Frau sitzt verzweifelt
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11 Symptome, die Anzeichen einer Depression sein können

Niedergeschlagenheit, Freudlosigkeit, Antriebslosigkeit: Das sind typische Anzeichen einer Depression. Doch dies sind bei Weitem nicht die einzigen Symptome. Manchmal stehen sogar ganz andere Beschwerden im Vordergrund. Welche Zusatzsymptome auf eine Depression hinweisen und was Angehörige beachten sollten.

Was ist eine Depression?

Die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie ordnet drei Hauptsymptome einer Depression zu:

  • eine gedrückte Stimmung,
  • der Verlust von Freude und Interesse sowie
  • Antriebslosigkeit/rasche Ermüdbarkeit.

Eine Depression ist jedoch mehr als eine Auflistung von drei Symptomen. Sie betrifft den ganzen Menschen. Sie verändert das Denken, Fühlen und Verhalten. Und: Sie zeigt sich bei jedem*jeder anders. Manche spüren zum Beispiel eine tiefe, grundlose Traurigkeit. Andere Betroffene berichten hingegen von einem "Gefühl der Gefühllosigkeit". Sie sind nicht mehr in der Lage, intensive Gefühlsregungen wie Freude, Wut, aber auch Traurigkeit wahrzunehmen.

Einer Depression ist mehr als eine Verstimmung, es handelt sich um eine schwerwiegende psychische Erkrankung. Wird diese nicht rechtzeitig erkannt, kann dies schwerwiegende Folgen haben: Mehr als die Hälfte der Suizide in Deutschland sind auf Depressionen zurückzuführen. Eine frühe und gezielte Behandlung ist daher wichtig, um Leben zu retten.

11 Symptome, die Anzeichen einer Depression sein können

Neben den Hauptsymptomen der Depression gibt es zahlreiche Zusatzsymptome. Bei einigen Menschen sind diese Beschwerden so sehr im Vordergrund, dass die Erkrankung lange im Verborgenen bleibt – weil Betroffene, Angehörige und Ärzt*innen eine andere Ursache vermuten. Dies ist insbesondere der Fall, wenn die Depression vorrangig mit körperlichen Beschwerden einhergeht, einem sogenannten somatisches Syndrom.

1. Schlafstörungen sind ein Symptom der Depression

Menschen mit Depression haben Probleme einzuschlafen oder werden bereits in den frühen Morgenstunden wach und finden bis zum Aufstehen keinen Schlaf. Schlafstörungen sind Symptome einer Depression. Betroffene schlafen deutlich weniger als normal. Dementsprechend fühlen sie sich tagsüber müde und ausgebrannt.

Seltener kommt es vor, dass depressive Menschen viel länger schlafen als gewöhnlich (oder tagsüber vermehrt schlafen), sich anschließend aber auch nicht erholt fühlen.

Video: 11 Symptome, die Anzeichen einer depressiven Verstimmung oder Depression sein können

2. Symptom der Depression: Fehlender Appetit und Gewichtsverlust

Ob Nudeln, Pizza oder Salat: Bei einer Depression schmeckt selbst das Lieblingsgericht oft nicht. Manche Betroffene vergessen regelrecht zu essen, da sie schlichtweg keinen Appetit mehr verspüren. Häufig verlieren sie innerhalb weniger Wochen deutlich an Gewicht.

Auch das Gegenteil kann der Fall sein: Manche Personen essen während einer Depression besonders viel und nehmen an Gewicht zu.

3. Verlust der Libido: Ein Anzeichen der Depression

Vielen depressiven Personen verspüren weder Lust auf Sex, noch haben sie den Antrieb für sexuelle Aktivitäten. Ärzt*innen sprechen von einer mangelnden beziehungsweise fehlenden Libido. Sexuelle Unlust ist ein häufiges Symptom bei einer depressiven Verstimmung, welches die Partnerschaft stark belasten kann.

4. Körperliche Beschwerden ohne organische Ursache

Hinter immer wiederkehrenden KopfschmerzenBauchschmerzen oder Schwindel kann eine psychische Ursache stecken. Eine Depression kann sich durch zahlreiche körperliche Anzeichen bemerkbar machen. Dann ist keine organische Ursache für die Beschwerden feststellbar.

Die Beschwerden sind mitunter so stark ausgeprägt, dass die Betroffenen die psychischen Beschwerden wie Freudlosigkeit und Interessensverlust kaum bemerken. Fachleute sprechen auch von einer maskierten oder larvierten Depression.

Mögliche körperliche Symptome einer Depression sind

Körperliche Beschwerden und Krankheiten, die schon vor der Depression bestanden haben, können sich während einer depressiven Episode verstärken. Zum Beispiel können chronische Rückenschmerzen an Intensität zunehmen.

Übrigens: Bei Kindern kommt es relativ häufig vor, dass sich eine Depression vor allem körperlich äußert – zum Beispiel in Form von Bauchschmerzen.

