Pembrolizumab

Allgemeines

Pembrolizumab wird als einzelner Wirkstoff zur Therapie zur Behandlung des fortgeschrittenen schwarzen Hautkrebses bei Erwachsenen verwendet. Der Krebs muss allerdings entweder nicht operierbar sein oder schon Tochtergeschwulste gebildet haben.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Rezeptor für programmierten Zelltod blockieren
  • körpereigene Abwehr erhalten
  • T-Zellen schützen

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Pembrolizumab im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Pembrolizumab nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff darf kein Pembrolizumab verwendet werden.

Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf der Wirkstoff eingesetzt werden bei
  • Diabetikern, weil sich ihr Zustand verschlechtern kann
  • Schilddrüsenunterfunktion oder Schilddrüsenüberfunktion, weil sich diese verstärken können
  • nicht in die klinischen Studien eingeschlossen wurden Patienten mit folgenden Erkrankungen:
    • HIV-Infektion
    • Leberentzündung (Hepatitis B oder C)
    • aktiven Autoimmunerkrankungen wie beispielsweise Lupus erythematodes
    • Lungenentzündung oder schwere Überempfindlichkeit gegen einen anderen monoklonalen Antikörper (besonders Ipilimumab) in der Vorgeschichte
    • laufender Therapie mit immunschwächenden Mitteln
    • aktive Infektionserkrankungen
    • schwere Einschränkung der Nierenfunktion
    • mäßige bis schwere Einschränkung der Leberfunktion.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Es wurden keine Studien mit Pembrolizumab bei Schwangeren gemacht. Im Mäuseversuch wurden jedoch vermehrt Fehlgeburten (Aborte) festgestellt. Da Pembrolizumab ein Eiweißstoff ist, der den Mutterkuchen zu durchdringen vermag, besteht die Möglichkeit, dass er von der Mutter auf das sich entwickelnde Kind übertragen werden kann. Pembrolizumab sollte daher während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, der Arzt hält den Einsatz für nötig, um das Leben der Mutter zu retten.

Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung mit dem Wirkstoff und noch mindestens vier Monate nach der letzten Dosis von Pembrolizumab eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.

Es ist nicht bekannt, ob Pembrolizumab in die Muttermilch übergeht. Da dies für alle anderen Antikörper gilt, kann ein Risiko für das Neugeborene oder den Säugling nicht ausgeschlossen werden. Der Arzt wird darüber entscheiden, ob das Stillen oder die Behandlung mit Pembrolizumab zu unterbrechen ist. Dabei wird er sowohl den Nutzen des Stillens für das Kind als auch den Nutzen der Therapie mit Pembrolizumab für die stillende Patientin berücksichtigen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Pembroizumab sind bei Kindern im Alter von unter 18 Jahren bisher noch nicht durch Studien erwiesen. Eine Anwendung bei dieser Altersgruppe liegt im Ermessen des Arztes.

Welche Nebenwirkungen kann Pembrolizumab haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Pembrolizumab. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Durchfall, Übelkeit, Hautausschlag, Juckreiz, Gelenkschmerzen, Müdigkeit, Erschöpfung.

