Das Bild zeigt eine Frau, die sich eine Kontaktlinse einsetzt.
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Kontaktlinsen

Kontaktlinsen kommen vorwiegend zum Einsatz, um eine Fehlsichtigkeit (besonders Kurzsichtigkeit) zu korrigieren oder bestimmte Augenverletzungen zu behandeln. Es gibt aber auch farbige Kontaktlinsen, die heute seltener medizinischen, sondern eher kosmetischen Zwecken dienen.

Allgemeines über Kontaktlinsen

Kontaktlinsen sind dünne, uhrglasförmige, randgeschliffene Linsen, die man direkt auf das Auge setzt, sodass sie auf der Tränenflüssigkeit schwimmen. Kontaktlinsen können aus starrem oder flexiblem sowie quellfähigem Kunststoff gefertigt sein. Dabei unterscheidet man zwischen ultradünnen, weichen, halbweichen und harten (formstabilen) Kontaktlinsen.

Für das Auge sind harte Kontaktlinsen besser als weiche, obwohl sie eine längere Eingewöhnungszeit erfordern und zunächst ein Fremdkörpergefühl verursachen können.

Viele Brillenträger steigen irgendwann auf Kontaktlinsen um. Dabei hat die Entscheidung für Linsen nicht unbedingt kosmetische Gründe: Anders als eine Brille engen Kontaktlinsen weder das Blickfeld ein, noch beschlagen sie oder verkleinern (bei Kurzsichtigkeit) beziehungsweise vergrößern (bei Weitsichtigkeit) sie das Bild. Unter bestimmten Umständen sind Kontaktlinsen aus medizinischen und/oder optischen Gründen sogar einer Brille vorzuziehen – zum Beispiel:

  • wenn beide Augen stark unterschiedlich fehlsichtig sind,
  • bei irregulärem Astigmatismus (Hornhautverkrümmung) und
  • bei extremer Kurz- oder Weitsichtigkeit von mehr als 8 Dioptrien.

In solchen Fällen übernimmt die Krankenkasse unter bestimmten Bedingungen die Kosten für Kontaktlinsen. Dies ist jedoch individuell abzuklären. Die Kosten für Kontaktlinsen-Pflegemittel müssen Kontaktlinsenträger selber tragen.

Wichtig beim Tragen von Kontaktlinsen ist es, Folgendes zu beachten: Jede Kontaktlinse beeinträchtigt den Hornhautstoffwechsel, was die Hornhaut auf Dauer schädigen kann. Daher sind Tragepausen (z.B. nachts) und regelmäßige Besuche beim Augenarzt empfehlenswert, um die Hornhaut kontrollieren zu lassen. Außerdem ist sorgfältige Hygiene im Umgang mit Kontaktlinsen unverzichtbar, da verunreinigte Linsen eine ständige Infektionsgefahr darstellen.

Für die Verträglichkeit von Kontaktlinsen sind einige Faktoren wie ausreichende Tränenflüssigkeit und deren Zusammensetzung besonders entscheidend. Außerdem ist es für Kontaktlinsenträger ratsam, langes Starren auf einen Bildschirm zu vermeiden und häufiger mit den Augen zu blinzeln, um das Auge zu befeuchten. Wer Kontaktlinsen trägt und zu trockene Augen hat, kann mit speziellen Kochsalzlösungen nachhelfen.

Kontaktlinsen als historisches Hilfsmittel

Kontaktlinsen sind – zumindest in der Theorie – ein durchaus historisches Hilfsmittel: Bereits 1636 beschrieb René Descartes die Idee einer direkt auf dem Auge getragenen Linse. Weitere Vorarbeit leisteten die Forscher Kalt, Fick und Müller Ende des 19. Jahrhunderts, als sie als Erste kleine Glaslinsen auf erkrankte Augen setzten und als Kontaktbrille tragen ließen. Die Versuche scheiterten jedoch aufgrund schwerer Augenreizungen.

Die ersten brauchbaren Kontaktlinsen stellte man um das Jahr 1900 her. Dabei handelte es sich um große Haftschalen aus Glas, die dem Zweck dienen sollten, verschiedene entzündliche und degenerative Augenerkrankungen zu behandeln. Fehlsichtigkeiten (z.B. Kurzsichtigkeit) auszugleichen wurde erst möglich, als es gelang, die Linsen mit der nötigen Präzision einzuschleifen. Die ältesten Linsen waren mit einem Durchmesser von 23 Millimetern allerdings eher unkomfortabel zu tragen.

