberschenkeln
- Haarausfall nach männlichem Verteilungsmuster
- fettige Haut und Akne
- Übergewicht, insbesondere im Bauchbereich
- Insulinresistenz und weitere Stoffwechselstörungen
- erhöhte Blutzucker-, Blutdruck- oder Blutfettwerte
Selten kommt es zu einer ausgeprägten Vermännlichung (Virilisierung). Mögliche Anzeichen sind eine tiefere Stimme oder eine Vergrößerung der Klitoris.
Nicht jede Frau mit PMOS hat alle Symptome. Außerdem können sie individuell sehr unterschiedlich ausgeprägt sein und verändern sich oft im Laufe des Lebens. So stehen bei manchen Betroffenen Zyklusstörungen und ein unerfüllter Kinderwunsch im Vordergrund, während andere vor allem unter Hautproblemen oder verstärkter Körperbehaarung leiden.
Im Überblick: Typische Anzeichen bei PMOS
| Symptom | Mögliche Anzeichen |
| Zyklusstörungen | seltene, unregelmäßige oder ausbleibende Monatsblutungen |
| Hirsutismus | verstärkte Behaarung im Gesicht und am Körper |
| Hautveränderungen | fettige Haut, Akne |
| Haarausfall | Ausdünnung der Kopfhaare nach männlichem Muster |
| Fruchtbarkeitsstörungen | ausbleibende Eisprünge, unerfüllter Kinderwunsch |
| Stoffwechselstörungen | Insulinresistenz, erhöhte Blutzucker-, Blutdruck- oder Blutfettwerte |
| Übergewicht | häufig Fetteinlagerung am Bauch |
PMOS behandeln: Welche Möglichkeiten gibt es?[Therapie]
Die Behandlung des PMOS richtet sich nach den individuellen Beschwerden, dem Alter sowie einem möglichen Kinderwunsch. Da die Erkrankung sehr unterschiedlich ausgeprägt sein kann, gibt es keine Standardtherapie, die für alle Betroffenen geeignet ist.
Bei Übergewicht kann bereits eine moderate Gewichtsabnahme dazu beitragen, den Hormonhaushalt zu verbessern und den Menstruationszyklus zu regulieren. Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung gelten daher als wichtige Bestandteile der Behandlung.
Stehen Zyklusstörungen, Akne oder eine verstärkte Körperbehaarung im Vordergrund, kommen häufig hormonelle Medikamente wie bestimmte Antibabypillen zum Einsatz. Sie können die Wirkung männlicher Hormone abschwächen und dadurch Beschwerden lindern.
Liegt ein Kinderwunsch vor, zielt die Behandlung darauf ab, den Eisprung zu fördern. Hierfür stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, können reproduktionsmedizinische Verfahren wie eine künstliche Befruchtung infrage kommen.
Da PMOS zudem mit einem erhöhten Risiko für Stoffwechselerkrankungen wie Typ-2-Diabetes verbunden sein kann, sind regelmäßige ärztliche Kontrolluntersuchungen sinnvoll. So lassen sich mögliche Begleiterkrankungen frühzeitig erkennen und behandeln.
PMOS und Kinderwunsch: Das Wichtigste auf einen Blick
- PMOS ist eine häufige Ursache für einen unerfüllten Kinderwunsch.
- Eine Gewichtsabnahme kann die Fruchtbarkeit bei übergewichtigen Betroffenen verbessern.
- Medikamente wie Letrozol oder Clomifen können den Eisprung fördern.
- Metformin kann bei einer Insulinresistenz sinnvoll sein.
- Viele Frauen mit PMOS können mit der passenden Behandlung schwanger werden.
Ursachen von PMOS
Die genauen Ursachen von PMOS sind noch nicht vollständig geklärt. Fachleute gehen davon aus, dass mehrere Faktoren zusammenwirken. Dazu zählen insbesondere eine genetische Veranlagung, Veränderungen des Hormonhaushalts und Störungen des Zuckerstoffwechsels.
Welche Rolle spielt Insulin?
Bei vielen Frauen mit PMOS besteht eine sogenannte Insulinresistenz. Dabei reagieren die Körperzellen weniger empfindlich auf das Hormon Insulin, das den Blutzuckerspiegel reguliert. Um dies auszugleichen, produziert der Körper mehr Insulin.
Ein dauerhaft erhöhter Insulinspiegel kann die Hormonproduktion beeinflussen und dazu führen, dass vermehrt männliche Geschlechtshormone (Androgene) gebildet werden. Diese gelten als eine wichtige Ursache für typische PMOS-Beschwerden.
Außerdem erhöht eine Insulinresistenz das Risiko für Übergewicht, Typ-2-Diabetes und andere Stoffwechselerkrankungen.
Welche Rolle spielen männliche Hormone?
Frauen mit PMOS haben häufig erhöhte Androgenspiegel. Diese hormonelle Veränderung kann den Menstruationszyklus stören und die Reifung der Eizellen beeinträchtigen. Dadurch bleiben Eisprünge oft aus oder treten seltener auf.
Die erhöhten Androgenspiegel sind zugleich für viele der typischen körperlichen Veränderungen verantwortlich, etwa für verstärkte Körperbehaarung oder Akne.
Gibt es weitere Ursachen?
Warum manche Frauen PMOS entwickeln und andere nicht, ist bislang nicht vollständig geklärt. Neben genetischen Faktoren scheinen auch Umwelt- und Lebensstilfaktoren eine Rolle zu spielen.
Nicht jede Frau mit PMOS hat eine Insulinresistenz oder Übergewicht. In seltenen Fällen können andere Erkrankungen hinter den Beschwerden stecken, beispielsweise hormonbildende Tumoren oder angeborene Störungen der Hormonproduktion. Diese müssen bei der Diagnose ausgeschlossen werden.
Diagnose von PMOS
Die Diagnose PMOS wird anhand von Beschwerden und verschiedenen Untersuchungen gestellt. Typische Hinweise sind Zyklusstörungen, Anzeichen erhöhter Androgenspiegel wie Akne oder verstärkte Körperbehaarung sowie charakteristische Veränderungen der Eierstöcke im Ultraschall.
Für die Diagnose müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein. Zudem gilt es, andere Erkrankungen auszuschließen, die ähnliche Beschwerden verursachen können.
Zur Abklärung gehören unter anderem:
- ein ausführliches Gespräch zu Beschwerden und Menstruationszyklus
- eine körperliche Untersuchung
- eine Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke
- Blutuntersuchungen zur Bestimmung verschiedener Hormonwerte
Da viele Frauen mit PMOS eine Insulinresistenz haben, werden häufig auch Blutzucker- und Stoffwechselwerte kontrolliert. In manchen Fällen erfolgt zusätzlich ein Glukosetoleranztest, um Störungen des Zuckerstoffwechsels aufzudecken.
PMOS: Verlauf und Vorbeugen
PMOS verläuft individuell sehr unterschiedlich. Bei Übergewicht, Insulinresistenz oder Typ-2-Diabetes können Gewichtsabnahme, regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung dazu beitragen, Stoffwechsel und Hormonhaushalt zu verbessern. Vorbeugen lässt sich PMOS nicht sicher, da auch genetische Faktoren eine Rolle spielen. Ein gesunder Lebensstil kann jedoch helfen, Stoffwechselstörungen und möglichen Folgeerkrankungen wie Typ-2-Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen. Wichtig ist zudem eine frühzeitige ärztliche Abklärung, um Beschwerden gezielt zu behandeln und gesundheitliche Risiken zu senken.