Infectotrimet 50/-100 Saft

Hersteller: INFECTOPHARM Arzneimittel und CONSILIUM GmbH
Wirkstoff: Trimethoprim
Darreichnungsform: Saft
Rezeptpflichtig

Wirkung

Infectotrimet 50/-100 Saft enthält den Wirkstoff Trimethoprim.

Der Wirkstoff Trimethoprim wird bei unkomplizierten Entzündungen der ableitenden Harnwege (Harnwegsinfektionen) angewendet, wenn diese durch trimethoprimempfindliche Bakterien verursacht sind.

Bei häufig wiederkehrenden bakteriellen Harnwegsinfekten kann Trimethoprim auch vorbeugend eingesetzt werden.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Trimethoprim sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Sulfonamide und Trimethoprim, Antibiotika, Folsäure-Antagonisten, zu welcher der Wirkstoff Trimethoprim gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • unkomplizierte Entzündungen der Harnwege, die durch Trimethoprim-empfindliche Keime hervorgerufen werden
  • vorbeugende Langzeitbehandlung von wiederkehrenden Harnwegsentzündungen

Dosierung

Der Saft wird im allgemeinen nur Kindern und Jugendlichen verschrieben, wobei sich die Dosierung nach dem Gewicht und dem Alter des Patienten richtet. Eine Dosierspritze enthält fünf Milliliter des Medikaments und ist in 0,25-Milliliter-Schritte unterteilt. Bei Infectotrimet 50 Saft entspricht eine volle Dosierspritze 50 Milligramm des Wirkstoffes Trimethoprim. Bei Infectotrimet 100 Saft sind in einer vollen Dosierspritze 100 Milligramm Trimethoprim enthalten.

Säuglinge, die zwischen 5 und 10 Kilogramm wiegen, erhalten zweimal täglich eine halbe Dosierspritze der 50 Milligramm-Dosierung oder zweimal täglich eine viertel Dosierspritze der 100 Milligramm-Dosierung. Kleinkinder, die zwischen 10 und 20 Kilogramm wiegen, erhalten zweimal täglich eine Dosierspritze der 50 Milligramm-Dosierung oder zweimal täglich eine halbe Dosierspritze der 100 Milligramm-Dosierung. Schulkinder, die zwischen 20 und 40 Kilogramm wiegen, erhalten zweimal täglich zwei Dosierspritzen der 50 Milligramm-Dosierung oder zweimal täglich eine Dosierspritze der 100 Milligramm-Dosierung.

Jugendliche über zwölf Jahre erhalten zweimal täglich 150 Milligramm bis 200 Milligramm des Wirkstoffes Trimethoprim. Dies entspricht zweimal täglich drei bis vier Dosierspritzen der 50 Milligramm-Dosierung oder zweimal täglich eineinhalb bis zwei Dosierspritzen der 100 Milligramm-Dosierung.

Wird Trimethoprim zur Vorbeugung (Prophylaxe) von weiteren Harnwegsinfekten gegeben, gelten folgende Dosierungen:
Bei Kindern unter 12 Jahren richtet sich die Dosierung nach dem Körpergewicht. Sie erhalten einmal täglich je Kilogramm Körpergewicht zwei Milligramm des Wirkstoffes Trimethoprim. Jugendliche ab zwölf Jahren erhalten 100 Milligramm Trimethoprim pro Tag (zwei Dosierspritzen der 50 Milligramm-Dosierung oder eine Dosierspritze der 100 Milligramm-Dosierung).

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Sorbitol
  • Carmellose-Natrium
  • Carminsäure (E 120)
  • gereinigtes Wasser
  • Glycin
  • Himbeer-Aroma
  • Natriumcyclamat
  • Natriummethyl-4-hydroxybenzoat
  • Natriumpropyl-4-hydroxybenzoat
  • Saccharin-Natrium

Nebenwirkungen

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Blähungen, Appetitmangel, Müdigkeit, allgemeines Schwächegefühl, Völlegefühl, Mundschleimhautentzündungen, Zungenentzündungen, Hautausschläge mit Juckreiz , seltsamer Geschmack.

Seltene Nebenwirkungen:
Leberenzymwerterhöhungen (Transaminasen), Blutbildveränderungen wie Verminderung der Blutplättchen, Verminderung der weißen Blutzellen, Blutarmut (Methämoglobinämie), Hirnhautentzündungen, Fieber, Kreatinin-werteanstieg, Harnstoffwerteanstieg.

Sehr seltene und vereinzelt auftretende Nebenwirkungen:
Hautablösungen mit Fieber (Stevens-Johnson-Syndrom, Lyell-Syndrom), Hautschuppungen (exfoliative Dermatitis), knotiger Hautausschlag, Juckreiz, erhöhte Empfindlichkeit der Haut gegenüber Sonnenlicht, Bauchspeicheldrüsenentzündungen, vorübergehende Zeugungsfähigkeitseinschränkung beim Mann.

Besonderheiten:
Bei Langzeitanwendung von Trimethoprim können vereinzelt Samenbildungsstörungen beim Mann auftreten.

Bei schweren anhaltenden Durchfällen sollte eine pseudomembranöse Kolitis vom Arzt ausgeschlossen werden. Gegebenenfalls muss der Wirkstoff abgesetzt werden.

