Trimethoprim

Allgemeines

Der Wirkstoff Trimethoprim wird bei unkomplizierten Entzündungen der ableitenden Harnwege (Harnwegsinfektionen) angewendet, wenn diese durch trimethoprimempfindliche Bakterien verursacht sind.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • bakterielle Harnwegsinfektionen bekämpfen
  • wiederkehrenden bakteriellen Harnwegsinfektionen vorbeugen

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Trimethoprim im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Trimethoprim nicht verwendet werden?

Der Wirkstoff darf bei Überempfindlichkeit gegen Trimethoprim oder andere Sulfonamide sowie bei schweren Nierenfunktionsstörungen, krankhaften Blutbildveränderungen wie Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie), Verminderung der Granulozyten im Blut (Granulozytopenie) oder Blutarmut (megaloblastäre Anämie) nicht angewendet werden.

Bei leichten Nierenfunktionsstörungen, Leberfunktionsstörungen oder einem Mangel an Folsäure im Körper (was sich durch eine spezielle Form der Blutarmut, Kribbeln in Händen und Füßen bemerkbar macht) sollte Trimethoprim nur nach sorgfältiger ärztlicher Nutzen-Risiko-Abwägung verabreicht werden.

Bei Kindern mit einer geistigen Behinderung, die im Zusammenhang mit einer speziellen Chromosomenerkrankung (fragiles X-Chromosom) steht, sollte die Anwendung ebenfalls nur in Ausnahmefällen und bei ärztlicher Beobachtung erfolgen.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Sowohl während der Schwangerschaft als auch während der Stillzeit müssen Risiko und Nutzen einer Anwendung von Trimethoprim ärztlich sorgfältig geprüft werden.

Da Trimethoprim den Folsäurestoffwechsel beeinflusst und entsprechende Studien bisher nicht vorliegen, kann ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko beim Menschen derzeit nicht sicher ausgeschlossen werden.

Die in der Muttermilch festgestellten Wirkstoffmengen von Trimethoprim sind gering und bedeuten nach bisherigen Kenntnissen keine Gefährdung für den Säugling.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Frühgeborene und Neugeborene unter sechs Wochen dürfen Trimethoprim nicht erhalten.

Welche Nebenwirkungen kann Trimethoprim haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Trimethoprim. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Blähungen, Appetitmangel, Müdigkeit, allgemeines Schwächegefühl, Völlegefühl, Mundschleimhautentzündungen, Zungenentzündungen, Hautausschläge mit Juckreiz , seltsamer Geschmack.

Seltene Nebenwirkungen:
Leberenzymwerterhöhungen (Transaminasen), Blutbildveränderungen wie Verminderung der Blutplättchen, Verminderung der weißen Blutzellen, Blutarmut (Methämoglobinämie), Hirnhautentzündungen, Fieber, Kreatinin-werteanstieg, Harnstoffwerteanstieg.

Sehr seltene und vereinzelt auftretende Nebenwirkungen:
Hautablösungen mit Fieber (Stevens-Johnson-Syndrom, Lyell-Syndrom), Hautschuppungen (exfoliative Dermatitis), knotiger Hautausschlag, Juckreiz, erhöhte Empfindlichkeit der Haut gegenüber Sonnenlicht, Bauchspeicheldrüsenentzündungen, vorübergehende Zeugungsfähigkeitseinschränkung beim Mann.

Besonderheiten:
Bei Langzeitanwendung von Trimethoprim können vereinzelt Samenbildungsstörungen beim Mann auftreten.

Bei schweren anhaltenden Durchfällen sollte eine pseudomembranöse Kolitis vom Arzt ausgeschlossen werden. Gegebenenfalls muss der Wirkstoff abgesetzt werden.

Welche Wechselwirkungen zeigt Trimethoprim?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Pyrimethamin, ein Antibiotikum und Mittel gegen Malaria, kann in Kombination mit Trimethoprim zu Blutbildveränderungen (Blutarmut, zu niedrige Anzahl der Blutplättchen und weißen Blutzellen) führen.

