Eine Frau greift sich an die Wade.
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Venenentzündung (Phlebitis, Thrombophlebitis)

Eine oberflächliche Venenentzündung ist häufig harmlos und heilt in der Regel innerhalb weniger Wochen ab. Erfahren Sie mehr darüber, woran man eine Venenentzündung erkennt, welche Ursachen sie hat und wie man sie behandelt.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Venenentzündung

Von einer Venenentzündung spricht man, wenn sich eine der oberflächlichen, nah unter der Haut liegenden Venen entzündet hat. Der Fachausdruck dafür lautet Phlebitis – oder Thrombophlebitis (superficialis), wenn sich auch ein Blutgerinnsel gebildet hat.

Hinweis: Betrifft die Entzündung hingegen eine der tiefer liegenden Venen (meist im Bein), spricht man von einer Phlebothrombose (bzw. tiefen Beinvenenthrombose). Hier erfahren Sie mehr zum Thema Thrombose.

Venenentzündung (Phlebitis, Thrombophlebitis): Ursachen

Eine Venenentzündung kann entstehen, wenn die Innenwand einer oberflächlichen Vene gereizt oder verletzt wurde. Oft bildet sich dabei ein kleines Blutgerinnsel und blockiert die Vene. In 9 von 10 Fällen betrifft eine Venenentzündung die Beine.

Bei einer Venenentzündung im Bein sind meist Krampfadern die Ursache. Denn in diesen sackartig erweiterten Gefäßen kommt der Blutfluss leichter zum Stocken beziehungsweise ist verlangsamt, sodass sich kleinere Gerinnsel bilden können. Im Unterschied zu Blutgerinnseln in tiefer liegenden Beinvenen sind diese jedoch meist ungefährlich.

Zu einer Venenentzündung im Arm kommt es häufig, wenn zum Bespiel ein Venenkatheter gesetzt oder ein Medikament über eine Vene, also als Infusion verabreicht wird.

Nur in seltenen Fällen stecken andere Ursachen hinter einer oberflächlichen Venenentzündung, wie etwa Infektionen oder bestimmte Erkrankungen (wie Morbus Behçet oder Krebserkrankungen).

Verschiedene Faktoren können das Risiko für eine Venenentzündung allgemein steigern, wie etwa:

  • Krampfadern
  • Rauchen
  • Übergewicht
  • Ruhigstellung der Beine (z. B. nach einer Operation)
  • hormonelle Verhütung (z. B. Antibabypille)
  • Schwangerschaft oder kürzlich zurückliegende Geburt
  • frühere Venenerkrankungen
  • kürzlich zurückliegende Medikamentengabe bzw. Infusion über einen Venenkatheter
  • Vorerkrankungen, die die Bildung von Blutgerinnseln begünstigen (wie eine Thrombophilie)
  • Krebs

Venenentzündung: Symptome & Verlauf

Meist tritt eine oberflächliche Venenentzündung (Phlebitis, Thrombophlebitis) in den Beinen, insbesondere den Waden auf, kann sich aber auch am Arm entwickeln.

Typische Symptome für solch eine Venenentzündung sind eine plötzliche Schwellung des betroffenen Hautbereichs, die mit Schmerzen (auch bei Druck), einem unangenehmen Gefühl und geröteter Haut einhergeht. In der Regel lässt sich zudem unter der Haut die entzündete Vene als strangförmige oder knotige Verhärtung ertasten.

Achtung: Schwillt nicht nur ein umschriebener Hautbereich, sondern das ganze Bein oder der ganze Arm an, handelt es eher nicht um eine oberflächliche Venenentzündung, sondern um eine tiefer liegende Venenthrombose. Suchen Sie in diesem Fall so rasch wie möglich einen Arzt auf.

Venenentzündung (Phlebitis, Thrombophlebitis): Verlauf

Eine oberflächliche Venenentzündung (Phlebitis, Thrombophlebitis) ist häufig harmlos. In der Regel heilt sie innerhalb von 2 bis 4 Wochen ab. Komplikationen treten dabei eher selten auf.