Häufige Nebenwirkungen:
Blutarmut, Mangel an Blutplättchen, Unterfunktion der Hirnanhangdrüse, Schilddrüsenüberfunktion, Schilddrüsenunterfunktion, verminderter Appetit, Austrocknung, Kopfschmerzen, Schmeckstörung, Nervenbeschwerden, Schwindel, nervliche Missempfindungen, trockene Augen, Hitzewallungen, Lungenentzündung, Atembeschwerden, Husten, Dickdarmentzündung, Erbrechen, Bauchschmerzen, Verstopfung, Mundtrockenheit, Blähbauch, schwere Hautreaktionen, Weißfleckenkrankheit, trockene Haut, Hautrötung, Hautrauhigkeit, übermäßiges Schwitzen, Entfärbung der Haut, Haarausfall, Muskelschmerzen, Muskelschwäche, Knochenschmerzen, Schmerzen in Armen und Beinen, Rückenschmerzen, Gelenkentzündung, Muskelkrämpfe, Steifigkeit von Muskeln und Skelett, Schwäche, Fieber, Schleimhautentzündungen, Wassereinlagerungen in Arme und Beine, Grippe-ähnliche Erkrankung, Schüttelfrost, erhöhte Blutwerte (ASAT, ALAT, alkalische Phosphatase), Gewichtsabnahme, infusionsbedingte Reaktionen.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Divertikulitis, Lungenentzündung, Bindehautentzündung, Gürtelrose, Infektion mit Hefepilzen, Grippe, Harnwegsinfektion, Lippenherpes, Nasen-Rachen-Entzündung, Haarbalgentzündung, Tumorschmerzen, Mangel an Blutzellen (Neutrophile, Lymphzellen, weiße Blutkörperchen) Überschuss an unreifen Blutzellen, Funktionsstörung der Nebenniere, Schilddrüsenentzündung, Diabetes mellitus vom Typ 1, Mangel an Mineralien im Blut (Natrium, Kalium, Phosphat, Magnesium, Calcium), Blutzuckerüberschuss, zu viel Eiweiß im Blut, Fettstoffwechselstörung (zuviel Triglyceride, Cholesterin), zu viel Calcium im Blut, zu viel Harnsäure im Blut, Verwirrtheitszustand, Schlaflosigkeit, Ängstlichkeit, verminderte Libido, Depression, Empfindungsmangel, Antriebslosigkeit, Nervenschmerzen, Störung der sensiblen Nerven, geschwächter Geschmackssinn, Syndrom der rastlosen Beine, niedriger Blutdruck, Gedächtnisstörungen, Zittern, Gleichgewichtsstörungen, Aufmerksamkeitsstörung, Überreizung, Schläfrigkeit, Augapfelentzündung, Augenschmerzen, Sehstörungen, Juckreiz der Augen, Verschwommensehen, erhöhter Tränenfluss, Überwärmung des Auges, Augenreizung, Verfärbung der Wimpern, Lichtscheu, dunkle Flecken im Sichtfeld (Mouches volantes), Herzbeutelerguss, Herzklopfen, Hitzegefühl/Flush, Raynaud-Syndrom, Brustfellschmerzen, Sprechstörung, Giemen, verstopfte Nase, Schmerzen im Mundrachenraum, Bluthusten, Husten mti Auswurf, schmerzhafte Atmung, Nasenbluten, Nasenlaufen, Niesen, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Schluckstörung, Schmerzen im Mund, Sodbrennen, Verdauungsstörung, Magenschleimhautentzündung, Hämorrhoiden, Zahnerkrankung, Blähungen, Zahnfleischschmerzen, Mundschleimhautentzündung, rissige Lippen, Leberentzündung, Gallenstau, Missempfindungen an Hand- und Fußflächen, Schuppenflechte, Akne-ähnliche Hautentzündung, Hautentzündung, Farbveränderungen der Haare, Papeln, lichtbedingte Hautreaktionen, Hauterkrankung, Hautverletzung, Hautschwellungen, unnormales Haarwachstum, Hautflechte, Hautverfärbungen, Dunkelwerden der Haut, knotiger Hautausschlag (Erythema nodosum), Störungen der Hautfärbung, Hautgeschwüre, Muskelentzündung, Steifheit der Gelenke, Schwellungen der Gelenke, (rheumatische) Schmerzen und Vielgelenksentzündung, Schmerzen im Kiefer, Knochenschmerzen, Flankenschmerzen, Knorpelentzündung, Nackenschmerzen, Muskelzuckungen, Nierenentzündung, (akute und chronische) Nierenfunktionsstörung, häufiges Wasserlassen, Störungen der Harnauscheidung, Unterleibsschmerzen, Erektionsstörungen, verminderte Monatsblutung, allgemeine Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme), Schmerzen, Schmerzen im Brustkorb, Entzündungen, Gangstörungen, Beschwerden im Brustkorb, Wärmeunverträglichkeit, Unwohlsein, Gesichtsschwellung, ausgetrocknete Hautoberflächen, Hitzegefühl, Durst, erhöhte Blutwerte (Kreatinphosphokinase, Gamma-GT, Amylase, Blutzucker, Kreatinin, Bilirubin, TSH, Calcium, Schilddrüsenhormone, Triglyzeride, Cholesterin, ASAT, ALAT), erniedrigte Werte von TSH im Blut, erniedrigte Werte von Schilddrüsenhormon, Gewichtszunahme.

Seltene Nebenwirkungen:
kleine Hautwarzen, Schwellung der Krebsgeschwulst, Unterhautblutungen, spezielle Form der Blutarmut (hämolytische Anämie), Mangel an allen Blutzellen, Autoimmunerkrankung, Störung des Gefühlslebens, Aufregung, Wahnvorstellungen, Trance, Hirnschwellung, Erkrankung des Gehirns, Epilepsie (auch nur auf Hirnregionen beschränkt), Hirnhautentzündung ohne Beteiligung von Bakterien, Muskelschwäche (Myasthenie-Syndrom), Krämpfe, Sprachstörung, Ohnmacht, Doppeltsehen, Erkrankungen des Auges, Erkrankungen des Augenlids, Netzhaut-Abbau (Makula-Degeneration), Schwellung rund um die Augen, Sehen von Lichtfunken, Schwindel bei Körperlageveränderung, Vorhofflimmern, Bluthochdruck, Lymphstau, Blutgefäßentzündung, Brustfellerguss, Verstopfung der Atemwege, Dünndarmdurchbruch, Blutungen im oberen Magen-Darm-Kanal, Oberbauchbeschwerden, Zungenentzündung, Zahnentmineralisierung, Akne, Kontaktdermatitis, Entzündung der Fußflächen, Gelenkserkrankung, Sehnenschmerzen, Sehnenentzündung, Sehnenscheidenentzündung, Harninkontinenz, schmerzhafte Monatsblutung, Blut im Sperma, Juckreiz an den Geschlechtsteilen, Hodensackrötung, Entzündungsschmerzen, örtliche Schwellungen, örtliche Wassereinlagerungen, Reaktion an der Infusionsstelle, Schwellungen, Bildung von Antikörpern gegen eigenes Gewebe, Herzrhythmusstörung (QT-Verlängerung), verlängerte Blutungszeit, erniedrigte Testosteron-Werte im Blut, erhöhte Blutwerte (Harnsäure, C-reaktives Protein, unreife Blutzellen).

