Epinephrin

Allgemeines

Epinephrin wird wie folgt eingesetzt:

  • bei der Wiederbelebung zusammen mit einer Herzmassage zur Blutdrucksteigerung, damit Herz und Hirn wieder genug mit Blut versorgt werden. Außerdem schafft Epinephrin eine günstigere Ausgangssituation für eine Elektroschock-Therapie des Herzens.
  • Nach der Wiederbelebung, bei allergischem Schock oder Patienten an der Herz-Lungen-Maschine zur Steigerung der Herzleistung und des Blutdrucks. Dabei steigert man durch Kombination von Epinephrin mit anderen Wirkstoffen die Herzleistung bei relativ niedrigem Sauerstoffverbrauch des Herzmuskels und ohne dabei die Nierendurchblutung wesentlich einzuschränken.
  • Beim allergischen Schock erweitert Epinephrin die Bronchien und reduziert die Schleimhautschwellungen, indem es die Blutgefäße verengt, was zudem auch den Blutdruck hebt.

  • Bei der örtlichen Anwendung zieht Epinephrin die Blutgefäße gezielt zusammen, dadurch werden Sickerblutungen gestillt, die Schleimhaut schwillt ab und Mittel zur örtlichen Betäubung, aber auch Allergene und Gifte geraten nicht so schnell in den übrigen Körper.

Allerdings darf Epinephrin nicht bei chirurgischen Eingriffen am Auge oder am verletzten Ohr oder vor einem chirurgischen Eingriff am Ohr verwendet werden.
 

 

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Blutdruck anheben
  • Blutgefäße zusammenziehen
  • Bronchien erweitern
  • Herzfrequenz steigern
  • Nierentätigkeit hemmen

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Epinephrin im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Epinephrin nicht verwendet werden?

Ganz allgemein darf Epinephrin nicht angewendet werden bei

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
  • einer speziellen Form des Grünen Star (Engwinkelglaukom)
  • anfallsweisem Herzrasen
  • einer Herzrhythmusstörung mit unnormal schnellem Herzschlag.

Eine nicht-örtliche Anwendung ist untersagt bei

  • Bluthochdruck
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • einem Krebs der Nebenniere (Phäochromozytom)
  • gutartiger Vergrößerung der Vorsteherdrüse mit Restharnbildung
  • schweren Nierenfunktionsstörungen
  • Erkrankungen der Herzkranzgefäße oder des Herzmuskels
  • Arteriosklerose
  • druckbelastetem rechten Herz infolge einer Drucksteigerung im Lungenkreislauf (Lungenhochdruck).

Ein örtlicher Einsatz des Wirkstoffs verbietet sich bei örtlicher Betäubung von Fingern, Zehen, Penis oder Nasenspitze, weil es zum Absterben von Gewebe kommen kann.

Nicht-örtlich darf Epinephrin nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle eingesetzt werden bei unausgeglichener diabetischer Stoffwechsellage (Unterzuckerung, Zuckerüberschuss) und Mangel oder Überschuss an Calcium im Blut.

Örtlich darf Epinephrin nur nach sorgfältiger ärztlicher Abwägung von Nutzen und Risiko, in niedrigstmöglicher Dosierung und unter sorgfältiger Überwachung angewendet werden bei

  • niedrigem Blutdruck
  • schnellen Herzrhythmusstörungen
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • einem Krebs der Nebenniere (Phäochromozytom)
  • Erkrankungen der Herzkranzgefäße oder des Herzmuskels oder Herzinfarkt
  • schwerer Arteriosklerose (insbesondere des Gehirns)
  • Schädigung des Herzens durch Lungenhochdruck, chronischen Lungenerkrankungen oder Verengungen der Mitralklappe des Herzens
  • schweren Nierenfunktionsstörungen
  • gutartiger Vergrößerung der Vorsteherdrüse mit Restharnbildung.

Eine besonders enge Überwachung und Beschränkung auf die niedrigstmögliche Dosierung ist erforderlich bei verstärkter Anfälligkeit für Nebenwirkungen von Epinephrin, beispielsweise durch andere Wirkstoffe, die diese in Wahrscheinlichkeit oder Schwere steigern können. Dies gilt auch für Patienten, die im Falle von Nebenwirkungen besonders gefährdet wären, wie Kinder und Kleinkinder, alte Patienten, Zuckerkranke und Patienten mit Übersäuerung (Azidose) oder bestimmten Mineralstörungen des Blutes wie Kaliummangel oder Calciumüberschuss.
 

 

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Epinephrin kann den Mutterkuchen durchdringen. Nebenwirkungen beim Ungeborenen sind wegen der begrenzten Anwendungszeit und weil die Substanz schnell zerfällt im Körper nicht bekannt geworden. Unter Umständen kann es jedoch zu einer verminderten Durchblutung des Mutterkuchens kommen. Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass es auch zu Zusammenziehungen der Gebärmutter und dort zur Minderdurchblutung kommen kann. Auch ist eine wehenhemmende Wirkung bekannt. Daher darf Epinephrin in der Schwangerschaft nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt, in möglichst niedriger Dosierung und unter sorgfältiger Überwachung angewendet werden.

