Acetylsalicylsäure + Atorvastatin + Ramipril

Allgemeines

Die Kombination wird angewendet, wenn Patienten schon einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten haben, um ein weiteres Ereignis dieser Art zu verhindern. Sie dient der einfacheren Behandlung erwachsener Patienten, die mit gleichzeitiger einzelner Gabe der Kombinationspartner in entsprechender Dosierung ausreichend versorgt sind.

Welchen Zwecken dient diese Wirkstoffkombination?

  • Blutgefäße erweitern
  • Blutdruck senken
  • Cholesterinbildung verhindern
  • Durchblutung verbessern
  • Blutgerinnung hemmen

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Acetylsalicylsäure + Atorvastatin + Ramipril im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann dürfen Acetylsalicylsäure + Atorvastatin + Ramipril nicht verwendet werden?

Die Kombination darf nicht angewendet werden bei
  • Überempfindlichkeit gegen einen der Kombinationspartner
  • Asthma-Anfällen oder anderen allergischen Reaktionen auf Salicylsäure oder andere nicht-steroidale Antirheumatika in der Vorgeschichte
  • akuten Magen- oder Darm-Geschwüren
  • Bluterkrankheit (Hämophilie) und anderen Blutgerinnungsstörungen
  • stark eingeschränkter Nieren- und Leberfunktion
  • Patienten, die der Blutwäsche (Hämodialyse) bedürfen
  • schwerer Herzmuskelschwäche
  • gleichzeitiger Behandlung mit dem Rheuma-Mittel Methotrexat in einer Dosierung von 15 Milligramm oder mehr pro Woche
  • Patienten mit Nasenpolypen im Zusammenhang mit Asthma, das durch Acetylsalicylsäure ausgelöst oder verschlimmert wird
  • aktiver Lebererkrankung oder ungeklärter anhaltender Erhöhung der Leberwerte (Transaminasen) auf mehr als das Dreifache des oberen Normalwerts
  • Gesichtsschwellungen in der Vorgeschichte (ererbt, ohne körperliche Ursache oder nach Einnahme von ACE-Hemmern oder AT-1-Rezeptorantagonisten
  • Behandlungen, bei denen es zu einem Kontakt zwischen Blut und negativ geladenen Oberflächen kommt (wie beispielsweise einer Blutwäsche zur Fettentfernung)
  • beidseitiger Verengung der Nierenarterien oder Verengung der Nierenarterie bei nur einer funktionsfähigen Niere
  • dauerhaft niedrigem oder schwankendem Blutdruck
Nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko durch einen Arzt und unter seiner Kontrolle darf die Kombination eingesetzt werden bei
  • Überempfindlichkeit gegen andere Schmerzmittel und Entzündungshemmer oder sonstiger Empfindlichkeit gegen Allergie-Auslöser
  • Vorliegen anderer Allergien, Asthma, Heuschnupfen, Nasenschleimhautschwellungen (Nasenpolypen) und anderen chronischen Atemwegserkrankungen
  • Patienten mit Magen- oder Darm-Geschwüren oder Magen-Darm-Blutungen in der Vorgeschichte
  • Patienten mit eingeschränkter Leber- und/ oder Nierenfunktion
  • Patienten mit besonderem Risiko für Bluthochdruck wie starker Aktivierung der Nebennieren-Hormone (Renin-Angiotensin-Aldosteron-System), bei vorübergehender oder bleibender Herzmuskelschwäche nach einem Herzinfarkt, bei Patienten mit dem Risiko von Durchblutungsstörungen am Herzen oder Gehirn
  • Verschlechterung der Kreislaufsituation (Erkrankungen der Nieren-Gefäße, schlecht behandelbare Herzmuskelschwäche, zu geringe Blutmenge, größere operative Eingriffe, Blutvergiftung oder schwere Blutungen)
  • Patienten mit Mangel an dem Enzym Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase, das zum Abbau der Wirkstoffe benötigt wird
  • Patienten, bei denen ein Risiko für erhöhte Harnsäure im Blut und damit Gicht besteht
  • Patienten, die beträchtliche Mengen Alkohol trinken und/oder die eine Lebererkrankung in der Vorgeschichte haben
  • Patienten mit schwarzer Hautfarbe, weil diese auf ACE-Hemmer häufiger Gesichtsschwellungen bekommen
  • Patienten, bei denen Anzeichen oder Beschwerden einer Leberschädigung auftreten
  • geplanten chirurgischen Eingriffen, da die Kombination die Blutungszeit verlängert
  • eingeschränkter Nierenfunktion, insbesondere bei Patienten mit schlecht behandelbarer Herzmuskelschwäche oder nach einer Nierenverpflanzung, da das Risiko einer Einschränkung der Nierenfunktion besteht
  • Patienten mit Risiko für einen Kalium-Überschuss im Blut wie bei über 70-jährigen, bei Nierenfunktionsstörungen, unzureichend eingestellter Zuckerkrankheit, Austrocknung, Entgleisung der Herzfunktion oder Übersäuerung des Körpers (Azidose), sowie bei Patienten, die gleichzeitig Kaliumsalze, kaliumsparende Entwässerungsmittel und andere Wirkstoffe, die Kalium im Blut ansteigen lassen, erhalten
  • akut niedrigem Blutdruck, weil dieser durch den ACE-Hemmer zu einer Verschlechterung der Nierenfunktion führen kann.
Besonderheiten:
Wie bei anderen ACE-Hemmern ist es möglich, dass der Kombinationpartner Ramipril bei Patienten mit schwarzer Hautfarbe zur Blutdrucksenkung weniger wirksam ist.