In den 1930er Jahren entwickelte man die ersten Hornhautlinsen aus durchsichtigen Kunststoffen. Als Anfang der 1960er Jahre schließlich die Bildung weicher, wasserspeichernder Kunststoffe gelang, war es auch möglich, flexible Kontaktlinsen herzustellen.

Harte Kontaktlinsen

Harte Kontaktlinsen behalten ihre Form – im Gegensatz zu weichen Linsen – außerhalb des Auges bei, weshalb man sie auch als formstabile Kontaktlinsen bezeichnet. Die ersten harten Kontaktlinsen bestanden aus Polymethylmethacrylat (PMMA), einem Kunststoff, der in seiner Zusammensetzung Plexiglas gleicht. Moderne harte Kontaktlinsen hingegen sind aus Kunststoff gefertigt, der leicht flexibel ist.

Moderne harte Kontaktlinsen sind sehr leicht und hoch sauerstoffdurchlässig und daher besonders gut verträglich. Sie schwimmen auf dem Tränenfilm des Auges über der Hornhaut und bewegen sich beim Lidschlag mit. Der Durchmesser der Kontaktlinsen liegt bei etwa acht bis zehn Millimetern. Damit sind harte Linsen kleiner als die Hornhaut des Auges, bedecken diese also nur unvollständig.

Aufgepasst: Wer beim Schwimmen harte Kontaktlinsen trägt, riskiert, seine Linsen zu verlieren: Im Wasser haften harte Linsen nicht!

Harte Kontaktlinsen sind teils viele Jahre haltbar sowie leicht zu pflegen und zu handhaben. Sie haben sehr gute optische Eigenschaften und können auch starke Fehlsichtigkeit korrigieren. Bis zu einem bestimmten Grad können harte Kontaktlinsen auch Brechkraftfehler, wie eine Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) oder Hornhautunregelmäßigkeit, ohne weitere individuelle Anpassung ausgleichen.

Wenn normale (sphärische) harte Kontaktlinsen einem stark ausgeprägten Astigmatismus nicht ausreichend korrigieren können, bieten sich zur Korrektur der Fehlsichtigkeit sogenannte torische Kontaktlinsen an: Diese sind als harte und als weiche Linsen erhältlich.

Harte Kontaklinsen passt der Augenarzt oder Optiker individuell an. Anders als bei weichen Linsen kann es einige Tage dauern, bis die Augen sich an das Fremdkörpergefühl gewöhnt haben. Harte Kontaktlinsen nimmt man vor dem Schlafengehen heraus, reinigt sie mit einer speziellen Reinigungslösung und bewahrt sie in einer speziellen Kontaktlinsenflüssigkeit bis zum erneuten Einsetzen auf.

Ortho-K-Linsen (Nachtlinsen)

Seit 2003 sind spezielle harte Kontaktlinsen für die Nacht auf dem deutschen Markt erhältlich: sogenannte Orthokeratologie-Kontaktlinsen (kurz: Ortho-K-Linsen oder OK-Linsen) – auch Nachtlinsen genannt. Die Ortho-K-Linsen können Sie beim Optiker oder Augenarzt anpassen lassen, um Ihre Kurzsichtigkeit über Nacht vorübergehend (für einen Zeitraum von bis zu 16 Stunden) zu beheben.

Damit diese Methode funktioniert, müssen Sie die Ortho-K-Linsen nachts mindestens acht Stunden lang tragen, also mit den Kontaktlinsen schlafen. Während dieser Zeit üben die Nachtlinsen sanften und konstanten Druck aus und modellieren dadurch die Hornhaut. Das Ergebnis: Die Brechkraft der Hornhaut verändert sich, sodass Sie tagsüber auf das Tragen von Sehhilfen völlig verzichten können.

Diese Kontaktlinsen für die Nacht sind aber nicht für alle Menschen geeignet: Ortho-K-Linsen funktionieren nur bei einer Kurzsichtigkeit von höchstens -4,5 Dioptrien und bei einer Hornhautverkrümmung von bis zu -1,5 Dioptrien. Eine weitere Voraussetzung für Nachtlinsen ist, dass das Auge eine ausreichende Menge Tränenflüssigkeit produziert. Diabetiker und Rheumatiker dürfen keine OK-Linsen tragen.