Hat sich die Entzündung gelegt, bleibt manchmal eine dunkel verfärbte Hautstelle oder eine Verhärtung zurück. Diese bildet sich meist im Laufe der nächsten Monate zurück.

Waren Krampfadern der Ausgangspunkt für die Venenentzündung, sind erneute Entzündungen relativ wahrscheinlich. Dann kann es ratsam sein, die betroffene Krampfader zu entfernen.

In manchen Fällen löst sich aus der entzündeten oberflächlichen Vene ein Blutgerinnsel und wird mit dem Blutstrom in tiefer liegende Venen im Bein verschleppt. Dann besteht das Risiko einer Thrombose, also eines Gefäßverschlusses. Aus diesem Grund sollte man Anzeichen einer oberflächlichen Venenentzündung vorsichtshalber immer rasch vom Arzt abklären lassen.

Venenentzündung: Diagnose & Therapie

Ob es sich um eine oberflächliche Venenentzündung (Phlebitis, Thrombophlebitis) handelt, erkennt der Arzt in der Regel bereits anhand der typischen Beschwerden und indem er den betroffenen Bereich begutachtet.

Mit einer Ultraschalluntersuchung lässt sich die Diagnose sichern. Damit kann der Arzt auch feststellen, ob außerdem vielleicht tiefer liegende Venen betroffen sind.

Andere Erkrankungen, die teilweise mit ähnlichen Anzeichen einhergehen können, wird der Arzt dabei ausschließen, etwa ein Erysipel oder ein Erythema nodosum . Da eine Venenentzündung jedoch meist relativ eindeutig ist, erfordert sie oft keine weiteren Untersuchungen.

Venenentzündung (Phlebitis, Thrombophlebitis): Therapie

Bei einer oberflächlichen Venenentzündung (Phlebitis, Thrombophlebitis) besteht die Therapie vor allem darin, die Schmerzen zu lindern und die Schwellung durch verschiedene Maßnahmen abklingen zu lassen. Sofern ein Venenkatheter die Venenentzündung im Arm ausgelöst hat, wird der Arzt diesen entfernen.

Bei einer Venenentzündung im Bein ist es wichtig, dass Betroffene sich weiterhin bewegen und mobil bleiben. Denn Bewegung unterstützt den Blutfluss und fördert, dass sich das Blutgerinnsel auflöst und die Entzündung nachlässt. Auch, wenn das Gehen mit einer Venenentzündung im Bein schmerzhaft sein kann, sollte einen das möglichst nicht vom Laufen abhalten. Einfaches Spazierengehen genügt dabei schon.

Um die Schwellung zu verringern, wird der Arzt dem Betroffenen je nach individueller Situation einen Kompressionsverband anlegen oder Kompressionsstrümpfe verschreiben. Daneben kann es helfen, das Bein beim Sitzen hochzulagern.

Viele Betroffene empfinden es zudem als angenehm, den entzündeten Bereich zu kühlen (z. B. mit einem Kühlpack). Das lindert die Schmerzen und wirkt der Entzündung entgehen.

Die Schmerzen bei einer Venenentzündung lassen sich mit Schmerzmitteln aus der Gruppe der NSAR (nichtsteroidalen Antirheumatika) lindern, die gleichzeitig entzündungshemmend wirken. Dazu zählen zum Beispiel die Wirkstoffe Ibuprofen, Diclofenac oder ASS (Acetylsalicylsäure).

Ist der betroffene Bereich nicht zu groß, können auch entzündungshemmende und schmerzlindernde Gels oder Cremes auf die Hautstelle aufgetragen werden. Hierfür eignen sich beispielsweise Präparate mit dem Wirkstoff Diclofenac oder Heparin.

Antibiotika kommen bei einer Venenentzündung nur dann zum Einsatz, wenn eine bakterielle Infektion vorliegt. Das ist jedoch eher selten der Fall.

Blutverdünner können infrage kommen, wenn

  • Betroffene bettlägerig sind.
  • die Venenentzündung größere Ausmaße hat.
  • auch tiefer liegende Venen betroffen sind.