Die Therapie mit der Kombination sollte einige Tage vor einem geplanten größeren operativen Eingriff sowie bei der plötzlichen Notwendigkeit einer schwerwiegenden Operation vorübergehend beendet werden. Bei kleineren Eingriffen wie Zahnziehungen kann es zu einer Verlängerung der Blutungszeit kommen.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Während der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Frauen im gebärfähigen Alter, die keine geeigneten Methoden zu Empfängnisverhütung anwenden, darf die Kombination nicht zum Einsatz kommen. Ihre drei Wirkstoffe schädigen auf unterschiedlichen Wegen und mit unterschiedlicher Auswirkung das Ungeborene. In Tierexperimenten haben sich Missbildungen gezeigt.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Kombination darf bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht angewendet werden. Bei Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren mit Fieber, Grippe oder Windpocken besteht die Gefahr für die Entwicklung des Reye-Syndroms.

Welche Nebenwirkungen können Acetylsalicylsäure + Atorvastatin + Ramipril haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Acetylsalicylsäure + Atorvastatin + Ramipril. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Die möglichen Nebenwirkungen der Behandlung mit der Kombination ergeben sich aus der Summe der Nebenwirkungen der drei Kombinationspartner.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Magen-Darm-Beschwerden (Sodbrennen, Übelkeit und Erbrechen, Magenschmerzen und Durchfall), geringfügige Blutverluste aus dem Verdauungskanal, erhöhter Kalium-Wert im Blut.

