Ein Mann fasst sich in die Analregion.
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Juckreiz am After (Afterjucken)

Juckreiz am After (Afterjucken, Pruritus ani) kann sehr belastend sein, insbesondere, wenn er länger anhält. Was hilft gegen das lästige Jucken und was können die Ursachen sein?

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Juckreiz am After (Afterjucken)

Was versteht man unter Afterjucken?
Von Afterjucken oder Juckreiz am After spricht man, wenn der Bereich rund um die Analöffnung juckt. Ärzte sprechen bei einem Afterjucken auch von einem Pruritus ani.

Mediziner unterscheiden das kurzfristige, akute Afterjucken von einem lang anhaltenden, chronischen Afterjucken, das länger als sechs Wochen anhält.

Fakten über Afterjucken
  • Afterjucken ist ein Tabuthema – wer spricht schon gerne darüber, dass er einen Juckreiz im Bereich der Analöffnung verspürt? Doch meist kann man schon mit einfachen Maßnahmen die Beschwerden lindern!
  • Juckreiz am After (Pruritus ani) kann sehr quälend sein und den Betroffenen bisweilen sogar den Schlaf rauben. Die gute Nachricht: Afterjucken ist in den meisten Fällen zwar unangenehm, aber harmlos!
  • Die Ursachen sind vielfältig: Besonders häufig entsteht Afterjucken durch ein Analekzem.
  • Ein Analekzem ist eine entzündliche Reaktion der Haut. Sie kann zum Beispiel durch eine Kontaktallergie ausgelöst werden, so etwa gegen Waschmittel, Toilettenpapier oder Duschgel.
  • Mögliche weitere Ursachen sind Hämorrhoiden, eine Entzündung des Afters (Proktitis), Feigwarzen, Nahrungsmittelallergien oder auch Pilzinfektionen (v.a. durch Pilze der Gattung Candida).
  • Manchmal entsteht der lästige Juckreiz durch eine Hautkrankheit wie Neurodermitis oder Schuppenflechte, …
  • … aber auch eine häufig auftretende Verstopfung kann dafür verantwortlich sein.
  • Weder zu viel noch zu wenig ist gut: Sowohl eine mangelnde als auch eine übermäßige Hygiene kann Juckreiz am After auslösen!
  • Darüber hinaus kommen auch Stuhlinkontinenz, eine Infektion mit Madenwürmern, Geschlechtskrankheiten, Tumoren des Mastdarms (Rektumkarzinom) oder Diabetes mellitus als Ursachen infrage …
  • Kurzfristiges, akutes Afterjucken ist in der Regel harmlos. Bei einem lang anhaltenden, chronischen Juckreiz sollten Sie den Arzt aufsuchen, damit er der Ursache für den Juckreiz auf den Grund gehen kann.
  • … ebenso wie die Einnahme bestimmter Medikamente wie Antibiotika.
  • Um eine genaue Diagnose stellen zu können, stellt der Arzt einige Fragen. So wird er beispielsweise wissen wollen, wann der Juckreiz auftritt und ob Sie noch weitere Symptome bemerkt haben, z.B. Stuhlunregelmäßigkeiten.
  • Anschließend folgen eine körperliche Untersuchung sowie eine Stuhluntersuchung auf Erreger. Ebenso ist ein Allergietest sinnvoll.
  • Was tun, wenn es am After juckt? Natürlich hängt die Therapie von der jeweiligen Ursache ab. Dennoch können Sie bereits einige Tipps beherzigen, bevor Sie den Arzt aufsuchen!
  • Weitere Untersuchungen wie eine Darmspiegelung können eventuell zusätzlichen Aufschluss über die Ursachen bringen.
  • Sorgen Sie für einen regelmäßigen, weichen Stuhlgang! Ernähren Sie sich dafür ballaststoffreich – viel Obst, Gemüse und Getreide sollten auf dem Speiseplan stehen!
  • Achten Sie darauf, kein hartes oder feuchtes Toilettenpapier zu verwenden. Die Inhaltsstoffe des feuchten Toilettenpapiers können die empfindliche Schleimhaut des Analbereichs reizen!
  • Waschen Sie den After nach dem Stuhlgang möglichst mit klarem Wasser ab und tupfen Sie die Haut danach sanft trocken.
  • Regelmäßige Hygiene ist wichtig – aber verwenden Sie zur Körperreinigung nur pH-neutrale Waschlotionen.
  • Auch, wenn es schwerfällt: Geben Sie dem Juckreiz nicht nach und kratzen Sie sich möglichst nicht!
  • Salben mit den Wirkstoffen Lidocain oder Kortison können hilfreich sein. Fragen Sie Ihren Apotheker nach einem rezeptfreien Präparat.
  • Bei länger anhaltendem Juckreiz kann der Arzt weiterhelfen. Stellt er z.B. eine bakterielle Infektion als Ursache für das Afterjucken fest, ist eine Antibiotikatherapie angebracht; bei einer Pilzinfektion eine Behandlung mit Antipilzmitteln (Antimykotika).
  • Bei einer Pilzinfektion können Sie die Therapie unterstützen, indem Sie weniger Zucker zu sich nehmen – denn Zucker dient den Pilzen als Nahrungsgrundlage.
  • Ist der Juckreiz am After Begleitsymptom einer anderen Grunderkrankung wie Hämorrhoiden oder Diabetes mellitus, ist eine gezielte Therapie dieser Krankheit notwendig.
  • Wir wünschen Ihnen gute Besserung!
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Am After kann Juckreiz besonders leicht entstehen. Im Analbereich liegt Haut auf Haut, was ihn besonders empfindlich für Irritationen macht. Feuchtigkeit, die sich zum Beispiel beim Schwitzen bildet, kann kaum verdunsten, sodass die Haut leicht aufweicht. Auch Stuhlsekret, mechanische Irritationen, Verunreinigungen und andere Faktoren können die Analregion reizen, zusätzlich ist die Analschleimhaut hochsensibel.

