Frau leidet unter Burning-Mouth-Syndrom
© Getty Images/Erik Von Weber

Burning-Mouth-Syndrom: Brennen im Mund als eigene Krankheit

Das Burning-Mouth-Syndrom (BMS) beschreibt ein chronisches Brennen auf der Zunge und im Mund. Wann es auftritt, was dahinter steckt und was helfen kann, lesen Sie hier.

Was ist das Burning-Mouth-Syndrom?

Das Burning-Mouth-Syndrom (BMS) ist eine seltene chronische Schmerzkrankheit, bei der die Zunge brennt und schmerzt. Wenn das Zungenbrennen nicht durch andere Erkrankungen oder Ursachen erklärt werden kann, sprechen Fachleute vom Burning-Mouth-Syndrom. Der englische Begriff "Burning Mouth" bedeutet so viel wie "Brennen im Mund". Betroffen sind vor allem Frauen über 70 Jahre. Beim Burning-Mouth-Syndrom handelt es sich um eine Ausschlussdiagnose, die oft von psychischen Erkrankungen begleitet wird.

Symptome beim Burning-Mouth-Syndrom

Beim Burning-Mouth-Syndrom haben Betroffene brennende Schmerzen im Mund und an der Zunge. Der Schmerz sitzt dabei vor allem im vorderen Bereich der Zunge, des Gaumens und manchmal innen an der Unterlippe. Diese Beschwerden bestehen seit mindestens drei Monaten für täglich mehr als zwei Stunden, um die Diagnose stellen zu können. Andere Erkrankungen als Ursache für das Burning-Mouth-Syndrom müssen ausgeschlossen werden.

Typisch sind folgende Beschreibungen der Symptome:

  • Schmerz wie beim Verbrennen durch zu heiße Speisen
  • Mundtrockenheit
  • vermehrter Durst
  • veränderter Geschmack, oft bitter oder metallisch
  • Missempfindungen wie Kribbeln im Mund

Sichtbare Symptome an der Zungen- und Mundschleimhaut können fehlen, wenn es sich um das Burning-Mouth-Syndrom handelt.

Viele Menschen mit Burning Mouth leiden gleichzeitig unter einer psychischen Erkrankung wie Depression oder Angststörungen.

Wie kommt es zum Burning-Mouth-Syndrom?

Die Ursache für das Syndrom ist bisher unklar. Da bei den meisten Betroffenen Geschmacksstörungen auftreten, wird eine Beteiligung der Hirnnerven für den Geschmackssinn vermutet.

Auch ein hormoneller Einfluss durch einen Östrogenmangel wird vermutet, da sich die Speichelzusammensetzung nach den Wechseljahren ändert. Betroffen sind überwiegend Frauen über 70, also nach der Menopause. Ebenfalls als Ursachen werden Vitaminmangel und Reflux diskutiert.

Therapie des Burning-Mouth-Syndrom

Beim Burning-Mouth-Syndrom  gibt es keine direkte Möglichkeit, die Ursache zu beheben. Vielmehr geht es bei der Therapie des BMS darum, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu steigern. Gegen die Schmerzen können schmerzlindernde Tabletten oder Spüllösungen, zum Beispiel:

  • Mundspülungen mit Capsaicin
  • das Antiepileptikum Gabapentin
  • Alpha-Liponsäure
  • trizyklische Antidepressiva
  • Bestrahlung mit langwelligem Laser (Rot- und Infrarotlicht) 

Ein weiteres wirksames Medikament scheint Clonazepam-Creme zu sein. Allerdings kann dieses Mittel, das eigentlich zur Behandlung von Epilepsie dient, abhängig machen und führt zu Nebenwirkungen wie Fahruntüchtigkeit, da es stark beruhigend wirkt. Deshalb wird Clonazepam-Creme normalerweise nicht zur Therapie des Burning-Mouth-Syndroms empfohlen.

Betroffene können zur Schmerzlinderung zusätzlich folgende Tipps versuchen, um das Zungenbrennen durch Burning Mouth zu lindern:

  • beobachten, in welchen Situationen das Zungenbrennen schwächer und wann es stärker wird
  • reizende Stoffe im Mund vermeiden, wie Zimt, Alkohol, Minze, Rauch
  • zuckerfreien Kaugummi kauen
  • Eiswürfel lutschen
  • Entspannnungstechniken regelmäßig durchführen

Eventuell kann eine Psychotherapie in Form einer kognitiven Verhaltenstherapie dabei helfen, mit dem Zungenbrennen besser umzugehen.

Verlauf des Burning-Mouth-Syndroms

Die Lebensqualität von Betroffenen leidet sehr. Auch der Schlaf kann durch die Missempfindungen und Schmerzen stark beeinträchtigt sein. Nur bei etwa drei Prozent verschwinden die Symptome wieder vollständig, allerdings bessern sie sich bei vielen im Laufe der Zeit.