Besonderheiten:
Selten, aber dann schwerwiegend, sind Blutbildveränderungen wie das völlige Fehlen von Granulozyten oder eine allgemeiner Mangel an Blutzellen. Sie äußern sich in Infektanfälligkeit, Fieber, Halsschmerzen und Herzrasen. In solchen Fällen muss sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Welche Wechselwirkungen zeigt Pembrolizumab?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Da Pembrolizumab ein Eiweiß ist, wird es vom Körper abgebaut und kann daher keine Wechselwirkungen mit anderen Substanzen eingehen.

Glukokortikoide oder Mittel zur Unterdrückung von Immunreaktionen dürfen vor Therapiebeginn mit Pembrolizumab nicht angewendet werden, weil sie die Wirkung beeinträchtigen können. Ein Einsatz dieser Wirkstoffe ist jedoch nach Beginn der Therapie zur Behandlung von Nebenwirkungen möglich, die durch Immunreaktionen bedingt sind.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Während der Behandlung mit dem Medikament und noch mindestens vier Monate nach der letzten Dosis ist eine zuverlässige Verhütungsmethode anzuwenden.
  • Die Behandlung mit dem Medikament muss von einem erfahrenen Krebsarzt begonnen und überwacht werden.
  • Kommt es während der Behandlung zu erhöhter Infektanfälligkeit, Fieber, Halsschmerzen und Herzrasen, muss sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Pembrolizumab?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Pembrolizumab enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform

So wirkt Pembrolizumab

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Pembrolizumab. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Zytostatika, Monoklonale Antikörper, zu welcher der Wirkstoff Pembrolizumab gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Pembrolizumab

Pembrolizumab wird als einzelner Wirkstoff zur Therapie zur Behandlung des fortgeschrittenen schwarzen Hautkrebses bei Erwachsenen verwendet. Der Krebs muss allerdings entweder nicht operierbar sein oder schon Tochtergeschwulste gebildet haben.

Bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs, der schon Tochtergeschwulste gebildet hat, wird Pembrolizumab alleine als erstes oder nach einer Chemotherapie nur dann eingesetzt, wenn die Krebszellen bestimmte Erbgut-Eigenschaften zeigen (PD-L1-Oberflächeneiweiß ohne EGFR- oder ALK-positive Veränderungen). Tragen die Krebszellen das EGFR- oder ALK-Merkmal, darf Pembrolizumab nur nach Vorbehandlung mit Wirkstoffen angewendet werden, die sich speziell gegen diese Zellen richten.

Bei hartnäckigem oder wiederkehrendem Lymphdrüsenkrebs (Hodgkin-Lymphom) bei Erwachsenen kann Pembrolizumab eingesetzt werden, wenn eine Therapie mit Brentuximab Vedotin mit oder ohne Übertragung körpereigener Stammzellen erfolglos war.

Wenn ein örtlich fortgeschrittener Krebs in den Harnwegen mit Tochtergeschwulsten nicht zuerst mit dem Zytostatikum Cisplatin behandelt wurde, wird Pembrolizumab als erste Therapie nur dann angewendet, wenn die Krebszellen das PD-L1-Merkmal tragen.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Pembrolizumab sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Pembrolizumab

Pembrolizumab gehört zur Wirkstoffgruppe der monoklonalen Antikörper und der Zytostatika, da es als Medikament gegen Krebs eingesetzt wird.

Krebserkrankungen sind sehr wesentlich eine Fehlfunktion der körpereigenen Abwehr. Sie kommt durch eine Wechselwirkung zwischen den Krebszellen und den T-Zellen zustande, die wichtig für die Krebsbekämpfung sind. Manche Krebszellen bilden nämlich an ihrer Oberfläche Eiweiße aus, die an einen bestimmten Rezeptor der T-Zellen binden. Dadurch wird der programmierte Zelltod in Gang gesetzt, das heißt, die Abwehrzelle stirbt.

Pembrolizumab bindet an diesen „Programmed death-1“(PD-1)-Rezeptor und blockiert so den Angriff der Krebszellen-Eiweiße. Auf diese Weise bleibt die Schlagkraft der körpereigenen Abwehr erhalten.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.