Bei gleichzeitiger Einnahme von Dicumarol wird dessen gerinnungshemmende Wirkung verstärkt und es kann vermehrt zu Blutungen und blauen Flecken (Hämatomen) kommen.

Cyclosporin (Wirkstoff, der bei Transplantationen und Autoimmunerkrankungen eingesetzt wird) kann bei gleichzeitiger Gabe eine vorübergehende Nierenfunktionsstörung auslösen.

Bei gleichzeitiger Gabe von Phenytoin (Wirkstoff gegen Krampfanfälle) können die Nebenwirkungen dieses Wirkstoffs zunehmen.

Da Trimethoprim die Folsäurebildung hemmt, kann es in Kombination mit anderen Wirkstoffen, die dies auch tun, zu Folsäuremangelzuständen wie zum Beispiel Blutarmut kommen. Diese Wechselwirkung kann auftreten in Kombination mit Phenytoin, Methotrexat (wird bei Autoimmunerkrankungen und der Krebstherapie verwendet), Primidon (wirkt gegen Krampfanfälle), Barbituraten (Schlaf- und Beruhigungsmittel) oder dem Schmerzmittel Aminosalicylsäure.

Antibiotika wie Trimethoprim beeinflussen die natürliche Darmflora. Dies kann dazu führen, dass Wirkstoffe zur Verhütung einer Schwangerschaft in nicht mehr ausreichendem Maße in den Körper aufgenommen werden. Es wird deshalb empfohlen, für die Dauer der Anwendung zusätzliche Verhütungsmaßnahmen anzuwenden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Beim Auftreten von Halsentzündungen, Fieber oder grippeartigen Symptomen während der Therapie mit dem Wirkstoff müssen sofortige Blutbildkontrollen durchgeführt werden, da sich dahinter eine aseptische Hirnhautentzündung verbergen könnte.
  • Eine regelmäßige ärztliche Kontrolle der Leberwerte und Nierenwerte ist während der Behandlung empfehlenswert.
  • Bei Verabreichung des Wirkstoffs über Monate ist eine regelmäßige ärztliche Kontrolle des Blutbildes, einschließlich des Differentialblutbildes, in vierwöchigen Abständen erforderlich.
  • Starke Sonnen- oder UV-Einstrahlungen auf die Haut sollten während der Behandlung vermieden werden.
  • Es ist denkbar, dass der Wirkstoff die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigt. Die aktive Teilnahme am Straßenverkehr und das Bedienen von Maschinen kann beeinträchtigt sein.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Trimethoprim?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Trimethoprim enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

So wirkt Trimethoprim

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Trimethoprim. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Sulfonamide und Trimethoprim, Antibiotika, Folsäure-Antagonisten, zu welcher der Wirkstoff Trimethoprim gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Trimethoprim

Der Wirkstoff Trimethoprim wird bei unkomplizierten Entzündungen der ableitenden Harnwege (Harnwegsinfektionen) angewendet, wenn diese durch trimethoprimempfindliche Bakterien verursacht sind.

Bei häufig wiederkehrenden bakteriellen Harnwegsinfekten kann Trimethoprim auch vorbeugend eingesetzt werden.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Trimethoprim sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Trimethoprim

Der Wirkstoff Trimethoprim gehört zur Gruppe der Sulfonamide und Trimethoprim und hier zu den Folsäure-Antagonisten. Er hat wie die anderen Vertreter seiner Wirkstoffgruppe eine bakterienwachstumshemmende (bakteriostatische) Wirkung.

Diese bakteriostatische Wirkung beruht auf der Hemmung des Enzyms Dihydrofolsäurereduktase. Dadurch verhindert Trimethoprim in den Bakterien den Aufbau der für die Erreger lebenswichtigen Folsäure. In der Folge ist der Zellstoffwechsel der Bakterien gestört und diese können sich nicht mehr vermehren.

Zum Wirkungsspektrum von Trimethoprim gehören sowohl grampositive Bakterien (beispielsweise Pneumokokken) als auch zahlreiche gramnegative Bakterien, die häufig ursächlich für Harnwegsinfektionen sind (außer Pseudomonas aeruginosa).

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.