Eine Frau joggt.
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Läuferknie (Tractus-iliotibialis-Syndrom, ITBS)

Ein Läuferknie verursacht starke Knieschmerzen an der Außenseite des Knies. Es handelt sich dabei um eine Überbeanspruchung der Sehnenplatte im Kniegelenk, weshalb vor allem Langstrecken- und Marathonläufern betroffen sind. Prinzipiell können aber auch Nicht-Sportler ein Läuferknie entwickeln.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Läuferknie: Stechende Knieschmerzen beim Joggen

Die dabei typischen Schmerzen im Knie entstehen dadurch, dass der Tractus iliotibialis – eine Sehnenplatte, die an der Außenseite des Oberschenkels zum Schienbein verläuft – über die Knochen des Kniegelenks scheuert. Das hierdurch strapazierte Gewebe entzündet sich und es tritt ein stechender Schmerz an der Außenseite des Knies auf.

Man bezeichnet das Läuferknie daher auch als Tractus-iliotibialis-Syndrom oder kurz Tractussyndrom. Manchmal stößt man auch auf die Abkürzung ITBS, was iliotibiales Bandsyndrom bedeutet.

Anfangs ruft das Läuferknie die Knieschmerzen nur beim Bergabgehen oder Joggen hervor; nachfolgend kommt es auch beim Gehen zu Beschwerden. Zu den möglichen Ursachen für ein Tractus-iliotibialis-Syndrom gehören:

  • klassische Läuferfehler (z.B. unzureichendes Aufwärmen vor dem Laufen, unzureichendes Dehnen, zu schnelles Steigern des Trainings, zu harter Untergrund, falsches Schuhwerk)
  • Fehlstellungen (z.B. O-Beine)

Beim Läuferknie zielt die Therapie zunächst darauf ab, die akuten Schmerzen zu lindern: Es hilft, das betroffene Knie zu kühlen und entzündungshemmende Medikamente einzunehmen. Um das Läuferknie zu stabilisieren, eignet sich eine Bandage. Außerdem gilt für jeden, der ein iliotibiales Bandsyndrom hat: auf jeden Fall das Knie schonen und eine Zeit lang nicht belasten.

Wenn die vom Läuferknie verursachten Knieschmerzen durch die Behandlung abgeklungen sind, ist wieder ein leichtes Training möglich. Aber auch hier gilt es, das Knie nicht übermäßig oder falsch zu belasten, denn: Wie ein iliotibiales Bandsyndrom verläuft, hängt in hohem Maß vom Verhalten der Betroffenen ab.

Nur wer sein Bein beim ITBS konsequent schont, kann damit rechnen, dass die Beschwerden innerhalb von ein bis zwei Wochen nachlassen. Bei einem unzureichend behandelten Läuferknie, das nicht richtig heilen kann, können sich dauerhafte Beschwerden entwickeln.

Vor allem bei sportlichen Aktivitäten sind die Kniegelenke erheblichen Belastungen ausgesetzt. Daher ist es wichtig, sich vorher aufzuwärmen, um einem Läuferknie vorzubeugen. Auch Dehnübungen vor dem Sport helfen, ein Läuferknie zu vermeiden (wobei v.a. das Dehnen der Außenseite des Beins wichtig ist). Gute Laufschuhe zu tragen und eine unangemessene sportliche Belastung zu vermeiden kann ebenfalls dazu beitragen, ein iliotibiales Bandsyndrom zu verhindern.

Definition und Häufigkeit

Der Begriff Läuferknie oder Tractus-iliotibialis-Syndrom bezeichnet ein durch starke Schmerzen im Knie gekennzeichnetes Krankheitsbild, das infolge einer falschen und übermäßigen Belastung entsteht. Typischerweise treten die Knieschmerzen beim Läuferknie außen am Knie beziehungsweise unter der Kniescheibe auf.

Weitere Bezeichnungen für das Läuferknie sind:

  • Tractus-iliotibialis-Scheuersyndrom
  • Tractussyndrom
  • ITBS
  • iliotibiales Bandsyndrom

Das Kniegelenk ist eins der größten und vor allem kompliziertesten Gelenke des menschlichen Körpers. Es bildet die bewegliche Verbindung zwischen dem Ober- und Unterschenkel und muss großen Belastungen standhalten. Dies ist nur möglich, wenn alle am Gelenk beteiligten Strukturen wie Knochen, Knorpel, Bänder, Kapsel, Menisken und die Muskulatur reibungslos zusammenspielen.

Ist dieses Zusammenspiel gestört, kann ein Tractus-iliotibialis-Syndrom entstehen. Die beim Läuferknie typischen Schmerzen entstehen, weil der Tractus iliotibialis ständig über das Kniegelenk reibt und gereizt wird – dabei kann zusätzlich eine schmerzhafte Schleimbeutelentzündung am Knie entstehen.

