Frau reibt sich die Augen
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Geschwollene Augen

Haben Sie sich beim Blick in den Spiegel auch schon einmal vor sich selbst erschrocken? Vielleicht waren geschwollene Augen schuld daran. Sie lassen uns müde und verquollen aussehen. Lesen Sie, woher geschwollene Augen kommen und was dagegen hilft.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Überblick

Zum Glück sind geschwollene Augen ebenso wie Augenringe in den meisten Fällen ein rein kosmetisches Problem und verschwinden im Laufe des Tages von selbst wieder. Treten sie plötzlich auf und bleiben bestehen, kann allerdings auch eine Erkrankung dahinterstecken.

Geschwollene Augen: Ursachen

Warum sehen wir morgens so verquollen aus? Durch das lange Liegen nachts kann die Lymphflüssigkeit nicht so gut abfließen. Diese gelbliche Flüssigkeit transportiert unter anderem Fremdkörper und Keime ab und ist wichtig für die Immunabwehr. Nachts kann sie sich unter den Augen stauen. Diese Schwellung verschwindet allerdings in aufrechter Position nach spätestens ein paar Stunden wieder.

Lesetipp: Tränensäcke entfernen – Das hilft gegen die Schwellungen

Geschwollene Augen treten vor allem dann auf, wenn man am Tag zuvor sehr salzig oder eiweißreich gegessen oder Alkohol getrunken hat. Dann erhöht sich nämlich die Flüssigkeitsmenge im Körper. Es gibt Menschen, die mehr zu Schwellungen neigen als andere.

Mögliche Ursachen für geschwollene Augen sind:

Wenn geschwollene Augen nach dem Aufstehen nicht von selbst verschwinden, kann in seltenen Fällen auch eine andere Erkrankung der Grund sein.

  • Bei einer Niereninsuffizienz beispielsweise können die Nieren nicht genügend Flüssigkeit ausscheiden. Die lagert sich dann im Gewebe ein.
  • Bei einer Herzinsuffizienz kann der Körper das Blut nicht mit ausreichender Kraft durch den Kreislauf pumpen. Das kann zu Wassereinlagerungen führen.
  • Auch eine Schilddrüsenunterfunktion führt manchmal zu Wassereinlagerungen im Gesicht.
  • In der Schwangerschaft kann eine Wassereinlagerung auch Bluthochdruck zur Ursache haben.
  • Eine schwere Nasennebenhöhlenentzündung kann auf die Augen übergehen und rote, geschwollene Lider verursachen. In dem Fall sollten Sie schnell zum Arzt gehen, da ohne Behandlung eine Blutvergiftung droht oder Sie im Schlimmsten Fall sogar erblinden können.
  • Tumor im Augenbereich

Eine Neigung zu Tränensäcken und Schlupflidern ist angeboren. Sie entstehen dadurch, dass sich unter der Haut vorhandene Fettkörper vorwölben.

Passiert das...

  • ...am oberen Augenlid, spricht man von Schlupflidern.
  • ...am unteren Augenlid von Tränensäcken.

Im Alter kann sich der Effekt durch die erschlaffte Haut noch verstärken. Ein ungesunder Lebensstil mit fettem, salzigem Essen und Alkohol kann Tränensäcke und Schlupflider begünstigen. Sie verschwinden leider nicht von selbst.

Was tun gegen geschwollene Augen?

Es gibt viele Hausmittel, um geschwollene Augen zu lindern.

Häufig findet man im Internet die Empfehlung, Hämorrhoidencreme gegen geschwollene Augen zu verwenden. Das hilft zwar tatsächlich, ist aber dennoch nicht empfehlenswert:

Lesetipp: Hämorrhoidencreme gegen geschwollene Tränensäcke?

Manuelle Lymphdrainage: Sie können vorsichtig die Partie unter den Augen unter leichtem Druck ausstreichen, um die gestauten Lymphbahnen zu entleeren. Außerdem hilft es, die Augenpartie zu kühlen. Zum Beispiel mit einem kalten Löffel oder einem feuchten Beutel schwarzen Tees. Falls die Schwellung nicht verschwindet, sollten Sie zum Arzt gehen.

Was tun gegen Tränensäcke und Schlupflider?

Tränensäcke und Schlupflider verschwinden nicht mit den oben genannten Hausmitteln. Wer sie dauerhaft loswerden möchte, kann sich operieren lassen. Jedoch sollte man sich einen chirurgischen Eingriff gut überlegen, da er mit Risiken wie Nachblutungen und Narbenbildung verbunden ist.

Infrage kommen zum Beispiel

Wann zum Arzt?

In aller Regel haben geschwollene Augen eine harmlose Ursache. Treten sie allerdings plötzlich auf und bleiben bestehen oder kommen wieder, sollten Sie zum Arzt gehen. Der kann sicherstellen, dass nicht etwas Ernstes wie eine Nierenerkrankung dahintersteckt. Ein Augenarzt kann mithilfe eines Abstrichs zum Beispiel feststellen, ob Erreger die Schwellung verursachen.