Der Wirkstoff geht in die Muttermilch über. Da eingenommenes Epinephrin nur wenig in den Körper aufgenommen und zudem schnell abgebaut wird, ist ein Abstillen nicht erforderlich.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Epinephrin kann auch bei Kindern als Notfallmedikament eingesetzt werden.

Welche Nebenwirkungen kann Epinephrin haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Epinephrin. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Ob und wieweit es zu unerwünschten Effekten kommt, hängt von der Dosis an Epinephrin und der individuellen Empfindlichkeit des Patienten ab. So können die nachfolgend genannten Nebenwirkungen sowohl bei allgemeiner als auch bei örtlicher Anwendung auftreten. Da die Häufigkeit der Nebenwirkungen auf Grundlage der verfügbaren Studien nicht abschätzbar ist,
können hierzu keine Angaben gemacht werden.

Nebenwirkungen unbekannter Häufigkeit:
Zuckerüberschuss im Blut, Übersäuerung (metabolische Azidose), Kaliummangel im Blut, Magnesiummangel im Blut, Unruhe, Nervosität, Angst, Halluzinationen, Psychose-artige Zustände, Schwindel, Kopfschmerz, Zittern, epileptische Anfälle, Unsicherheitsgefühl, Weitstellung der Pupillen, Minderdurchblutung des Herzmuskels, Herzmuskelschädigung, Herzmuskelschädigung durch körperlichen Stress, Herzrasen, zusätzliche Herzschläge, schnelle Herzrhythmusstörungen (bis hin zu Kammerflimmern und Herzstillstand), Herzklopfen, Angina pectoris, Blutgefäßverengung (in Haut, Schleimhäuten und Nieren), Kältegefühl in Armen und Beinen, Bluthochdruck (unter Umständen mit Gefahr von Hirnblutungen), Atemnot, Wasser in der Lunge, Speichelfluss, Übelkeit und Erbrechen, Blässe, Schweißausbrüche, Muskelkrämpfe, verminderte Harnmenge, Harnverhalt, Schwierigkeiten beim Wasserlassen, Schwäche, Gewebstod durch Minderdurchblutung im Anwendungsgebiet (beispielsweise an der Haut; insbesondere bei Gabe in oder in die Nähe von Blutgefäßen).

 

Welche Wechselwirkungen zeigt Epinephrin?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Narkosemitteln wie Enfluran, Isofluran, Halothan und anderen, die das Herz empfindlicher gegen die Wirkung von Epinephrin machen, können schnelle Herzrhythmusstörungen bis hin zum Kammerflimmern auftreten. Wird Epinephrin in solchen Fällen als Zusatz zu einem Mittel zur örtlichen Betäubung oder zur Blutstillung eingesetzt, sind bestimmte Höchstdosen vom Arzt zu beachten.

Bei gleichzeitiger Therapie mit anderen Beta-2-Sympathomimetika wie beispielsweise Orciprenalin zur Asthma-Therapie verstärken sich Wirkungen und Nebenwirkungen gegenseitig.

Das Schilddrüsenhormon L-Thyroxin, Theophyllin (gegen Asthma), das wehenfördernde Oxytocin, der Blutstiller Carbazochrom, Herzglykoside (gegen Herzmuskelschwäche), das Notfallmedikament Atropin, bestimmte H1-Antihistaminika wie Diphenhydramin und Chlorphenamin, tri- oder tetrazyklische Antidepressiva sowie MAO-Hemmer, die Blutdrucksenker Guanethidin und Reserpin, das Parkinson-Mittel Levodopa und Hemmstoffe seines Abbaus im Körper sowie Alkohol können den Abbau von Epinephrin verlangsamen und die Empfindlichkeit gegenüber Epinephrin und die Anfälligkeit für Herzrhythmusstörungen und andere unerwünschte Nebenwirkungen erhöhen.

Alpha-Sympatholytika und Psychopharmaka aus der Untergruppe der Phenothiazine können die blutdrucksteigernde Wirkung, Betablocker zusätzlich die bronchienerweiternde Wirkung von Epinephrin aufheben. Vor allem die Gabe von nicht gezielt herzwirksamen Betablockern kann eine Bluthochdruck-Krise mit Verlangsamung der Herztätigkeit bis zum Stillstand auslösen.

Epinephrin kann einen Blutzuckeranstieg bewirken und somit die Wirkung von Antidiabetika abschwächen.

Die Zugabe von Epinephrin zu Lösungen mit Mitteln zur örtlichen Betäubung verzögert deren Abbau im Gewebe und verstärkt und verlängert ihre Wirkung.

Wegen der Möglichkeit unerwünschter Wechselwirkungen kann es notwendig sein, dass der Arzt auf die Gabe von Epinephrin verzichtet, Epinephrin in verminderter Dosis verwendet, die Dosis der Kombinationspartner herabsetzt oder die Behandlung mit ihnen (rechtzeitig) vor Anwendung von Epinephrin beendet.