Häufige Nebenwirkungen:
plötzliche Bronchialkrämpfe, trockener Reizhusten, Bronchitis, Schmerzen im Brustkorb, Schnupfen, Nasennebenhöhlenentzündung, schwerwiegende Atemnot, Anschwellen der Nasenschleimhaut, Nasen-Rachen-Entzündung, allergische Reaktionen, Hautausschlag (fleckig-pustelig), niedriger Blutdruck, Blutdruckabfall bei Körperlageveränderung, Ohnmacht, Erschöpfung, Blutzucker-Überschuss, Kopfschmerzen, Schwindel, Halsschmerzen, Nasenbluten, Verstopfung, Blähungen, Verdauungsbeschwerden, Durchfall, Essensverweigerung, verminderter Appetit, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Schmerzen in Armen und Beinen, Muskelkrämpfe, Gelenkschwellungen, Rückenschmerzen, auffälliger Leberfunktionstest, erhöhte Werte von Leber-Enzymen, erhöhter Bilirubin-Wert, erhöhte Kreatinkinase im Blut.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Magen-Darm-Geschwüre, Blutungen im Verdauungskanal, Blutarmut (nach längerer Anwendung durch verborgene Blutverluste), Entzündungen im Verdauungskanal, Hautreaktionen, Unterzuckerung, Gewichtszunahme, Albträume, Schlaflosigkeit, Schwindelgefühl, nervliche Missempfindungen, Empfindungsverminderung, Hitzegefühl, Störung des Geschmackssinns, Gedächtnisverlust, depressive Verstimmungen, Angstgefühle, Nervosität, Unruhe, Schlafstörungen (Schläfrigkeit), verschwommenes Sehen, Ohrensausen, Erbrechen, Ober- und Unterbauchschmerzen, Aufstoßen, Bauchspeicheldrüsenentzündung, erhöhte Werte der Bauchspeicheldrüsen-Enzyme, Schwellung des Dünndarms, Gesichtsschwellung (teilweise mit Verlegung der Atemwege), Juckreiz, übermäßiges Schwitzen, Mundtrockenheit, Leberentzündung, Nesselsucht, Hautausschlag, Haarausfall, Nackenschmerzen, Muskelermüdung, Unwohlsein, Schwäche, Schmerzen im Brustkorb, Wassereinlagerung in Armen und Beinen, Fieber, zu viele weiße Blutkörperchen im Urin, Überschuss an unreifen Blutzellen, Durchblutungsstörungen des Herzmuskels (auch mit Angina pectoris oder Herzinfarkt), Herzrasen, Herzrhythmusstörungen, Herzklopfen, Einschränkung der Nierenfunktion (auch akutes Nierenversagen), vermehrte Urinausscheidung, Verschlechterung einer vorbestehenden übermäßigen Eiweißausscheidung mit dem Urin, erhöhte Harnstoff-Werte im Blut, erhöhter Kreatinin-Wert im Blut.

Seltene Nebenwirkungen:
Blutungen (Nasenbluten, Zahnfleischbluten, Hautblutungen oder Blutungen der Harn- und Geschlechtsteile), Verlängerung der Gerinnungszeit, Überempfindlichkeitsreaktionen (der Haut, der Atemwege, des Magen-Darm-Kanals und des Herz-Kreislauf-Systems, insbesondere bei Asthma-Patienten), Blutplättchenmangel, Mangel an weißen Blutkörperchen (einschließlich Mangel an Neutrophilen und Granulozyten), Mangel an roten Blutkörperchen, Mangel an Blutfarbstoff, Nervenstörungen in Armen und Beinen, Sehstörungen, Leberzellschäden, Gelbsucht, Gallenstau, Blutgefäßschwellung, schwere Hautreaktionen (blasiger Ausschlag einschließlich Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom und toxische epidermale Nekrolyse), Nagelauflösung, Muskelschäden, Muskelfaserentzündung, Muskelauflösung, Sehnenerkrankungen (auch Risse), Zittern, Gleichgewichtsstörungen, Bindehautentzündung, Zungenentzündung, Blutgefäßverengung, Durchblutungsstörungen, Blutgefäßentzündung, vorübergehende Erektionsstörungen, verminderte Libido, Verwirrtheitszustände.

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Schwere Blutungen (manchmal lebensbedrohlich), Durchbruch eines Magen- oder Darm-Geschwürs, schwere Hautreaktion (Erythema multiforme), erhöhte Leberwerte bei Blutuntersuchungen, Einschränkung der Nierenfunktion, Gicht-Anfall, allergischer Schock, Hörverlust, Leberversagen, Brustschwellung, Lichtempfindlichkeit der Haut.