5. Morgentief und Abendhoch

Viele depressive Menschen haben ein sogenanntes Morgentief. Morgens geht es ihnen besonders schlecht. Sie würden am liebsten im Bett bleiben und müssen sich regelrecht zum Aufstehen zwingen. Bei einer schweren Depression schaffen sie es kaum oder gar nicht, aus dem Bett zu kommen. In den Abendstunden hellt sich die Stimmung dagegen häufig deutlich auf – manchmal so sehr, dass sich die Betroffenen wieder richtig gut fühlen. Am nächsten Morgen folgt allerdings das nächste Tief.

6. Konzentrationsprobleme ein Anzeichen der Depression

Sie können sich nichts mehr merken und sich kaum noch auf etwas konzentrieren? Konzentrationsstörungen zählen zu typischen Anzeichen einer Depression. Während einer ausgeprägten depressiven Episode fällt es Betroffenen zum Beispiel schwer, einem Gespräch zu folgen oder ein Buch zu lesen.

Ebenfalls typisch: Vielen depressiven Menschen erscheint es nahezu unmöglich, selbst einfache Entscheidungen zu treffen – und wenn es nur um die Frage geht, was es zum Mittagessen geben soll. Die Konzentrationsprobleme machen den Erkrankten oft große Sorgen. Sie befürchten etwa, an einer Demenz erkrankt zu sein.

7. Negative Gedanken als Symptom der Depression

Depressive Menschen sehen schwarz: Für sie ist das Glas grundsätzlich halb leer. Sie sehen keinen Ausweg aus ihrer Situation und sind fest davon überzeugt, dass es ihnen nie mehr besser gehen wird. Entsprechend fühlen sie sich der Krankheit ausgeliefert und jeder neue Tag ist für sie eine Qual. Sie können stundenlang grübeln und sich in negativen Gedanken verstricken.

8. Angst oder Reizbarkeit sind bei Depressionen ein Symptom

Etwa 7 bis 8 von 10 Patient*innen berichten während einer depressiven Episode über Angstgefühle. Die Ängste sind oft diffus. Das bedeutet: Die Betroffenen können nicht sagen, wovor sie genau Angst haben. Vielmehr erleben sie ein unspezifisches Gefühl von Bedrohung. Sie fühlen sich überfordert und haben Sorge, wie es in Zukunft für sie weitergeht.

Eine Depression kann sich aber auch in Form von Reizbarkeit und Aggression äußern. Schon Kleinigkeiten werfen die Erkrankten völlig aus der Bahn und sie reagieren entsprechend schnell gereizt.

9. Vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen bei Depressionen möglich

Auch Personen, die vorher sehr selbstbewusst waren, fühlen sich während einer Depression unzulänglich und minderwertig. In ihren Augen will ihnen einfach nichts mehr gelingen – und wenn doch einmal etwas funktioniert hat, dann war es ihrer Meinung nach Glück. Ob bei der Arbeit oder in der Haushaltsführung: Wer eine Depression hat, traut sich kaum noch etwas zu.

10. Schuldgefühle und das Gefühl, wertlos zu sein

Egal, was passiert: Depressive Menschen suchen die Schuld meist bei sich selbst und weniger bei anderen. Verspäten sie sich zum Beispiel, weil sie unvorhergesehen im Stau standen, sehen sie den Fehler bei sich – denn sie hätten ja früher losfahren können. Solche Schuldgefühle verstärken die Annahme, unzulänglich und wertlos zu sein und die Freundschaft anderer „nicht zu verdienen“.

11. Psychomotorische Hemmung und/oder starke Unruhe

Insbesondere bei schwereren Depressionen kann eine sogenannte psychomotorische Hemmung auftreten. Ihre Bewegungen sind verlangsamt, ihre Mimik wirkt starr und sie sprechen langsamer als gewöhnlich. Auch wenn sie nach außen sehr ruhig wirken, verspüren Betroffene oft eine quälende innere Unruhe. Andere haben hingegen einen ausgeprägten Bewegungsdrang (sog. Agitiertheit).

Eine Depression ist eine ernstzunehmende Erkrankung mit möglichen Suizidgedanken

Nicht zuletzt weisen auch Suizidgedanken auf eine ausgeprägte Depression hin. Solche Gedanken sollten Angehörige immer ernst nehmen. Bei Depressionen sollte nicht gezögert und frühzeitig Hilfe in Anspruch genommen werden. Es empfiehlt sich, im Zweifel den Notruf (112) zu wählen. Auch die nächste psychiatrische Klinik oder der sozialpsychiatrische Dienst sind wichtige Anlaufstellen.

Bei Fragen zur Erkrankung Depression und depressiven Verstimmungen oder der Anlaufstelle vor Ort, kann das Info-Telefon Depression unter der Telefonnummer 0800 / 33 44 533 helfen.

Vorsicht: Einzelne Symptome wie Schlafstörungen, Reizbarkeit oder sexuelle Unlust können viele Ursachen haben und sind kein Beweis für eine Depression. Bei länger anhaltenden und/oder starken Beschwerden sollte dennoch immer ein ärztlicher oder psychotherapeutischer Rat eingeholt und eine Behandlung eingeleitet werden.