Eine ältere Frau fasst sich an die Brust.
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Roemheld-Syndrom

Herzstolpern, Atemnot oder ein Engegefühl in der Brust lassen rasch an eine Herzerkrankung denken. Manchmal liegt die Ursache jedoch im Magen-Darm-Trakt. Wenn Gasansammlungen im Bauch zu Herzbeschwerden führen, sprechen Ärzte von einem Roemheld-Syndrom. Lesen Sie, welche Symptome typisch sind und wie man das Roemheld-Syndrom behandeln kann.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Roemheld-Syndrom: Herzprobleme durch Blähungen?

Der Herzspezialist konnte keine Auffälligkeiten am Herzen finden, aber dennoch treten immer wieder typische Herzbeschwerden auf? Dann könnte ein Roemheld-Syndrom dahinterstecken. Gut zu wissen: Die Ursachen des Roemheld-Syndroms sind in der Regel harmlos und meist gut zu behandeln.

Das Roemheld-Syndrom entsteht, wenn sich in Magen und/oder Darm übermäßig viel Gas bildet – so viel, dass das Zwerchfell nach oben gedrückt wird und Herz und Lunge einengt. In den meisten Fällen verlagert sich das Herz dann vorübergehend nach rechts oben (vom Patienten aus gesehen). Dies führt zu typischen Symptomen, die man zusammengefasst als Roemheld-Syndrom bezeichnet.

Häufig zeigt sich das Roemheld-Syndrom nach einem üppigen, hastigen oder fetten Essen, insbesondere, wenn blähende Speisen wie Kohl im Spiel sind. Aber auch andere Einflüsse können die Gasbildung steigern. Dazu zählen zum Beispiel eine Nahrungsmittelunverträglichkeit, Stress oder ein nervöser Magen. Übergewichtige sind häufiger vom Roemheld-Syndrom betroffen als Menschen mit Normalgewicht.

Zusätzlich zu Blähungen begünstigt auch ein behinderter Nahrungstransport (Passagestörung) oder eine anatomische Veränderung wie ein Zwerchfellbruch (Hernie) ein Roemheld-Syndrom.

Keine eigenständige Krankheit

Das Roemheld-Syndrom ist keine eigenständige Krankheit. Es steht für verschiedene Symptome, die durch eine erhöhte Gasbildung ausgelöst werden. Andere Bezeichnungen sind gastrokardiales Syndrom oder gastrokardialer Komplex. Bei körperlichen Symptomen ohne organische Ursache, wie sie beim Roemheld-Syndrom auftreten, sprechen Ärzte von funktionellen Beschwerden.

Bei Herzbeschwerden immer zum Arzt

Generell gilt: Herzbeschwerden wie Herzstolpern sollte man immer zeitnah abklären lassen. Die Ursachen sind zwar oft harmlos. Es kann sich jedoch auch eine ernste Herzerkrankung dahinter verbergen, zum Beispiel eine koronare Herzkrankheit. Der Arzt wird erst dann ein Roemheld-Syndrom als mögliche Ursache in Erwägung ziehen, wenn er eine Herzerkrankung ausschließen konnte.

Roemheld-Syndrom: Symptome

Mögliche Symptome eines Roemheld-Syndroms sind

Die Beschwerden sind dieselben wie bei einem Angina-pectoris-Anfall. Eine organische Ursache kann der Arzt jedoch nicht finden.

Die Symptome können beim Roemheld-Syndrom so stark ausgeprägt sein, dass sie sich wie ernstzunehmende Herzbeschwerden anfühlen. Viele Betroffene fühlen sich schwer krank. Sie befürchten, an einer akuten Herzerkrankung wie einem Herzinfarkt zu leiden. Sie haben Angstzustände, Schweißausbrüche und Panikattacken.

Roemheld-Syndrom: Was hilft?

Ein Roemheld-Syndrom durch überschüssige Gasbildung lässt sich meist gut behandeln.

Bei häufiger oder sehr starker übermäßiger Gasbildung ist es wichtig, den Ursachen auf den Grund zu gehen und diese falls nötig zu behandeln. Blähungen können sehr viele verschiedene Ursachen haben, so zum Beispiel eine Nahrungsmittelunverträglichkeit. Eine vorübergehende Ansammlung von Darmgasen ist jedoch in vielen Fällen harmlos – etwa, wenn die Person blähende Nahrung zu sich genommen hat.

Häufig hilft es schon, besonders blähungsfördernde Speisen zu meiden. Dazu zählen unter anderem Hülsenfrüchte, Kohl oder Zwiebeln. Linderung kann auch ein Verdauungsspaziergang an der frischen Luft verschaffen. Gegen übermäßige Gase im Bauch helfen zudem freiverkäufliche Mittel gegen Blähungen. Sie enthalten zum Beispiel entschäumende Wirkstoffe wie Dimeticon oder Simeticon, die die Gasblasen auflösen.

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