Wechselwirkungen

Pyrimethamin, ein Antibiotikum und Mittel gegen Malaria, kann in Kombination mit Trimethoprim zu Blutbildveränderungen (Blutarmut, zu niedrige Anzahl der Blutplättchen und weißen Blutzellen) führen.

Bei gleichzeitiger Einnahme von Dicumarol wird dessen gerinnungshemmende Wirkung verstärkt und es kann vermehrt zu Blutungen und blauen Flecken (Hämatomen) kommen.

Cyclosporin (Wirkstoff, der bei Transplantationen und Autoimmunerkrankungen eingesetzt wird) kann bei gleichzeitiger Gabe eine vorübergehende Nierenfunktionsstörung auslösen.

Bei gleichzeitiger Gabe von Phenytoin (Wirkstoff gegen Krampfanfälle) können die Nebenwirkungen dieses Wirkstoffs zunehmen.

Da Trimethoprim die Folsäurebildung hemmt, kann es in Kombination mit anderen Wirkstoffen, die dies auch tun, zu Folsäuremangelzuständen wie zum Beispiel Blutarmut kommen. Diese Wechselwirkung kann auftreten in Kombination mit Phenytoin, Methotrexat (wird bei Autoimmunerkrankungen und der Krebstherapie verwendet), Primidon (wirkt gegen Krampfanfälle), Barbituraten (Schlaf- und Beruhigungsmittel) oder dem Schmerzmittel Aminosalicylsäure.

Antibiotika wie Trimethoprim beeinflussen die natürliche Darmflora. Dies kann dazu führen, dass Wirkstoffe zur Verhütung einer Schwangerschaft in nicht mehr ausreichendem Maße in den Körper aufgenommen werden. Es wird deshalb empfohlen, für die Dauer der Anwendung zusätzliche Verhütungsmaßnahmen anzuwenden.

Gegenanzeigen

Der Wirkstoff darf bei Überempfindlichkeit gegen Trimethoprim oder andere Sulfonamide sowie bei schweren Nierenfunktionsstörungen, krankhaften Blutbildveränderungen wie Mangel an Blutplättchen (Thrombozytopenie), Verminderung der Granulozyten im Blut (Granulozytopenie) oder Blutarmut (megaloblastäre Anämie) nicht angewendet werden.

Bei leichten Nierenfunktionsstörungen, Leberfunktionsstörungen oder einem Mangel an Folsäure im Körper (was sich durch eine spezielle Form der Blutarmut, Kribbeln in Händen und Füßen bemerkbar macht) sollte Trimethoprim nur nach sorgfältiger ärztlicher Nutzen-Risiko-Abwägung verabreicht werden.

Bei Kindern mit einer geistigen Behinderung, die im Zusammenhang mit einer speziellen Chromosomenerkrankung (fragiles X-Chromosom) steht, sollte die Anwendung ebenfalls nur in Ausnahmefällen und bei ärztlicher Beobachtung erfolgen.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Sowohl während der Schwangerschaft als auch während der Stillzeit müssen Risiko und Nutzen einer Anwendung von Trimethoprim ärztlich sorgfältig geprüft werden.

Da Trimethoprim den Folsäurestoffwechsel beeinflusst und entsprechende Studien bisher nicht vorliegen, kann ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko beim Menschen derzeit nicht sicher ausgeschlossen werden.

Die in der Muttermilch festgestellten Wirkstoffmengen von Trimethoprim sind gering und bedeuten nach bisherigen Kenntnissen keine Gefährdung für den Säugling.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Frühgeborene und Neugeborene unter sechs Wochen dürfen Trimethoprim nicht erhalten.

Warnhinweise

  • Es ist denkbar, dass der Wirkstoff die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigt. Die aktive Teilnahme am Straßenverkehr und das Bedienen von Maschinen kann beeinträchtigt sein.
  • Beim Auftreten von Halsentzündungen, Fieber oder grippeartigen Symptomen während der Therapie mit dem Wirkstoff müssen sofortige Blutbildkontrollen durchgeführt werden, da sich dahinter eine aseptische Hirnhautentzündung verbergen könnte.
  • Eine regelmäßige ärztliche Kontrolle der Leberwerte und Nierenwerte ist während der Behandlung empfehlenswert.
  • Bei Verabreichung des Wirkstoffs über Monate ist eine regelmäßige ärztliche Kontrolle des Blutbildes, einschließlich des Differentialblutbildes, in vierwöchigen Abständen erforderlich.
  • Starke Sonnen- oder UV-Einstrahlungen auf die Haut sollten während der Behandlung vermieden werden.
  • Der Saft enthält Fruchtzucker (Fructose), der von manchen Patienten schlecht vertragen wird.
  • Empfindliche Patienten können auf die als Konservierungsstoffe enthaltenen Parabene mit einer Paragruppen-Allergie reagieren.
  • Das Medikament soll vor Anbruch kühl gelagert werden.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Milliliter Saft)
225 Milliliter Saft
50 Milligramm Trimethoprim
75 Milliliter Saft
50 Milligramm Trimethoprim
75 Milliliter Saft
100 Milligramm Trimethoprim

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Infectotrimet 50/-100 Saft sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Trimethoprim (ggf. auch Generika).


Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.