Nebenwirkungen unbekannter Häufigkeit:
Zerfall von Muskelgewebe im Rahmen einer Autoimmunerkrankung, Fehlfunktion des Knochenmarks, Mangel an allen Blutzellen, Blutarmut durch Blutzellenzerfall (hämolytische Anämie), Durchblutungsstörungen des Gehirns (auch vorübergehend oder Schlaganfall), Beeinträchtigung des Seelenlebens, brennendes Gefühl, Störungen des Geruchssinns, Mundschleimhautentzündung mit Aphten, Mangel an Natrium im Blut, Durchblutungsstörungen in Fingern und Zehen (Raynaud-Syndrom), akutes Leberversagen, Leberentzündung (mit Gallenstau und Zellauflösung; sehr vereinzelt mit tödlichem Verlauf), Aufmerksamkeitsstörungen.

Besonderheiten:
Kopfschmerzen, Schwindel, gestörtes Hörvermögen oder Ohrensausen (Tinnitus) und geistige Verwirrtheit können Anzeichen einer Überdosierung sein.

Überempfindlichkeitsreaktionen können sich unter anderem in Blutdruckabfall, Atemnot, Schnupfen, Anschwellen der Nasenschleimhaut, allergischem Schock und Gesichsschwellungen äußern.

Welche Wechselwirkungen zeigen Acetylsalicylsäure + Atorvastatin + Ramipril?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Die Kombination darf auf keinen Fall zusammen mit folgenden Wirkstoffen eingesetzt werden:
  • den virenhemmenden Mitteln Tipranavir oder Ritonavir sowie Ciclosporin (zur Verhinderung von Organabstoßungsreaktionen), weil es zur einem Muskelzerfall kommen kann
  • Aliskiren; dies gilt besonders für Patienten mit Zuckerkrankheit oder eingeschränkter Nierenfunktion, weil sich letztere weiter verschlechtern kann
  • negativ geladenen Oberflächen, wie es die bei der Blutwäsche verwendeten Membranen darstellen, weil das allergische Reaktionen fördert.
Weitere Wechselwirkungen werden für die Kombinationspartner einzeln betrachtet:

Acetylsalicylsäure
Die Einnahme vor oder gleichzeitig mit anderen Gerinnungshemmern (Antikoagulantien) erhöht das Blutungsrisiko. Daher wird der Arzt die Gerinnung sehr sorgfältig überwachen.

Zusammen mit anderen nicht-steroidalen Antirheumatika, Glukokortikoiden, Antidepressiva aus der Wirkstoffgruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) und Alkohol steigt das Risiko von Blutungen und Geschwüren im Magen-Darm-Kanal.

Das Herzglykosid Digoxin wird in Wirkung und Nebenwirkungen gesteigert. Bei gleichzeitiger Behandlung mit der Kombination oder am Therapie-Ende wird der Arzt daher den Blutgehalt an Digoxin überprüfen.

Antidiabetika einschließlich Insulin werden in ihrer blutzuckersenkenden Wirkung erhöht, was eine häufigere Überwachung des Blutzuckerspiegels nötig macht.

Das Antirheumatikum Methotrexat wird in seiner Ausscheidung behindert und den Nebenwirkungen verstärkt. Daher ist eine gleichzeitige Behandlung mit Methotrexat in einer Dosierung von 15 Milligramm oder mehr pro Woche verboten. Bei einer Methotrexat-Dosierung von weniger als 15 Milligramm pro Woche wird der Arzt insbesondere zu Behandlungsbeginn die Nierenfunktion und das Blutbild kontrollieren.

Die Blutkonzentration der Antiepileptika Phenytoin, Valproinsäure und Barbiturate steigt an, sodass ihre Dosierung bei gleichzeitiger Anwendung manchmal vom Arzt verändert werden muss.

