Eine Person steht barfuß am Strand.
© Jupiterimages/iStockphoto

Hohlfuß

Der Hohlfuß bildet vom äußeren Erscheinungsbild her gewissermaßen das Gegenstück zum Plattfuß: Das Längsgewölbe des Fußes ist beim Hohlfuß stark überhöht. Diese Fußfehlstellung kann schon bei neugeborenen Kindern vorliegen oder erst im Lauf des Lebens entstehen.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Überblick

Der Hohlfuß wird fachsprachlich auch als Pes cavus oder Pes excavatus bezeichnet. Er tritt in zwei Formen auf:

  • Beim häufigen Ballenhohlfuß liegt die Körperlast infolge der Fußfehlbildung stärker auf dem Ballen,
  • beim selteneren Hackenhohlfuß auf der Ferse.

Die meisten durch einen Hohlfuß ausgelösten Beschwerden gehen vom Vorfuß aus: Das überhöhte Längsgewölbe belastet typischerweise den Fußballen sehr stark, wodurch häufig Druckstellen mit Schmerzen entstehen. Oft sind beim Hohlfuß auch Krallen- oder Klauenstellungen der Zehen zu beobachten; außerdem können sich Hühneraugen ausbilden.

Für einen Hohlfuß kommen verschiedene Ursachen infrage. Meist entsteht er dadurch, dass die kleine Fußmuskulatur geschwächt oder gelähmt ist. Ausgeprägtere Hohlfüße, die sich erst im Erwachsenenalter entwickeln und deren Formänderung (Deformation) fortschreitend zunimmt, stehen oft mit einer die Nerven betreffenden Grunderkrankung (z.B. die amyotrophe Lateralsklerose oder die Friedreich-Ataxie) in Zusammenhang. Ist der Auslöser der Fußformänderung unklar, liegt ein sogenannter idiopathischer Hohlfuß vor (idiopathisch = ohne erkennbare Ursache).

Häufig ist ein Hohlfuß schon vor der körperlichen Untersuchung mit bloßem Auge zu erkennen; mit größerer Sicherheit kann der Arzt die Fehlstellung am Fußabdruck diagnostizieren. Wie stark der Hohlfuß ausgeprägt ist, zeigt sich auf Röntgenaufnahmen des Fußes von der Seite und von oben.

Die gegen den Hohlfuß eingesetzte Therapie richtet sich nach dem Schweregrad der Fußdeformation. Die konservative (d.h. nicht-operative) Hohlfuß-Behandlung besteht aus orthopädischen Einlagen (Stufeneinlagen) und Nachtschienen. Außerdem ist bei einem Hohlfuß Gymnastik geeignet: Entsprechende Übungen können die orthopädische Behandlung unterstützen. Erfolgen diese Maßnahmen rechtzeitig, beeinflussen sie den Verlauf oft positiv. Wenn die konservativen Maßnahmen nicht ausreichen, die Fußdeformation stark ausgeprägt ist oder starke Schmerzen bereitet, besteht die Möglichkeit, den Hohlfuß in einer Operation zu korrigieren.

Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollten Sie auf fußgerechtes Schuhwerk achten! Tragen Sie möglichst selten Absätze und stärken Sie Ihre Fußmuskulatur durch häufiges Barfußlaufen.

Was ist das eigentlich?

Der Begriff Hohlfuß bezeichnet per Definition eine Formänderung des Fußes (sog. Fußdeformation), die durch ein stark überhöhtes Fußlängsgewölbe gekennzeichnet ist. Damit ist beim Hohlfuß auch der Rist stark überhöht. Die Ferse nimmt häufig eine O-Stellung (nach innen gerichtet) ein.

Hohlfüße sind allgemein kürzer und gedrungener als gesunde Füße. Häufig liegt gleichzeitig mit dem Hohlfuß eine Krallen- beziehungsweise Klauenstellung der Zehen vor. Der für einen Hohlfuß typische Fußabdruck zeigt, dass nicht der Mittelfuß die Körperlast trägt, sondern ausschließlich die Ferse und der Vorfuß. Der Hohlfuß bildet gewissermaßen das Gegenstück zum Plattfuß.