Hinter länger anhaltendem Afterjucken kann aber auch eine Erkrankung stecken. Die Bandbreite reicht von vergrößerten Hämorrhoiden über Pilzinfektionen bis hin zu psychischen Faktoren.

Juckreiz am After: Ursachen

Juckreiz am After (Afterjucken, Pruritus ani) kann viele Ursachen haben. Dazu zählen vor allem:

  • Irritationen/Reizungen im Bereich des Afters
  • Erkrankungen im Bereich des Darmausgangs, z.B. vergrößerte Hämorrhoiden
  • Infektionen
  • Hauterkrankungen wie z.B. Schuppenflechte
  • psychische Ursachen

Afterjucken durch Irritationen

Häufig tritt Juckreiz am After im Rahmen eines Analekzems auf. Ein Analekzem entwickelt sich, wenn die Hautregion irritiert ist und sich entzündet hat. Eine solche Irritation kann aus den unterschiedlichsten Gründen entstehen. Am häufigsten entsteht diese Irritation durch Austrocknung nach Anwendung von Seife, Feuchttüchern, viel Reibung durch Tolettenpapier etc. Der After kann aber auch gereizt werden, wenn immer wieder Stuhl abgeht (sog. Stuhlschmieren), etwa im Rahmen einer Stuhlinkontinenz oder bei chronischem Durchfall. Weitere mögliche Ursachen für eine Irritation sind:

  • mangelnde oder übertriebene Hygiene
  • starkes Schwitzen

Afterjucken durch anorektale Erkrankungen

Viele Erkrankungen im Analbereich gehen mit Juckreiz einher. Dazu zählen zum Beispiel:

  • krankhaft vergrößerte Hämorrhoiden (sog. Hämorrhoidalleiden)
  • Analprolaps ("Hervorrutschen" bzw. Vorfall von Analkanal oder Enddarm aus der ursprünglichen Position im Körperinneren)
  • Entzündung des letzten Enddarmabschnitts und des Afters (Proktitis)
  • Afterrisse (Analfissur), Analfisteln, Abszesse, Hautausstülpungen (Marisken)
  • Tumoren des Mastdarms (Rektumkarzinom)

Afterjucken durch Infektionen

Juckreiz am After kann durch verschiedene Infektionskrankheiten ausgelöst werden, zum Beispiel durch:

Afterjucken durch Hauterkrankungen

Afterjucken kann zudem im Rahmen verschiedener Hautkrankheiten, die auch andere Körperregionen betreffen, zum Beispiel bei Neurodermitis oder einer Schuppenflechte. Meist ist der Juckreiz am After dann nicht das einzige Symptom.