Zusammen mit Entwässerungsmitteln kann ein akutes Nierenversagen ausgelöst werden, insbesondere bei ausgetrockneten Patienten.

Gichtmittel werden in ihrer Wirkung abgeschwächt, während sie ihrerseits die Ausscheidung von Acetylsalicylsäure behindern.

Das Antibiotikum Vancomycin wird in seiner Giftwirkung auf das Gehör verstärkt.

Interferon-alpha (beispielsweise zur Behandlung von Leberentzündung) wird in seiner Wirkung abgeschwächt.

Das Antidepressivum Lithium wird in seiner Ausscheidung so stark behindert, dass es giftig wirken kann. Sofern der Arzt diese Kombination nicht für vermeidbar hält, wird er zu Therapiebeginn, bei Dosisanpassungen sowie beim Absetzen der Behandlung mit der Kombination den Lithium-Gehalt des Blutes sorgfältig überwachen.

Säurehemmende Mittel (Antazida) mindern den Säuregrad des Urins und erhöhen dadurch die Ausscheidung von Acetylsalicylsäure über die Niere.

Das virenhemmde Mittel Zidovudin wird durch Hemmung seines Abbaus in der Wirkung, aber auch den Nebenwirkungen gesteigert.

Acetylsalicylsäure kann folgende Laborwerte verändern:
  • im Blut:
    ALAT und ASAT, alkalische Phosphatase, Ammoniak, Bilirubin, Cholesterin und Triglyzeride, Kreatinkinase, freies Schilddrüsenhormon Thyroxin (und die Eiweiße, die es im Blut binden), Lactatdehydrogenase, Harnsäure, Blutzucker, das Schmerzmittel Paracetamol und Gesamteiweiß.
  • im Urin:
    Verminderung des weiblichen Hormons Estriol, von 5-Hydroxyindolessigsäure, 4-Hydroxy-3-methoxymandelsäure, Gesamtöstrogene und Zucker.
Atorvastatin
Atorvastatin wird von einem leicht beeinflussbaren Enzymsystem abgebaut. Die gleichzeitige Anwendung starker Hemmstoffe dieses Systems führt zu höheren Blutkonzentrationen von Atorvastatin und der Gefahr von Nebenwirkungen auf die Muskeln. Starke Hemmstoffe sind: Ciclosporin (zur Verhinderung von Organabstoßungsreaktionen), das Antiepileptikum Stiripentol, die Antibiotika Telithromycin und Clarithromycin, die Pilzmittel Ketoconazol, Voriconazol, Itraconazol und Posaconazol, das virenhemmde Mittel Delavirdin und HIV-1-Proteasehemmer wie Ritonavir, Lopinavir, Atazanavir, Indinavir und Darunavir. Eine Kombination mit diesen Wirkstoffen sollte möglichst vermieden werden. Antibiotika wie Erythromycin, die Blutdrucksenker Diltiazem und Verapamil sowie das Pilzmittel Fluconazol und das Antiarrhythmikum Amiodaron sind eher mäßige Hemmer, die der Arzt unter sorgfältiger Beobachtung kombinieren kann.

Die gleichzeitige Gabe von Atorvastatin und Wirkstoffen, die die Enzymaktivität fördern, kann die Wirksamkeit des Statins vermindern. Zu diesen Stoffen gehören das virenhemmende Mittel Efavirenz, das Tuberkulose-Mittel Rifampicin, sowie Johanniskraut (gegen Depressionen).

Die Anwendung von Fibraten und Ezetimib (Wirkstoffe gegen Fettstoffwechselstörungen) allein ist gelegentlich mit Muskelbeschwerden bis hin zur Muskelauflösung verbunden. Das Risiko dieser Ereignisse kann bei gleichzeitiger Anwendung mit der Kombination erhöht sein. Wenn eine gleichzeitige Anwendung nicht vermieden werden kann, wird der Arzt die Patienten entsprechend überwachen. Gleiches gilt auch für das Antibiotikum Fusidinsäure.