Je nachdem, ob der Fuß infolge seiner Fehlstellung die Körperlast stärker mit dem Ballen oder mit der Ferse aufnimmt, unterscheidet man beim Hohlfuß zwei Formen: den Ballenhohlfuß und den Hackenhohlfuß. Letzterer ist die seltenere Form – hierbei kommt es zu einer Steilstellung des Fersenbeins.

Angeborene und erworbene Ursachen

Ein Hohlfuß kann verschiedene Ursachen haben. Häufig besteht die Fußfehlstellung schon bei neugeborenen Kindern (angeborener Hohlfuß); die Formveränderung des Fußes kann sich aber auch im Lauf des Lebens durch unterschiedliche Faktoren entwickeln (erworbener Hohlfuß). In seltenen Fällen gelingt es nicht, den Grund für die Formänderung festzustellen (idiopathischer Hohlfuß: idiopathisch = ohne erkennbare Ursache).

Ein leichterer Hohlfuß kann seine Ursachen in einer anlagebedingten Abwandlung der normalen Fußform haben: Hohlfüße treten familiär gehäuft auf. Ob der Hohlfuß eine Behandlung erfordert, hängt davon ab, wie schwer die Fußfehlstellung ist und ob sie weiter fortschreitet.

Eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung eines Hohlfußes spielt wahrscheinlich eine Lähmung der kleinen Fußmuskulatur. Für einen erworbenen Hohlfuß kommen als Ursachen oft zu kleine Schuhe oder zu hohe Absätze infrage. Stärker ausgeprägte Hohlfüße haben, vor allem wenn sie allmählich im Wachstumsalter entstehen oder die Formänderung zunimmt, oft eine neurologische Ursache.

Zu den möglichen Auslösern zählen folgende Systemerkrankungen des ZNS (= zentrales Nervensystem: Gehirn und Rückenmark):

  • Friedreich-Ataxie, eine Nervenerkrankung des Rückenmarks, wobei vor allem die Hinterstränge betroffen sind
  • amyotrophe Lateralsklerose, bei der Nervenzellen absterben und sich bindegewebig verändern
  • neurogene Muskelatrophie, ein durch erkrankte Nerven bedingter Schwund einzelner Muskelgruppen
  • Rückenmarkstumoren

typische Symptome

Ein Hohlfuß ist durch eine Fußfehlstellung gekennzeichnet, die meist schon von außen deutlich zu erkennen ist: Das Längsgewölbe des Fußes ist beim Hohlfuß stark überhöht, sodass der Fuß kürzer und gedrungener ist. Oft finden sich beim Hohlfuß eine nach innen gerichtete Ferse (O-Stellung) sowie Hammerzehen und Krallenzehen.

Der Hohlfuß stellt durch seine äußeren Symptome das Gegenstück zum Plattfuß dar.

Die für den Hohlfuß typische Fußfehlstellung führt dazu, dass der Auftritt des Fußes verändert ist: Dabei tragen ausschließlich die Ferse und der Vorfuß die Körperlast. Diese Fehlbelastung des Fußes ist für die beim Hohlfuß auftretenden Beschwerden verantwortlich, die meist vom Vorfuß ausgehen: Weil der Fußballen übermäßig beansprucht ist, verursacht der Hohlfuß unterhalb des Ballens ein verändertes Beschwielungsmuster und starke Schmerzen.

Je nach Ursache für die Fehlstellung verändert sich der Hohlfuß sehr langsam über Jahre hinweg. Auch die Symptome nehmen schleichend zu. In der Regel suchen die Betroffenen dann Hilfe, wenn ihnen das Schuhetragen Beschwerden bereitet: Auf dem Fußrücken, an der Fußsohle des Ballens und an den Zehen führen die Schuhe zu schmerzhaften Druckstellen. Die Hammer- und Krallenzehen entwickeln sich typischerweise erst im fortgeschritteneren Verlauf der Fußdeformation. Als weitere Anzeichen für den Hohlfuß bilden sich Hühneraugen (Clavi) an den Zehen aus.

