Ein Mann steht an einer Treppe und hät sich vorgebeugt die Hand an die Brust.
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Rippenbruch (Rippenfraktur)

Ein Rippenbruch geht meist mit starken Schmerzen beim Einatmen und Husten einher. In seltenen Fällen tritt er auch ohne größere Beschwerden oder sogar ganz ohne Schmerzen auf. Erfahren Sie, wie man einen Rippenbruch behandelt und wie lange die Heilung dauert.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Rippenbruch (Rippenfraktur)

Liegt eine knöcherne Verletzung der Rippen vor, spricht man von einem Rippenbruch. Der medizinische Fachausdruck lautet Rippenfraktur. Rippenbrüche zählen zu den häufigsten Verletzungen des vorderen Brustkorbs und können verschiedene Ursachen haben.

In der Regel ist ein Rippenbruch die Folge eines sogenannten "stumpfen Traumas", also einer starken Gewalteinwirkung. Meist entsteht ein Rippenbruch durch einen Unfall (z. B. Autounfall, Arbeitsunfall) oder durch Stürze auf den Brustkorb (z. B. auf die Tischkante oder den Badewannenrand). Aber auch bei sogenannten Kontaktsportarten (z. B. Hockey, Fußball, Boxen) kann es zu einer Rippenfraktur kommen.

Insbesondere wenn die Knochenstruktur bereits geschwächt ist (z. B. durch Osteoporose, Krebs), können Rippen unter Umständen auch durch leichtere, aber sich wiederholende Belastungen brechen, etwa beim Husten oder Niesen – oder auch bei bestimmten Sportarten (z.B. Rudern, Golf)

Zu einer Rippenfraktur kann es außerdem im Rahmen von Wiederbelebungsmaßnahmen durch eine Herzdruckmassage kommen – selbst, wenn diese korrekt durchgeführt wird. Vor allem bei älteren Menschen treten Rippenbrüche hierbei häufig auf, da die Knochenstrukturen bei ihnen nicht mehr ganz so elastisch sind. Doch auch bei jüngeren Menschen kann es durch eine Reanimation zu Rippenbrüchen kommen. Diese stellen jedoch normalerweise kein Risiko dar und sind keinesfalls ein Grund für einen Abbruch der Erste-Hilfe-Maßnahme – oder die Furcht davor, diese überhaupt zu beginnen.

Rippenserienfraktur

Sobald drei oder mehr Rippen auf derselben Brustkorbseite betroffen sind, handelt es sich um einer Rippenserienfraktur. Häufig sind hierbei die einzelnen Rippen auch mehrfach gebrochen (sog. Stückbrüche).

Eine Rippenserienfraktur entsteht in der Regel als Folge starker, stumpfer Gewalt (wie z. B. bei einem Autounfall) und geht meist mit anderen schwerwiegenden Verletzungen einher.

Bei welchen Rippen Frakturen häufiger vorkommen

Zum Brustkorb zählen 12 Rippenpaare, wobei man von oben nach unten zählt. Am häufigsten handelt es sich bei einem Rippenbruch um einen Bruch der 4. bis 9. Rippe. Die letzte Rippe ist dagegen nur selten betroffen.

Die 1. und 2. Rippe liegen gut geschützt unter dem Schultergürtel. Für Frakturen dieser Rippen benötigt es eine sehr starke Gewalteinwirkung – begleitend kommt es daher oft zu inneren Verletzungen.

Rippenbruch: Symptome

Bei einem Rippenbruch treten folgende Symptome häufig auf:

  • Schmerzen im Brustkorb über dem Bruchbereich beim tiefen Einatmen
  • Schmerzen im Brustkorb über dem Bruchbereich beim Husten
  • Schmerzen bei Druck auf den betroffenen Rippenbereich (z. B. auch beim Liegen oder Schlafen)
  • Schmerzen im betroffenen Rippenbereich beim Vorbeugen oder Drehen des Oberkörpers
  • beeinträchtigte Atmung mit Blaufärbung der Haut
  • Bluterguss (Hämatom) über der Bruchstelle
  • Anzeichen einer Prellung über der Bruchstelle

Aber: Je nachdem, wo sich die Rippenfraktur genau befindet, kann es auch sein, dass kaum oder gar keine Schmerzen auftreten.

Liegt eine Rippenserienfraktur vor, sind also mehr als drei Rippen auf derselben Seite gebrochen, kann die Wand des Brustkorbs instabil sein. Dann ist eine sogenannte paradoxe Atmung möglich. Das heißt beim Einatmen zieht sich die betroffene Brustkorbseite ein und beim Ausatmen wölbt sie sich vor.