Durch den Einsatz von Nachtlinsen ist die Hornhaut nicht gefährdet. Neben der genauen Anpassung dieser Linsen ist jedoch eine regelmäßige Kontrolle durch einen Kontaktlinsenspezialisten unerlässlich!

Weiche Kontaktlinsen

Flexible Kontaktlinsen, die sich der Form der Hornhaut anpassen und außerhalb des Auges ihre Form verändern, bezeichnet man als weiche Kontaktlinsen. Weiche Linsen bestehen aus sogenannten Hydrogelen. Das Material zerreißt leicht, weshalb bei der Handhabung besondere Vorsicht geboten ist (v.a. bei langen Fingernägeln).

Weiche Kontaktlinsen sitzen fast direkt auf der Augenoberfläche auf – darum haften sie besser als harte (formstabile) Linsen. Ihr Durchmesser beträgt 12 bis 16 Millimeter, womit sie größer sind als harte Linsen: Sie ragen über den Rand der Hornhaut hinaus, reichen also bis zur Lederhaut des Augapfels.

Das Material, aus dem weiche Kontaktlinsen bestehen, saugt Wasser wie ein Schwamm auf. Darum können die weichen Kontaktlinsen im Vergleich zu harten Linsen leichter Schmutzpartikel und Schadstoffe einlagern und ans Auge abgeben. Dies kann gerötete und gereizte Augen sowie Allergien verursachen.

Wenn Sie sich dennoch für weiche Kontaktlinsen entscheiden, achten Sie am besten darauf, sogenannte Austauschsysteme – wie zum Beispiel Einmallinsen – zu verwenden. Langzeitlinsen sollten Sie maximal zwei Jahre lang tragen!

Wenn Ihre Hornhaut stark verkrümmt ist, sind weiche Kontaktlinsen für Sie allerdings weniger geeignet, da sie – im Gegensatz zu harten Kontaktlinsen – die Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) nicht ausgleichen können.

Die Eingewöhnungszeit ist bei weichen Linsen kürzer als bei harten: Viele Menschen empfinden weiche Kontaktlinsen als angenehmer und vertragen sie schneller. Vor dem Schlafengehen sind weiche Kontaktlinsen herauszunehmen und bis zum erneuten Einsetzen in einer speziellen Reinigungsflüssigkeit aufzubewahren.

Austauschsysteme

Weiche Kontaktlinsen, die man – je nach Herstellerangabe – nach einer bestimmten Tragezeit gegen neue Linsen austauscht, bezeichnet man als Austauschsysteme oder Austauschlinsen. Es stehen viele verschiedene Kontaktlinsen-Austauschsysteme zur Verfügung – wie:

  • Tageslinsen,
  • Wochenlinsen oder
  • Monatslinsen.

Austauschlinsen, die man länger als einen Tag trägt, sind wie normale weiche Kontaktlinsen zu reinigen und zu desinfizieren. Solche Austauschsysteme haben aber den Vorteil, dass die Linsen aufgrund der kürzeren Tragezeiten nicht so viele Ablagerungen aufnehmen können und daher weniger schädlich für das Auge sind.

Tageslinsen

Eine Sonderform der Kontaktlinsen-Austauschsysteme sind Tageslinsen oder Einmallinsen. Weiche Kontaktlinsen vom Typ Tageslinsen sind so beschaffen, dass Sie sie nur einmal verwenden können und danach entsorgen müssen. Der Vorteil solcher Kontaktlinsen ist, dass man sie nicht mit einem Pflegemittel reinigen muss. Daher sind sie besonders für Menschen ideal, die auf Kontaktlinsenflüssigkeit allergisch reagieren. Außerdem können sich in eine Tageslinse keine Schadstoffe einlagern, sodass die Augen einem geringeren Risiko für Reizungen ausgesetzt sind als bei Langzeitlinsen.