Atorvastatin beeinflusst seinerseits die Wirkungen gleichzeitig angewendeter Substanzen. So steigert Atorvastatin die Blutkonzentration des Herzglykosids Digoxin, was eine strenge ärztliche Überwachung bedingt.

Orale Kontrazeptiva ("Pille") werden durch die gleichzeitige Einnahme von Atorvastatin in der Wirkung und den Nebenwirkungen verstärkt.

Atorvastatin kann die Wirkung von Gerinnungshemmern (Antikoagulantien) leicht und vorübergehend steigern. Daher wird der Arzt die Blutgerinnung vor Beginn der Behandlung mit der Kombination und in den ersten Wochen der Therapie häufig kontrollieren, um sicherzustellen, dass es zu keiner nennenswerten Veränderung kommt. Gleiches gilt für die Zeit, wenn die Behandlung mit der Kombination endet.

Ramipril
Weil Ramipril auf die Hormone einwirkt, die den Wasserhaushalt des Körpers regeln, darf es nicht mit anderen, ähnlich wirkenden Substanzen wie beispielsweise Aliskiren zusammen angewendet werden. Ansonten kann es zu einer höheren Rate an unerwünschten Ereignissen wie Blutdruckabfall, Kaliumüberschuss im Blut und einer Abnahme der Nierenfunktion (einschließlich eines akuten Nierenversagens) kommen.

Kaliumsalze, das blutverdünnende Heparin, kaliumsparende Entwässerungsmittel und andere Wirkstoffe, welche die Kaliumkonzentration im Blut ansteigen lassen (darunter andere Blutdrucksenker wie AT1-Rezeptor-Antagonisten, das Antibiotikum Trimethoprim und das Immunologikum Tacrolimus) können zusammen mit der Kombination zu einem Kaliumüberschuss im Blut und damit Herzrhythmusstörungen führen.

Alle anderen Blutdrucksenker und Substanzen, die eine Blutdrucksenkung bewirken, können mit der Kombination zu einem plötzlichen Blutdruckabfall führen. Dazu gehören Nitrate, trizyklische Antidepressiva, Narkosemittel, Alkohol, das Muskelrelaxans Baclofen, sowie die Alpha-Sympatholytika Alfuzosin, Doxazosin, Prazosin, Tamsulosin und Terazosin, die gegen gutartige Prostata-Vergrößerung eingesetzt werden.

Im Gegensatz dazu können alle Wirkstoffe, die den Blutdruck steigern wie Isoproterenol, Dobutamin, Dopamin, Epinephrin die blutdrucksenkende Wirkung der Kombination abschwächen.

Krankhafte Veränderungen des Blutbildes sind zu erwarten, wenn die Kombination zusammen mit blutbildverändernden Substanzen angewendet wird. Dazu gehören beispielsweise das Gichtmittel Allopurinol, Glukokortikoide, Procainamid, immunschwächende Mittel und Zytostatika.

Bei Gabe des Antidepressivums Lithium muss dessen Blutkonzentration ärztlich überwacht werden, da sie durch Ramipril wie bei Acetylsalicylsäure gesteigert wird.

Ramipril verstärkt wie Acetylsalicylsäure die blutzuckersenkenden Eigenschaften von Antidiabetika, was eine sorgfältige Blutzucker-Überwachung nötig macht.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Es ist umgehend ein Arzt zu verständigen, wenn schwarzer Stuhl oder blutiges Erbrechen auftritt.
  • Nebenwirkungen wie Schwindel und Konzentrationsschwäche können Autofahren und das Bedienen von Maschinen gefährlich machen. Dies gilt besonders bei Dosis- oder Präparatewechsel.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Acetylsalicylsäure + Atorvastatin + Ramipril?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Acetylsalicylsäure + Atorvastatin + Ramipril enthalten sind.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

So wirkt Acetylsalicylsäure + Atorvastatin + Ramipril

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Acetylsalicylsäure + Atorvastatin + Ramipril. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen ACE-Hemmer, Statine, Blutverdünner (Antikoagulantien), zu welcher die Wirkstoffkombination Acetylsalicylsäure + Atorvastatin + Ramipril gehört.