 

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Bei der Anwendung am Auge kann der Wirkstoff die Sehleistung und somit das Reaktionsvermögen so weit beeinträchtigen, dass Autofahren und das Bedienen von Maschinen gefährlich sind.
  • Die Anwendung des Medikaments kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen. Zudem kann es bei Missbrauch als Dopingmittel zu einer Gefährdung der Gesundheit kommen.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

 

Welche Medikamente beinhalten Epinephrin?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Epinephrin enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

 
Medikament
Darreichungsform
Anapen 150/ -300 Mikrogramm in 0,3 ml-Injektionslösung
Fertigspritzen

 

So wirkt Epinephrin

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Epinephrin. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Beta-2-Sympathomimetika, Alpha-Sympathomimetika, zu welcher der Wirkstoff Epinephrin gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Epinephrin

Epinephrin wird wie folgt eingesetzt:

  • bei der Wiederbelebung zusammen mit einer Herzmassage zur Blutdrucksteigerung, damit Herz und Hirn wieder genug mit Blut versorgt werden. Außerdem schafft Epinephrin eine günstigere Ausgangssituation für eine Elektroschock-Therapie des Herzens.
  • Nach der Wiederbelebung, bei allergischem Schock oder Patienten an der Herz-Lungen-Maschine zur Steigerung der Herzleistung und des Blutdrucks. Dabei steigert man durch Kombination von Epinephrin mit anderen Wirkstoffen die Herzleistung bei relativ niedrigem Sauerstoffverbrauch des Herzmuskels und ohne dabei die Nierendurchblutung wesentlich einzuschränken.
  • Beim allergischen Schock erweitert Epinephrin die Bronchien und reduziert die Schleimhautschwellungen, indem es die Blutgefäße verengt, was zudem auch den Blutdruck hebt.

  • Bei der örtlichen Anwendung zieht Epinephrin die Blutgefäße gezielt zusammen, dadurch werden Sickerblutungen gestillt, die Schleimhaut schwillt ab und Mittel zur örtlichen Betäubung, aber auch Allergene und Gifte geraten nicht so schnell in den übrigen Körper.

Allerdings darf Epinephrin nicht bei chirurgischen Eingriffen am Auge oder am verletzten Ohr oder vor einem chirurgischen Eingriff am Ohr verwendet werden.
 

 

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Epinephrin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Epinephrin

Epinephrin ist mit Adrenalin, dem Hormon aus den Zellen des Nebennierenmarks, gleichzusetzen. Stellt man es synthetisch her, entsteht ein Gemisch aus einem unnatürlichen, praktisch inaktiven, rechtsdrehenden Adrenalin (dessen Molekülform etwas anders ist) und natürlichem, linksdrehendem. Das rohe synthetische Adrenalin ist daher nur zur Hälfte wirksam. Seine volle Aktivität erhält es durch Abtrennen der rechtsdrehenden Form.

Epinephrin gehört sowohl zur Wirkstoffgruppe der Beta-2-Sympathomimetika wie der Alpha-Sympathomimetika. In Abhängigkeit von der Verteilung seiner Bindungsstellen (Rezeptoren) in den Organen sowie Dosis und Art der Verabreichung von Epinephrin können die Eigenschaften der einen oder anderen Gruppe überwiegen.

Im niedrigen Dosisbereich (etwa ein bis zwei Mikrogramm/Minute beim Erwachsenen) werden vor allem Beta-1- und Beta-2-Rezeptoren erregt. Am Herzen beschleunigt es die Reizleitung und damit den Puls, verstärkt die Schlagkraft und steigert damit den Blutdruck. Bronchialkrämpfe lösen sich, weil die Muskelspannung in den Atemwegen abnimmt.

Bei mittleren Dosierungen kombinieren sich die Wirkungen auf Alpha- und Betarezeptoren. Der Puls beschleunigt sich, Herzleistung und Blutdruck steigen, die Blutgefäße der Niere verengen sich (Verringerung von Durchblutung und Mineralsalz-Ausscheidung der Nieren), die Blutgefäße der Haut ziehen sich zusammen (Blässe) und erweitern sich im Bereich der Muskulatur und der Eingeweide, aber auch an den Herzkranzgefäßen.

Mit steigender Dosierung treten die Effekte der Alpha-Rezeptoren mehr in den Vordergrund. Die Blutgefäße verengen sich stärker und das Herz muss gegen einen höheren Widerstand anarbeiten. Dadurch kann eine Gegenregulation ausgelöst werden, welche ein zunächst bestehendes Herzrasen in eine unnormal langsame Herztätigkeit übergehen lässt.

Hohe Dosen von Epinephrin (über zehn Mikrogramm/Minute beim Erwachsenen) wirken stark anregend auf das Herz. Es kommt zum Herzrasen, zu Herzrhythmusstörungen und allgemeinem Anstieg des Blutdruckes.

 

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.