Weitere Ursachen

Weitere Ursachen von Juckreiz am After sind unter anderem:

  • Kontaktallergien, z.B. gegen Waschmittel
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • psychische Faktoren; eine körperliche Ursache ist dann nicht ersichtlich oder längst wieder beseitigt

Juckreiz am After: Diagnose

Im Gespräch kann der Arzt bereits erste wichtige Hinweise darauf bekommen, was die Ursachen des Afterjuckens (Pruritus ani) sein könnten. Beispielsweise wird er wissen wollen:

  • Wie stark ist der Juckreiz am After?
  • Wann tritt der Juckreiz auf?
  • Hatten Sie in der letzten Zeit häufig Stuhlunregelmäßigkeiten?
  • Haben Sie manchmal Blut im Stuhl?
  • Haben Sie weitere Beschwerden? Wenn ja: welche?
  • Leiden Sie unter bestimmen Erkrankungen oder Allergien?

Nach dem Gespräch folgt meist eine körperliche Untersuchung. Der Arzt schaut sich die Haut im Analbereich gründlich an und tastet gegebenenfalls den Enddarm ab. Je nachdem, welche Ursache der Arzt vermutet, können weitere Untersuchungen sinnvoll sein, so zum Beispiel:

Juckreiz am After: Was tun?

Afterjucken: Wann zum Arzt?

Hält der Juckreiz am After (Afterjucken, Pruritus ani) nur kurzzeitig an und ist die Ursache harmlos, bedarf dies meist keiner speziellen Therapie. Länger anhaltender (chronischer) Juckreiz am After sollte jedoch immer ärztlich abgeklärt werden. Das Gleiche gilt, wenn weitere Beschwerden hinzukommen, etwa Blut im Stuhl.

Um den Juckreiz zu lindern, können vorübergehend Salben mit Wirkstoffen wie Zink, Lidocain oder zeitlich streng begrenzt Kortison helfen. Wichtig ist jedoch vor allem, möglichst die Ursache des Afterjuckens zu behandeln. Je nachdem, was den Juckreiz ausgelöst hat, wird der Arzt unterschiedliche Therapiemöglichkeiten vorschlagen. Einige Beispiele:

  • Sind vergrößerte Hämorrhoiden für den Juckreiz verantwortlich, kann es sinnvoll sein, diese zu veröden, abzubinden oder operieren zu lassen.
  • Bei einer Pilzinfektion hilft eine Behandlung mit Antipilzmitteln (Antimykotika). Zudem können Sie die Therapie unterstützen, indem Sie weniger Zucker zu sich nehmen – denn Zucker dient den Pilzen als Nahrungsgrundlage. Achten Sie dann außerdem darauf, verstärkt ballaststoffhaltige Lebensmittel zu essen.
  • Ist eine bakterielle Infektion die Ursache für das Afterjucken, kann in seltenen Fällen eine Antibiotikatherapie sinnvoll sein.

Lang anhaltendes Afterjucken kann psychisch sehr belastend sein. Bei starkem Leidensdruck kann eventuell ein Psychotherapeut weiterhelfen.

Video: Vergrößerte Hämorrhoiden

Afterjucken lindern: Was Sie selbst tun können

Schon bevor Sie einen Arzt aufsuchen, können Sie einiges tun, um den Juckreiz zu lindern:

  • Sorgen Sie für einen regelmäßigen, weichen Stuhlgang.
  • Verwenden Sie kein hartes oder feuchtes Toilettenpapier. Die Inhaltsstoffe des feuchten Toilettenpapiers können die empfindliche Schleimhaut des Analbereichs reizen.
  • Waschen Sie den After nach dem Stuhlgang möglichst mit klarem, lauwarmem Wasser und tupfen Sie die Haut danach sanft trocken. Alternativ können Sie ein Sitzbad nehmen oder in Ausnahmefällen Vliestücher verwenden, die in Öl getränkt sind.
  • Waschen Sie sich regelmäßig mit Wasser. Verzichten Sie auf Seife und Intimsprays. Wenn Sie eine Waschlotion verwenden, achten Sie darauf, dass diese pH-neutral ist.
  • Auch wenn es schwerfällt: Geben Sie dem Juckreiz nicht nach und kratzen Sie sich möglichst nicht. Je mehr Sie kratzen, desto mehr schädigen Sie die Haut im Analbereich und machen sie damit durchlässiger für Krankheitserreger. Tipp: Kühlen bringt manchmal deutliche Linderung.
  • Wenn Sie im Analbereich stark schwitzen, kann ein Wattebausch helfen, der zwischen den Gesäßhälften platziert wird, oder eine sogenannte Analvorlage. Analvorlagen sorgen dafür, dass die Analregion möglichst trocken bleibt.