Das Bild zeigt einen Mann, der sich vor Schmerz das Gesäß hält.
© iStock

Analthrombose (Analvenenthrombose)

Eine Analthrombose (Analvenenthrombose) bildet sich oft von allein zurück. Eine spezielle Behandlung oder gar eine OP ist daher nur selten nötig. Salben, Schmerzmittel oder Hausmittel können Linderung verschaffen.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Analthrombose (Analvenenthrombose): Symptome, Ursachen & Behandlung

Schmerzen, Brennen oder ein Druckgefühl im Analbereich? Für den Laien ist der Fall schnell klar: Das müssen vergrößerte Hämorrhoiden sein. Häufig steckt jedoch eine Analthrombose (Analvenenthrombose, Perianalthrombose) hinter den Beschwerden.

Von einer Thrombose hat wohl jeder schon einmal gehört. Bei einer Thrombose ist ein Blutgefäß durch ein Blutgerinnsel verstopft, einen sogenannten Thrombus. Aber dass dies auch im Analbereich passieren kann, wissen wenige.

Dabei sind Analthrombosen keine Seltenheit. Im Gegenteil: Circa fünf von 100 Menschen, die eine proktologische Praxis aufsuchen, erhalten diese Diagnose. Typisch für eine Analthrombose sind plötzliche Schmerzen. Sie können bloßes Sitzen zu einer echten Herausforderung werden lassen. Hinzu kommen Beschwerden wie Juckreiz, Spannungsgefühle oder Brennen im Analbereich.

Was ist eine Analthrombose?

Bei einer Thrombose ist ein Blutgefäß durch ein Blutgerinnsel verstopft. Den Blutpfropf, der das Gefäß verschließt, nennt man Thrombus.

Eine Analthrombose oder Analvenenthrombose ist ein Blutgerinnsel, das sich am Rande des Afters befindet. Ärzte sprechen daher manchmal auch von einer Perianalthrombose (perianal = um den After herum). Nur selten befindet sich eine Analthrombose im letzten Abschnitt des Enddarms, dem Analkanal.

Ist eine Analthrombose gefährlich?

Analvenenthrombose – das klingt zunächst nach einer ernsten Diagnose. Aber: Nicht jedes Blutgerinnsel ist gefährlich. Eine Analthrombose ist in der Regel harmlos.

Wie bedrohlich eine Thrombose ist, richtet sich vor allem danach, wo sie sich befindet. Ein Blutgerinnsel in den tiefen Bein- und Beckenvenen kann sich lösen, in die Lunge geraten und dort eine Lungenembolie auslösen. Bei einer Analthrombose besteht diese Gefahr nicht, denn es handelt sich um sehr kleine, direkt unter der Afterhaut liegende Venen, die verstopft sind. Somit ist eine Analvenenthrombose normalerweise nicht gefährlich.

Wann zum Arzt?

Bei Symptomen, die länger als ein paar Tage anhalten und/oder sehr stark sind, sollte man zum Arzt gehen. Ansprechpartner ist entweder zunächst der Hausarzt oder direkt der Proktologe. Der Facharzt kann rasch herausfinden, ob wirklich eine Analthrombose die Ursache ist und ob eine medizinische Behandlung nötig ist. Bei Blut im Stuhl ist es generell empfehlenswert, zeitnah den Arzt aufzusuchen.

Analthrombose: Symptome

Häufige Symptome einer Analthrombose sind

  • oft plötzlich auftretende, teils starke Schmerzen am After,
  • Spannungsgefühle und Druckempfindlichkeit im Analbereich,
  • Brennen oder Stechen sowie
  • Jucken.

Die Schmerzen sind ein typisches Symptom, Anzeichen einer Analthrombose sind plötzliche Schmerzen im Bereich des Afters. Schmerzen müssen aber nicht zwangsläufig auftreten. Von außen ist eine Analthrombose jedoch immer zu erkennen oder zu ertasten: als stecknadel- bis pflaumengroßer, blau-roter oder schwarzer Knoten. Mitunter bilden sich auch mehrere Knoten nebeneinander.

Rund um die Thrombose können sich Flüssigkeitseinlagerungen bilden. Dadurch schwillt das Gewebe an und steht unter Spannung. Ärzte sprechen von einem Umgebungsödem.

Selten führt eine Analvenenthrombose zu Blutungen. Dies kann vor allem passieren, wenn der gespannte Hautbereich aufreißt und sich die Thrombose öffnet.

Analthrombose und Hämorrhoiden: Was ist der Unterschied?

Fälschlicherweise wird eine Analvenenthrombose auch als äußere Hämorrhoide bezeichnet. Auch wenn sich die Symptome ähneln: Vergrößerte Hämorrhoiden sind etwas völlig anderes als eine Analthrombose:

  • Bei vergrößerten Hämorrhoiden (auch: Hämorrhoidalleiden) sind die natürlichen Gefäßpolster im Analkanal krankhaft angeschwollen. Diese Polster befinden sich bei jedem Menschen am Ende des Darms im Analkanal. Vergrößerte Hämorrhoiden können beim Pressen auf der Toilette zeitweise aus dem After heraustreten. Im Spätstadium ragen sie permanent aus dem After heraus. Typische Symptome sind Blut auf dem Toilettenpapier oder Stuhl, Juckreiz, Nässen oder Schmerzen.
  • Eine Analthrombose befindet sich nur selten im Analkanal, sondern direkt unter der Haut am Rande des Aftereingangs. Im Gegensatz zu einem Hämorrhoidalleiden äußert sich die Thrombose vor allem durch plötzliche, teils starke Schmerzen, während Blutungen eher selten auftreten.