Rippenbruch: Diagnose

Um festzustellen, ob ein Rippenbruch oder nur eine Rippenprellung vorliegt, können verschiedene Untersuchungen helfen, wie zum Beispiel:

Je nach vermuteter Diagnose werden bei einem Rippenbruch eventuell weitere Untersuchungen veranlasst, um abzuklären, ob innere Organe verletzt sind. So beispielsweise:

Rippenbruch: Therapie

Ein Rippenbruch heilt in den meisten Fällen ohne Komplikationen von selbst aus. Während der Heilung kann es jedoch beim Atmen und Husten sowie beim Aufstehen, bei Belastung oder im Liegen (und damit auch beim Schlafen) zu starken Schmerzen kommen. Aus diesem Grund erhalten Betroffene normalerweise schmerzlindernde Medikamente, zum Beispiel mit Wirkstoffen wie diesen:

Bei sehr starken Schmerzen kann eine sogenannte Nervenblockade sinnvoll sein. Dabei erhält man einmalig oder mehrfach Spritzen mit einem örtlichen Betäubungsmittel in den Bereich des Nervs, der die gebrochenen Rippen versorgt.

Leiden Betroffene zusätzlich unter Reizhusten, sind hustenstillende Medikamente zu empfehlen, zum Beispiel mit dem Wirkstoff Dihydrocodein oder Dextromethorphan. Auch ein Rauchstopp kann ratsam sein, wenn das Rauchen zu Husten beiträgt.

Eine wirksame Schmerzlinderung ist wichtig, damit Betroffene trotz Rippenbruch normal tief einatmen können und nicht in eine flache Schonatmung verfallen, um Schmerzen zu vermeiden. Die Lungen müssen sich normal mit Luft füllen können, da sich andernfalls das Risiko für Infektionen erhöht (wie etwa eine Lungenentzündung). Aus diesem Grund bandagiert man heutzutage bei einem Rippenbruch meist auch nicht mehr den Brustkorb, denn eine Bandage würde die Atmung behindern. Ein Atemtraining kann im Falle eines Rippenbruchs sinnvoll sein.

Operative Maßnahmen kommen bei einem Rippenbruch eher selten zum Einsatz. Ein chirurgischer Eingriff kann angebracht sein, wenn:

  • nach einer Rippenserienfraktur die Brustkorbwand instabil ist.
  • durch die Bruchstellen Gefäße oder innere Organe verletzt wurden.
  • die Bruchenden sich verschoben haben.

Rippenbruch: Verlauf

In den ersten 1 bis 2 Wochen nach einem Rippenbruch (Rippenfraktur) steigern sich die Schmerzen meist erst einmal und lassen dann langsam nach. Insgesamt halten die Schmerzen etwa 3 bis 4 Wochen an.

Sind nur ein bis zwei Rippen von einem Rippenbruch betroffen, heilt dieser in der Regel innerhalb von etwa 4 bis 6 Wochen. Das gilt auch für stabile Brüche von drei oder mehr Rippen, die auf derselben Brustkorbseite liegen (sog. Rippenserienfraktur).

Handelt es sich bei einer Rippenserienfraktur dagegen um einen komplizierteren Fall, kann die Heilung länger als 4 bis 6 Wochen dauern.

Komplikationen

Bei einem Rippenbruch kann es zu Komplikationen kommen, wenn durch den Bruch weitere Verletzungen an Blutgefäßen oder Organen (Lunge, Milz, Leber, Nieren) entstanden sind. Die möglichen Komplikationen hängen vor allem davon ab, welche Rippen genau gebrochen sind. Auch das Auftreten einer Lungenentzündung (Pneumonie) als Folge einer schmerzbedingten Schonatmung zählt zu den Komplikationen.

Rippenbruch: Vorbeugen

Einem Rippenbruch können Sie indirekt vorbeugen, indem Sie

  1. bei Kontaktsportarten Schutzkleidung tragen.
  2. Stürze vermeiden:
    • Nutzen Sie Antirutschmatten in Dusch- oder Badewanne.
    • Machen Sie Teppiche auf glatten Böden wie Laminat oder Fliesen rutschfest.
    • Räumen Sie Stolperfallen aus dem Weg.
  3. das Risiko für Osteoporose (Knochenschwund) verringern:
    • Ernähren Sie sich gesund und ausgewogen.
    • Achten Sie auf eine ausreichende Calcium- und Vitamin-D-Zufuhr.
    • Bewegen Sie sich regelmäßig.
    • Rauchen Sie nicht.