Ein Mann stützt das Gesicht in die Hände und schiebt dabei die Brille hoch.
© Getty Images

Brennende Augen (Augenbrennen)

Brennende Augen gehen oft mit weiteren Augenbeschwerden einher. Welche Ursachen gibt es für Augenbrennen? Und was kann man gegen das unangenehme Gefühl tun?

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Brennende Augen (Augenbrennen)

Augenbrennen tritt oft zusammen mit weiteren Symptomen auf. Mögliche begleitende Beschwerden sind zum Beispiel:

  • trockene Augen
  • Druckgefühl im Auge
  • Fremdkörpergefühl im Auge
  • gerötete Augen oder Augenlider
  • juckende Augen
  • verklebte Augen beim Aufwachen
  • tränende Augen
  • wässriges, schleimiges oder eitriges Sekret in den Augen
  • Schuppen auf den Augenlidern oder am Wimpernkranz

Brennende Augen können harmlos sein und von allein wieder verschwinden. Augenbrennen kann jedoch auch auf eine Erkrankung hinweisen. Wer bereits längere Zeit unter Augenbrennen leidet, sollte die Beschwerden deshalb ärztlich abklären lassen.

Brennende Augen (Augenbrennen): Ursachen

Für brennende Augen kommen unterschiedliche Ursachen infrage, wie zum Beispiel:

  • eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) durch Infekte mit Bakterien, Viren oder Pilzen
  • das sogenannte trockene Auge (Sicca-Syndrom)
  • eine Entzündung des Gewebes zwischen Lederhaut und Bindehaut (Episkleritis)
  • eine Lidrandentzündung (Blepharitis)
  • Verletzungen der Augenoberfläche

Weitere mögliche Ursachen für Augenbrennen sind außerdem:

  • Allergien (z.B. Heuschnupfen, Hausstauballergie, Kosmetika)
  • Überanstrengung der Augen, z.B. nach langer Arbeit an einem Computerbildschirm oder bei veränderter Sehstärke
  • Reizung der Augen, z.B. durch Staub, Rauch, Klimaanlage oder Zugluft
  • Reiz- bzw. Giftstoffe wie Chlor, Formaldehyd oder Amalgam

Brennende Augen können auch durch eine altersbedingte Bindehautveränderung, dem Lidspaltenfleck (Pinguecula), hervorgerufen werden. Dabei handelt es sich um eine harmlose Veränderung am Auge: Seitlich der Iris, im weißen Bereich des Auges, bildet sich ein gelblicher, meist flacher, seltener erhabener Fleck.

Seltener haben brennende Augen folgende Ursachen:

  • eine Entzündung der Lederhaut des Auges (Skleritis)
  • ein sogenanntes Flügelfell (Pterygium), also eine Wucherung von gefäßhaltigem Gewebe der Bindehaut auf der Hornhaut
  • eine Hornhautentzündung (Keratitis)

Brennende Augen (Augenbrennen): Diagnose

Um die Ursache für das Augenbrennen festzustellen, benötigt der Arzt weitere Informationen vom Betroffenen – zum Beispiel, ob er einen bestimmten Auslöser vermutet. Möglicherweise stellt der Arzt deshalb verschiedene Fragen, wie zum Beispiel:

  • Seit wann besteht das Augenbrennen?
  • Ist nur ein Auge betroffen oder betrifft es beide?
  • Tritt das Augenbrennen nur in bestimmten Situationen auf?
  • Arbeiten Sie häufig am Computer?
  • Kommen Sie durch Ihre Arbeit eventuell mit Stäuben, Gasen oder giftigen Stoffen in Kontakt?

Anschließend untersucht der Arzt die Augen und achtet dabei auf Entzündungszeichen wie Schwellungen oder Rötungen der Augen und Augenlider oder andere Auffälligkeiten. Meist führt er auch einen Sehtest durch, um eine mögliche Überanstrengung der Augen durch eine nicht festgestellte Sehschwäche auszuschließen.

Je nach vermuteter Ursache der brennenden Augen veranlasst der Arzt weitere Untersuchungen, wie zum Beispiel:

  • eine Spaltlampen-Untersuchung (um tiefere Augenabschnitte zu beurteilen),
  • eine Untersuchung der Tränenflüssigkeit,
  • einen Allergietest oder
  • eine mikroskopische Untersuchung eines Abstrichs aus dem Auge, bei der mögliche Erreger festgestellt werden können.

Brennende Augen (Augenbrennen): Therapie

Bei Augenbrennen richtet sich die Therapie nach der jeweiligen Ursache. Ist der Grund für die brennenden Augen eine Überanstrengung, zum Beispiel infolge einer Sehschwäche, kann diese mit einer Sehhilfe korrigiert werden. Wer lange am Computer arbeitet, sollte regelmäßig Pausen einlegen, um die Augen zu entlasten. Kalte Kompressen oder Tränenersatzflüssigkeit können brennende Augen kurzfristig beruhigen.

Bei brennenden Augen infolge einer bakteriellen Augeninfektion kann der Arzt Antibiotika in Form von Augentropfen verschreiben.

Augenentzündungen durch Viren lassen sich meist nicht ursächlich behandeln. Die Therapie beschränkt sich deshalb üblicherweise darauf, die Beschwerden zu lindern, bis die Entzündung von alleine ausheilt. Eine Ausnahme sind Augeninfektionen mit Herpesviren (Augenherpes): Wirkstoffe wie Aciclovir (z.B. in Form von Augentropfen) hemmen die Vermehrung der Herpesviren.

Hat der Betroffene aufgrund einer Allergie (z.B. Heuschnupfen) brennende Augen, ist der erste Schritt der Therapie, den allergieauslösenden Stoff möglichst zu meiden. Um die Beschwerden zu lindern, kann der Arzt Augentropfen mit Antihistaminika verschreiben. Vorbeugend können Augentropfen mit sogenannten Mastzellstabilisatoren helfen. Eine ursächliche Behandlung der Allergie kann mithilfe einer Hyposensibilisierung erfolgen.

Ist das Augenbrennen Begleitsymptom einer anderen Grunderkrankung, sollte diese behandelt werden.

Tritt Augenbrennen als akuter Notfall auf, weil (meist flüssige) Reiz- oder Giftstoffe in das Auge gelangt sind, ist es wichtig, das Auge sofort mit Wasser auszuspülen und schnellstmöglich einen Arzt aufzusuchen.