Anwendungsgebiete der Wirkstoffkombination Acetylsalicylsäure + Atorvastatin + Ramipril

Die Kombination wird angewendet, wenn Patienten schon einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten haben, um ein weiteres Ereignis dieser Art zu verhindern. Sie dient der einfacheren Behandlung erwachsener Patienten, die mit gleichzeitiger einzelner Gabe der Kombinationspartner in entsprechender Dosierung ausreichend versorgt sind.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Acetylsalicylsäure + Atorvastatin + Ramipril sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Acetylsalicylsäure + Atorvastatin + Ramipril

Die Kombination Acetylsalicylsäure + Atorvastatin + Ramipril schafft Voraussetzungen, die für die Verhinderung weiterer Schlaganfälle oder Herzinfarkte wichtig sind: Eine ausreichende Fließfähigkeit des Blutes, die Verhinderung von Ablagerungen in den Blutgefäßen, eine Senkung des Blutdrucks und die Weitstellung der Gefäße. Darin ergänzen sich die Eigenschaften der drei Kombinationspartner.

Acetylsalicylsäure gehört hier zur Wirkstoffgruppe der Blutverdünner (Antikoagulantien). Sie hemmt dauerhaft die Zusammenlagerung und Verklumpung von Blutplättchen. Diese Wirkung wird erreicht, indem der Wirkstoff die Bildung von Thromboxan A2 verhindert, einem Botenstoff, der das Signal zur Verklumpung gibt und die Blutgefäße zusammenzieht. Der hemmende Effekt ist nachhaltig und dauert normalerweise über die gesamte achttägige Lebensdauer eines Blutplättchens an. In der niedrigen Dosierung, welche bei der Kombination zum Einsatz kommt, ist nur diese Wirkung der Acetylsalicylsäure von Bedeutung. Eine Schmerzstillung oder Entzündungshemmung kann damit nicht erreicht werden.

Atorvastatin gehört zur Wirkstoffgruppe der Statine, die gegen Fettstoffwechselstörungen eingesetzt werden. Es ist ein gezielter Hemmstoff eines Enzyms (HMG-CoA-Reduktase), das einen wichtigen Schritt bei der Herstellung von Cholesterin begleitet. In der Leber werden Fette (Triglyzeride) und Cholesterin in Very-Low-Density-Lipoproteine (VLDL) eingebaut und zum weiteren Transport in das Blut freigesetzt. Aus den VLDL entstehen Low-Density-Lipoproteine (LDL); beide sind wesentlich an der Bildung von Ablagerungen (Plaques) in den Blutgefäßen beteiligt. Indem die Cholesterin-Bildung verhindert wird, sinkt der Gehalt des Blutes an VLDL und LDL, was die Plaque-Bildung(Atherosklerose) verzögert.

Ramipril gehört zur Wirkstoffgruppe der ACE-Hemmer. Aus dem an sich unwirksamen Ramipril entsteht im Körper das wirksame Ramiprilat. Ramiprilat hemmt das Angiotensin-Converting-Enzym (ACE). ACE stellt im Blut und Gewebe aus Angiotensin I die Substanz Angiotensin II her, welches die Blutgefäße zusammenzieht. Außerdem baut ACE einen Botenstoff ab, der die Blutgefäße erweitert. Das Enzym wirkt also indirekt zweifach auf die Verengung von Blutgefäßen und verursacht damit eine Erhöhung des Blutdrucks. Wird das Enzym durch einen ACE-Hemmer blockiert, bleiben die Blutgefäße weitgestellt, der Blutdruck sinkt und die Versorgung der Gewebe mit Nährstoffen und Sauerstoff verbessert sich.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.