Eine Frau betrachtet ihr Gesicht kritisch im Spiegel und fasst sich mit einer Hand ins Gesicht.
© iStock

Rote Augen (gerötete Augen)

Hin und wieder treten rote Augen bei fast jedem mal auf, sind aber nicht zwangsläufig ein Grund zu Sorge. Denn in den meisten Fällen ist die Ursache harmlos (z. B. zu wenig Schlaf) und die roten Augen bessern sich nach wenigen Tagen von selbst. Erfahren Sie mehr über Ursachen und Behandlung.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Rote Augen (gerötete Augen)

Von einem roten Auge spricht man, wenn das Augenweiß ganz oder teilweise gerötet erscheint. Unter Umständen treten zusätzlich zu den roten Augen weitere Symptome auf, wie zum Beispiel:

Treten rote Augen zusammen mit solchen Symptomen auf, sollte man die möglichen Ursachen zeitnah ärztlich abklären lassen. Das gilt auch für gerötete Augen, die bereits länger bestehen beziehungsweise nach ein bis zwei Tagen noch keine Besserung zeigen.

Lesetipp: Augenringe – was sie verursacht und was hilft

Augen-Notfall: Akutes Glaukom

Falls Sie zusätzlich zu den geröteten Augen unter plötzlichen, sehr starken Kopfschmerzen leiden und außerdem Beschwerden wie Sehstörungen, Augenschmerzen und Übelkeit beziehungsweise Erbrechen auftreten, sollten Sie umgehend einen Augenarzt oder eine Augenklinik aufsuchen. Denn es kann sich hierbei um eine Notfall-Situation wie ein akutes Glaukom handeln. Warten Sie keinesfalls bis zum nächsten Tag.

Rote Augen (gerötete Augen): Ursachen

Rote Augen können ein- oder beidseitig auftreten. Sie entstehen, wenn sich die Blutgefäße im Auge weiten und das Augenweiß dadurch rot erscheinen lassen.

Mögliche Ursachen für rote Augen sind Reizungen oder Überanstrengung, zum Beispiel durch

  • Schlafmangel
  • trockene Luft
  • Staub
  • Tabakrauch
  • Klimaanlagen
  • Sonnenstrahlung
  • falsche Handhabung von Kontaktlinsen
  • Kosmetika

Aber auch folgende Ursachen können rote Augen hervorrufen:

Mit eine der häufigsten Ursachen für rote und juckende Augen sind Bindehautentzündungen als Folge von Augeninfektionen oder Allergien.

Geplatztes Äderchen im Auge (Hyposphagma)

Ebenfalls eine häufige Ursache für rote Augen sind geplatzte Äderchen im Auge, genauer gesagt in der Bindehaut des Auges. Mediziner sprechen hierbei von einem Hyposphagma. Bei einem geplatzten Äderchen röten sich nicht einzelne Adern, sondern ein mehr oder weniger großer Bereich im Weiß des Auges wird komplett rot. Es treten jedoch keine weiteren Symptome wie Augenbrennen, Augenjucken oder Schmerzen auf.

Zu geplatzten Äderchen im Auge kann es schnell kommen, oft reicht schon kräftiges Husten, Niesen oder Pressen beim Stuhlgang. Solch ein geplatztes Äderchen sieht auf den ersten Blick je nach Ausmaß erschreckend aus, ist aber in der Regel harmlos. Ähnlich wie ein blauer Fleck verschwindet es nach circa ein bis zwei Wochen von allein.

Kommt es jedoch häufiger zu geplatzten Äderchen im Auge, sollte man der Ursache auf den Grund gehen. Der Arzt kann klären, ob zum Beispiel ein zu hoher Blutdruck dahintersteckt. Auch eine Gerinnungsstörung oder die Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten können ein Hyposphagma begünstigen.

Rote Augen (gerötete Augen): Diagnose

Für rote Augen kommen unterschiedliche Ursachen infrage. Um die mögliche Ursache einzugrenzen, benötigt der Arzt oder die Ärztin weitere Informationen. Im Arztgespräch stellt er deshalb möglicherweise einige Fragen, wie zum Beispiel:

  • Seit wann haben Sie die roten Augen?
  • Hatten Sie früher schon mal rote Augen?
  • Nehmen Sie Medikamente ein?
  • Haben Sie noch andere Symptome? Zum Beispiel
    • Augenschmerzen,
    • tränende Augen,
    • Sekret im Auge,
    • Augenbrennen,
    • Augenjucken,
    • Übelkeit,
    • Erbrechen,
    • Kopfschmerzen,
    • Lichtempfindlichkeit oder
    • Veränderungen des Sehvermögens?

Um eine Diagnose zu stellen, wird die Ärztin oder der Arzt außerdem das betroffene Auge näher untersuchen, beispielsweise mit einer Spaltlampe.

Rote Augen (gerötete Augen): Therapie

Ob rote Augen behandelt werden müssen, hängt von der jeweiligen Ursache ab. Führt beispielsweise zu wenig Schlaf oder eine Überanstrengung der Augen (z. B. durch Arbeit am PC) zu roten Augen, reicht es in der Regel, sich ein wenig mehr Ruhe zu gönnen. Bei gereizten Augen durch Bildschirmarbeit können häufigere Pausen oder auch künstliche Tränen die Beschwerden bessern. Eine konkrete Therapie ist hier normalerweise nicht erforderlich.

In anderen Fällen, wie zum Beispiel bei einer Allergie oder Augeninfektion, können rote Augen jedoch behandlungsbedürftig sein. Bei einer bakteriellen Infektion des Auges können gegebenenfalls antibiotische Tropfen oder Augensalben zum Einsatz kommen. Diese sind aber nicht in jedem Fall erforderlich. Rote (und häufig auch juckende oder brennende) Augen im Rahmen einer Allergie (z. B. Heuschnupfen) lassen sich mit Augentropfen behandeln, die ein Antihistaminikum als Wirkstoff enthalten.

Wird eine Augententzündung nach 3 Tagen Selbstbehandlung nicht besser, ist ein Termin beim Augenarzt ratsam.

Gerötete Augen können auch durch Fremdkörper entstehen. Falls sich Fremdkörper im Auge befinden (z. B. Sandkorn oder Staub), können Sie das Auge vorsichtig mit Wasser ausspülen. Oft lassen sich die Beschwerden so schon lindern.

Vorsicht bei Fremdkörpern im Auge

Lässt sich ein Fremdkörper nicht rausspülen oder handelt es sich um Fremdkörper, die mit Verletzungen des Auges einhergehen, wie zum Beispiel Glas-, Metall- oder Holzsplitter, müssen diese vom Arzt entfernt werden. Versuchen Sie in diesen Fällen nicht, den Fremdkörper selbst zu entfernen, sondern rufen Sie den Notarzt (112) oder lassen Sie sich zu einer Augenklinik bringen.

Falls Sie zu zweit sind, können Sie gegebenenfalls einen Schutzverband über beide Augen anlegen. Dazu legt der Ersthelfer eine keimfreie Wundauflage ohne Druck auf das betroffene Auge und fixiert diese vorsichtig und ohne Druck mit einer Mullbinde. Auch bei einseitigen Augenverletzungen sollte der Verband immer über beide Augen laufen. So bewegen sich die Augen weniger und zusätzliche Augenreizungen lassen sich verhindern.