Eine Frau hält sich die Hände an die schmerzenden Augen.
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Augenschmerzen

Unter dem Begriff Augenschmerzen werden alle Schmerzen zusammengefasst, die das Auge oder sein direktes Umfeld betreffen. Häufig treten gleichzeitig zu den Augenschmerzen auch Kopfschmerzen auf, in seltenen Fällen sind sie mit Sehstörungen kombiniert.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Definition

Es gibt viele Beschwerden, die gleichzeitig zu den Augenschmerzen auftreten können. Beispiele dafür sind:

Fast jeder Mensch hat im Lauf seines Lebens einmal schmerzende Augen. Die Beschwerden klingen in der Regel schnell wieder von selbst ab.

Plötzlich auftretende, starke Augenschmerzen, die nicht nach kurzer Zeit von alleine wieder verschwinden oder häufig vorkommen, sollten Sie von einem Arzt abklären lassen. Er kann gegebenenfalls eine entsprechende Behandlung veranlassen.

Mögliche Ursachen von Augenschmerzen können beispielsweise sein:

Aber auch im Rahmen eines akuten Migräne- oder Glaukomanfalls treten mitunter Augenschmerzen auf. Zudem können Verätzungen oder Verblitzungen – eine Art "Sonnenbrand" der Hornhaut des Auges – zu schmerzenden Augen führen.

Im Rahmen der Diagnose wird der Augenarzt abklären, wann die Augenschmerzen zum ersten Mal aufgetreten sind und ob Augenerkrankungen oder Allergien bekannt sind. Anschließend untersucht er das Auge gründlich. Je nach vermuteter Ursache sind werden Untersuchungsverfahren wie eine Augendruckmessung oder Allergietests eingesetzt.

Ob und wie die Augenschmerzen behandelt werden, richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Bei einer bakteriellen Bindehautentzündung verschreibt der Augenarzt beispielsweise Augentropfen, die Antibiotika enthalten. Zusätzlich zur ursächlichen Therapie lindern meist einfache Maßnahmen wie das Vermeiden von Augenbewegungen und das Kühlen der Augen die Augenschmerzen.

Ursachen

Bei Augenschmerzen sind die Ursachen sehr vielfältig und meist mit sehr unterschiedlichen Begleitsymptomen verbunden. Augenschmerzen treten mitunter infolge einer Verletzung der Hornhaut auf, zum Beispiel durch einen Fremdkörper oder Verätzungen. Außerdem können Entzündungen oder Infektionen Augenschmerzen verursachen.

Häufige Ursachen für Augenschmerzen sind:

Im Rahmen eines akuten Migräneanfalls oder bei Cluster-Kopfschmerzen kann es ebenfalls zu Augenschmerzen kommen.

Weitere mögliche Ursachen können sein:

Häufig treten Augenschmerzen auch bei sogenannter "Wetterfühligkeit" auf, zum Beispiel bei Föhn oder Klimaschwankungen.

Auch eine Verblitzung kann Augenschmerzen auslösen. Eine Verblitzung ist eine Art Sonnenbrand der Hornhaut, der nach Aufenthalten im Schnee ohne einen Sonnenschutz (Schneeblindheit) oder nach Schweißen ohne Schweißbrille (Schweißbrand) entsteht.

Diagnose

Bei Augenschmerzen ist der erste Schritt der Diagnose eine ausführliche Befragung des Betroffenen. Der Augenarzt fragt dabei unter anderem:

  • Wie häufig und zu welchem Zeitpunkt – zum Beispiel immer oder an eine Jahreszeit gebunden – treten die Augenschmerzen auf?
  • Wie lange dauern die Schmerzen an?
  • Sind die Augenschmerzen immer gleich stark oder variiert die Stärke?
  • Sind Allergien bekannt?
  • Nehmen Sie regelmäßig Medikamente ein?
  • Haben auch Ihnen nahestehende Personen Augenschmerzen?
  • Gibt es in der Familie Personen mit grünem Star (Glaukom)?

Diese und ähnliche Fragen können dem Arzt erste Hinweise auf die Ursache der Augenschmerzen geben und die Diagnose erleichtern.

Nach der Befragung folgte eine gründliche Augenuntersuchung, die nicht nur die Augen sondern auch den Bereich um die Augen herum und häufig auch das Innere der Augenlider umfasst.

Je nach vermuteter Ursache können weitere Untersuchungen nötig sein, um die Diagnose zu sichern. Dazu gehören beispielsweise:

Therapie

Aufgrund der vielfältigen Ursachen von Augenschmerzen ist auch deren Therapie sehr unterschiedlich. Wenn ein Fremdkörper Auslöser der Schmerzen ist, entfernt der Augenarzt diesen mit speziellen Instrumenten, nachdem er die Augen vorher mit speziellen Augentropfen örtlich betäubt hat.

Oberflächliche Verletzungen der Hornhaut wachsen meist nach wenigen Tagen von alleine zu. Bis dahin helfen Augensalben und kühlende Kompressen. Die Hornhaut besteht aus vielen Schichten – verheilt die verletzte oberste Schicht nicht von alleine, kann der Arzt sie mit feinen Geräten vorsichtig abtragen.

Bei Augenschmerzen infolge von Verblitzungen besteht die Therapie aus antibiotikahaltigen Augensalben. Die Salbe sollte etwa alle zwei bis drei Stunden in beide Augen gegeben werden. Damit die Augenschmerzen nachlassen, sollten Betroffenen Augenbewegungen möglichst vermeiden und die Augen vor Licht schützen.

Bei Augenschmerzen durch eine bakterielle Bindehautentzündung verschreibt der Arzt zur Therapie ebenfalls antibiotische Augentropfen. Gegen virale Entzündungen gibt es in den meisten Fällen keine ursächliche Therapie. Eine Ausnahme ist eine Infektion mit Herpesviren – hier hemmen sogenannte Virustatika (z.B. mit dem Wirkstoff Aciclovir) die Virusvermehrung. In anderen Fällen können auch kortisonhaltige, abschwellend wirkende Tropfen helfen.

Sind die Augenschmerzen Begleitsymptom einer anderen Grunderkrankung, ist in jedem Fall die gezielte Therapie dieser Krankheit erforderlich.