Farbige Kontaktlinsen

Vor allem weiche Kontaktlinsen sind auch farbig erhältlich: Farbige Kontaktlinsen (bzw. Printlinsen) besitzen eine bemalte oder bedruckte Vorderfläche mit zentraler Pupille und dienen überwiegend kosmetischen Zwecken. Allerdings kommen farbige Kontaktlinsen auch aus medizinischen Gründen zum Einsatz: zum Beispiel als Blendschutz bei nicht vorhandener oder nicht pigmentierter Regenbogenhaut (wie beim Albinismus). Ihre optischen Funktionen sind jedoch schlechter als die der konventionellen Linsen.

VT-Linsen

Weiche oder formstabile, gasdurchlässige Kontaktlinsen, die über längere Zeit (bis zu einen Monat) im Auge bleiben, bezeichnet man als VT-Linsen (d.h. Kontaktlinsen für verlängertes Tragen). VT-Linsen verursachen aber vermehrt Komplikationen und sind nur in Ausnahmefällen zu empfehlen, etwa wenn Sie die Linse nicht selbst handhaben können und (z.B. wegen einer Behinderung) die Handhabung anderen Personen überlassen müssen.

Kontaktlinsen im Vergleich zur Brille

Kontaktlinsen können im Vergleich zur Brille mehrere Vorteile haben:

  • Bei Kontaktlinsenträgern ist das Blickfeld nicht durch eine Brillenfassung eingeengt.
  • Brillengläser weisen zum Rand hin weniger Schärfe auf, Kontaktlinsen verschaffen eine klare Rundumsicht.
  • Kontaktlinsen verkleinern beziehungsweise vergrößern das Bild nicht wie eine Brille (besonders bei starker Fehlsichtigkeit).
  • Kontaktlinsen sind für das Gegenüber unsichtbar und verändern nicht das Aussehen.
  • Kontaktlinsen beschlagen nicht.
  • Kontaktlinsen stören bei den wenigsten Aktivitäten.

Kontaktlinsen: Risiken und Komplikationen

Wer Kontaktlinsen trägt, sollte sich bewusst sein, dass vor allem die falsche Handhabung der Linsen mit Risiken verbunden ist und teils schwerwiegende Komplikationen nach sich ziehen kann.

Dabei gilt allgemein: Harte Kontaktlinsen bergen geringere Risiken für das Auge in sich als weiche Kontaktlinsen, weshalb bei Letzteren im Vergleich häufiger Komplikationen auftreten.

Grundsätzlich bringt jede übermäßig lange Tragezeit von Kontaktlinsen Risiken mit sich: Bleiben die Linsen zu lange im Auge, treten Veränderungen in den oberen Gewebeschichten der Hornhaut auf. Sie beginnen als Quellung und enden im Extremfall mit einer Zerstörung der Zellen. In diesen Fällen antwortet das Auge rasch mit einer Rötung, außerdem treten Schmerzen auf.

Erhöhtes Risiko für Hornhautentzündung durch Amöben im Auge

Akanthamöben können eine Hornhautentzündung auslösen: die Akanthamöben­keratitis. Das passiert relativ selten – in Deutschland schätzungsweise 100 bis 150 Mal im Jahr. Die meisten Betroffenen tragen Kontaktlinsen.

Akanthamöben sind besonders widerstandsfähige Einzeller. Sie kommen weltweit praktisch überall in Erde, Schlamm, Gewässerrändern und -oberflächen vor. Also auch in Schwimmbecken, Leitungs- und Mineralwasser. Selbst in der Nase und auf der Rachenschleimhaut gesunder Menschen tummeln sie sich oft.

Wie kommt es zur Amöbeninfektion?

Zur Infektion mit Akanthamöben kann es kommen, wenn verunreinigtes Wasser ins Auge gelangt. Vermutlich können die Amöben das Auge bereits bei kurzem, einmaligem Kontakt infizieren – vor allem, wenn zu dem Zeitpunkt die Hornhaut verletzt ist.

Dabei reicht den Amöben schon eine winzige Verletzung im Auge aus, um tief in die Hornhaut eindringen und dort eine Hornhautentzündung hervorrufen zu können. Eine solche Mikroverletzung kann beispielsweise durch zu langes Tragen von Kontaktlinsen entstehen. In Deutschland entsteht die Akanthamöbenkeratitis ...

  • ... am häufigsten infolge mangelhafter Hygiene beim Umgang mit Kontaktlinsen (sodass die Amöben aus dem Wasser in Kontaktlinsenbehälter, Pflegemittel oder direkt auf die Linsen gelangen – und von dort ins Auge).
  • ... manchmal auch, wenn Kontaktlinsenträger mit Kontaktlinsen schwimmen, duschen oder baden gehen (wobei die Amöben direkt ins Auge gelangen).