Wer Hohlfüße hat, zeigt entsprechend einen unsicheren Gang und knickt leicht um, was zu Verletzungen führen kann.

Diagnose beim Arzt

Beim Hohlfuß basiert die Diagnose vor allem auf einer körperlichen Untersuchung. Oft ist die Fehlstellung des Fußes schon mit bloßem Auge zu erkennen, mit größerer Sicherheit jedoch am Fußabdruck.

Um festzustellen, wie stark der Hohlfuß ausgeprägt ist, kommt bei der Diagnose eine Röntgenuntersuchung des Fußes zum Einsatz. Dabei sind zwei Aufnahmen im Stehen nötig: eine seitliche und eine von oben (vom Fußrücken zur Fußsohle hin). Zusätzlich kann bei einem Hohlfuß eine Röntgenuntersuchung oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) der Wirbelsäule erfolgen.

Um auszuschließen, dass dem Hohlfuß Grundkrankheiten des Nervensystems zugrunde liegen, erfolgt bei der Diagnose außerdem oft eine ausführliche neurologische Untersuchung.

Therapie

Beim Hohlfuß richtet sich die Therapie danach, wie stark die Fußfehlstellung ausgeprägt ist. Es können sowohl nicht-operative (sog. konservative) als auch operative Maßnahmen zum Einsatz kommen.

Ist die Formänderung der Füße (Fußdeformation) nur leicht ausgeprägt, liegt ein sogenannter flexibler Hohlfuß vor. Eine rein konservative Therapie kann in diesem Fall bereits zum Erfolg führen. Bei einem flexiblen Hohlfuß sind beispielsweise spezielle orthopädische Einlagen (Stufeneinlagen) und Nachtschienen geeignet. Daneben kann bei einem Hohlfuß Gymnastik hilfreich sein: Durch entsprechende Übungen können Sie Ihre Fußmuskulatur kräftigen und die orthopädische Behandlung unterstützen – zum Beispiel durch Greifübungen mit den Zehen.

Bei einem sehr ausgeprägten Hohlfuß und bei starken Schmerzen oder bei erfolgloser konservativer Therapie ist es unter Umständen möglich, die für den Hohlfuß typische Fehlstellung durch eine Operation zu korrigieren.

Verlauf & Vorbeugen

Ein Hohlfuß kann einen fortschreitenden Verlauf zeigen – das heißt: Die Formänderung des Fußes nimmt stetig zu. Die gute Nachricht: Durch rechtzeitige Gegenmaßnahmen gelingt es oft, den Verlauf der Fußfehlstellung positiv zu beeinflussen. Schon eine konservative (d.h. nicht-operative) Hohlfuß-Behandlung (durch Einlagen, Nachtschienen, Gymnastik) und weite Schuhe sowie häufiges Barfußlaufen können sich günstig auf den Zustand der Füße auswirken.

Ohne geeignete Behandlung können sich beim Hohlfuß im weiteren Verlauf Krallenzehen entwickeln. Außerdem bilden sich dabei oft Hühneraugen und druckschmerzhafte Schwielen an der Fußsohle. Menschen mit Hohlfüßen zeigen durch die Form ihrer Füße und die typischen Beschwerden einen unsicheren Gang und knicken leicht um, was zu Verletzungen führen kann.

Vorbeugen

Einem angeborenen Hohlfuß können Sie nicht vorbeugen. Allerdings gelingt es durch rechtzeitige Gegenmaßnahmen häufig, angeborene Fußfehlbildungen (Fußdeformitäten) in ihrem Verlauf positiv beeinflussen.

Ein erworbener Hohlfuß kann durch zu kleine Schuhe oder zu hohe Absätze entstehen. Daher ist es wichtig, auf fußgerechtes Schuhwerk zu achten. Wenn Sie schon Hohlfüße haben, können Sie einem Fortschreiten Ihrer Fußdeformation entgegenwirken, indem Sie weite und bequeme Schuhe tragen und Ihre Fußmuskulatur durch häufiges Barfußlaufen und Laufen auf Naturboden kräftigen.