Eine Analthrombose entsteht am Analrand, vergrößerte Hämorrhoiden befinden sich dagegen im Inneren des Afters.

Eine Analthrombose entsteht am Analrand, vergrößerte Hämorrhoiden befinden sich dagegen im Inneren des Afters und bluten leichter.

Ursachen: Wie entsteht eine Analthrombose?

Zu möglichen Risikofaktoren zählen zum Beispiel:

  • ein wiederholt hoher Druck auf den Bauchraum, z. B. durch
  • ungewohnte körperliche Betätigung, z. B. langes Joggen
  • Analverkehr
  • Operationen am After
  • schwül-warme Witterung
  • Sitzen auf einer kalten Oberfläche
  • Lebens- oder Genussmittel, die den Darmausgang reizen können, z. B. scharfe Gewürze, Alkohol
  • häufiger Durchfall
  • Hormonausschüttung während der Menstruation

Auch scheinen vergrößerte Hämorrhoiden eine Analthrombose zu begünstigen.

Analthrombose: Behandlung mit Salben, Hausmitteln & Co.

Eine spezielle Behandlung ist bei einer Analthrombose nur in ausgeprägten Fällen nötig, etwa, wenn das Gerinnsel sehr groß ist. Meist reicht es aus, die Beschwerden zu lindern, bis die Thrombose abgeklungen ist – und sich vorübergehend mit Hausmitteln, Salben und anderen Maßnahmen zu behelfen.

Fast immer bildet sich eine Analvenenthrombose von allein wieder zurück: Innerhalb einiger Tage bis Wochen baut der Körper das Gerinnsel wieder ab. Bis dahin reicht es in der Regel aus, die Schmerzen mit Salben und Hausmitteln zu behandeln.

Analthrombose: Behandlung mit Salben und Schmerzmitteln

Vor allem in den ersten Tagen kann eine Analthrombose sehr schmerzhaft sein. Dann kann ein Schmerzmittel mit Wirkstoffen wie Diclofenac oder Ibuprofen helfen. Salben oder Cremes verschaffen zusätzlich Linderung. Sie enthalten entzündungshemmende Wirkstoffe oder Wirkstoffe die den entzündeten Bereich betäuben und somit den Schmerz hemmen. Salben und Cremes gegen Analthrombosen erhalten Sie rezeptfrei in der Apotheke.

Analthrombose: Behandlung mit Hausmitteln

Neben speziellen Salben gibt es verschiedene Hausmittel und Maßnahmen, um die lästigen Symptome einer Analvenenthrombose abzuschwächen. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Sitzbäder: Manche Betroffene empfinden ein Sitzbad als Hausmittel wohltuend. Dabei können auch Badezusätze mit Kamille verwendet werden.
  • unnötigen Druck auf die Analregion vermeiden: Bei einer Analthrombose ist der Bereich um den After herum besonders empfindlich. Durch die Schwellung steht die Haut unter hoher Spannung. Bei zu starkem Druck können daher leicht Blutungen entstehen. Daher sollten Betroffene beim Reinigen des Analbereichs nicht zu viel Druck ausüben. Auf der Toilette sollte man zudem nicht zu stark pressen.
  • sanfte Intimpflege: Betroffene sollten auf Seifen und andere Produkte verzichten, die die Haut reizen. Lauwarmes Wasser ist völlig ausreichend.
  • Verdauung fördern: Je fester der Stuhlgang, desto mehr muss man auf der Toilette pressen – und umso mehr wird die Analregion gereizt. Versuchen Sie daher, einen weicheren Stuhlgang zu erzielen. Ein mögliches Hausmittel sind gemahlene Flohsamenschalen. Sie fördern die Verdauung und machen den Stuhlgang weicher.

Was tun, wenn eine Analthrombose blutet?

Wenn man Druck auf die Thrombose ausübt, etwa durch Reibung vom Toilettenpapier, kann sie sich spontan öffnen, sodass Teile des Blutgerinnsels nach außen entweichen. Die betroffene Person bemerkt dann, dass es am After blutet. Zudem lassen die Schmerzen unmittelbar nach, denn der Analbereich steht jetzt nicht mehr unter Spannung.

Die entstandene Wunde heilt in der Regel von selbst ab. Gelangen Krankheitserreger hinein, kann sich die Stelle allerdings entzünden. Im Zweifel sollte der Arzt die Wunde begutachten. Das gilt insbesondere, wenn die Beschwerden zunehmen oder weitere Symptome hinzutreten.

Analvenenthrombose: Wann eine Operation nötig ist

Eine Analthrombose muss in der Regel nur dann operiert werden, wenn

  • die Thrombose sehr groß ist oder
  • der Betroffene starke Beschwerden hat.

Je nach Ausmaß der Thrombose wird der Arzt die Thrombose herausdrücken oder aber den kompletten Gefäßknoten herausoperieren. Meist reicht dazu eine örtliche Betäubung aus.