Kontaktlinsen zu tragen erhöht das Risiko für eine Amöbeninfektion um das 100- bis 400-Fache. In Deutschland betrifft die Akanthamöben­keratitis zu 90 Prozent Kontaktlinsenträger.

Warum erhöhen Kontaktlinsen das Infektionsrisiko?

Weil die Hornhaut bei Kontaktlinsenträgern häufig winzige Verletzungen aufweist, sodass die Akanthamöben leichtes Spiel haben.

Das gilt besonders für weiche Kontaktlinsen: Denn diese behindern die Sauerstoffzufuhr zur Hornhaut schneller als harte Linsen und begünstigen so eher Infektionen.

Im Vergleich zu harten Kontaktlinsen ist das Risiko einer Hornhautentzündung bei weichen Kontaktlinsen 14-mal höher.

Des Weiteren können mechanische Reize das Auge schädigen: Zu meachanischen Reizen durch Kontaktlinsen kann es kommen, wenn das Auge zu trocken ist (Risiken für trockene Augen sind: trockene Luft, langes Starren auf einen Bildschirm ohne Blinzeln oder zu wenig Tränenflüssigkeit) oder wenn Fremdkörper (Staub, Pollen usw.) ins Auge eindringen. In solchen Fällen ist es ratsam, die Kontaktlinse zu entfernen und das Auge mit einer speziellen Kochsalzlösung zu spülen.

Als seltene Komplikationen beim Tragen von Kontaktlinsen können allergische Reaktionen auf das Material der Kontaktlinsen oder auf die Pflegemittel auftreten.

Die schwerwiegendsten Komplikationen für das Auge sind jedoch Infektionen. Wer seine Kontaktlinsen und den Kontaktlinsenbehälter nicht regelmäßig reinigt, die Linsen nicht richtig pflegt oder sie zu lange trägt, der riskiert, dass sich auf ihrer Oberfläche Bakterien ansiedeln und vermehren. Dadurch kann eine schwere Augenentzündung entstehen. Eine ungewöhnliche Rötung der Bindehaut kann auf eine Entzündung hinweisen.

Wenn Sie Anzeichen für eine Augeninfektion an sich bemerken, ist es ratsam, keine Risiken einzugehen, sondern die Kontaktlinse sofort zu entfernen und einen Augenarzt aufzusuchen. Um eventuelle Keime nachweisen zu können, benötigt der Augenarzt auch die Kontaktlinsen und vor allem die Kontaktlinsenflüssigkeit im Kontaktlinsenbehälter.

Wie kann man sich schützen?

Leitungswasser enthält – vor allem, wenn es abgestanden ist – immer Akanthamöben. Darum sollten Kontaktlinsen nicht mit Wasser in Berührung kommen. Gleiches gilt für verletzte Augen. Wenn Sie jedoch folgende Tipps beachten, sind Sie weitgehend vor einer Akanthamöben­keratitis geschützt:

  • Kontaktlinsen nie mit Leitungswasser abspülen – das gilt vor allem für weiche Linsen. Pflegen Sie die Linsen stattdessen konsequent nur mit speziellen Reinigungsmitteln.
  • Auch den Kontaktlinsenbehälter täglich sorgfältig reinigen und regelmäßig erneuern. Lassen Sie den gereinigten Behälter an der Luft trocknen, denn Amöben und andere Erreger vermehren sich in feuchter Umgebung besonders gut.
  • Bewahren Sie Ihre Kontaktlinsen immer in frischer Aufbewahrungslösung auf.
  • Nie mit Kontaktlinsen duschen oder baden – nehmen Sie Ihre Linsen vorher immer heraus.
  • Wenn Sie mit Kontaktlinsen schwimmen gehen,
    • sorgen Sie dafür, dass kein Wasser in die Augen gelangt (z. B. mit einer gut sitzenden Schwimmbrille), oder
    • tragen Sie Einweglinsen.
  • Wenn Sie ein verletztes Auge ausspülen müssen, verwenden Sie dazu nur abgekochtes (und anschließend abgekühltes) Wasser oder eine sorgfältig gewartete Augendusche.