Häufigkeit

Das Läuferknie betrifft vor allem Langstreckenläufer, Marathonläufer und Radsportler. Bei Läufern ist das Läuferknie das häufigste Problem überhaupt: Jeder vierte Läufer kennt diese Knieschmerzen an der Außenseite des Knies – wobei Frauen mit rund 28 Prozent etwas öfter vertreten sind als Männer mit 24 Prozent. Aber auch andere Sportler, wie Handball- und Basketball-Spieler oder Bergwanderer, sowie Nicht-Sportler (z.B. Menschen mit O-Beinen) können ein Läuferknie entwickeln.

So entstehen die Knieschmerzen

Ein Läuferknie (Tractus-iliotibialis-Syndrom, ITBS) entsteht durch falsche und übermäßige Belastungen des Kniegelenks: Damit das Kniegelenk großen Belastungen standhalten kann, müssen alle beteiligten Strukturen (wie Knochen, Knorpel, Bänder, Kapsel, Menisken und die Muskulatur) reibungslos zusammenspielen.

Beim Läuferknie ist dieses Zusammenspiel jedoch gestört, was sich durch Schmerzen im Knie beziehungsweise an der Außenseite des Knies bemerkbar macht – zunächst beim Bergabgehen oder Joggen und später auch beim Gehen. Zu den Gründen für die Entstehung eines Läuferknies gehören zum Beispiel:

  • klassische Läuferfehler wie unzureichendes Aufwärmen vor dem Laufen, unzureichendes Dehnen, zu schnelles Steigern des Trainings, zu harter Untergrund, falsches Schuhwerk, "sitzende" Laufhaltung (d.h. der Läufer streckt das Hüft- und Kniegelenk in der Stütz- und Abdruckphase nicht ausreichend, was v.a. bei Ermüdung oft zu beobachten ist)
  • O-Beine
  • unterschiedlich lange Beine
  • angeborene Fehlstellungen

Wie der Name schon sagt, entsteht das Tractus-iliotibialis-Syndrom durch Reizung des sogenannten Tractus iliotibialis – dies ist eine Sehnenplatte, die vom Becken kommend an der Außenseite des Oberschenkels zum Schienbeinkopf verläuft: Führt das Knie Beuge- und Streckbewegungen aus, gleitet der Tractus iliotibialis normalerweise am äußeren Kniegelenkspalt vorbei.

Bei Menschen mit einem Läuferknie scheuert der Tractus iliotibialis aber über die Knochen, die das Kniegelenk bilden – besonders über die des Oberschenkels. Deshalb bezeichnet man das Läuferknie auch als Tractus-iliotibialis-Scheuersyndrom oder iliotibiales Bandsyndrom (kurz: ITBS). Dieses Scheuern verursacht eine Entzündung der strapazierten Gewebe – und es entsteht ein stechender Schmerz im Knie.

Typische Symptome

Typisch für ein Läuferknie (Tractus-iliotibialis-Syndrom, ITBS) sind stechende Schmerzen im Knie – genauer: an der Außenseite des Kniegelenks beziehungsweise unterhalb der Kniescheibe: Der Grund: Beim Läuferknie scheuert die an der Außenseite des Oberschenkels zum Schienbein verlaufende Sehnenplatte über die Knochen des Kniegelenks, sodass sich das strapazierte Gewebe örtlich entzündet.

Zunächst treten die mit dem Läuferknie verbundenen Knieschmerzen vorwiegend beim Bergabgehen auf. Mit der Zeit verursacht jedoch schon normales Laufen beziehungsweise Gehen beim Läuferknie deutliche Symptome. Später macht sich ein Tractus-iliotibialis-Syndrom auch

  • beim Treppensteigen,
  • beim Sitzen mit gewinkelten Beinen
  • und sogar bei Berührung der Kniescheibe

durch stechende Knieschmerzen bemerkbar.

Neben diesen Schmerzen kann ein Läuferknie weitere Symptome der Schleimbeutelentzündung (Bursitis) am Knie auslösen: Das Knie kann anschwellen und sich warm anfühlen; außerdem kann sich beim ITBS ein Gelenkerguss bilden. Zusätzlich führt ein Läuferknie häufig zu einem hörbaren Knirschen im Knie, wenn man das betroffene Bein bewegt.

Untersuchung beim Arzt

Beim Läuferknie (Tractus-iliotibialis-Syndrom, ITBS) kann eine erste Diagnose recht schnell erfolgen, wenn die typischen Knieschmerzen an der Außenseite und unterhalb des Kniegelenks nach Belastungen auftreten – wie zum Beispiel beim Sport oder bei Menschen mit O-Beinen.

Allerdings können hinter den auf ein iliotibiales Bandsyndrom hindeutenden Beschwerden auch andere Erkrankungen oder Verletzungen stecken (z.B. Arthrose oder Meniskusschäden). Um bei Verdacht auf ein Läuferknie die Diagnose zu sichern und somit andere Ursachen auszuschließen, kommen daher häufig

zum Einsatz.

Therapie

Beim Läuferknie (Tractus-iliotibialis-Syndrom, ITBS) zielt die Therapie zunächst darauf ab, Ihre akuten Schmerzen zu lindern: Als Sofortmaßnahme können Sie das betroffene Knie kühlen (z.B. mit einem Eisbeutel). Um den Knieschmerz, die Entzündung und die Schwellung zu lindern, kommen Medikamente wie Schmerzmittel (sog. Analgetika) und entzündungshemmende Mittel (sog. Antiphlogistika) zum Einsatz.

Wenn Sie besonders starke Beschwerden im Läuferknie haben, kann der Arzt Ihnen zur Behandlung auch Betäubungsmittel (sog. Anästhetika) spritzen. Um das Läuferknie zu stabilisieren, können Sie eine Bandage anlegen.

Beim Läuferknie ist es im weiteren Verlauf der Therapie wichtig, das schmerzende Knie unbedingt zu schonen und eine Zeit lang nicht erneut zu belasten. Haben Sie ein iliotibiales Bandsyndrom, ist daher eine Laufpause von zwei bis drei Monaten sinnvoll. Wenn die für das Läuferknie typischen Knieschmerzen durch die Behandlung abgeklungen sind, können Sie ein leichtes Training wiederaufnehmen.

Achten Sie aber unbedingt darauf, das Läuferknie nicht übermäßig oder falsch zu belasten. Das Training kann mit vorsichtigen krankengymnastischen Übungen beginnen, um anschließend mit Geräteübungen langsam die Muskulatur wieder aufzubauen. Grundsätzlich ist es beim Läuferknie ratsam, dass alle Übungen unter fachlicher Anleitung erfolgen. Außerdem ist es im Rahmen der ITBS-Therapie in vielen Fällen sinnvoll, das Körpergewicht zu reduzieren, um erneuten Beschwerden durch ein iliotibiales Bandsyndrom vorzubeugen.

Linderung versprechen auch spezielle Massagen, welche die beim Läuferknie schmerzbedingt verkürzte Muskulatur an der Außenseite des Beins lockern und dehnen. Wenn ein iliotibiales Bandsyndrom mit wiederkehrenden, chronischen Knieschmerzen verbunden ist, kann eine Behandlung durch örtliche Wärmeanwendungen wohltuend sein.

Verlauf und Prognose

Bei einem Läuferknie (Tractus-iliotibialis-Syndrom, ITBS) hängen Verlauf und Prognose in hohem Maß vom Verhalten der Betroffenen ab: Wer sein Bein konsequent schont, kann in der Regel damit rechnen, dass die Beschwerden innerhalb von ein bis zwei Wochen nachlassen. Dabei ist es wichtig, auch anschließend das Knie auf keinen Fall übermäßig oder falsch zu belasten.

Nur wer sich nicht an diese Vorsichtsmaßnahmen hält, muss damit rechnen, dass der Knieschaden chronisch verläuft. Dann können im Kniegelenk irreparable Knorpelschäden entstehen, die dauerhafte und ständig wiederkehrende Beschwerden verursachen.

So beugen Sie vor

Um einem Läuferknie vorzubeugen, sollten Sie Ihren Laufstil dahingehend überprüfen, ob Sie möglicherweise falsch laufen und Ihre Gelenke dabei fehlbelasten. Denn ein iliotibiales Bandsyndrom entsteht durch falsche und übermäßige Belastungen des Kniegelenks.

Eine Übungsstunde bei einem erfahrenen Trainer kann hilfreich sein, um Fehlbelastungsfolgen wie das ITBS zu vermeiden. Wenn Sie einem Läuferknie vorbeugen möchten, sind außerdem gute Laufschuhe wichtig. Etwaige Fehlstellungen der Füße können Sie durch geeignete Schuhe und Einlagen ausgleichen.

Nicht nur im Hinblick auf ein iliotibiales Bandsyndrom, sondern auch allgemein ist es empfehlenswert, Ihren Körper bei sportlichen Aktivitäten nicht zu überfordern – denn nicht nur die Gelenke leiden darunter. Wer speziell Knieschmerzen beziehungsweise einem Läuferknie vorbeugen möchte, für den bieten sich alternativ andere Ausdauersportarten wie Radfahren, Rudern oder Schwimmen an.

Außerdem sollten Sie vom dem Sport stets leichter Aufwärm- und Dehnübungen durchführen. Bei den Übungen gegen das Läuferknie ist es besonders wichtig, die Außenseite des Beins zu dehnen, beispielsweise durch Überkreuzen der Beine im Stehen und Vornüberbeugen.